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Heute Abend setzen wir unsere kurze Serie über Engel fort. Engel sind Gottes unsichtbare Armee. Letztes Mal haben wir schon die Frage beantwortet, wer sie sind. Wir sprachen über ihre Existenz, ihren Ursprung und ihr Wesen. Heute geht es um einen ganz besonderen Engel. Dieser passt nicht ganz zu den anderen, weil er sich tatsächlich von ihnen unterscheidet. Über diesen Engel wurden schon viele Bücher verfasst. Er wird der „Engel des Herrn“ oder der „Engel Jehovas“ genannt. Er ist einzigartig. Und er erscheint nur im Alten Testament. Im Neuen Testament ist er nicht zu finden. Er taucht zum ersten Mal bei Abraham auf und zum letzten Mal bei Zacharias. Darum bin ich überzeugt, dass er etwas ganz Besonderes sein muss.

Wir finden ihn das erste Mal in 1. Mose 16,7. Dort wird folgendes über ihn gesagt: „Aber der Engel des Herrn fand sie bei einem Wasserbrunnen in der Wüste, beim Brunnen auf dem Weg nach Schur. Er sprach zu ihr: Hagar, du Magd der Sarai, wo kommst du her, und wo willst du hin? Sie sprach: Ich bin vor meiner Herrin Sarai geflohen! Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Kehre wieder zurück zu deiner Herrin und demütige dich unter ihre Hand! Und der Engel des Herrn sprach zu ihr: Siehe, ich will deinen Samen so mehren, dass er vor großer Menge unzählbar sein soll.“ Hier geht es um eine Verheißung an Hagar. Auch Ismaels Nachkommen sollten viele sein, genauso wie es Abrahams Samen verheißen worden war. „Weiter sprach der Engel des Herrn zu ihr: Siehe, du bist schwanger und wirst einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Ismael geben, weil der Herr dein Jammern erhört hat. Er wird ein wilder Mensch sein, seine Hand gegen jedermann und jedermanns Hand gegen ihn; und er wird allen seinen Brüdern trotzig gegenüberstehen. Und sie nannte den Namen des Herrn, der mit ihr redete: Du bist ‚der Gott, der mich sieht‘“ Es ist sehr interessant, dass sie den Engel des Herrn Gott nennt!

Wir gehen weiter zu 2. Mose 3. „Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian. Und er trieb die Schafe über die Wüste hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Da erschien ihm der Engel des Herrn in einer Feuerflamme mitten aus dem Dornbusch. Und als er hinsah, siehe, da brannte der Dornbusch im Feuer, und der Dornbusch wurde doch nicht verzehrt. Da sprach Mose: Ich will doch hinzutreten und diese große Erscheinung ansehen, warum der Dornbusch nicht verbrennt! Als aber der Herr sah, dass er hinzutrat, um zu schauen, rief ihm Gott mitten aus dem Dornbusch zu“. Beachte, dass es in Vers 2 heißt, dass der Engel des Herrn im Busch war und in Vers 4, dass Gott ihm mitten aus dem Busch heraus zurief. Vers 6: „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs! Da verbarg Mose sein Angesicht; denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.“ Auch hier wird der Engel des Herrn als Gott bezeichnet.

Und nun gehen wir zu Richter 6,11: „Und der Engel des Herrn kam und setzte sich unter die Terebinthe bei Ophra; die gehörte Joas, dem Abiesriter. Und sein Sohn Gideon drosch Weizen in der Kelter, um ihn vor den Midianitern in Sicherheit zu bringen. Da erschien ihm der Engel des Herrn und sprach zu ihm: Der Herr ist mit dir, du tapferer Held! Gideon aber sprach zu ihm: Ach, mein Herr.“ Auch hier wird der Engel des Herrn als Herr bezeichnet. In Richter 13,21 wird ebenfalls ein besonderer Engel als Herr bezeichnet: „Der Engel des Herrn erschien aber Manoach und seiner Frau nicht mehr. Da erkannte Manoach, dass es der Engel des Herrn war. Und Manoach sprach zu seiner Frau: Wir müssen sicherlich sterben, weil wir Gott gesehen haben!“ In allen vier Begebenheiten wird dieser besondere Engel, der Engel des Herrn, mit Gott gleichgesetzt.

Doch kann man deshalb so einfach sagen, dass der Engel des Herrn Gott ist? Im vorletzten Buch des Alten Testaments, in Sacharja 1,12 heißt es: „Da begann der Engel des Herrn und sprach: Herr der Heerscharen“. Hier findet also ein Gespräch statt zwischen dem Herrn der Heerscharen und dem Engel des Herrn, der als Gott bezeichnet wird. Ein bisschen weiter in Sacharja 3,1 wird es deutlicher: „Und er ließ mich den Hohepriester Jeschua sehen, wie er vor dem Engel des Herrn stand; der Satan aber stand zu seiner Rechten, um ihn anzuklagen. Der Herr sprach zum Satan: Der Herr schelte dich, du Satan; ja, der Herr schelte dich“! Auch hier werden der Engel des Herrn und der Herr als zwei Personen in derselben Szene beschrieben. Darum glaube ich, dass der Engel des Herrn die zweite Person der Trinität ist. Es ist niemand anders als der Herr Jesus Christus. So wird er im Neuen Testament genannt. Die erste Person der Trinität und die zweite Person der Trinität sprechen miteinander. Der Engel des Herrn ist also eine sogenannte Christophanie oder Theophanie, eine Erscheinung Christi vor seiner Fleischwerdung.

Bitte beachte: Die zweite Person ist die einzige Person der Trinität, die sich zu irgendeinem Zeitpunkt sichtbar offenbart. Gott ist Geist, und die Bibel sagt über ihn: „Niemand hat Gott je gesehen“. Und auch der Geist Gottes, der Heilige Geist, die dritte Person der Trinität, ist ein Geist. Auch er wurde niemals gesehen. Nur die zweite Person verkörpert die Trinität auf sichtbare Art und Weise. Sie offenbart sich im Alten Testament als Christus vor seiner Fleischwerdung. Im Neuen Testament erscheint die zweite Person der Trinität als Gott in Menschengestalt, als der Mensch Jesus Christus. Deshalb taucht der Engel des Herrn im neuen Testament nie mehr in der Schrift auf. Ab dem Neuen Testament ist er der fleischgewordene Sohn. Es ist kein anderer als Jesus Christus. Und wenn du das Wirken des Engels des Herrn im Alten Testament mit dem von Jesus Christus gegenüber seinem Volk im Neuen Testament vergleichst, dann wirst du feststellen, dass es Parallelen aufweist. Allein daraus könnte man sogar eine eigene Predigt machen.

