Heute Abend beginnen wir mit einer Serie über Engel mit dem Titel „Gottes unsichtbare Armee“. Heute Abend lege ich den Schwerpunkt auf die guten und heiligen Engel. Sie werden in der Schrift auch die auserwählten Engel genannt. Im Gegensatz zu ihnen gibt es noch die gefallenen bösen Engel, die allgemein als Dämonen bekannt sind. Mit diesen haben wir uns schon öfters auseinandergesetzt; z. B. erst vor kurzem in unserer Auslegung des Judas-Briefes. Dort haben wir diese gefallenen Engel sehr intensiv studiert und gesehen, wie sie organisiert sind. Darum möchte ich mit dieser Predigtreihe den heiligen Engeln mindestens die gleiche Zeit widmen.
Camille Flammarions machte einmal eine Aussage über den unendlichen Raum. Er sagte: „Dann verstehe ich, dass alle Sterne, die jemals am Himmel beobachtet wurden, die Millionen von Leuchtkörpern, Sonnen jeder Größe und jedes Helligkeitsgrades, Sonnensysteme, Planeten und Satelliten, die zu Millionen und Hunderten von Millionen in der Leere um uns herum aufeinander folgen, dass alles, was menschliche Zungen mit dem Namen des Universums bezeichnet haben, im Unendlichen nicht mehr als eine Insel, nicht mehr als eine Stadt in der Gesamtzahl der Weltbevölkerung darstellt. In dieser Stadt inmitten des grenzenlosen Reiches stellt unsere Sonne mit ihrem System ein Haus dar, ein einziges Haus unter Millionen von Bewohnern. Und in diesem Sonnenhaus ist die Erde nur ein kleines Zimmer“, Zitatende.
Es ist überwältigend, sich die Weite des Weltraums vorzustellen. Oft werde ich gefragt, ob ich glaube, dass außerhalb der Erde woanders Wesen gibt. Und meine Antwort lautet immer: „Ja, natürlich gibt es welche. Das ganze Universum ist von Wesen durchzogen.“ Die nächste Frage lautet dann unweigerlich, ob ich also tatsächlich an UFOs glaube. Ja, ich glaube, dass es unidentifizierte Flugobjekte gibt - nur nicht solche, die wie leuchtende Frisbees umherschwirren. Ich glaube, was die Bibel sagt, nämlich dass es buchstäblich Millionen von Wesen gibt, die das Universum bewohnen. Es sind unzählig viele. Sie leben in der himmlischen Sphäre und füllen die Leere um uns herum aus. Diese erstaunlichen Wesen haben sich seit der Erschaffung des Menschen in die menschlichen Angelegenheiten eingemischt.
In Hebräer 13,2 heißt es zum Beispiel: „Vernachlässigt nicht die Gastfreundschaft; denn durch sie haben etliche ohne ihr Wissen Engel beherbergt.“ John Paton war ein Missionar auf den Neuen Hebriden im Südpazifik. Diese Woche las ich wieder einmal seine Biografie. Und auch dieses Mal war ich tief berührt. Er erzählt unter anderem, wie er in seinem Leben die Hilfe von Engeln erfuhr. Eines Nachts umzingelten wilde Eingeborene sein Haus im Dschungel und tanzten wie von Sinnen. Sie sprangen umher, mit der Absicht, John und seine Frau zu töten. Als diese merkten, dass sie sich vor den wilden Kannibalen nicht schützen konnten, gingen sie auf die Knie und beteten. Kurz darauf verschwanden die Angreifer im Dschungel. Sie waren einfach weg. Patons Biograf berichtet, dass der Stammeshäuptling ein Jahr später Christ wurde. Damals fragte ihn John: „Was geschah in jener Nacht vor etwa einem Jahr, als eure Eingeborenen unsere kleine Hütte dort in der Nähe des Strandes umstellten aber plötzlich verschwanden?“ Der Häuptling antwortete folgendes: „Weißt du, da waren so viele Männer bei dir, deshalb gingen wir wieder.“ John sagte: „Aber da waren keine Männer, nur ich und meine Frau.“ Der Häuptling entgegnete: „Wir haben Männer gesehen, die Wache standen. Hunderte von großen Männern in glänzender Kleidung und mit Schwertern in den Händen. Sie hatten das Haus umringt.“ Es wäre nicht das erste Mal, dass Gott eine Legion von Engeln geschickt hätte, um seinen Diener zu beschützen.
In 2. Könige 6,15 finden wir eine interessante Begebenheit über Elisa, den Mann Gottes, und seinen Knecht. Dort heißt es: „Als nun der Diener des Mannes Gottes am Morgen früh aufstand, siehe, da lag um die Stadt ein Heer mit Pferden und Streitwagen.“ Eine große Armee war im Anmarsch. „Da sprach sein Knecht zu ihm: O weh, mein Herr! Was wollen wir nun tun? Er sprach: Fürchte dich nicht! Denn die, welche bei uns sind, sind zahlreicher als die, welche bei ihnen sind!“ Du kannst dir die Antwort des Dieners vorstellen, der ungläubig fragt: Wirklich? „Und Elisa betete und sprach: Herr, öffne ihm doch die Augen, damit er sieht! Da öffnete der Herr dem Knecht die Augen, so dass er sah. Und siehe, der Berg war voll feuriger Rosse und Streitwagen rings um Elisa her.“ Das ist die unsichtbare Armee, ihr Lieben.
