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Wenn du schon länger zur Grace Church gehörst, weißt du, dass ich an meiner Arbeit sehr viel Freude habe. Aber vielleicht weißt du noch nicht, dass es mir die allergrößte Freude bereitet, gleichzeitig heute Morgen über Matthäus 18 und heute Abend über Römer 6-7 zu predigen. Mich auf die Predigt vorzubereiten ist jede Woche eine neue Herausforderung. Ich studiere die Schrift, bete und sinne darüber nach. Aber die Wahrheiten in Matthäus 18 und Römer 6-7 sind so mitreißend, dass ich mich einfach nur über sie freue. Sie sind ein Segen für mein Leben.

Ich danke Gott für jede Gelegenheit, sein Wort zu verkünden, selbst wenn es jedes Mal ein Abenteuer ist. Ich bin auch dankbar, dass ich sogar an diesem Punkt meines Lebens immer noch dabei bin, sein Wort zu erforschen und Neues zu entdecken. Oft lese ich Altbekanntes mit neuen Augen. Ich weiß nicht, wie das in Zukunft aussehen wird, aber selbst nach all den Jahren im Dienst merke ich, dass ich nie an den Punkt gelangen werde, an dem ich alles verstanden oder begriffen habe. Der Herr offenbart mir immer wieder neu den Reichtum seines Wortes. Und so hatte ich bei der Vorbereitung auf heute eine wunderbare Zeit, und ich vertraue darauf, dass es für dich auch so ist.

Deshalb schlag deine Bibel bitte in Matthäus 18 auf. Wir schauen uns heute die Verse 21-35 an; der letzte Abschnitt dieses Kapitels. Wir gaben dem Kapitel 18 die Überschrift: „Gläubige sind wie Kinder”. Der Herr versammelt in einem Haus in Kapernaum seine Jünger um sich und nimmt ein kleines Kind auf den Arm. Am Beispiel dieses Kindes vermittelt er ihnen die geistliche Wahrheit, dass sie geistlich gesehen wie kleine Kinder sind. Dasselbe trifft auch auf uns zu. Deshalb müssen wir ein paar Dinge verstehen. Zunächst einmal müssen wir wie kleine Kinder in das Reich Gottes hineinkommen. Dann müssen wir wie kleine Kinder beschützt und umsorgt werden.

Wir müssen wie kleine Kinder erzogen werden und uns muss wie ihnen vergeben werden. Denn so wie Kinder brauchen auch wir häufig Vergebung. Zuhause neigen wir dazu, die Fehler eines Kindes seiner Jugend und Unwissenheit zuzuschreiben und schnell zu vergeben. Und genauso sollen wir einander in Gottes Familie vergeben. Nun kommen wir zu unserem heutigen Text in den Versen 20-35, wo es um Vergebung geht.

Der Text lehrt uns, dass es sehr wichtig ist, einander zu vergeben und keine Rachegedanken oder Groll zu hegen. Wir müssen uns von der Knechtschaft dieser Dinge befreien, damit wir vergeben können, wie uns vergeben wurde.

Damit haben wir uns letztes Mal ausführlich beschäftigt. Und ich vertraue darauf, dass du mit Hilfe des Heiligen Geistes genug von dieser Botschaft im Gedächtnis behalten hast, dass du es mit dem verbinden kannst, was wir uns heute anschauen werden. Wir haben letzte Woche in Vers 21 mit der Frage nach der Vergebung begonnen. „Da trat Petrus zu ihm und sprach: Herr, wie oft soll ich meinem Bruder vergeben, der gegen mich sündigt? Bis sieben Mal?“ Ich habe euch gezeigt, dass Petrus sich damit an die jüdische Tradition anlehnte, die besagt, dass man dreimal vergeben soll und beim vierten Mal ist Schluss.

Petrus hatte gespürt, dass Jesus in seinem Herzen überaus großzügig, barmherzig, zärtlich und voller liebevoller Güte und Gnade war. Und so wollte er mit seinem Vorschlag sagen, dass man ja auch weit über die Tradition hinausgehen könne. „Bis sieben Mal“. Unser zweiter Punkt war der Umfang der Vergebung.

In Vers 22 antwortet Jesus ihm: „Ich sage dir: Nicht bis sieben Mal, sondern bis siebzigmalsieben Mal!“ Das ist der Umfang, den der Herr möchte. Es soll für deine Vergebungsbereitschaft keine Grenze geben. Du sollst einfach immer weiter vergeben. So wie Lukas sagt, dass du vergeben sollst, auch wenn ein Anderer siebenmal am Tag gegen dich sündigt.

Wir sollen also einander immer und immer und immer wieder vergeben, ohne Einschränkung. Und weil wir verstehen, wie Gott uns vergeben hat, vergeben wir voller Liebe, Zärtlichkeit, Barmherzigkeit und Gnade.

Das ist auch die Bedeutung von Epheser 4,32: Wir sollen einander vergeben, „gleichwie auch Gott euch vergeben hat in Christus.“ So wie Gott uns in seiner Gnade immer wieder vergibt, egal welche Sünden wir begehen, so sollen auch wir einander immer wieder vergeben, wenn jemand gegen uns sündigt.

Der dritte Punkt letzte Woche war die Auswirkung der Vergebung. Das ist wichtig zu verstehen. In Matthäus 6 sagt der Herr, dass deine Vergebung bewirkt, dass dir ebenfalls vergeben wird. Dort heißt es im Gebet der Jünger, dem sogenannten „Vaterunser“: „Vergib uns unsere Schulden, wie auch wir unseren Schuldnern vergeben haben.“ Dann sagt er in Vers 15: „Wenn ihr aber den Menschen ihre Verfehlungen nicht vergebt, so wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.“ Die Bibel sagt also ganz deutlich, dass Gott dir nicht vergibt, wenn du nicht vergibst. Die Sünde der fehlenden Vergebungsbereitschaft errichtet eine Barriere zwischen dir und Gott und trübt die Beziehung zu ihm. Das geschieht auch dann, wenn du gläubig bist.

Denn solange diese Barriere besteht, geschehen zwei Dinge. Erstens: Du erfährst nicht die Freude der Gemeinschaft mit Gott. Und zweitens: Du erlebst stattdessen Gottes Züchtigung.

Nach dem Umfang und der Auswirkung der Vergebung betrachten wir nun ein Beispiel für Vergebung. Dieser letzte Punkt nimmt den Rest des Kapitels ein. Weil es ein längerer Abschnitt ist, werden wir zwei Wochen brauchen, um ihn durchzuarbeiten. Es handelt sich um ein Gleichnis, das ich zuerst vorlesen möchte. Du wirst die Botschaft recht schnell verstehen. Es geht los in Vers 23.

„Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10.000 Talente schuldig. Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen und so zu bezahlen. Da warf sich der Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen! Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.

Als aber dieser Knecht hinausging, fand er einen Mitknecht, der war ihm 100 Denare schuldig; den ergriff er, würgte ihn und sprach: Bezahle mir, was du schuldig bist! Da warf sich ihm sein Mitknecht zu Füßen, bat ihn und sprach: Habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen! Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war.