Im Alten Testament ist der Engel des Herrn zum Beispiel ein Offenbarer. Er offenbart das Wort Gottes. Er ruft und beruft Mose, Gideon und Simson. So, wie Christus die Seinen im Neuen Testament ruft. Er ist der Erlöser. Er befreite sein Volk durch die berufenen Männer - Mose, Gideon, Simson - ebenso wie Christus der Erlöser ist und durch sein Werk sein Volk befreit hat. Er ist ein Beschützer. In Psalm 34,8 heißt es: „Der Engel des Herrn lagert sich um die her, die ihn fürchten, und er rettet sie.“ Im Neuen Testament ist Christus derjenige, der uns umgibt und beschützt. Außerdem ist er ein Fürsprecher. In Sacharja 1 lesen wir, dass der Engel des Herrn Fürsprache für das Volk Israel einlegte. Und im Neuen Testament ist Christus unser Fürsprecher. Er ist der Sachwalter. In Sacharja 3 steht der Engel des Herrn vor Gott und verteidigt die Gläubigen gegen die Angriffe des Satans. Das ist genau dasselbe, was Christus im Neuen Testament tut.

In 1. Mose 22 bestätigt der Engel des Herrn den Bund mit Abraham. Und im Neuen Testament ist Jesus Christus derjenige, der mit seinem Blut den Bund besiegelt. In 1. Mose 16 tröstet der Engel des Herrn Hagar. Im Neuen Testament ist Jesus Christus unser Tröster. Der Engel des Herrn ist also die Manifestation Christi vor seiner Fleischwerdung. Das ist deshalb so wichtig, weil es uns ohne Zweifel beweist, dass die Trinität schon immer als solche existiert hat und es sich nicht nur um einen Gott handelt, der einfach im Lauf der Geschichte verschiedene Rollen spielt. Er ist immer drei in einem. Wenn du das verstanden hast, besitzt du alle grundlegenden Informationen über die Engel. Du kennst ihre Natur, ihren Ursprung und ihre Existenz. Daher komme ich nun zur nächsten Frage: Was tun Engel? Was tun die Engel jetzt gerade?

Ich möchte den Dienst der Engel unter folgenden Aspekten betrachten: Wie verhalten sich die Engel gegenüber Gott, gegenüber Christus, gegenüber den Gläubigen und gegenüber Ungläubigen? Wir beginnen mit der ersten Frage: Worin besteht der Dienst der Engel gegenüber Gott? Erstens: Die Engel dienen Gott durch ihre Anbetung. Als die Engel in Jesaja 6 die Vision des Herrn sehen, sprechen die Seraphim: „Heilig, heilig, heilig“. Engel beten Gott an. In Offenbarung 4, ab Vers 6 finden wir noch mehr über ihren Dienst der Anbetung: „Und vor dem Thron war ein gläsernes Meer, gleich Kristall; und in der Mitte des Thrones rings um den Thron waren vier lebendige Wesen, voller Augen vorn und hinten.“ Dies ähnelt sehr der Engelsbeschreibung von Hesekiel. Johannes schreibt in Vers 8, dass sie Flügel haben und dass sie Tag und Nacht rufen: „Heilig, heilig, heilig, ist der Herr, Gott, der Allmächtige, der war und der ist und der kommt!“ Das ist Anbetung. Vers 9 sagt, dass „die lebendigen Wesen Herrlichkeit und Ehre und Dank darbringen dem, der auf dem Thron sitzt, der lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit“.

Ich glaube, dass es sich bei den lebendigen Wesen um Engel handelt, die anbeten. Der Dienst für die Engel beginnt mit der Anbetung Gottes. Das ist ihre Hauptaufgabe. Offenbarung 5,8 beschreibt wieder die vier lebendigen Wesen. Dabei handelt es sich höchstwahrscheinlich um Engel vom Typ der Cherubim. Diese fallen zusammen mit den vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder; jeder von ihnen hat Harfen und Schalen voller Weihrauch. Und in Vers 9 heißt es: „Und sie sangen ein neues Lied“. In Vers 11: „Und ich sah und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend; die sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm“ und so weiter. Engel dienen Gott mit ihrem Lob. Sie preisen ihn ohne Unterlass für seinen unendlichen Wert, seine unendliche Herrlichkeit, seine Vortrefflichkeit und seine Schönheit. Sie preisen ihn für immer und ewig. Das tun zwar vermutlich alle Engel, aber einige sind dafür abgesondert, nur das zu tun.

Dies ist eher eine Theologielehrstunde, aber wenn du dranbleibst, fügt sich am Ende alles zusammen. Engel dienen Gott durch Anbetung, durch ihren Gottesdienst und sogar durch einen priesterlichen Dienst. In Hebräer 1,7 heißt es: „Von den Engeln zwar sagt er: ‚Er macht seine Engel zu Winden und seine Diener zu Feuerflammen‘“. Das Wort für Diener ist hier ein griechisches Wort, leitourgos, von dem das deutsche Wort Liturgie stammt. Das hat mit Anbetung und priesterlichem Dienst zu tun. Es bezieht sich auf etwas, das die Engel in der Gegenwart Gottes tun. Und wenn es heißt, dass sie wie Winde sind, beschreibt das wohl ihre Geschwindigkeit. Und wenn sie wie Feuer sind, meint das die Inbrunst und Intensität. Ich weiß nicht genau, wie dieser Dienst aussieht, doch in Gottes Gegenwart sind sie wie Wind und Feuer und erweisen ihm priesterlichen Dienst. Sie werden als Diener bezeichnet, allerdings mit diesem ganz besonderen Wort, das oft mit priesterlicher Tätigkeit im Zusammenhang steht. Sie beten vor dem Thron Gottes an.