Von Eddie Rickenbacker gibt es eine berühmte Geschichte aus dem Zweiten Weltkrieg. Er selbst berichtete sie höchstpersönlich Billy Graham. Rickenbacker wurde im Pazifik abgeschossen und trieb auf dem Meer. Er war wochenlang verschollen. Als er schließlich gerettet wurde, erzählte er Folgendes. Ich zitiere: „Ich würde zögern, diesen Teil zu erzählen, wenn ich nicht sechs Zeugen hätte, die es ebenfalls gesehen haben. Mitten aus dem Nichts kam eine Seemöwe und landete dort im Pazifik auf meinem Kopf. Ganz vorsichtig streckte ich meine Hand aus, nahm sie und tötete sie. Wir teilten sie zu gleichen Teilen unter uns auf. Noch nie schmeckte etwas so gut und wir aßen alles bis auf den letzten Bissen auf. Ich habe keine Erklärung dafür, außer, dass Gott einen seiner Engel schickte, um uns zu retten.“
Hast du jemals von der erschreckenden Geschichte der Weißen Kavallerie in Bethune, Frankreich, aus dem April 1918 gelesen? Gwynn Day berichtet darüber in seinem Buch The Wonder of the Word (zu deutsch: Das Wunder des Wortes), das 1957 bei Moody Press erschien. Er schreibt folgendes: „Die Geschichte der Weißen Kavallerie bei Bethune wurde von einem preußischen Offizier erzählt und von Tausenden Deutschen bezeugt. Sie geht so: Wir rückten an der Spitze unserer Truppen vor. Alle waren in ausgezeichneter Stimmung und sangen, während sie vorwärtsmarschierten. Denn wir dachten, dass die Briten nun besiegt seien und keinen Widerstand mehr leisten würden. Wir dachten wir könnten einfach vorrücken und Paris einnehmen. An meiner Seite war Leutnant Fritz, der mich plötzlich am Arm packte und sagte: „Sehen Sie nur, Herr Captain, eine große Gruppe berittener Männer nähert sich Bethune von der anderen Seite. Sie sind weiß gekleidet und sitzen auf weißen Pferden. Wer kann das sein?“ „Ich weiß es nicht“, antwortete ich. „Es könnten britische Truppen zu Pferde sein.“ Wir hielten instinktiv an und beobachteten die weiß gekleidete Kavallerie, die sich leise durch den Rauch bewegte und deren Umrisse sich in der strahlenden Sonne deutlich abzeichneten.
Inmitten ihrer Reihen schlugen Granaten mit einem Krachen ein und todbringenden Splittern. Der Boden bebte. Und bald darauf folgte intensives Maschinengewehrfeuer. Es erschien unmöglich, dass irgendjemand das überlebt haben könnte. Aber die Weiße Kavallerie trabte ruhig und bedächtig vorwärts, und weder ein Mann noch ein Pferd fielen. Unerschütterlich wie die ankommende Flut rückten sie vor. Und vor ihnen ritt ihr Anführer, ein stattlicher Mann. An seiner Seite trug er ein großes Schwert, kein Kavallerieschwert, sondern ähnlich, wie es die Kreuzritter benutzten. Seine Hand hielt ruhig die Zügel seines großen weißen Rosses, das sich stolz vorwärts bewegte. Da überkam mich ein Schrecken, und ich ertappte mich dabei, wie ich verängstigt und erschrocken vor dieser Ehrfurcht einflößenden Weißen Kavallerie floh. Massen von Männern um mich herum flohen; einst eine Armee, jetzt ein Pöbel, gebrochen und verängstigt. Wir flohen vor allem vor dem wundervollen Anführer auf seinem großen weißen Pferd. Die deutsche Armee war besiegt. Dass wir den Krieg verloren haben, ist der Verdienst der Weißen Kavallerie.“
Natürlich stellt sich die Frage, um wen es sich hier handelte? Vielleicht liefert uns Psalm 34,8 die Erklärung: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und rettet sie.“ Einige Leute glauben, dass Gott die Gebete des britischen Volkes erhörte und England befreite. Es ist gut möglich, dass er als Antwort auf die Gebete seine unsichtbare Armee schickte. Und er gewährte diesen Menschen zumindest einen kurzen Blick auf seine Heerscharen. Das gesamte Universum ist von diesen Wesen bewohnt. Und obwohl der natürliche menschliche Blick sie normalerweise nicht wahrnehmen kann, sind die Engel hier auf der Erde mitten unter uns.
Es ist überraschend, dass Menschen in Bezug auf heilige Engel skeptischer sind, als wenn es um Dämonen geht. Einstein sagte: „Es ist sehr gut möglich, dass in einer anderen Dimension gerade jetzt ein Eisenbahnzug mitten durch diesen Raum fährt, nur können wir ihn nicht wahrnehmen, weil er sich in einer ganz anderen Dimension befindet.“ Auch hier in diesem Gottesdienstraum wimmelt es nur so von Engeln. Wahrscheinlich tummeln sich auch ein paar Dämonen hier drin. Und nur weil wir sie nicht sehen können, heißt das nicht, dass sie nicht da sind. Sie existieren in einer Dimension, die wir nicht wahrnehmen können, aber sie sind da. John Milton sagte: „Millionen von geistlichen Wesen wandeln ungesehen auf der Erde.“ Der Diener Elisas in 2. Könige 6 konnte diese unsichtbare Armee erst sehen, als sich sein natürlicher Blick verwandelte und Gott den Schleier hob.
Es besteht also kein Zweifel, dass die heiligen Engel real sind. Doch trotz der Tatsache, dass es Millionen von ihnen gibt, ignorieren Menschen die heiligen Engel zum größten Teil. Tatsächlich gilt das Interesse oft viel mehr den Dämonen als den heiligen Engeln. Und vielleicht ist genau das einer der Gründe, warum wir uns mit ihnen befassen sollten. Selbst Christen sind von Dämonen fasziniert. Das kommt vermutlich daher, dass wir —wie bei vielem anderem — von der Welt dahingehend beeinflusst worden sind. Als die Welt eine okkulte Bewegung startete, sprangen die Christen auf diesen Zug auf. Seither machen Christen sich viele Gedanken über Dämonen. Aber wusstest du, dass es in der Heiligen Schrift 273 Hinweise auf Engel gibt?