Als aber seine Mitknechte sahen, was geschehen war, wurden sie sehr betrübt, kamen und berichteten ihrem Herrn den ganzen Vorfall. Da ließ sein Herr ihn kommen und sprach zu ihm: Du böser Knecht! Jene ganze Schuld habe ich dir erlassen, weil du mich batest; solltest denn nicht auch du dich über deinen Mitknecht erbarmen, wie ich mich über dich erbarmt habe? Und voll Zorn übergab ihn sein Herr den Folterknechten, bis er alles bezahlt hätte, was er ihm schuldig war. So wird auch mein himmlischer Vater euch behandeln, wenn ihr nicht jeder seinem Bruder von Herzen seine Verfehlungen vergebt.“

Diese einfache Geschichte vermittelt ein sehr klares Prinzip. Das Gleichnis hat etwas Hartes an sich, weil der König in Vers 34 eine sehr strenge Haltung einnimmt, die er in Vers 35 dann auch ausführt. Darum kamen viele, die sich mit diesem Gleichnis beschäftigten, zu dem Schluss, dass es sich bei dem Knecht nicht um einen Christen handeln könne. Denn wie könnte der Herr auf einen Christen zornig sein und ihn an Folterknechte übergeben? Wie könnte er ihn für seine Schuld bezahlen lassen?

Weil diese Meinung weit verbreitet ist, möchte ich gleich zu Beginn sagen, dass ich sehr wohl denke, dass das auch auf Christen zutrifft. Während wir nun das Gleichnis Vers für Vers durchgehen, werde ich aufzeigen, welche Stellen für dieses Verständnis relevant sind. Wenn du anderen nicht vergibst, wird dir auch nicht vergeben werden. Das führt zu zwei Dingen: Du wirst nicht die Freude der Gemeinschaft mit dem Herrn erfahren; hinzu kommt, dass du auch noch gezüchtigt wirst. Und ich sehe kein Problem darin, das Ende dieses Gleichnisses als die Züchtigung zu betrachten, die über einen sündigen Christen kommt. Aber dazu kommen wir noch.

Es sollte uns nicht schockieren, dass der Herr einen harten, strengen und entschlossenen Umgang mit den Seinen hat. Denn das ist Teil dessen, wie er sie an den heiligen Maßstab anpasst, den er in seinem Wort als seinen Willen offenbart hat. Auch Hebräer 12 sagt sehr deutlich, dass der Herr die Seinen züchtigt und schlägt. Diese Wortwahl drückt aus, wie man sich die Folterknechte in Vers 34 vorstellen muss.

Aber zunächst kehren wir zu Vers 23 zurück. Dort findet sich das Schlüsselkonzept. Das Gleichnis beginnt mit dem Wort „Darum“, was eine Verbindung zum vorherigen Abschnitt schafft. Dort haben wir gesehen, dass und wie ein Christ einem Bruder oder einer Schwester vergeben soll, die gegen ihn sündigen.

Diese müssen wiederhergestellt werden und ihnen muss vergeben werden. Auf diesem Prinzip baut das Gleichnis auf. Das Wort „Darum“ in diesem Zusammenhang macht deutlich, dass das Gleichnis zwar einen allgemeinen Grundsatz beschreibt, sich aber in erster Linie auf die Familie Gottes bezieht. Deren Mitglieder müssen unbedingt verstehen, was Vergebung bedeutet. Es ist eine sehr eindrucksvolle Geschichte; dramatisch und kraftvoll. Man kann der in ihr enthaltenen Wahrheit einfach nicht widerstehen. Die Frage ist nur, ob wir uns entscheiden, zu gehorchen und sie anzuwenden, oder nicht.

Nun geht es los in Vers 23: „Darum gleicht das Reich der Himmel einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte“ Der Herr sprach gerne in Gleichnissen über sein Reich. Das sind bildhafte Geschichten aus dem alltäglichen Leben, die eine geistliche Bedeutung haben.

Oft wird in ihnen das Himmelreich mit etwas verglichen. Mit dem Himmelreich ist der irdische Bereich gemeint, in dem Gott durch Gnade und Erlösung herrscht. Jesus beschreibt mit seinen Gleichnissen, wie diese Herrschaft aussieht und welche Dimensionen sie umfasst. Wir, die wir Christus lieben, wurden aus dem Reich der Finsternis in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt. Jetzt befinden wir uns in diesem Reich und stehen unter Gottes machtvoller Kontrolle.

In seinen Gleichnissen teilt Jesus immer wieder Folgendes mit: „Mein Reich ist so und so. Ich herrsche auf der Erde, weil ich Gnade und Erlösung gebracht habe. Und meine Herrschaft umfasst folgende Bereiche.“ Es macht Sinn, das so zu erklären. In Matthäus sind mit dem „Reich Gottes“ sehr häufig die tatsächlichen Menschen gemeint. Gleichzeitig schließt es diejenigen nicht mit ein, die nur oberflächlich dabei sind. Jesus möchte, dass die Menschen, die in seinem Reich sind, verstehen, wie sein Reich ist. In unserem Kontext in Matthäus 18 spricht er zu den Jüngern vom Reich im wahrsten Sinn des Wortes.

Die Hauptfigur ist ein „König“. Du kannst dir an den Rand schreiben, dass dies ein Hinweis auf Gott ist. Es ist das erste Gleichnis im Neuen Testament, in dem Gott mit einem König verglichen wird. Und dieser bestimmte König hatte eine Zeit festgelegt, um mit seinen Knechten abzurechnen. Das Wort Knecht, doulos, bedeutet Leibeigener, Diener. 

Es bezog sich auf einen Diener, der bei seinem Herrn in Knechtschaft stand. Ein Knecht zu sein musste nicht unbedingt heißen, dass er in Ketten lag, obwohl auch das manchmal vorkam. Andere besaßen nur sehr begrenzte Freiheiten. Wieder andere Leibeigene - auch diese waren doulos - genossen zum Teil weitreichende Freiheiten und Privilegien. Trotzdem waren sie an ihren Vorgesetzten gebunden. Dabei war es egal, ob sie Sklaven waren, Hausdiener mit mehr Freiheiten als Sklaven oder, wie in diesem Fall, sogenannte Satrapen. Das heißt, sie waren Provinzgouverneure, die beim König im Dienst standen.

Ihre Aufgabe bestand darin, dem König Bericht zu erstatten und in seinem Namen zu regieren. In erster Linie ging es dabei um die Erhebung von Steuern, die dann an den König abgeführt wurden, um das gesamte Königreich zu unterstützen und die königliche Schatzkammer zu füllen. Der Begriff hier ist also nicht im üblichen Sinne zu verstehen, als Haussklave oder Leibeigener. Sondern es waren Provinzgouverneure, denen ein Herrschaftsgebiet übertragen wurde und die sozusagen direkt unter dem König regierten. Sie sollten in ihrer Provinz Steuern eintreiben und dem König zurückgeben, was ihm rechtmäßig zustand. 