Zweitens: Ihr Dienst besteht nicht nur darin, priesterliche Diener zu sein, sondern auch persönliche Boten. Paulus erwähnte, dass das Wort angelos Bote bedeutet, und er hatte recht. Und auch das hebräische Wort malak, das im Alten Testament mit Engel übersetzt wird, bedeutet Bote. Im Grunde sind Engel also Boten, die einen himmlischen Botendienst verrichten. Darum heißt es in Psalm 103,20 über sie: „Lobt den Herrn, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausführt, gehorsam der Stimme seines Wortes!“ Sie sind sehr stark und gleichzeitig in höchstem Maße gehorsam, indem sie sein Wort ausführen. In Lukas 1,19 sagt Gabriel zu Zacharias über sich selbst: „Ich bin Gabriel, der vor Gott steht.“ Vermutlich steht also Gabriel so lange in Gottes Gegenwart, bis er seine Befehle erhält und ausgesandt wird, diese auszuführen. Und hier in Lukas 1 wurde Gabriel zunächst zu Zacharias und dann zu Maria gesandt, um die Botschaft von der Ankunft Gottes in Menschengestalt zu überbringen. Engel sind Boten.

Als Gott auf dem Berg Sinai das Gesetz gab, kam er herab und schrieb es mit seinem Finger in den Stein. Erinnerst du dich? Der Finger Gottes meißelte die zehn Gebote in Stein. In Galater 3,19 geht Paulus der Frage nach, wozu das Gesetz da ist. Er schreibt: „Der Übertretungen willen wurde es hinzugefügt, bis der Same käme, dem die Verheißung gilt, und es ist durch Engel übermittelt worden in die Hand eines Mittlers.“ Auch Apostelgeschichte 7,38 berichtet von einem Engel, der dabei eine Rolle spielte. Dort heißt es über Mose: „Das ist der, welcher in der Gemeinde in der Wüste war“, in der ekklēsia, der herausgerufenen Gruppe in der Wüste, „zwischen dem Engel, der auf dem Berg Sinai zu ihm redete, und unseren Vätern“. Auch diese Stelle weist darauf hin, dass dort ein Engel anwesend war. Und Vers 53 spricht davon, dass Propheten „das Gesetz auf Anordnung von Engeln empfangen“ und es nicht gehalten haben.

Hebräer 2,2 fügt das alles zusammen. Dort heißt es: „Denn wenn das durch Engel gesprochene Wort zuverlässig war und jede Übertretung und jeder Ungehorsam den gerechten Lohn empfing, wie wollen wir entfliehen, wenn wir eine so große Errettung missachten?“ Hier heißt es, dass das von den Engeln gesprochene Wort zuverlässig war, und das bezieht sich auf das Gesetz. Der Schreiber will dadurch deutlich machen, dass man weder mit Ungehorsam gegenüber dem Gesetz davonkommt, noch mit Ungehorsam gegenüber dem Evangelium. Es gibt also mindestens vier Hinweise dass Engel an der Gesetzgebung beteiligt waren. Gemäß 2. Mose 31,18 schrieb Gott die Gesetzestafeln mit seinem Finger auf, und dann übergaben die Engel es Mose. Weil Engel an der Gesetzgebung beteiligt waren, schätzen Juden Engel so hoch ein. Engel sind Boten. Manchmal schickte Gott sie mit mündlichen Botschaften, manchmal mit einem großen Felsbrocken, aber beteiligt waren sie immer. Beim ersten Mal stieg Mose vom Berg herunter, wurde wütend und zerbrach die Tafeln. Er musste zurückgehen und Gott musste sie noch einmal neu schreiben. Und diese zweite Auflage wurde ebenso wie die erste von Engeln zugestellt.

Drittens: Der Dienst der Engel besteht auch darin, Gottes Herrschaft in der Welt zu vertreten. Sie führen bestimmte Regierungsaufgaben Gottes aus, zum Beispiel zügeln sie die Boshaftigkeit. Wir wissen, dass der Heilige Geist derjenige ist, der zurückhält. Aber auch Engel halten Menschen zurück, indem sie sie buchstäblich physisch daran hindern, Böses zu tun. Während die Zurückhaltung des Heiligen Geistes eher innerlich ist, kann ein Engel jemanden einfach aufhalten - sozusagen eine Vollbremsung verursachen. Vielleicht fragst du dich, wie ich ausgerechnet auf diese Idee komme? In 1. Mose 18 hatte Abraham eine solche Begegnung mit Engeln. Wenig später gingen sie weiter nach Sodom. Und in Kapitel 19,1 heißt es: „Und die zwei Engel kamen am Abend nach Sodom. Lot aber saß in Sodom unter dem Tor“ und begegnete den Engeln.

Diese Stadt war der Homosexualität verfallen. Als die Männer Sodoms diese schönen Engel sahen, wollten sie sie unbedingt schnappen. Aber die Engel handeln! Das wird nicht passieren. Vers 10: „Da streckten die Männer — das waren die Engel — ihre Hände hinaus und zogen Lot zu sich hinein und schlossen die Tür zu. Und sie schlugen die Männer vor der Haustür mit Blindheit, klein und groß, so dass sie müde wurden, die Tür zu suchen.“ Die Engel hielten die Bosheit der Männer zurück, indem sie sie mit Blindheit schlugen. Ich weiß nicht, wie sie das machten und wie dauerhaft das war. Aber sie machten es. Engel zügeln das Böse auf eine sehr physische Art und Weise.

Außerdem kontrollieren sie als Vertreter der Herrschaft Gottes in der Welt die natürlichen Elemente. In Offenbarung 7,2 heißt es dazu: „Und ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang heraufstieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes; und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen, und er sprach: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben!“ Diese Engel bereiteten sich darauf vor, die Plagen der Offenbarung über die Welt zu bringen; sie besitzen Kontrolle über die Naturgewalten. Sie können das Meer und alles Süßwasser in Blut verwandeln und das Gras und die Blumen verbrennen. Sie können ein Chaos am Himmel verursachen, so dass die Sterne herabfallen. Sie können, riesengroße Hagelkörner auf die Erde fallen lassen. Engel haben die Kontrolle über die Elemente.