Eigentlich muss Gott nur einmal etwas sagen, damit es wahr ist. Und dennoch gibt er 273 verschiedene Hinweise auf Engel. Das kann man nicht ignorieren. Vielleicht wunderst du dich, weshalb die heiligen Engel trotzdem ignoriert werden. Die meisten Christen würden auf die Frage, was sie über Engel wissen, antworten: „Also, sie haben Flügel, tragen Weiß und fliegen herum“. Bei 273 Hinweisen ist das ein bisschen mager. Ich habe mich ein wenig in die Geschichte eingelesen und in meinen alten Kirchengeschichtsbüchern nachgeforscht. Ich wollte eine Vorstellung davon bekommen, wie es kam, dass wir die Engel vergessen haben. Dabei stieß ich auf einige interessante Dinge. Hier sind ein paar Gedanken dazu, warum wir es vernachlässigt haben, uns mit den heiligen Engeln zu beschäftigen.
Erstens: Es war eine Reaktion auf die frühe Theologie, die sehr spekulativ war. Man stritt sich über dumme Kleinigkeiten und phantasievolle, skurrile theologische Aspekte. Und ein Großteil des Streits drehte sich um Engel. Sie diskutierten darüber, wie viele Engel gleichzeitig auf eine Nadelspitze passen, oder ob ein Engel an zwei Orten gleichzeitig sein kann. Oder, wie schnell Engel sind. Sie diskutierten über die Frage, wie viel Zeit zwischen ihrer Erschaffung und ihrem Fall lag. So sagte Rosetti in Dante, dass sie zwanzig Sekunden nach ihrer Erschaffung gefallen seien. Ich weiß nicht, woher er das zu wissen meinte, aber er behauptet es.
Sie stritten darüber, ob die Sünde des ersten Engels die Sünde der anderen verursachte oder ob sie alle gemeinsam sündigten. Sie stritten darüber, wie viele von ihnen fielen. Dabei scheint dies in Offenbarung 12 einigermaßen klar zu sein. Sie stritten darüber, ob die Engel derzeit innerhalb unserer Atmosphäre bestraft werden. Sie stritten über Schutzengel und darüber, ob man seinen Schutzengel bei der Taufe, bei der Geburt oder bei der Empfängnis bekommt oder nicht. All diese Diskussionen und Spekulationen lösten eine Gegenreaktion aus, so dass echte Bibelwissenschaftler dem Studium der Engel die kalte Schulter zeigten. Jeder verantwortungsbewusste Gelehrte schob das Thema beiseite, weil er nichts mit dieser spekulativen Dummheit zu tun haben wollte.
Ein zweiter Grund dafür, dass das Studium der heiligen Engel in den letzten Jahrhunderten gelitten hat, ist die frühe Verehrung der Engel durch die römisch-katholische Kirche. Darauf reagierte der Protestantismus. Wusstest du, dass die katholische Kirche neben der Anbetung Gottes und der Anbetung Christi auch die Verehrung von Heiligen fördert? Verehrung und Anbetung bedeuten dabei das Gleiche. Aber wusstest du auch, dass die katholische Kirche seit dem vierten Jahrhundert die Anbetung von Engeln fördert? Der Katholik Ludwig Ott schrieb für Katholiken ein Lehrbuch der katholischen Theologie. Darin schreibt er: „Die Anbetung von Engeln durch Menschen ist gerechtfertigt. Denn der Beschluss des Konzils von Trient, der uns lehrt, Heilige anzurufen und zu verehren, kann auch auf Engel angewandt werden.“ Sie beteten also Engel an; und der oberste Engel, den sie anbeteten, ist Michael. Wusstest du, dass es im katholischen Kalender einen Tag namens Michaelifest gibt? Michaeli fällt auf den 29. September. Ihm zu Ehren wurden zwei berühmte und große Kirchen gebaut. Die eine wurde von Konstantin nur wenige Kilometer außerhalb von Konstantinopel (bzw. Istanbul) errichtet, die andere in Rom.
Wusstest du, dass vor dem vierten Jahrhundert Engelsanbetung Ketzerei war? Schon Paulus warnte in Kolosser 2,18 davor, Engel anzubeten. Doch dann führte die römisch-katholische Kirche Engelsanbetung ein. Und die protestantische Kirche reagierte darauf und lehnte die Anbetung von Engeln kategorisch ab.
Es gibt geschichtlich gesehen noch einen dritten Grund, der das Studium der Engel in Mitleidenschaft gezogen hat. Und zwar gab es eine Reaktion auf das Heidentum. Tatsächlich beinhalten alle Religionssysteme einen Glauben an Engel. Ich bin in meinen historischen Untersuchungen von Religionssystemen auf keines gestoßen, das nicht an Wesen wie Engel glaubte. Weißt du, warum Chinesen im Orient spitze Dächer haben? Sogenannte Pagodendächer? Wenn nämlich Dämonen daran herunterrutschen, stoßen sie sich ihren Allerwertesten daran und hauen ab. Die Chinesen glauben an Geistwesen. Darum haben die Dächer noch weitere seltsame Ausgestaltungen, die dafür sorgen sollen, dass Dämonen nur schwer Fuß fassen können.
Die Gnostiker zum Beispiel glaubten an Äonen, Dämonen und Halbgötter. In anderen Religionen gab es so etwas wie Flaschengeister, Untergötter oder Engel. Auch heidnische Philosophen sprachen von geistlichen Wesen. Sokrates zum Beispiel sprach von einem guten Dämon, der sich um ihn kümmerte. Du siehst, das Heidentum war schon immer voll von der Verehrung aller möglichen verschiedenen Geister, Untergötter, Beinahe-Götter, Halbgötter und so weiter. Und wegen diesem ganzen Durcheinander zog sich die Gemeinde von solchen Lehren zurück und konzentrierte sich auf Christus.
Eine vierte Ursache ist das Zeitalter der Aufklärung und der Wissenschaft. Als im 18. Jahrhundert die so genannte industrielle Revolution begann, wandte sich alles der Wissenschaft zu. Der Verstand des Menschen wurde zum Maßstab erhoben und alles rationalisiert. Ab da war für den vernünftigen Menschen die Tatsache, dass es überall schwebende Geister geben sollte, einfach nicht mehr akzeptabel. Darum wurden sie einfach abgeschafft. Und erst als das Zeitalter des Rationalismus endete und das erfahrungsorientierte Zeitalter des Existentialismus begann, fingen die Menschen wieder an, Dämonen und Engel in ihr Denken mit einzubeziehen.