Das ist eine Aufgabe, die ganz allgemein die gesamte Menschheit betrifft. Denn als Gott den Menschen schuf und ihn auf die Erde setzte, gab er ihm die Herrschaft über die Erde. Er machte ihn zum Verwalter all dessen, was er besaß. Das gilt für jeden Menschen, unabhängig davon, ob er Christus kennt oder nicht. Gott vertraut uns seinen Schatz an. Unser Leben und unser Atem sind ein Geschenk Gottes. Er ist derjenige, dem es gehört.

Alles, was ein Mensch besitzt, gehört Gott. Sein Geld gehört Gott, weil er ihm die Kraft gibt, Reichtum zu erlangen. Alle Talente sind ihm in Wirklichkeit von Gott gegeben. Alle seine Fähigkeiten und sein Potenzial wurden ihm von Gott selbst gegeben. So lebt jeder Mensch auf dieser Welt mit einer Verantwortung, noch bevor er Gott kennt. Gott hat ihn so geschaffen, wie er ist, und ihn mit einer Verantwortung, einem Schatz betraut. In unserem Gleichnis hatte der König diesen Gouverneuren alle Güter gegeben, die in Wirklichkeit ihm gehörten. Und sie waren ihm gegenüber über die Verwendung dieser Güter Rechenschaft schuldig.

Darum heißt es in Vers 23, dass der König abrechnen wollte. Damit ist keine endgültige Abrechnung gemeint, sondern eher eine periodische, um nach einem bestimmten Zeitraum eine Bestandsaufnahme zu machen. Vielleicht tat er das jedes Jahr oder alle zwei Jahre. Dann mussten ihm die Provinzgouverneure alle Steuern bringen, die sie eingenommen hatten und darlegen, woher die Steuern stammten. Außerdem mussten sie dem König den vereinbarten Prozentsatz für seine königliche Schatzkammer geben. Für sich selbst und ihren eigenen Unterhalt durften sie behalten, was ihnen zustand.

Diese regelmäßige Abrechnung zeigt uns, dass Gott uns Menschen regelmäßig zu einer Abrechnung aufruft. Es handelt sich dabei nicht unbedingt um die Abrechnung vor dem großen weißen Thron, das endgültige Gericht. Sondern es geht um eine Abrechnung, bei der die Menschen aufgefordert werden, sich vor Gott für das zu verantworten, was sie mit ihrem Leben anfangen. 

Die Kernaussage dieser ersten Verse ist also, dass Gott die Menschen dazu aufruft, Rechenschaft über ihr Leben abzulegen. Für manche Menschen geschieht das vielleicht heute in diesem Gottesdienst zum ersten Mal, für andere zum hundertsten Mal. Aber weil jeder Mensch Verantwortung für die Dinge hat, die Gott gehören, geschieht es regelmäßig. Wir werden noch oft zur Rechenschaft gezogen werden, bevor das endgültige Urteil vor dem großen weißen Thron gefällt wird.

In Römer 1 heißt es, dass Gott den Menschen befähigt, sich selbst zu erkennen. Dazu gab er ihm in der Schöpfung genügend Informationen, dass er Gott erkennen kann. Gott stattete den Menschen mit der intellektuellen Fähigkeit aus, zu denken, zu verstehen und die Wahrheit zu erkennen. Außerdem gab er ihm das offenbarte Wort und den Heiligen Geist. Dies alles ist ein Schatz, den jeder Mensch erhält und der es ihm ermöglicht, Gott wahrzunehmen. Und dieser Wahrnehmung soll er folgen, um vollständig zu verstehen, wer er ist und was er vom Menschen will. Gott zieht die Menschen regelmäßig zur Rechenschaft, ob sie dieser Verpflichtung Folge leisten.

Das gleiche Konzept findet sich auch in Johannes 16, wo es heißt, dass der Heilige Geist gekommen ist, um die Welt von Sünde, Gerechtigkeit und Gericht zu überführen. Der Heilige Geist hat die regelmäßige Aufgabe, die Menschen aufzurufen, Rechenschaft über ihre Überzeugung abzulegen. Wenn du Christ bist, hast du einen solchen Moment erlebt, als du zu Jesus Christus gekommen bist. Jemand hielt eine Predigt, mit der er dich zur Rechenschaft zog. Er konfrontierte dich mit der Sündhaftigkeit der Sünde. Er zeigte dir das Gesetz Gottes und wie erbärmlich du diesem nicht gerecht wurdest und dagegen verstoßen hattest. Du konntest durch das überführende Wirken des Geistes und des Wortes Gottes in dein Herz schauen und erkennen, dass es so war. Du hast dich zum ersten Mal selbst als das gesehen, was du bist, nämlich ein Sünder. Und dann bist du zu Christus gekommen, um die Gnade der Erlösung zu empfangen.

Vielleicht wurde diese Überzeugung bei einigen von euch durch eine körperliche Krankheit verstärkt, oder durch den Tod eines geliebten Menschen, den Verlust des Arbeitsplatzes oder eine andere schmerzhafte Erfahrung. Manchmal zieht Gott Menschen, die zu schlafen scheinen, durch beunruhigende Umstände, beängstigende Wahrheiten oder Schuldgefühle zur Rechenschaft. Diese durchbrechen den Schlummer; das Gewissen erwacht und die Menschen werden plötzlich auf die Sündhaftigkeit ihrer Sünden aufmerksam. Darum bringt Gott manchmal schwere Umstände in unser Leben. Sie sollen verstärken, dass wir uns unser selbst intensiv bewusst werden.

Wir werden heute Abend im 7. Kapitel des Römerbriefes sehen, dass dem Apostel Paulus genau das passiert. Er lebt sein Leben und es scheint, als würde alles glatt laufen. Doch plötzlich führt Gott ihn auf die Straße nach Damaskus, wirft ihn zu Boden, blendet ihn und zieht ihn zur Rechenschaft. Hier wird Römer 7 für ihn zur Realität. Er blickt auf sein Leben und erkennt die übermäßige Sündhaftigkeit seiner Sünde.

Zuvor war er voller Selbstgerechtigkeit davon ausgegangen, dass er das Gesetz aus eigener Kraft einhalten könne. Er besaß zweifellos eine starke Überzeugung, war selbstgerecht und wollte Gott gefallen. Aber er verstand die überaus große Sündhaftigkeit der Sünde nicht, bis er zu Boden geworfen, geblendet und mit der Realität konfrontiert wurde. Nämlich mit der Tatsache, dass Sünde nicht nur etwas Äußerliches ist, das man tut oder nicht tut, sondern dass Sünde in der Natur der Seele selbst brodelt.

Und als er die Sündhaftigkeit der Sünde erkannte, reagierte er richtig. Nicht alle Menschen taten das, wenn sie von Jesus damit konfrontiert wurden. Der reiche Jüngling zum Beispiel dachte auch, dass Sünde nur eine äußerliche Sache sei, in Bezug darauf, was man tut oder nicht tut. Deshalb antwortet er — als er gefragt wird, ob er alle Gesetze halte — mit den Worten: „All das habe ich seit meiner Jugend getan.“ Und der Herr richtet den Fokus noch einmal auf sein Herz, als wolle er ihm sagen: „Es geht nicht darum, was du äußerlich tust oder nicht tust. Es geht darum, was in dir ist. Und was ich in dir sehe, ist Habgier. Deshalb sage ich, dass du alles verkaufen sollst, was du hast und das Geld nehmen und es den Armen geben sollst.“ Und was tut der reiche Jüngling? Er geht weg.