In Offenbarung 8,7 heißt es: „Und der erste Engel stieß in die Posaune, und es entstand Hagel und Feuer, mit Blut vermischt“. Vers 8: „Und der zweite Engel stieß in die Posaune, und es wurde etwas wie ein großer, mit Feuer brennender Berg ins Meer geworfen“ - vermutlich eine Art Meteor. Vers 10: „Und der dritte Engel stieß in die Posaune; da fiel ein großer Stern vom Himmel“ - und vergiftet das Süßwasser. Vers 12: „Und der vierte Engel stieß in die Posaune; da wurde der dritte Teil der Sonne und der dritte Teil des Mondes und der dritte Teil der Sterne geschlagen“. Alle diese Engel führen ein schreckliches Gericht aus, indem sie ihre Macht über die Elemente einsetzen. Offenbarung 16,3 sagt: „Und der zweite Engel goss seine Schale aus in das Meer, und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen starben im Meer. Und der dritte Engel goss seine Schale aus in die Flüsse und in die Wasserquellen, und sie wurden zu Blut.“ Vers 8: „Und der vierte Engel goss seine Schale auf die Sonne; und ihr wurde gegeben, die Menschen mit Feuer zu versengen.“ Vers 10: „Der fünfte Engel goss seine Schale aus auf den Thron des Tieres, und dessen Reich wurde verfinstert, und sie zerbissen ihre Zungen vor Schmerz, und sie lästerten den Gott des Himmels wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre, und sie taten nicht Buße von ihren Werken.“ Der sechste Engel goss seine Schale auf den Euphrat, und das Wasser trocknete aus. Du siehst also, dass die Engel Macht über die Elemente haben, weil sie ihnen von Gott gegeben wird. Und in der Trübsalszeit werden sie die schrecklichsten Dinge anrichten. Engel handeln nach Gottes Willen: Sie halten das Böse jetzt noch zurück; und sie kontrollieren die natürlichen Elemente.

Darüber hinaus kontrollieren sie die Nationen und helfen Gott beim Regieren. In jedem Land der Welt tobt hinter den menschlichen Kulissen ein geistlicher Konflikt. Auch in unserem. Dämonen kämpfen darum, die Kontrolle über unser Land, unsere Gesellschaft und die Ziele der Geschichte zu erlangen. Und Gottes heilige Engel wirken dem entgegen, indem sie hinter den Kulissen der Regierungen tätig sind. Um eine Vorstellung zu bekommen, was wirklich vor sich geht, musst du nur Daniel 4,10.14 lesen. Dort heißt es: „Ich schaute in den Gesichten meines Hauptes auf meinem Lager, und siehe, ein heiliger Wächter stieg vom Himmel herab.“

„Wächter“ ist ein Titel, mit dem die Engel bezeichnet werden. Sie beobachten. Und in Vers 14 heißt es weiter: „Im Rat der Wächter wurde das beschlossen, und von den Heiligen wurde es besprochen und verlangt, damit die Lebenden erkennen, dass der Höchste über das Königtum der Menschen herrscht und es gibt, wem er will, und den Niedrigsten der Menschen darüber setzt!“ Gott regiert alles. Somit regieren sogar die schlimmsten Menschen nur deshalb, weil Gott es zugelassen hat. Und indem die Engel über diese Regierungen wachen, führen sie Gottes Plan aus. Die heiligen Engel sind also aktiv an der Umsetzung von Gottes Plan der Geschichte beteiligt. Dämonen sind sehr aktiv, aber die heiligen Engel nicht weniger. Wie also dienen sie Gott? Erstens: durch den priesterlichen Dienst; durch Anbetung und Gottesdienst. Zweitens durch ihren Botendienst. Drittens: In Bezug auf das Regieren helfen sie Gott, seinen Willen in der Welt zu erfüllen. Dazu gehört auch das Gericht, zu dem wir gleich noch kommen werden.

Die zweite Frage lautet: Wie dienen die Engel Christus? Und das ist eine der schönsten und bedeutungsvollsten Betrachtungen, die man überhaupt machen kann.

Das Nachdenken darüber, wie Engel Christus dienten und noch immer dienen, eröffnet ein ganz neues Verständnis über die Engel. Zunächst dienten sie bei seiner Geburt. Engel waren an fast allem beteiligt, was Christus tat. Als Engel des Herrn war er der Oberbefehlshaber der Engels-Heerscharen. Darum sagte Christus: „Wenn ich wollte, könnte ich mehrere Legionen Engel rufen.“ Zwölf Legionen von Engeln sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Wenn ein einziger Engel 185.000 Assyrer töten kann, dann kannst du dir vorstellen, was 12 Legionen Engel anrichten würden. Und alle diese Engel waren damit beschäftigt, Christus zu dienen. Er war der Engel des Herrn und wirkte als ihr Oberbefehlshaber.

In Lukas 1 heißt es über das Kommen des Herrn Jesus Christus: „Im sechsten Monat aber wurde der Engel Gabriel von Gott in eine Stadt Galiläas namens Nazareth gesandt.“ Gabriel ist der Engel, der im Himmel auf Befehle wartet. Und nun wird er zur Jungfrau Maria geschickt und spricht: „Sei gegrüßt, du Begnadigte! Der Herr ist mit dir, du Gesegnete unter den Frauen! Als sie ihn aber sah, erschrak sie über sein Wort und dachte darüber nach, was das für ein Gruß sei.“ Sie verstand nicht, was vor sich ging und was seine Worte bedeuten sollten. „Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden.“

Das Erste, was die Engel in Bezug auf die Geburt Christi tun, war, sie vorherzusagen. Sie waren Gottes Offenbarer. Sie waren die ersten, die Maria und Josef sagten, dass sie ein Kind bekommen würden und sie sagten voraus, dass mit ihm Gott in die Welt kommen würde. Als die Geburt dann schließlich geschah, war ihre Aufgabe, die Ankunft zu verkündigen. Wir lesen in Lukas 2: „Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Feld, die bewachten ihre Herde in der Nacht.“ Diese Hirten sind ganz normale Menschen. Sie hatten noch nicht viele Engelsheerscharen auf ihrem Feld gesehen. Sie kannten nur ihre Schafe und nicht viel mehr. Sie wachen also nachts über ihre Herde, als plötzlich ein Engel des Herrn zu ihnen kommt. Verwechsle das nicht mit dem Engel des Herrn. Die richtige Übersetzung lautet: „Ein Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Herrlichkeit des Herrn umleuchtete sie; und sie fürchteten sich sehr.“ So etwas hatten sie noch nie erlebt. Und wieder sagte der Engel: „Fürchtet euch nicht!“ Warum sagen die Engel das immer wieder? Weil es eine furchterregende Angelegenheit war, einen Engel zu sehen; wenn Engel sich zeigen, ist es außergewöhnlich.

„Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkündige euch große Freude, die dem ganzen Volk widerfahren soll. Denn euch ist heute in der Stadt Davids der Retter geboren, welcher ist Christus, der Herr.“ Und in Vers 13 geht es weiter: „Und plötzlich war bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Herrlichkeit ist bei Gott in der Höhe und Friede auf Erden, und unter den Menschen Gottes Wohlgefallen!“ Hier ist der ganze Himmel voller herrlicher Engel, und diese Hirten stehen einfach da und schauen und staunen. Die Engel sagten es also nicht nur die Geburt voraus, sondern sie verkündigten diese auch.

Drittens waren sie nicht nur bei seiner Geburt da, sondern auch während seines Lebens. Hast du jemals studiert, was die Engel im Leben von Jesus Christus taten, während er hier auf der Erde lebte? Sie waren sehr damit beschäftigt, sich um ihn zu kümmern. Für mich ist eine der schönsten Eigenschaften Gottes seine Zärtlichkeit und Fürsorge gegenüber Jesus Christus, indem er Engel aussandte, ihm zu dienen. Das gibt mir eine solch große Zuversicht. Weil Gott mich in Christus ansieht, wird er seine Engel aussenden, um auch für mich zu sorgen. Seit Beginn der ersten Lebensjahre Jesu sorgte Gott für ihn. Schau mal in Matthäus 2,13. Dort erscheint ein Engel und sagt Josef, dass er nach Ägypten gehen solle, um den Mordplänen von Herodes zu entgehen. Und in Matthäus 2,19 heißt es: „Als aber Herodes gestorben war, siehe, da erscheint ein Engel des Herrn dem Joseph in Ägypten im Traum und spricht: Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter zu dir und zieh in das Land Israel; denn die dem Kind nach dem Leben trachteten, sind gestorben!“ Sie brauchten vor Herodes keine Angst mehr zu haben. Es war Zeit für sie, zurückzugehen.

Wir sehen also, dass im Leben Jesu Engel beschäftigt sind, ihn zu schützen und für ihn zu sorgen. Ich liebe Matthäus 4,6. In der Mitte des Verses zitiert Satan eine Verheißung Gottes: „Er wird seinen Engeln deinetwegen Befehl geben, und sie werden dich auf den Händen tragen, damit du deinen Fuß nicht etwa an einen Stein stößt!“ Der Teufel fordert Jesus auf, vom Tempel zu springen, weil die Engel sich um ihn kümmern würden. Grundsätzlich hatte er damit recht. Der Teufel benutzt Wahrheit immer dann, wenn sie ihm in die Hände spielt.

Später, in Matthäus 4,11, nachdem Jesus vierzig Tage lang versucht worden war und gefastet hatte, heißt es: „Da verließ ihn der Teufel; und siehe, Engel traten hinzu und dienten ihm.“ Ich weiß nicht, wie sie das machten. Aber ich kann mir vorstellen, dass sie ein schönes Festmahl für ihn bereiteten. Und sicherlich taten sie alles, was nötig war, um ihn zu trösten und seine Bedürfnisse zu stillen. In Lukas 22,43 verbringt Jesus am Ende seines Lebens qualvolle Stunden im Garten. Er betet: „Vater, wenn du diesen Kelch von mir nehmen willst - doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe! Da erschien ihm ein Engel vom Himmel und stärkte ihn.“ Es ist sehr spannend, diesen praktischen Dienst der Engel an Jesus zu sehen. Auch in meinem eigenen Leben gab es Zeiten, an denen ich Gott bat, mir doch einen seiner Engel zu schicken, weil ich ihn dringend brauchen würde. Und ziemlich sicher habe ich erlebt, wie mich Engel gestärkt haben. Du siehst also, dass die Engel bei Jesu Geburt dabei waren, und ihn auch während seines Lebens begleiteten. Außerdem waren sie bei seiner Auferstehung dabei. Ist dir aufgefallen, dass ich nichts über das Kreuz gesagt habe? Dort fehlten sie. Er hätte sie zwar rufen können. Doch er tat es nicht. Bist du darüber auch so froh? Denn weißt du, was passiert wäre, wenn er 12 Legionen von Engeln in den Garten gerufen hätte? Seine Feinde wären ausgelöscht worden. Dann wären du und ich nicht hier, sondern wir würden auf ewig in der Hölle schmoren. Deshalb bin ich wirklich dankbar, dass die Engel an diesem Tag einen freien Tag hatten.

Was taten sie nun nach seiner Auferstehung? Sie verkündigten sie. Schauen wir uns dazu Matthäus 28,1 an: „Nach dem Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen. Und siehe, es geschah ein großes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, trat herzu, wälzte den Stein von dem Eingang hinweg und setzte sich darauf. Sein Aussehen war wie der Blitz und sein Gewand weiß wie der Schnee. Vor seinem furchtbaren Anblick aber erbebten die Wächter und wurden wie tot.“ Sie fielen einfach in Ohnmacht - ausgeknipst wie das Licht. „Der Engel aber wandte sich zu den Frauen und sprach: Fürchtet ihr euch nicht! Er ist nicht hier, denn er ist auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt her, seht den Ort, wo der Herr gelegen hat!“ Engel sind großartige Verkündiger. Sie haben eine Botschaft und geben sie weiter. Laut Lukas 24 standen im Inneren des Grabes sogar zwei Männer in glänzenden Gewändern. Und genau dort, in diesem leeren Grab verkündigen sie die Auferstehung.