In unserer heutigen modernen Zeit lenkt noch eine fünfte Sache die Aufmerksamkeit der Christen vom Studium der heiligen Engel ab. Und das ist die okkulte Bewegung. All diese kurzen Hintergrundinformationen sollen dir eine Vorstellung davon vermitteln, warum die heiligen Engel ignoriert wurden. Es gibt dazu sehr wenig Literatur. Aktuell hat Billy Graham ein neues Buch zu diesem Thema veröffentlicht. Doch davor erschien lange nichts. Man muss weit zurückgehen, um mehr über Engel zu finden. Da wäre noch Gaebeleins altes Buch über die Engel Gottes, und ein paar kleinere systematische Theologien. Aber es gibt nicht sehr viel. Deshalb ist es wichtig, dass wir uns mit den Engeln beschäftigen. Immerhin bezieht sich Gott 273 Mal auf sie. Das ist doch sicherlich unsere Aufmerksamkeit wert. Wenn wir am Ende dieser Predigtreihe angekommen sind, wirst du eine ganz neue Beachtung für ein Universum voller Geschöpfe haben, die du nie zuvor wirklich verstanden hast. Du wirst deine ganze Ewigkeit auch mit ihnen verbringen. Ich möchte dir nun verschiedene Blickwinkel für den Nutzen — warum wir uns mit Engeln beschäftigen sollen — aufzeigen.
Erstens: Dies wird dir einen neuen Blick auf Gottes schöpferische Kraft vermitteln. Du wirst Gottes gewaltige, souveräne Kontrolle über die Welt und das Universum mit ganz neuen Augen betrachten. Wenn du siehst, was er mit dieser Engelsschar erschaffen hat, wirst du ihn noch mehr schätzen. Zu sehen und zu verstehen, wie sie arbeiten, vermittelt dir eine ganz neue Vorstellung davon, wie Gott ist.
Zweitens wirst du begeistert sein, zu erfahren, dass Gott all diese heiligen Engel nicht nur ausgesandt hat, um ihm zu dienen, sondern auch, um dir und mir zu dienen. Die Engel sind damit beschäftigt, uns zu dienen. Das ist aufregend, spannend und hilfreich. Dazu kommen wir nächste oder übernächste Woche.
Die dritte Sache, weshalb diese Studie sinnvoll ist, ist, dass sie uns zwingen wird, die Schrift zu studieren. Und das ist eine gute Angelegenheit. Denn das einzige, was wir über die Engel wissen, kommt aus Gottes Wort. Darum wird uns die Beschäftigung mit diesem Thema in die Heilige Schrift führen. Natürlich können wir nicht alle 273 Hinweise studieren, deshalb müssen wir ein wenig auswählen.
In seinem Buch Engel - Gottes Geheimagenten macht Billy Graham folgende hilfreiche Aussage: „Ich bin überzeugt, dass es diese himmlischen Wesen gibt und dass sie uns unsichtbare Hilfe leisten. Ich glaube nicht an Engel, weil mir jemand von einer dramatischen Begebenheit durch einen Engel erzählt hat, so beeindruckend solche seltenen Zeugnisse auch sein mögen. Ich glaube nicht an Engel, weil ein paar Berichte von UFOs sich danach anhören. Ich glaube nicht an Engel, weil Experten für übersinnliche Wahrnehmung das Reich der Geisterwelt immer plausibler erscheinen lassen. Ich glaube nicht an Engel, weil plötzlich weltweit die Realität von Satan und Dämonen betont wird. Ich glaube nicht an Engel, weil ich jemals einen gesehen habe, denn das habe ich nicht. Ich glaube an Engel, weil die Bibel sagt, dass es Engel gibt, und ich glaube, dass die Bibel das wahre Wort Gottes ist.“
Das ist eine hilfreiche Aussage, weil sie das Thema wieder dorthin zurückbringt, wo es hingehört: Wir glauben an Engel, weil sie in der Bibel 273 Mal erwähnt werden. Ich bin überzeugt, dass du am Ende unserer Serie eine klare, aussagekräftige Kenntnis über diese wundersamen, mächtigen, heiligen und schönen Geschöpfe haben wirst, die Gott und uns dienen. Ich möchte mich im Wesentlichen auf drei Dinge konzentrieren: Wir werden herausfinden, wer sie sind, was sie sind und wie wir auf sie reagieren sollen.
Schauen wir uns zunächst einmal an, wer sie sind. Punkt eins ist die Existenz von Engeln. Darauf werde ich heute nur kurz eingehen und es beim nächsten Mal wieder aufgreifen. Es gab schon zu biblischen Zeiten Menschen, die nicht an Engel glaubten, sogar unter denen, die das Alte Testament kannten. Apostelgeschichte 23,8 zeigt, dass sogar von den Führern in Israel einige nicht an Engel glaubten. Dort heißt es: „Die Sadduzäer sagen nämlich, es gebe keine Auferstehung, auch weder Engel noch Geist.“
Diese Menschen waren also Rationalisten und Materialisten. Sie leugneten die Existenz von Engeln. Hatten sie recht? Nein. Sie lagen völlig falsch. Als jüdische Liberale glaubten sie nicht einmal an die Auferstehung, obwohl diese schon vom ältesten Buch des Alten Testament gelehrt wurde. Denn Hiob sagte: „Wenn auch die Würmer diesen Körper zerstören, so werde ich doch in meinem Fleisch Gott sehen.“ Schon Hiob wusste um die Auferstehung. Es gibt viel zu viele Beweise im Wort Gottes, um zu behaupten, dass es keine Engel gäbe. Deshalb lagen die Sadduzäer völlig falsch.