Er war zwar überführt worden, ließ sich aber nicht überzeugen. Er war zur Rechenschaft gezogen worden, wollte aber keine ablegen. Ihm wurde gesagt, dass er in seinem Herzen habgierig war und dass das Problem der Sünde nicht etwas Äußerliches ist, sondern tief in seinem Inneren stattfindet. Aber in diesem Moment, als er zur Rechenschaft gezogen wird, wendet er sich ab und geht weg. Paulus hingegen wird zur Rechenschaft gezogen, und er erkennt in sich das Gesetz der Lust und das Gesetz der bösen Begierde. Aber anstatt sich abzuwenden und wegzugehen, nimmt er den Erlöser an. Er begreift, dass nur der allein ihn von seiner Sünde befreien kann und wird erlöst.

Alle Menschen erleben immer wieder solch einen Moment, in dem Gott mit ihnen abrechnet und werden mit ihrer Sündhaftigkeit konfrontiert. Und die Menschen haben immer wieder die Wahl, ihre eigene Sündhaftigkeit und Bedürftigkeit abzulehnen. Aber wir —die wir Christus einmal erkannt haben — haben sie angenommen und sind in das ewige Leben eingegangen.

Schau dir Vers 24 an. Das hilft dir zu verstehen, wie sündhaft die Sünde ist:
„Und als er anfing abzurechnen, wurde einer vor ihn gebracht, der war 10.000 Talente schuldig.“ Es ist die Zeit der Abrechnung. Und einer wird zu ihm gebracht, weil solche Menschen üblicherweise nicht von selber kommen. Sie kommen nur unter lautstarkem Protest und niemals freiwillig. Wenn er nicht gerufen würde, würde er überhaupt nicht kommen. Denn warum sollte er wollen, dass man ihn als Veruntreuer entlarvte? Also wird er gebracht. Und seine Schuld beträgt 10.000 Talente. Nun wird es fast schon komisch, wenn man sich damit beschäftigt, was die Leute glauben, wie viel das war. Denn zu verschiedenen Zeiten, in verschiedenen Ländern und an unterschiedlichen Punkten in der Geschichte änderte sich die Auffassung gewaltig, wieviel 10.000 Talente wert waren. Wir können deshalb nur sagen, dass es sehr, sehr viel war. Vielleicht helfen ein paar Vergleichszahlen.

Dieser Provinzgouverneur im Gleichnis schuldete seinem König zehntausend Talente. Zu dieser Zeit, zur Zeit Jesu, betrugen die Gesamteinnahmen der römischen Regierung aus Idumäa, Judäa und Samaria 600 Talente. Die Gesamteinnahmen aus Galiläa beliefen sich auf 300 Talente. Wenn dieser Mann also tatsächlich 10.000 Talente eingenommen, veruntreut und verschwendet hatte, ist das eine astronomische Zahl.

Einen weiteren Vergleich kann man mit der Stiftshütte anstellen. Der Herr forderte, dass die Israeliten bestimmte Elemente der Stiftshütte und der Bundeslade und noch einige weitere mit Gold überziehen sollten. In 2. Mose 38,24 steht dann, dass für all das zusammen etwas mehr als 29 Talente Gold verarbeitet wurden.

Und beim Tempelbau waren es 3.000 Talente, obwohl der gesamte Tempel mit Gold überzogen wurde. Du siehst, 10.000 Talente sind wirklich eine astronomische Zahl. Die Schätzungen reichen von 16 Millionen bis 2 Milliarden Euro. Einen anderen Vergleich bietet die Königin von Saba. Als sie König Salomo besuchte, wollte sie ihm ein Geschenk machen, das seinem unglaublichen Reichtum angemessen wäre. In 1. Könige 10,10 steht, dass sie ihm daher 120 Talente Gold schenkte. Und der König von Assyrien forderte von Hiskia mit 30 Talenten Gold eine große Entschädigungssumme.

In unserem Gleichnis stehen die Schulden für die Sünde. Es geht also um eine sehr große Sündenschuld, 10.000 Talente in Summe. Unermesslich groß. Dazu möchte ich dich auf einen kleinen gedanklichen Exkurs mitnehmen. In Daniel 7 wird eine Vision beschrieben, in der der glorreiche Menschensohn wiederkommt. Und in Vers 10 steht: „Ein Feuerstrom ergoss sich und ging von ihm aus. Tausendmal Tausende dienten ihm, und zehntausendmal Zehntausende standen vor ihm“. Damit sind Engel gemeint. Offenbarung 5,11 beschreibt das so:

„Und ich sah, und ich hörte eine Stimme von vielen Engeln rings um den Thron und um die lebendigen Wesen und die Ältesten; und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und tausendmal tausend“. Diese Zahlenkombinationen werden also im Alten und im Neuen Testament verwendet. Weitere Erwähnungen von Tausenden und Zehntausenden findet man in Hohelied 5, sowie in Hesekiel  45 und 47. Und noch ein paarmal in 1. Korinther.

In dem Zusammenhang ist es wichtig, zu verstehen, dass zehntausend, muriōn, der größte numerische Begriff in der griechischen Sprache ist. Muriōn meint daher nicht immer eine spezifische Zahl. Es geht nicht darum, dass man zehntausend mit zehntausend multipliziert und dann genau weiß, wie viele Engel es gibt. Sondern es bedeutet einfach „Myriaden über Myriaden“.

Das ist der höchste Begriff, der in Bezug auf Zahlen verwendet werden kann. Man könnte auch sagen: „Er schuldete dem König zig Millionen.“ Der Begriff als solcher weist über den Bereich der zählbaren Zahlen hinaus. Und darum geht es! Es geht nicht — rein technisch gesehen — um zehntausend Talente. Sondern es wird damit ausgedrückt, dass er Myriaden schuldete, eine Schuld, die so groß war, dass man sie nicht einmal berechnen konnte, geschweige denn begleichen.

So ist unsere Sünde. Das ist wirklich eine tiefgründige Wahrheit. Er spricht hier über unsere Sünde. Wir werden überführt und vor Gott gebracht und mit der Tatsache konfrontiert, dass unsere Sünde unermesslich groß ist. So groß, dass man sie nicht einmal in Zahlen ausdrücken und deshalb auch nicht berechnen kann. Die Summe unserer Sünden lässt sich nicht beziffern, so groß ist ihr Ausmaß.

Gott zieht Menschen zur Rechenschaft, damit diese die völlige Sündhaftigkeit der Sünde erkennen. Das ist Gottes Absicht, wenn er dich durch die Kraft des Geistes und durch das Wort Gottes überführt. Und damit sind wir wieder bei Römer 7 angelangt, wo Paulus sagt, dass er erkannte, wie er wirklich war, als er Gottes Gesetz sah und seine Sünde betrachtete. Und in Römer 7,13 beschreibt er dann die überaus große Sündhaftigkeit der Sünde.