Am Kreuz hingegen war kein Engel anwesend. Engel können die Erlösung nicht begreifen, weil sie sie nicht persönlich erleben. Denn die heiligen Engel müssen nicht erlöst werden. Sie sind heilig. Und gefallene Engel können nicht erlöst werden, denn sie waren einmal heilig und gaben es auf. Engel verstehen das Konzept der Erlösung also nicht wirklich. Und trotzdem stimmen sie in der Offenbarung in das Lied ein. Denn auch wenn sie es nicht verstehen, können sie Gott dafür loben. Auch wir verbringen einen großen Teil unseres Lebens damit, Gott dafür zu loben. Warum sollten sie das dann nicht tun? Schließlich preisen wir oft Gott für Dinge, die wir nicht verstehen, während diese für die Engel völlig klar sind. Warum sollten also Engel Gott nicht für Dinge preisen, die wir zwar verstehen, sie aber nicht? Trotzdem wollen Engel etwas über das Kreuz erfahren. Das sehen wir in 1. Petrus 1,12: „Ihnen wurde geoffenbart, dass sie nicht sich selbst, sondern uns dienten mit dem, was euch jetzt bekanntgemacht worden ist durch diejenigen, welche euch das Evangelium verkündigt haben im Heiligen Geist, der vom Himmel gesandt wurde – Dinge, in welche auch die Engel hineinzuschauen begehren.“ Engel lieben es, sich mit dem Evangelium zu beschäftigen, um es besser zu verstehen. Darum singen sie auch in Offenbarung 5 mit uns „Würdig ist das Lamm“. Sie preisen Gott für die Erlösung, auch wenn sie sie nicht selbst erleben können.

Und schließlich sind sie beim zweiten Kommen Christi da. Du muss kein großer Bibelwissenschaftler sein, um das zu verstehen. Schau dir Apostelgeschichte 1,11 an. Jesus ist in den Himmel aufgefahren, und die Jünger stehen auf dem Hügel und schauen erwartungsvoll nach oben. „Da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen, die sprachen: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr hier und seht zum Himmel? Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird in derselben Weise wiederkommen, wie ihr ihn habt in den Himmel auffahren sehen.“ Hier sagen Engel das zweite Kommen Christi voraus. Sie sagen es jedoch nicht nur voraus, sondern werden es auch begleiten. Matthäus 25,31 sagt: „Wenn aber der Sohn des Menschen in seiner Herrlichkeit kommen wird und alle heiligen Engel mit ihm“. In Judas 14 steht ebenfalls, dass er mit seinen Engeln kommen wird. Sie werden daran beteiligt sein. Sie waren bei seiner Geburt dabei. Sie waren bei seiner Versuchung dabei. Sie waren während seines ganzen Lebens da. Bei seinem Tod wären sie zwar verfügbar gewesen, aber er wollte nicht auf sie zurückgreifen. Sie waren bei seiner Auferstehung dabei und bei seiner Himmelfahrt, und kündigten seine Rückkehr an. Jetzt beten sie ihn an, und wenn er wiederkommt, werden sie bei ihm sein. Ihr Lieben, diese heiligen Engel sind wichtige Geschöpfe. Sie dienen Gott und sie dienen Christus.

Drittens dienen sie den Gläubigen auf viele verschiedene Arten. In Hebräer 1,14 heißt es: „Sind sie nicht alle dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst um derer willen, welche das Heil erben sollen?“ Die Erben des Heils sind wir; somit sind die Engel ausgesandt, um uns zu dienen. Wusstest du eigentlich, dass die Engel dich lieben? Das sehen wir in Daniel 10,11. Dort sagt ein Engel zu Daniel: „Daniel, du vielgeliebter Mann“. Dieser Engel liebte Daniel, weil Gott ihn liebte. Engel lieben, was Gott liebt. Und so können wir davon ausgehen, dass Engel uns lieben, weil Gott uns liebt. Darum geschieht ihr Dienst an uns Gläubigen nicht widerwillig, sondern liebevoll. Und ich finde es sehr aufregend, zu wissen, dass ich den Heiligen Geist in mir habe, der sich um meine geistlichen Bedürfnisse kümmert, und dass ich Engel um mich herum habe, die sich um das Physische kümmern.

Nun nenne ich dir noch ein paar Aspekte, wie die Engel uns Christen dienen. Erstens: Sie beobachten uns und nehmen uns die ganze Zeit unter die Lupe. Sie beobachten viel, und wir können ihren wachsamen Augen nicht entkommen. In 1. Korinther 4,9 heißt es: „Es scheint mir nämlich, dass Gott uns Apostel als die Letzten hingestellt hat, gleichsam zum Tod bestimmt; denn wir sind der Welt ein Schauspiel geworden, sowohl Engeln als auch Menschen.“ Hier sagt Paulus, dass die Apostel von den Engeln beobachtet werden. Aber kann man das so einfach auf die Gemeinde übertragen? Geh zu Epheser 3,10. Dort heißt es: „Damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekanntgemacht werde“. Damit sind die Engel gemeint, die uns beobachten, um Gottes Weisheit zu erforschen. Sie sehen, wie weise Gott im Leben jedes einzelnen Gläubigen handelt, und dann drehen sie sich zu ihm um und preisen ihn. Sie beobachten uns, um seinen Namen noch mehr preisen und anbeten zu können.

Weißt du übrigens, dass sie vor allem die Frauen beobachten? Dafür gibt es sogar einen Bibelvers. In 1. Korinther 11 steht nämlich folgendes: „Ich will aber, dass ihr wisst, dass Christus das Haupt eines jeden Mannes ist, der Mann aber das Haupt der Frau, Gott aber das Haupt des Christus.“ In diesem Kapitel geht es um Unterordnung und Abhängigkeit. Schau dir nun Vers 10 an, und das ist wirklich interessant: „Darum soll die Frau ein Zeichen der Macht auf ihrem Haupt haben, um der Engel willen“. Damit ist gemeint, dass die Engel zuschauen. Wir werden in ein paar Wochen in dieses schwierige Kapitel einsteigen und ich bete, dass die Entrückung vorher kommt. Aber hier sagt Paulus, dass die Frauen sich ihren Männern unterordnen sollen, weil die Engel darauf achten. Sie wollen sehen, ob du dich demütig unterordnest. Wenn du das nicht tust, könnte es sein, dass der Herr einem Engel eine Botschaft für dich gibt, die er dir überbringen soll. Was diese Botschaft beinhalten würde, das weißt nur du.