Das Alte Testament stellt Engel als persönliche Wesen dar, als Boten und Diener Gottes. Sie sind überall in den Erzählungen des Alten Testaments zu finden. Wenn man sie wegstreichen würde, hätte man das reinste Chaos. Denn es würden unerklärliche Dinge übrigbleiben. Man hätte klaffende Löcher in der Erzählung. Es gäbe Ereignisse, die unmöglich eintreten könnten. Wenn man Engel entfernen würde, blieben nur Probleme übrig, ohne Lösungen. Engel sind im Alten Testament sehr aktiv. Sie sind überall anzutreffen. Außerdem würde man dann Gott unterstellen, dieselben Halluzinationen wie alle anderen zu haben, die glauben, Engel gesehen zu haben. Denn wenn es keine Engel gibt, wen hat Gott dann die ganze Zeit geschickt?
Dasselbe trifft auch auf das Neuen Testament zu. Wenn man dort die Engel rausstreichen würde, müsste man den ganzen zweiten Teil der Schrift ablehnen. Denn wer würde die Geburt Christi ankündigen? Wer sagte den Hirten, wohin sie gehen sollten? Wer kam bei der Versuchung zu Jesus, nachdem er vierzig Tage lang gefastet hatte, und diente ihm, wenn es nicht die Engel waren? Wer kam zum Grab und verkündete die Auferstehung? Wer wird kommen, um die Auserwählten aus den vier Enden der Welt zu sammeln? Wer hat Petrus und Johannes befreit? Wie hätten sie je aus einem verriegelten und bewachten Gefängnis herauskommen können? Das waren Engel. Alle diese wunderbaren Eingriffe von übernatürlichen Wesen im Neuen Testament würden sich als Lügen entpuppen. Wenn es keine Engel oder Dämonen gäbe, gäbe es keinen Satan und damit keinen geistlichen Kampf im christlichen Leben. Und dann würden wir uns auf etwas konzentrieren, das eigentlich gar nicht da ist. Wenn Christus sich seinen Konflikt mit Satan nur eingebildet hätte, dann wäre auch er getäuscht gewesen. Würde man Engel streichen, würden von dem Buch der Offenbarung nur noch Kapitelüberschriften übrig bleiben. Vom Anfang bis zum Ende der Bibel - überall sind Engel anzutreffen.
Dabei gibt Jesus Christus selbst das wichtigste Zeugnis über die Existenz von Engeln. Er sprach zum Beispiel in Matthäus 22 über Engel als er sagte: „Sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.“ Oder in Matthäus 18,24 oder 26. Und das ist nur ein kleiner Teil von den Dutzenden Stellen, wo er über Engel gesprochen hat. Engel existieren. Ich glaube daran, weil es in der Bibel steht. Aber ich verrate dir noch etwas. Ich glaube daran, weil ich ihnen begegnet bin. Manchmal wusste ich, dass ich gerade einem gefallenen Engel begegnet bin. Und manchmal bin ich heiligen Engeln begegnet, ohne zu wissen, dass ich sie wahrnehme. Aber ich weiß, dass sie da sind, weil es so in der Bibel steht. Außerdem bin ich dem Satan und seinem Heer begegnet. Du nicht? Die Existenz von Engeln ist also ziemlich gut belegt.
Der zweite Punkt ist der Ursprung der Engel. Es gab nicht immer Engel. Das bedeutet, dass Engel erschaffen wurden. Sie sind also Geschöpfe. In Kolosser 1,16 heißt es: „Denn in ihm“ - gemeint ist Christus - „ist alles erschaffen worden, was im Himmel und was auf Erden ist, das Sichtbare und das Unsichtbare.“ Die Dinge, die im Himmel erschaffen wurden, sind die Engel. Paulus verwendet hier verschiedene Bezeichnungen für Engel: Throne, Herrschaften, Fürstentümer, Gewalten oder Obrigkeiten. Alle wurden durch den Herrn Jesus Christus und für ihn geschaffen. Die verschiedenen Begriffe sind Namen und Ränge von Engeln in der unsichtbaren Armee. Diese unsichtbare Armee ist sehr gut organisiert und geordnet.
Eine weitere Stelle ist Nehemia 9,6: „Du bist der Herr, du allein! Du hast den Himmel gemacht, aller Himmel Himmel samt ihrem ganzen Heer, die Erde und alles, was auf ihr ist.“ Aus diesem Absatz geht eindeutig hervor, dass Engel erschaffen wurden. Denn Gott hat nicht nur den Himmel geschaffen, sondern auch die Engel, die ihn bewohnen. Außerdem hat er die Erde und alles auf ihr erschaffen. Er hat also sowohl Engelwesen, als auch irdische Geschöpfe geschaffen. Ein weiterer Hinweis findet sich in 1. Timotheus 6,15-16. Dort wird Gott bezeichnet als „der König der Könige und der Herr der Herrschenden, der allein Unsterblichkeit hat“. Das heißt, dass Gott das einzige unsterbliche Wesen ist, das jemals existiert hat. Und wenn Gott der einzige Unsterbliche ist, dann sind Engel das nicht. Also müssen sie erschaffen worden sein.
In Psalm 148,2 heißt es dazu: „Lobt ihn, alle seine Engel; lobt ihn, alle seine Heerscharen! Lobt ihn, Sonne und Mond; lobt ihn, alle leuchtenden Sterne! Lobt ihn, ihr Himmel der Himmel, und ihr Wasser oben am Himmel! Sie sollen loben den Namen des Herrn; denn er gebot, und sie wurden erschaffen.“ Wie die Wolken und die Erde und die Sonne und der Mond und alles andere so wurden auch die Engel auf Gottes Befehl hin erschaffen.
Auf die Frage, wann sie erschaffen wurden, habe ich keine Antwort. In 1. Mose 3 waren sie bereits gefallen, also müssen sie vor der Erde und dem Menschen erschaffen worden sein. Nur so konnte Satan bereits im Garten Eden sein, um Eva zu verführen. Außerdem heißt es in Hiob 38,4: „Wo warst du, als ich den Grund der Erde legte? Sprich es aus, wenn du Bescheid weißt! Wer hat ihre Maße bestimmt? Weißt du das? Oder wer hat die Messschnur über sie ausgespannt? Worin wurden ihre Grundpfeiler eingesenkt, oder wer hat ihren Eckstein gelegt, als die Morgensterne miteinander jauchzten?“ Hier singen und rufen die Engelscharen bei der Schöpfung, also müssen sie vorher erschaffen worden sein.