Wenn man jemanden zur Errettung führen möchte, ist dies ein entscheidendes Element. Jeder von uns muss an den Punkt gebracht werden, an dem wir diesen unermesslich großen Sündenberg sehen, der unserer ist. Es ist kein Wunder, dass Hiob sagt: „Ich verabscheue mich selbst“, als er das erkennt. Es ist kein Wunder, dass Esra, als er das erkennt, sagt: „Mein Gott, ich schäme und scheue mich, mein Angesicht aufzuheben zu dir, mein Gott; denn unsere Missetaten sind über unser Haupt gewachsen, und unsere Schuld ist so groß, dass sie bis an den Himmel reicht“ Und er fällt auf die Knie und legt sein Gesicht auf den Boden.

Die gleiche Haltung finden wir im Herzen Davids. Denn obwohl er ein Mann nach dem Herzen Gottes war, betete er mit tränenüberströmtem Gesicht: „Oh Herr, vergib mir meine Ungerechtigkeit um deines Namens willen.“ Du siehst also, dass unsere Sünde eine Schuld ist, die so unermesslich groß ist, dass man sie nicht einmal abschätzen kann, geschweige denn bezahlen.

Zurück in unserem Gleichnis betrachten wir nun in Vers 25, was weiter geschieht. Der Mann wird zur Rechenschaft gezogen und die schlimmstmögliche Situation tritt ein. Er kann nicht bezahlen. „Weil er aber nicht bezahlen konnte, befahl sein Herr, ihn und seine Frau und seine Kinder und alles, was er hatte, zu verkaufen, und so zu bezahlen.“ Das ist eine gerechte Strafe, schließlich handelt es sich nicht um eine künstliche, sondern um eine echte Schuld.

Das Gleichnis deutet an, dass der Mann das Geld des Königs veruntreut hat. Denn es ist nichts mehr übrig, um zu bezahlen. Der König hat keine Möglichkeit, etwas von seinem Geld zurückzuerhalten. Deshalb bestraft er ihn sehr streng. Er ordnet an, den Mann, seine Frau und seine Kinder in die Sklaverei zu verkaufen, um herauszuholen, was möglich ist. Außerdem soll sein Haus und alles, was er besitzt, verkauft werden, um so viel wie möglich mit der Schuld verrechnen zu können, auch wenn diese nicht vollständig zurückgezahlt werden kann. Das ist nur recht und billig und es gibt keinen Grund, sich darüber zu beschweren. Das tut der Knecht übrigens auch nicht. Er beschwert sich nicht und bittet auch nicht um Gerechtigkeit. Denn das Vorgehen des Königs war gerecht. Es war sogar besser als Gerechtigkeit, denn die Schulden konnten so oder so nicht vollständig beglichen werden.

Das ist ein interessantes Bild und für Israel in gewisser Weise einzigartig. So etwas passierte nämlich nicht so oft. Es gibt wenige Stellen im Alten Testament, wo unter den Israeliten aufgrund besonderer Umstände eine Person in den Dienst eines anderen verkauft werden konnte, um eine Schuld zu begleichen. Das war vor allem in der heidnischen Welt üblich. Die nicht zum Volk Israel gehörenden Menschen in und um Israel waren mit so etwas sehr vertraut. Und die Juden kannten es, weil sie sahen, wie die Heiden es machten.

Wer seine Schulden nicht bezahlen konnte, wurde sofort zum Sklaven. Und dann bezahlte er seine Schulden ab, indem er so viel arbeitete, wie er konnte. Seine Frau wurde zur Sklavin, alle seine Kinder wurden zu Sklaven, und alles, was er besaß, wurde verkauft und in Bargeld umgewandelt. Damit wurde derjenige bezahlt, dem er die Schulden schuldete. Das war wie eine Art Leibeigenschaft und nicht ungewöhnlich in der damaligen Zeit. Da der König betrogen worden war, hatte er das Recht, alles zurückzufordern, was er zurückfordern konnte.

Ich denke, wenn wir heute in unserer Gesellschaft solche Gesetze hätten, würde das gewaltige Auswirkungen auf bestimmte Verhaltensweisen haben. Menschen würden nicht so freizügig mit einer Insolvenz umgehen, wenn sie all ihre Schulden bei ihren Gläubigern abarbeiten müssten. Das könnte ein guter Ansatz sein, um uns davon abzuhalten, uns zu sehr zu verschulden.

In unserem Gleichnis hätten die Schulden sowieso nie abbezahlt werden können. Darum glaube ich, dass es sich hier in Vers 25 um ein Bild für die Hölle handelt, das ausdrückt, was Hölle geistlich bedeutet. Wohin sonst werden Menschen geschickt, um für ihre Sünden zu bezahlen? Wohin sonst gehen Menschen als Strafe für ihre Schuld gegenüber Gott? Hier ist von der ewigen Hölle die Rede. Darauf möchte ich noch näher eingehen.

Denn es ist wichtig, zu verstehen, dass Menschen zwar in die Hölle kommen, um für ihre Sünden zu bezahlen. Aber gleichzeitig können sie selbst in der ewigen Hölle ihre Sünden nie vollständig abbezahlen. Es wird nie ausreichen, um ihre gesamte Schuld zu begleichen, weil diese unbezahlbar ist.

Genau das sagt das Gleichnis aus! Die Schuld ist so groß, dass sie niemals beglichen werden kann. Man kann niemals wiederherstellen, was verloren gegangen ist. Die Gott geraubte Herrlichkeit kann ihm niemals zurückerstattet werden. Jeder Sohn Adams ist völlig unfähig, seine Schuld gegenüber Gott zu begleichen, weil er selbst durch die Strafe, die er in der Hölle erleidet, nicht besser werden kann. Er wird für alle Ewigkeiten seine Schulden abbezahlen und trotzdem niemals besser für den Himmel geeignet sein, als zu dem Zeitpunkt, als er in die Hölle geschickt wurde. Das ist ein schreckliches Bild.

Die Schuld ist unbezahlbar, aber trotzdem werden die Menschen sie bezahlen müssen. Und das sehr strenge Vorgehen zeigt, dass alles, was auch nur irgend geht, aus ihrer Unfähigkeit herausgeholt wird. Es ist gerecht, wenn Menschen in die Hölle geschickt werden, weil Gott ein gerechter Gott ist. Er sagt, dass Sünde eine unbezahlbare Schuld ist und wird von jedem Menschen alles nehmen, was möglich ist, auch wenn er nicht alles zurückbekommen kann.

Trotzdem ist der König kein Tyrann, sondern ein gerechter König. Tatsächlich ließ er Gnade walten, als er diesen Menschen nicht schon viel früher zur Rechenschaft gezogen hat. Weißt du, dass dein Leben an sich schon ein Akt der Gnade Gottes ist? Du hättest schon bei deiner Geburt in die Hölle geschickt werden können, nicht wahr? Aber Gott war gnädig. Und vielleicht hat er dein Herz immer wieder gerufen und dich überführt. Doch du hast es immer wieder abgelehnt. Und wenn er dich schließlich dafür bezahlen lässt, dass du an deiner Sünde festhalten willst, dann ist das nur gerecht. Er ist ein gerechter Gott.