Aber bevor ihr Ladies euch jetzt schlecht fühlt, wisst ihr, wen die Engel auch noch besonders beobachten? Sie beobachten den Prediger. Sie beobachten mich. Manchmal stört mich das nicht. Paulus sagt zu Timotheus in 1. Timotheus 5,21: „Ich ermahne dich ernstlich vor Gott und dem Herrn Jesus Christus und den auserwählten Engeln, dass du dies ohne Vorurteil befolgst und nichts aus Zuneigung tust! Die Hände lege niemand schnell auf, mache dich auch nicht fremder Sünden teilhaftig; bewahre dich selbst rein! Trinke nicht mehr nur Wasser, sondern gebrauche ein wenig Wein um deines Magens willen“. Er gibt all diese Anweisungen, wie man als Pastor leben soll. An anderer Stelle heißt es: „Ihr Ältesten, steht gut vor; verbinde dem Ochsen nicht das Maul, wenn er drischt“. Das heißt, dass man sich um den Prediger kümmern und für seine Bedürfnisse sorgen sollte. „Gegen einen Ältesten nimm keine Klage an.“ Und mit all diesen Anweisungen sagt er: Benehmt euch lieber, denn ihr tut all das vor dem Herrn Jesus Christus und den auserwählten Engeln, die alles beobachten. Auch mich überprüfen also die auserwählten Engel. Und wenn ich dem nicht gerecht werde, werde ich wahrscheinlich ebenfalls eine Nachricht durch sie zugestellt bekommen.

Die Bibel beschreibt noch eine weitere Aufgabe der auserwählten Engel: Sie werden Augenzeugen sein, wenn der Herr die Gläubigen belohnt. Sie werden sich alles anschauen und es überprüfen. Um die Weisheit Gottes zu erkennen, beobachteten sie also die Apostel in der Vergangenheit und sie beobachten die Gemeinde in der Gegenwart. Sie suchen nach Beweisen für die Unterordnung der Frau unter den Mann. Sie beobachten den Prediger. Und sie sind dabei, wenn die Gläubigen in der Zukunft ihren Lohn erhalten. Sie verbringen viel Zeit damit, uns einfach nur zuzuschauen. Und als Reaktion auf das, was sie sehen und wahrnehmen handeln sie in unserem Interesse. Was sie dann tun, ist wichtig: Zunächst einmal enthüllen sie die Wahrheit. Wusstest du, dass der größte Teil des Buches Daniel und der größte Teil der Offenbarung von Engeln überbracht wurde? Sie haben es nicht geschrieben. Sie sind nicht die Autoren, das ist Gott. Und der Heilige Geist hat die Schrift inspiriert. Aber sie waren beauftragt, das Wort zu überbringen und zu offenbaren. Ich möchte noch etwas klarstellen. Das Einzige, von dem wir exakt wissen, dass Engel es jemals überbracht haben, ist hier im Wort Gottes zu finden. Wenn also jemand sagt: Ich bin neulich einem Engel begegnet, und er hatte eine Botschaft für mich, dann sei vorsichtig. Die Engel haben nur das überbracht, was hier in der Schrift steht.

Ihre dritte Aufgabe ist für uns sehr schön: Im Leben eines Gläubigen leiten und führen Engel. Dabei gehen sie sehr physisch vor. Es ähnelt nicht der inneren Führung des Geistes. Ich könnte mir vorstellen, dass sie dich am Ohr packen und dich in die eine oder andere Richtung ziehen, was auch immer notwendig ist. Philippus hatte zum Beispiel oben in Samaria eine große Versammlung. Es war brechend voll mit riesigen Menschenmengen. Er hatte gepredigt und großartige Dinge waren geschehen. Es kam zur Konfrontation mit Simon, dem Zauberer, und er predigte einfach weiter: Tut Buße und kehrt um. Es war wirklich eine tolle Zeit. Doch plötzlich heißt es in Apostelgeschichte 8,26, dass mitten in der Versammlung ein Engel des Herrn zu Philippus redete und sprach: „Steh auf und wandere nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt; diese ist einsam.“

Weißt du, was meine erste Reaktion gewesen wäre? „Gaza? Da ist doch nur Wüste!“ Aber so reagiert Philippus nicht. Der Geist sagte ihm zwar nicht, warum er aus einer so tollen Versammlung nach Gaza gehen sollte, doch in Vers 27 heißt es: „Und er stand auf und machte sich auf den Weg.“ Dies sagt viel über seine Einstellung. „Und siehe, da war ein Äthiopier“. Mitten in der Wüste kommt ein Eunuch aus Äthiopien vorbei, ein Mann mit großer Autorität. Mit ihm hat Philippus ein wunderbares Gespräch, und er führt ihn zu Christus. Das ist so spannend. Ein Engel führte Philippus buchstäblich zum Ort des Dienstes für den Herrn.

Eine weitere interessante Begebenheit gibt es in Apostelgeschichte 10,3. Dort geht es um einen frommen Mann namens Kornelius. Ein Engel Gottes kam zu ihm und „sprach: Kornelius! Er aber blickte ihn an, erschrak und sprach: Was ist, Herr? Er sprach zu ihm: Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen vor Gott, sodass er ihrer gedacht hat! Und nun sende Männer nach Joppe und lass Simon holen mit dem Beinamen Petrus.“ Der Engel überbrachte ihm die gesamte Botschaft, führte ihn und sagte ihm genau, was er tun sollte. Sowohl bei Philippus als auch bei Kornelius kam letztendlich die Verkündigung des Evangeliums durch den Heiligen Geist. Doch alle beide wurden von Engeln geführt.

Du musst dir bewusst sein, dass ein Teil der Führung aus Züchtigung besteht. Wenn der Herr dich führt, muss er dich vielleicht ein wenig mit der Peitsche antreiben, um dich auf Linie zu bringen. Dazu möchte ich dir in 2. Samuel 24,1 etwas zeigen: „Und der Zorn des Herrn entbrannte wieder gegen Israel, und er reizte David gegen sie, indem er sprach: Geh hin, zähle Israel und Juda!“ Das ist Davids große Sünde: Er zählt, wie stark sein Heer ist, weil er sich nicht auf Gott verlässt, sondern auf die Menge an Kriegern in seinem Heer. In Vers 10 heißt es: „Aber nachdem David das Volk hatte zählen lassen, schlug ihm das Gewissen. Und David sprach zum Herrn; Ich habe mich schwer versündigt, mit dem, was ich getan habe! Nun aber, o Herr, nimm doch die Missetat deines Knechtes hinweg; denn ich habe sehr töricht gehandelt!“