Nun können sich Engel nicht fortpflanzen. Es gibt keine Engelsmütter oder Engelsväter oder haufenweise Baby-Engel. Sie wurden alle direkt von Gott geschaffen. In Matthäus 22 beantwortet unser Herr genau diese Frage: „Aber Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Ihr irrt, weil ihr weder die Schriften noch die Kraft Gottes kennt. Denn in der Auferstehung heiraten sie nicht, noch werden sie verheiratet, sondern sie sind wie die Engel Gottes im Himmel.“ Hier sagt er ganz klar, dass die Engel Gottes im Himmel weder heiraten noch verheiratet werden. Es gibt keine Fortpflanzung. Gott befahl in einem Augenblick, und Millionen von Engeln entstanden! Und jeder einzelne von ihnen war unabhängig erschaffen. Sie vermehren sich nicht, ihre Zahl nimmt nicht zu. Sie sterben auch nicht, so dass ihre Zahl auch nicht abnimmt. Offenbarung 12,4 zeigt, dass sich erst etwas änderte, als Satan wie ein Drache aus dem Himmel stieg und sein Schwanz „den dritten Teil der Sterne des Himmels“ nach sich zog. Offenbar fiel ein ganzes Drittel der Engel und wurde zu Dämonen. Trotzdem werden alle Engel ewig leben - einige in der Hölle, andere im Himmel. Es ist eine überwältigende Vorstellung, dass Gott alle Engel jeden für sich in einem einzigen Moment erschaffen hat.
Wahrscheinlich sind sie wie Schneeflocken. Keine zwei sind gleich. Die Gemälde werden ihnen nicht gerecht, auf denen alle Engel irgendwie ähnlich aussehen. Ich denke, dass sie in gewisser Weise nach dem Bild Gottes geschaffen wurden. Darauf werde ich später noch genauer eingehen. Sie wurden mit Fähigkeiten geschaffen. Sie besitzen Intelligenz, Gefühle und einen Willen. Und jeder einzelne von ihnen wurde als Individuum geschaffen. Gott sprach einen einzigen Befehl und rief Millionen von Engel ins Leben, die jetzt das Universum bevölkern. Wenn Gott das mit Schneeflocken schafft, kann er es auch mit Millionen von Engeln tun. Er schuf sie alle einzigartig.
Ich weiß nicht, wie viele es sind. Das sagt uns die Bibel nicht. Darüber kann man nur spekulieren. Sicher ist jedoch, dass ihre Anzahl gleich geblieben ist. Ich möchte dir noch ein paar Gedanken dazu mit auf den Weg geben. Über die Geburt Christi heißt es in Lukas 2, dass „die Menge der himmlischen Heerscharen erschien, die lobten Gott und sprachen“. Es handelte sich hier um eine Menge von Engeln, dabei waren das nicht mal alle. Bei seiner Verhaftung sagte Jesus: „Wenn ich wollte, könnte ich zwölf Legionen Engel rufen.“ Nun wissen wir, dass im Alten Testament ein einzelner Engel 185.000 Soldaten tötete. Die Eingeborenen die John Paton angreifen wollten, taten das einzig Richtige, als sie in den Dschungel zurückrannten. Man sollte sich nicht mit Gottes Engeln anlegen, denn sie sind etwas Besonderes.
Nun, ich weiß nicht, wie viele von ihnen es gibt. In Matthäus 18,10 spricht Jesus darüber, wie sehr er die Seinen liebt und wie er für sie sorgt. Und dann sagt er: „Seht zu, dass ihr keinen von diesen Kleinen verachtet! Denn ich sage euch: Ihre Engel im Himmel schauen allezeit das Angesicht meines Vaters im Himmel.“ Lege dich also nicht mit den Kleinen an, denn die ihnen zugewiesenen Engel berichten Gott ständig, was vor sich geht. Und wenn das stimmt, dann müsste es mindestens so viele Engel wie Menschen geben. Und da es im Plural steht, könnte es sogar sein, dass es mehr Engel als Menschen gibt. Das würde bedeuten, dass es Milliarden von ihnen gibt.
Andere setzen ihre Zahl mit der Zahl der Sterne gleich. Doch das hilft uns auch nicht wirklich weiter. Denn auch das sind mindestens Milliarden. Wie kommt man überhaupt auf die Idee, die Engel mit Sternen gleichzusetzen? Das kommt daher, dass ihre Bezeichnung oft austauschbar verwendet wird. Sowohl Engel als auch Sterne werden in der Schrift als himmlische Heerscharen bezeichnet. Man kann es also synonym verwenden. Aber es gibt in Offenbarung 5 einen Vers, der uns hilft, eine Vorstellung davon zu bekommen. Dort heißt es: „Und ich sah, und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln.“ Da steht weder: Die Stimme aller Engel, noch die Stimme der meisten Engel. Sondern da steht: die Stimme vieler Engel, also nur von einem Teil der Engel. Und wie viele waren es? „Und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend“.
Ich weiß nicht, wieviel Prozent der Gesamtanzahl hier sind. Wenn jedoch jedem kleinen Kind eine Gruppe von Engeln zugewiesen wird, wird es eine ganze Menge sein. Denn sie haben auch noch andere Dinge zu tun, als sich um kleine Kinder zu kümmern. Darum glaube ich, dass es im ganzen Universum verstreut Milliarden von Engeln gibt. Die Lösung des Problems gibt uns Hebräer 12,22. Da heißt es: „sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu einer unzähligen Schar von Engeln.“ Es sind zu viele, um sie zählen zu können. Stell dir einmal die Millionen von schönen, mächtigen Engeln vor, wie sie Gottes Befehle ausführen und mit großer Geschwindigkeit durch die Himmel und über die Erde fegen. Und dabei sind sie besser organisiert als jede Armee von Cäsar, Alexander dem Großen, Napoleon, John Patton oder irgendjemand anderem. Es gibt Cherubim, Seraphim, lebende Kreaturen, Throne, Herrschaften, Fürstentümer, Mächte, Kräfte, den kriegerischen Erzengel Michael und den unterstützenden Gabriel. All diese phantastischen Engelwesen werden in der Heiligen Schrift in Psalm 89 als „Göttersöhne“, „Götter“ und „Heilige“ bezeichnet, weil sie buchstäblich mit der übernatürlichen göttlichen Ebene verbunden sind. Bei Hiob werden sie „Söhne Gottes“ und „Morgensterne“ genannt. In Daniel 10 „Fürsten“. Diese ganze mächtige Armee erschuf Gott im Bruchteil einer Sekunde, indem er sie ins Leben rief. Da kann man nur ausrufen: Was für ein Gott! Was für ein unglaublich kreativer Gott.