Schau dir Vers 26 an: „Da warf sich der Knecht nieder, huldigte ihm und sprach: Herr, habe Geduld mit mir, so will ich dir alles bezahlen!“ Das ist ein interessantes Gebet. Zunächst einmal nimmt er die richtige Haltung ein, indem er sich niederwirft. Er ist ein gebrochener Mann, am Boden zerstört und völlig am Ende. Das ist ein verheerender Zustand. Er kann seine Schulden nicht bezahlen und weiß, was ihm bevorsteht. Er würde seine Freiheit verlieren und für immer in Knechtschaft leben. Und auch wenn er sein ganzes Leben lang arbeiten würde, könnte er seine Schulden trotzdem nie abbezahlen. Genau wie in der Hölle, wo man ewig arbeitet und es nie abbezahlen kann. Er weiß also, dass er da nie rauskommen würde. Er würde für immer in erbärmlicher Sklaverei bleiben. Und es gab keinen Ausweg.

Darum fleht er nicht um Gerechtigkeit, denn er hat Gerechtigkeit erfahren. Er leugnet auch nicht seine Sünde, sondern gibt sie zu. Er fällt nieder, zerschmettert, niedergeschlagen, demütig. Und das ist die richtige Haltung. Eine solche Haltung erwartet Gott von Menschen, wenn er sie ihrer Sünde überführt.

Er ist von seiner eigenen Sündhaftigkeit überwältigt. Es erschüttert ihn, dass er nie in der Lage sein wird, seine Schuld zurückzuzahlen. Und er weiß, dass keine Aussicht auf Erleichterung besteht. Sobald er in den Dienst des Königs treten würde, würde er niemals seine Freiheit zurückerlangen, weil er ewig damit beschäftigt wäre, Geld zu verdienen, um seine Schuld zurückzuzahlen. Dann heißt es, dass er nicht nur vor dem König niederfiel, sondern ihm huldigte. Wörtlich steht da: „in seine Richtung küsste“. Damit ist das Küssen der Hand, des Knies oder des Fußes des Königs gemeint, den man um Gnade bittet.

Er fleht also um Gnade. Zerbrochen und demütig gesteht er seine Sünde. Damit befindet er sich genau an dem Ort, an den Gott jeden Menschen bringen möchte: auf seinem Gesicht, im Staub liegend. Wie der Zöllner, der sich an die Brust schlägt und sagt: „Herr, sei mir Sünder gnädig.“ Er sieht eine Schuld, die er nicht bezahlen kann und einen Berg von Sünden, der niemals beseitigt werden kann. Er erkennt, dass er vor einer Ewigkeit in der Hölle steht und ewig unfähig sein wird, seine Schuld zu begleichen.

Er ist ein gebrochener Mann. Und wie so viele gebrochene Männer versteht er nicht wirklich alles. Und so sagt er: „Hab Geduld mit mir.“ Er fleht um Mitgefühl, und darum, dass der Herr geduldig warten möge, bis er sich gebessert hätte. Er hofft auf eine zweite Chance. Und weil er fest davon ausgeht, dass er sich bessern kann, sagt er: „So will ich dir alles bezahlen!“

Natürlich weißt du, dass er das nicht kann. Und auch er weiß das. Aber es ist ein sehr emotionaler Moment, und er ist sicher, dass ihm schon etwas einfallen wird, um das hinzubekommen. Das ist immer wieder dasselbe bei jedem Menschen, der von seiner Sünde überführt und von Schuldgefühlen überwältigt wird. Die erste Reaktion, wenn er mit der Sündhaftigkeit der Sünde konfrontiert wird, sind immer die folgenden Gedanken: „Ich muss mein Leben in Ordnung bringen und die Schuld loswerden. Deswegen muss ich ein besserer Mensch werden. Ich möchte ein neues Leben beginnen und nehme mir dies und jenes vor, um mich moralisch zu verbessern. Ich glaube, dass ich mich ändern kann.“ Auch der Knecht gesteht seine Sünde ein und erkennt, wie verloren er ist. Trotzdem hat er noch nicht verstanden, dass diese Schuld niemals beglichen werden könnte, und so bittet er: „Gib mir einfach eine zweite Chance. Ich werde mein Bestes geben.“ Damit ist er wie die Menschen, die von ihrer Sünde überführt wurden und nun versuchen, religiös zu sein.

Das ist keine ungewöhnliche Reaktion von jemandem, dem klar geworden ist, dass er besser werden muss. Er kommt nicht zu Christus um ein Geschenk von ihm zu empfangen, sondern er will sich selbst verbessern. Verstehst du das? Diese Überzeugung findet sich oft vor der eigentlichen Erlösung und gehört zu dem Prozess dazu. Unser Knecht ist demütig und gebrochen und zeigt eine seligmachende Einstellung. Er fleht um Gnade, weil er die Ungeheuerlichkeit seiner Sünde sieht und weiß, dass der König der König ist und die Kontrolle hat. Darum fleht er um Geduld. Er möchte alles tun, um es zurückzuzahlen und es wieder richtig zu machen. Er bereut, was er getan hat und möchte sich verändern. Das ist die richtige Herzenshaltung. Alles ist da. Nur versteht er die Gnade der Vergebung noch nicht. Aber der Herr hat ihn genau dort, wo er ihn haben will.

Martin Luther schrieb über diese Passage folgende tiefgründige Wahrheiten: „Bevor der König ihn zur Rechenschaft zog, hatte er kein Gewissen, fühlte sich nicht schuldig und hätte einfach weitergemacht; noch mehr Schulden angehäuft und sich nichts daraus gemacht. Aber jetzt, da der König mit ihm abrechnet, beginnt er, sich schuldig zu fühlen. So ist es auch mit uns. Der größte Teil kümmert sich nicht um die Sünde, sondern geht festen Schrittes weiter und fürchtet den Zorn Gottes nicht. Solche Menschen können keine Vergebung ihrer Sünden erlangen, weil sie nicht erkennen, dass sie Sünden haben. Sie sagen zwar mit dem Mund, dass sie gesündigt haben, aber wenn sie es ernst meinen würden, würden sie ganz anders reden. Auch dieser Diener hätte es vor der Abrechnung mit dem König zugegeben: „So viel schulde ich meinem Herrn“, nämlich zehntausend Talente. Aber er macht weiter und lacht. 

Doch als die Abrechnung erfolgt, und sein Herr befiehlt, ihn, seine Frau, seine Kinder und seinen ganzen Besitz zu verkaufen, spürt er es. Und so geht es auch uns. Wir spüren die Last unserer Sünde erst dann ernsthaft, wenn sie uns im Herzen vor Augen gehalten wird. Unser Lachen verstummt erst, wenn uns die Liste unserer Schulden vorgelegt wird. Erst dann rufen wir aus: „Ich elender Mensch. Es gibt auf der Erde niemanden, der unglücklicher ist als ich!“ Dieses Wissen macht einen Menschen wirklich demütig und bewirkt Buße, sodass man zur Vergebung der Sünden gelangen kann.“ Zitatende.