Vers 13: „Und Gad kam zu David und ließ es ihn wissen und sprach zu ihm: Willst du, dass sieben Jahre Hungersnot in dein Land kommen, oder dass du drei Monate vor deinen Widersachern fliehen musst, während sie dich verfolgen, oder dass drei Tage lang die Pest in deinem Land ist?“ David hatte die Wahl. Er konnte wählen, sieben Jahre Hungersnot zu leiden, drei Monate lang von Feinden überrannt oder drei Tage lang von der Pest heimgesucht zu werden. Was würdest du auswählen? Vermutlich das Kürzeste, oder? „Und David sprach zu Gad: Mir ist sehr angst! Doch lass uns in die Hand des Herrn fallen, denn seine Barmherzigkeit ist groß; aber in die Hand der Menschen will ich nicht fallen! Da ließ der Herr die Pest in Israel ausbrechen vom Morgen an bis zur bestimmten Zeit; und von dem Volk, von Dan bis Beerscheba, starben 70.000 Mann“ und ich weiß nicht, wie viele Frauen und Kinder zusätzlich. Dann passierte Folgendes: „Als aber der Engel seine Hand gegen Jerusalem ausstreckte, um es zu verderben, da reute den Herrn das Unheil; und er sprach zu dem Engel, der das Verderben unter dem Volk anrichtete: Es ist genug!“ Hier musste Gott einen Engel schicken, um Leben zu nehmen und seinen Knecht David zu züchtigen.

Engel wachen also, sie offenbaren und führen. Ich will einen weiteren Punkt ansprechen, ehe ich schließe und das das nächste Mal weiter mache. Engel versorgen. Sie versorgen den physischen Leib auf bestimmte Art und Weise. Hagar brauchte in 1. Mose 21 Nahrung; diese wurde von Engeln bereitgestellt. Über diesen wunderschönen Abschnitt haben wir schon gesprochen. Und in Psalm 78 lesen wir ebenfalls über die Versorgung Israels durch die Engel. Dort heißt es in Vers 23: „Und doch hatte er den Wolken droben geboten und die Türen des Himmels geöffnet; und hatte Manna auf sie regnen lassen zum Essen und ihnen Himmelskorn gegeben. Der Mensch aß das Brot der Starken“. Das sind die Engel. Sie aßen also in der Wildnis Kuchen, wie ihn die Engel aßen. Es war Engelsnahrung. Und die Engel wiederum waren mit der physischen Versorgung der Nahrung beauftragt.

Ich liebe diese Geschichte. Und ich liebe diesen Mann Elia in 1. Könige 19,5, wo es von ihm heißt: „Und er legte sich und schlief ein unter dem Ginsterstrauch.“ Der arme Elia hatte gerade alle Baalspriester umgebracht. Dann hörte er, dass die Frau Isebel hinter ihm her war und geriet in Panik. Er machte sich aus dem Staub; dabei hätte Gott nie gewollt, dass ein 80-jähriger Prophet so rennen muss. Elia ging die Energie aus, also blieb er unter einem Baum stehen und sagte: „So nimm nun, Herr, mein Leben“. Er wollte tot sein und lieber Selbstmord begehen. In Vers 4 sagt er: „Es ist genug.“ Und dann legte er sich hin und schlief. Er war einfach zu alt, um so zu rennen. Dann heißt es „ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und als er sich umsah, siehe, da war bei seinem Kopf ein auf heißen Steinen gebackener Brotfladen und ein Krug Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des Herrn kam zum zweiten Mal und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss, denn der Weg ist sonst zu weit für dich! Und er stand auf und aß und trank, und er ging in der Kraft dieser Speise 40 Tage und 40 Nächte lang“. Es ist einfach fantastisch, welche Wirkung das bisschen Essen hatte! Gott gab dem alten Elia durch den Engel alles, was er brauchte.

Ich fasse zusammen: Engel beobachten uns. In der Vergangenheit haben sie Gottes Wahrheit offenbart. Sie führen uns; und notfalls züchtigen sie uns. Gott schickt sie auch um unsere Bedürfnisse zu stillen; sie sorgen für uns. Das ist nur der Anfang. Wenn du das nächste Mal wiederkommst, werden wir uns anschauen, was sie sonst noch tun. Lasst uns beten.

Unser Vater, wir wissen, dass Engel nicht jedem Menschen dienen. Sie dienen nur denjenigen von uns, die den Herrn Jesus Christus kennen und lieben. Alle anderen in dieser Welt werden die Engel erst sehen, wenn sie zum Gericht kommen, um die Befehle des Gottes des Universums auszuführen. Wir wissen, dass Jesus Christus mit seinen Engeln in einem feurigen, brennenden Gericht kommen wird. Wir wissen, dass der Apostel Paulus gesagt hat, dass der Herr Jesus vom Himmel her mit seinen mächtigen Engeln in flammendem Feuer offenbart wird, um sich an denen zu rächen, die Gott nicht kennen und dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nicht gehorchen. Dann werden die Ungläubigen mit ewigem Verderben bestraft werden, weg vom Angesicht des Herrn und der Herrlichkeit seiner Macht. Ich bin so froh, Vater, dass ich die Engel nicht als Scharfrichter erleben muss, sondern dass Engel über mein Leben wachen, sich um mich kümmern und mich lieben.

Ich bin froh, dass du deinen Heiligen Geist in mich gelegt hast, um mich innerlich zu leiten und deine Engel, um mich von der physischen Seite her zu führen. Ich bin froh, dass du sie als Diener zu denen gesandt hast, die Erben des Heils sind. Und ich bete für jeden unserer Lieben, den du liebst und für den du gestorben bist. Ich bitte für jeden, der heute Abend hier ist und deinen Dienst in seinem Leben nicht kennt: den Dienst deines Geistes und den Dienst deiner Engel. Möge es nicht passieren, dass er dem schrecklichen Tag entgegensieht, wenn die Engel als Scharfrichter kommen werden. Ich danke dir, dass du in der Person Jesu Christi am Kreuz das Opfer gebracht hast. Dass du unsere Sünde getragen hast und wir deshalb durch den Glauben an ihn und sein Werk ewigen Segen erhalten. Herr ich bete, dass, wenn jemand unter uns ist, der noch nie Jesus Christus angenommen hat und nie erfahren hat, wie es ist, wenn ein ganzes Universum von geistlichen Wesen ihm dient, dass das heute Abend für ihn der Fall sein kann, weil er seinen Glauben auf Jesus Christus setzt. Wir beten in Jesu Namen. Amen.

ENDE

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