Sie halten sich im dritten Himmel auf. Das ist da, wo Gott wohnt. Außerdem durchqueren sie im zweiten Himmel das Universum. Und sie halten sich auch im ersten Himmel auf, das ist die Erdatmosphäre. Laut Gottes Offenbarung befinden sie sich in jeder dieser Sphären. Manchmal stehen sie vor Gottes Thron wie in Offenbarung 4 und 5. Manchmal sind sie auf der Durchreise durch das Universum, wie in Daniel 10. Und oft mischen sie sich auf der Erde unter die Menschen. Das sehen wir überall im Alten und Neuen Testament. Es sind fantastische Wesen.
Nun möchte ich noch anschauen, wie sie sind. Punkt drei behandelt die Natur der Engel. Zunächst einmal sind sie Personen und nicht nur eine Art übernatürliche Roboter. Als Personen haben sie eine Persönlichkeit und besitzen Eigenschaften wie Intelligenz, Gefühl und Wille. In Hesekiel 28,12 heißt es zum Beispiel über Luzifer, den Sohn der Morgenröte, den Höchsten der Engel: „Er war die Summe der Schönheit und voller Weisheit“. Engel sind wirklich intelligent. So steht in Matthäus 28,5 geschrieben: „Der Engel aber wandte sich zu den Frauen und sprach: Fürchtet ihr euch nicht! Ich weiß wohl, dass ihr Jesus den Gekreuzigten sucht.“ Dieser Engel hatte herausgefunden, was sie vorhatten, weil er intelligent war. Und Intelligenz kommuniziert und spricht.
In Offenbarung 17 wird sehr deutlich, dass die Engel Gottes Plan verstehen. Denn sie setzen ihn um. Dort heißt es: „Und einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, kam und redete mit mir und sprach zu mir: Komm, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen“. Das ist Intelligenz; die Fähigkeit zu kommunizieren. Trotzdem sind sie nicht allwissend wie Gott und wissen deshalb nicht alles. In 1. Petrus 1,12 heißt es, dass das Evangelium etwas ist, in was „auch die Engel hineinzuschauen begehren.“ Sie verstehen manche Dinge nicht, weil sie sie nicht kennen. Ihre Intelligenz ist daher begrenzt, aber sie sind intelligent.
Zweitens: Sie haben Gefühle. Das sagt Hiob 38,7: Sie singen und jubeln. Sie empfinden also Freude. Weißt du, wie die Engel reagieren, wenn eine Seele zu Christus kommt? Im Himmel herrscht große Freude über einen einzigen Sünder, der umkehrt. Sie erleben also Freude. Außerdem beten sie an. Auch das ist ein Ausdruck von Gefühlen. Schau dir zum Beispiel Jesaja 6 an: „Seraphim standen über ihm; jeder von ihnen hatte sechs Flügel: mit zweien bedeckten sie ihr Angesicht, mit zweien bedeckten sie ihre Füße, und mit zweien flogen sie. Und einer rief dem anderen zu und sprach; Heilig, heilig, heilig“. Das ist ein Ausdruck der Anbetung und gleichzeitig ein Gefühl. Also ist ein Persönlichkeitsmerkmal der Engel die Fähigkeit, Gefühle zu empfinden.
Drittens haben sie einen Willen und die Fähigkeit zur Selbstbestimmung. Zum Beispiel appelliert Gott in Hebräer 1,6 an ihren Willen. Dort heißt es: „Und wenn er den Erstgeborenen wiederum in die Welt einführt, spricht er: ‚Und alle Engel Gottes sollen ihn anbeten!‘“ Er fordert die Engel auf, das Kind anzubeten, das geboren ist. Und allein die Tatsache, dass er die Engel auffordert, etwas zu tun, zeigt schon, dass sie einen Willen haben, zu entscheiden. So ist auch Satan in Schwierigkeiten geraten. Engel sind also Personen mit einer Persönlichkeit. Sie sind nicht nur eine Art ätherische, schwebende Geister oder schwammige Roboter. Sie sind Personen und haben eine Persönlichkeit. Sie sind einzigartig. Jeder ist anders als der andere. Weiterhin ist es offensichtlich, dass sie sich vom Menschen unterscheiden. Denn in Hebräer 2 heißt es: „Jesus Christus wurde ein Mensch und wurde ein wenig niedriger gemacht als die Engel“. Engel haben zumindest in der jetzigen Zeit einen etwas höheren Status als wir Menschen. Doch eines Tages werden wir über Engel herrschen und über sie richten. Das steht in 1. Korinther 6,3. Denn in Christus sind wir seine Miterben. Und als solche werden wir erhaben sein, weil wir ihm in seinem Erbe gleichgestellt sind. Wir sind ein Geist mit ihm. Und weil wir mit Christus herrschen werden, werden wir auch im Reich Gottes und in der Ewigkeit über Engel herrschen. In der Offenbarung heißt es über Gläubige: „Du wirst mit mir auf meinem Thron sitzen“. Aber in der jetzigen Zeit sind wir ein wenig niedriger als die Engel. Sie sind anders als wir. Zwar sind sowohl Engel als auch wir Geschöpfe. Wir sind beide begrenzt durch Zeit und Raum, beide abhängig von Gott für unsere Existenz und unser Wohlergehen, beide verantwortlich für Gott und ihm gegenüber rechenschaftspflichtig. Und doch unterscheiden wir uns.