Dieser Gouverneur ist von seiner Sünde überführt und fleht nun um Gnade. Noch erkennt er nicht ganz, dass es ihm völlig unmöglich ist diese Schult zurückzubezahlen. Und so befindet er sich in einer schlimmen Lage. Die überführende Kraft des Gesetzes Gottes hat ihn zerschmettert und zermalmt und er fleht um Geduld. Wichtig ist hier, dass der König keinen Kommentar dazu abgibt, dass den Knecht es gar nicht abbezahlen kann. Er sagt nicht: „Oh, du dummer Mann. Du kannst das gar nicht abbezahlen. Du bist ein Narr.“ Das ist so offensichtlich, dass er es gar nicht erst sagen muss. Ich liebe, was er stattdessen sagt, denn du und ich waren auch schon einmal in dieser Situation.

Vers 27: „Da erbarmte sich der Herr über diesen Knecht, gab ihn frei und erließ ihm die Schuld.“ Das ist ein wunderbarer Vers, so voller Gnade! Schreibe ganz dick an den Rand deiner Bibel: „Gnade“. Ich kenne einige Leute, denen jemand ein paar Tausend Euro schuldet, und die deswegen völlig durchdrehen. Und dieser König vergibt dem Schuldner aus Mitgefühl eine absolut unvorstellbar große Schuld. Er befreit ihn von der Verpflichtung, seine Schulden zurückzuzahlen. Was ihn dazu bewegt, ist Mitgefühl, dies entspringt seiner Liebe zu diesem Knecht. Dieser Herr liebt seinen Knecht so, wie Gott alle Menschen liebt.

Und es ändert auch nichts an seiner Liebe, als er den Knecht in seiner ausweglosen Situation sieht. Und obwohl er selbst von dessen Schuld betroffen ist, obwohl er verletzt wurde und sein Königreich beraubt wurde, obwohl ihm persönlich Unrecht getan wurde, auf eine Weise die man sich nicht einmal vorstellen kann, vergibt er ihm trotzdem. Gott vergibt so überaus großzügig.

Am Ende von Vers 27 erwähnt Jesus noch eine wunderbare Nuance. Dort heißt es: Er „erließ ihm die Schuld“. Im Griechischen steht da „das Darlehen“. Damit ist gemeint, dass der König seine Schuld gnädigerweise nur als Schulden betrachtet und nicht als eine absichtsvolle Unterschlagung. Und er hebt die Verpflichtung zur Rückerstattung auf und erlässt ihm diese „Schuld“. Vielleicht fragst du dich nun, womit sich der Knecht das verdient hat? Und die Antwort ist: Er hat gar nichts getan, womit er es verdient hätte. Aber du kannst Gottes Vergebung nur auf diese eine Art und Weise empfangen: Du erkennst deine völlige Sündhaftigkeit und dein Herz zerbricht darüber. Du begreifst, dass du deine Schuld niemals bezahlen kannst und rennst zu Gott. Deine Situation ist angesichts des ewigen Gerichts verzweifelt und du flehst Gott um Gnade und Geduld an. Du rufst aus: „Herr, bitte hab Erbarmen.“ Und mitten in deine Zerbrochenheit hinein kommt Gott voller zärtlicher, vergebender Gnade und liebevoller Güte und vergibt dir deine Schuld.

Hier wird nicht alles gesagt, was man über die Erlösung sagen könnte. Aber das, was hier darüber gesagt wird, ist so wunderbar und wird nur noch an wenigen anderen Stellen der Bibel erwähnt. Deshalb ist das Gleichnis einfach nur großartig. Denn in dem Moment, in dem der Sünder seine Sünde erkennt und zu dem Einzigen kommt, der mit dieser Sünde umgehen kann; in dem Moment, in dem er seine Sünde bekennt, sie bereut, zugibt und den Gott anbetet, der allein Sünde vergeben kann; in dem Moment, in dem er in seinem Herzen danach hungert, diese Sünde zurückzuzahlen, eilt Gott herbei mit seiner Vergebung. Diese Vergebung ist in Jesus Christus verfügbar, der am Kreuz die Schuld schon bezahlt hat.

Gott selbst hat die Schuld auf sich genommen. Ein weiteres Beispiel für eine solche Vergebung ist Joseph. Wie Gott ruft Joseph seine Brüder zu sich und zeigt ihnen ihre Schuld auf, bis sie von Schuldgefühlen überwältigt sind. Dann offenbart er sich ihnen und schenkt ihnen Gnade. Und genauso handelt auch Gott bei der Erlösung. Er kommt wie ein verzehrendes Feuer und zieht den Menschen zur Rechenschaft. Der Mensch muss sich der völligen Sündhaftigkeit seiner Sünde stellen.

Gott vergibt zwar, aber zugleich lässt er den Sünder auch wissen, was und wie viel ihm vergeben wird. Und deshalb heißt es in Jesaja 1,18, dass „eure Sünden wie Scharlach sind“ und „rot wie Karmesin“. Gott sagt: „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten“, denn bevor er die Schuld des Sünders auf sich nimmt, fordert er ihn auf, darüber nachzudenken, wie schlimm sie wirklich ist.

Hier beginnt das Evangelium. Der Sünder muss wissen, dass er einen ganzen Berg von Sünden hat, den er niemals zurückzahlen kann, um dann in das tiefe Meer von Gottes Barmherzigkeit geworfen zu werden. Er muss zuerst in sich selbst das Todesurteil gefällt haben, bevor das Wort des Lebens für ihn eine Bedeutung hat. Aber wie tröstlich ist es, wenn wir mit einem Herzen kommen, das nach Barmherzigkeit sucht, und der Vater uns vergibt. Hast du das auch schon erfahren? Eine solche Erlösung sollte uns sehr viel Freude bereiten, weil uns eine Schuld vergeben wurde, die wir niemals hätten bezahlen können. Und damit sind wir der ewigen Hölle entkommen.

Lukas 15 veranschaulicht diese Wahrheit mit der bekannten Geschichte vom verlorenen Sohn. Dieser Sohn wollte sein Erbe haben, und hätte es gerne gesehen, wenn sein Vater gestorben wäre. Aber da dieser ihm seinen Wunsch nicht erfüllte, ging er einfach zu ihm und forderte den Teil des Erbes, der ihm zustehen würde. Er wollte nicht bis zum Tod seines Vaters warten. Sondern er wollte es jetzt haben. Dann ging er fort und begann ein ausschweifendes Leben, verschwendete sein ganzes Geld und endete als Schweinehirte. Das war für einen vornehmen jüdischen jungen Mann die erniedrigendste Aufgabe.