Weißt du, dass ihre Welt genauso komplex ist wie die unsere? Der Unterschied ist, dass wir ihre Welt nicht sehen können, sie unsere aber schon. Sie sind Geister, das ist der entscheidende Unterschied. Hebräer 1,14 spricht von „dienstbaren Geistern“ und Vers 13 macht klar, dass damit Engel gemeint sind.
Weil sie Geister sind, haben Engel keinen Körper wie wir. Im Gegensatz zu ihnen steckt unsere Persönlichkeit in einem Körper aus Fleisch und Blut. Doch auch ohne Körper sind die Engel Personen. Manchmal stellen wir sie uns wie Bettlakengespenster vor. Ich denke, dass sie über eine Art ortsgebundenes Sein verfügen — auch ohne Körper. Sie sind ein geistliches Etwas. Sie besitzen keinen materiellen, fleischlichen Körper wie den unseren. Aber trotzdem sind sie nicht allgegenwärtig wie Gott, sondern haben räumliche Grenzen. Gott ist auch Geist, aber Gott ist überall. Er ist allgegenwärtig. Sein Geist erfüllt die Unendlichkeit. Die Geister der Engel sind an Grenzen gebunden. Sie sind an einen Ort gebunden. Sie müssen sich fortbewegen. Das deutet darauf hin, dass sie irgendeine Form besitzen müssen. Es sind unsichtbare Gestalten, die man nicht wahrnehmen kann, aber dennoch haben sie eine Form. Das sehen wir in Daniel 9 und 10. In einem Moment fliegen sie durch den Himmel, im nächsten streiten sie sich im Weltraum. Sie bewegen sich also von einem Ort zum nächsten.
Ebenso sind sie zeitlich begrenzt. Oft stellt man sich Engel mit Flügeln vor. Vermutlich handelt es sich nicht um echte Flügel. Die Flügel stehen eher für Geschwindigkeit und sind Symbole für schnellen Gehorsam. Sie drücken aus, dass Engel dem Willen Gottes in Windeseile gehorchen. Das bedeutet nicht unbedingt, dass sie buchstäblich fliegende Wesen sind, sondern dass sie sich gemäß ihrer geistlichen Fähigkeit bewegen können. Und dass sie Gott schnell gehorchen.
Ich weiß nicht, was für eine Gestalt sie haben. Aber sie haben eine. Und eines Tages werden wir das sehen. Aber das passiert erst, wenn wir in den Himmel kommen. Bis dahin wissen wir nur dass sie eine Gestalt haben. Das deutet 1. Korinther 15,44 an, denn dort steht folgendes: „Es gibt einen natürlichen Leib, und es gibt einen geistlichen Leib.“ Daraus folgere ich, dass Engel einen geistlichen Leib haben, denn einen natürlichen haben sie nicht. Sie haben eine Art geistlichen, überirdischen, himmlischen Körper. Manchmal jedoch beschließt Gott, dass sie erscheinen sollen. Und dann zeigen sie sich fast immer als Mensch in einer männlichen Gestalt. Die Schrift verwendet immer das maskuline Pronomen, um von ihnen zu sprechen. So besuchen sie zum Beispiel Abraham in 1. Mose 19 —als Männer. Sie setzen sich mit ihm zusammen. Sie essen. Sie gehen zu Fuß. Sie unterhalten sich. Auch als sie die Stadt Sodom besuchten, werden sie als gutaussehende Männer wahrgenommen. Sie hatten eine sichtbare Gestalt angenommen.
Eine Ausnahme ist Matthäus 28,3. Dort heißt es von einem Engel: „Sein Aussehen war wie der Blitz, und sein Gewand weiß wie der Schnee.“ Sein Gesicht war hell wie die Sonne, wie ein Blitz. Das ist ungewöhnlich. In der Regel erscheinen sie als normale Männer, nur manchmal als ungewöhnliche Männer. Doch wann immer sie auftauchen, hat ihre Anwesenheit erstaunliche Auswirkungen. Zum Beispiel bei den Eingeborenen im Dschungel: Sie laufen weg. Die Soldaten der deutschen Armee, von denen ich vorgelesen habe, sie gerieten in Panik. Als Gabriel die Nachricht von der Jungfrauengeburt verkündete, war Maria erschüttert. Als Zacharias in Lukas 1 vom Engel erfuhr, dass er einen Sohn bekommen würde, verfiel er in Panik, und sein Herz wurde von Angst gepackt. Von den Hirten, denen der Engelsbote die Geburt Christi ankündigte, heißt es: „Sie fürchteten sich sehr“. Sie fürchteten sich, als sie diese Schar von Wesen sahen. In Matthäus 28 heißt es von den römischen Soldaten, die den Engel den Stein wegrollen sahen, dass sie umfielen und wie tot waren. Das zeigt, dass Engel so anders sind, und es zu seltsamen Reaktionen kommt, wenn sie erscheinen. Es ist sozusagen eine Reise in eine andere Welt, etwas sehr Ungewöhnliches. Und nächstes Mal werden wir noch eine Menge über diese glorreichen Realitäten erfahren. Lasst uns beten.
Danke, Vater, dass wir heute Abend eine kleine Einführung in das Wesen der Engel bekommen haben, die du abgesondert hast, um dir und uns zu dienen. Ich weiß nicht, welche Engel um uns herum sind. Aber ich möchte dir für den Dienst danken, den sie in meinem Leben getan haben, ohne dass ich es wusste. Und ich danke dir dafür, dass du uns auch diesbezüglich das Wort öffnest, damit wir besser verstehen, was für ein Gott du bist. Danke, dass du im Universum wirkst. Und danke für dein Wirken hier bei uns. Du stehst im Mittelpunkt, und wirkst auf der Bühne des Weltgeschehens deinen Plan der Erlösung. Danke, dass du deine Engel geschickt hast, um deinen Plan zu verwirklichen. Wir danken dir, unser Vater, und preisen dich für unsere Gemeinschaft heute Abend im Namen Jesu.
Amen.
ENDE
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