In Vers 17 heißt es: „Er kam aber zu sich selbst -“. Er kam zur Vernunft und sagte: „Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben Brot im Überfluss, ich aber verderbe vor Hunger!“ Die Tagelöhner seines Vaters waren besser dran als er, und das erkannte er in diesem Moment. Weißt du, was ein Tagelöhner war? Das war kein Haussklave und auch kein Familiensklave. Einen Tagelöhner suchte man sich morgens, gab ihm Arbeit, bezahlte ihn und schickte ihn am Ende des Tages wieder weg. Tagelöhner waren die Niedrigsten der Niedrigen. Sie nahmen nicht am Familienleben teil und trotzdem sagte er sich: „Diese sind besser dran als ich.“

In Vers 18 heißt es weiter: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir“. Hier sehen wir einen bußfertigen Sünder. Er erkennt seine Sünde; er ist gebrochen und am Boden zerstört. Sein Tag der Abrechnung findet im Schweinestall statt. Dort wird er zur Rechenschaft gezogen.

Der Geist des Herrn tut sein Werk. Und während er dort steht und die Schweine füttert, betrachtet er sein Leben und sieht, wie erbärmlich es ist. Er erkennt, wie groß seine Schuld gegenüber seinem Vater ist und weiß, dass es keine Möglichkeit gibt, sie zurückzuzahlen. Er weiß, dass er mit seinem gesamten Erbe davongelaufen ist, und dass er die Liebe seines Vaters beleidigt hat, indem er ihm den Tod wünschte. Alle diese Dinge würde er niemals zurückzahlen können. Er hatte alles verschwendet und nun war nichts mehr übrig, womit er zurückzahlen könnte, was er seinem Vater schuldet.

Also nimmt er sich vor, zurückzugehen, sich als einfachen Knecht anzubieten und bis zu seinem Tod zu versuchen, seine Schuld abzuarbeiten. Er würde nicht verlangen, wieder als Teil der Familie behandelt zu werden. Im Wesentlichen sagt er das Gleiche wie der Knecht in unserem Gleichnis in Matthäus 18: „Ich werde zurückgehen und mein Bestes tun, um es abzuarbeiten.“

Das ist die Haltung eines Sünders, der wegen seiner Sünde niedergeschlagen und völlig zerbrochen ist, weil er weiß, dass er seine Schuld gegenüber Gott niemals abbezahlen kann. Darum sagt er: „Ich werde einfach alles tun, was ich kann, um sie zu bezahlen“, auch wenn das bedeutet, sich als Tagelöhner bei seinem Vater anzubieten. In Vers 19 sagt er: „Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen; mache mich zu einem deiner Tagelöhner!“

In Vers 20 heißt es: „Und er machte sich auf und ging zu seinem Vater. Als er noch fern war, sah ihn sein Vater“. Sein Vater schaute die Straße hinunter, und wahrscheinlich waren viele Menschen auf der Straße, und es arbeiteten viele Menschen auf den Feldern. Doch sein Vater hielt schon seit langer Zeit Ausschau. Jeden Tag schaute er die Straße hinunter, ob wohl sein Sohn zurückkommen würde.

Und so erkennt er ihn schon von Ferne. Und dann tut er etwas völlig Ungewöhnliches. Er hat „Erbarmen“. Er hat Mitleid mit diesem missratenen Kind, das sogar seinen Tod wollte. Wer ist der Vater in diesem Gleichnis? Es ist Gott. Und das missratene Kind ist der Sünder. Und dann tut der Vater Folgendes: „Er lief.“ Und das griechische Wort ist nicht einfach nur das normale Wort für „laufen“, sondern er „rannte“. Im Nahen Osten rannte kein angesehener alter Mann. Sondern man ging langsam, gemessenen Schrittes. Es war wichtig, sich würdig zu zeigen.

Hast du jemals versucht, in einem langen Gewand mit voller Geschwindigkeit die Straße entlang zu rennen? Das ist unmöglich. Ein Autor meint deshalb, dass der Vater wohl sein ganzes Gewand gerafft und dabei sein Untergewand entblößt haben muss. Das war für einen Mann die größte Schande überhaupt. Und nun rennt er die Straße entlang, während alle ihn ansehen und sich fragen, was dieser Verrückte alte Mann da macht, der so die Straße entlang rennt? Er blamiert sich und erniedrigt sich selbst, indem er seinem missratenen Kind entgegenläuft.

Siehst du Gott darin? Siehst du, wie Gott die Straße hinunterblickt, den Sünder kommen sieht und sich selbst demütigt, indem er diesen Sünder umarmt? Siehst du Gott, wie er in der Gestalt Jesu Christi in die Welt kommt? Siehst du, wie er seine prachtvolle königliche Robe ablegt und in seiner Demütigung im wahrsten Sinn des Wortes sein Untergewand zeigt, während er dem Sünder auf der Straße entgegenrennt? Und als sie sich begegnen, fällt er ihm um den Hals und küsst ihn zärtlich. Im Text heißt es sogar, dass er ihn immer und immer wieder küsst und nicht einfach nur sagt: „Also, wenn du einen Job willst, kann ich vielleicht etwas arrangieren.“

Nein, er küsst und umarmt ihn zärtlich. Und was tut sein Sohn? Er sagt: „Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir, und ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu heißen!“ Und der Vater sagt: „Hör auf, so zu reden. Schlachtet das gemästete Kalb. Steckt ihm einen Ring an seine Hand. Mein Sohn ist zu Hause.“ So ist Gottes Vergebung. Verstehst du das?

Der Sünder denkt: „Wenn du mich nur versuchen lässt, es wieder gutzumachen“, aber Gott nimmt ihn in die Arme und macht ihn zu seinem Sohn. Das ist das Evangelium. Und das hat Gott für dich und für mich getan. Und nun hör gut zu. Wenn Gott uns so vergeben hat, was sagt dann das Gleichnis, was wir tun sollen? Einander vergeben. Und wenn du das nicht tust, ist das das Schlimmste, was du tun kannst. Denn dann nimmst du so viel Vergebung an und gibst so wenig zurück.

Gott nimmt dir deine ungeheuerlichen Sünden ab. Und auch wenn er scheinbar voller Zorn Gericht spricht, tut er dies nur, um dich zu überführen, damit er dir Liebe, Mitgefühl und Gnade zeigen kann. Arno sagt, Zitat: „Es ist wie in der Natur, wo Blitze durch die schreckliche Finsternis zucken und Donnerschläge, die den Himmel zerreißen, Vorboten des Regens sind, der in reichlichen Schauern auf die durstigen Teile der Erde fällt. Oder es ist wie in jener Nacht vor langer Zeit, als ein zerbrechliches und einsames Boot unter dem Blick des Erlösers auf dem See Genezareth gegen den Wind um sein Leben kämpfte und Jesus in den Sturm kam, der die Seelen erschütterte. In den dunklen Mantel der Nacht gehüllt schreitet er über die stürmischen Wellen. Und dort, wo er das unruhige Herz mit heiliger Ruhe erfüllt, hört man seine Stimme sagen: „Ich bin es, fürchtet euch nicht.“ Zitatende.

Und das wiederum erinnert mich an das wunderbare Gleichnis in Lukas 7 über die Frau, von der es heißt: „Sie vergibt viel, weil ihr viel vergeben wurde.“ Und so bleibt die Frage: Wenn dir so viel vergeben wurde, wie viel solltest du dann vergeben? Das ist die zweite Hälfte des Gleichnisses und damit beschäftigen wir uns das nächste Mal.


ENDE

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