Ich hoffe, dein Herz wurde ermutigt, während wir den Herrn im Lied und Gebet angebetet haben. Jetzt kommen wir zur Anbetung durch das Hören auf sein Wort. Der Text, den wir heute vor uns haben, sollte in unseren Herzen wirklich Anbetung hervorrufen, Verehrung und Lobpreis für den Herrn Jesus Christus und Gott, den Vater. Es ist ein inhaltlich reicher, wertvoller und faszinierender Text. Ich gebe zu, dass ich innerlich unter Druck stehe, weil so viel gesagt werden könnte über den kurzen Abschnitt, den wir uns heute Morgen ansehen. Aber wir sind durch die Zeit begrenzt und auch durch unsere Fähigkeit, kompliziertere Dinge wirklich zu erfassen. Deshalb möchte ich dich ermutigen, wirklich aufmerksam zu bleiben, mitzudenken und Gottes Wort geöffnet vor dir zu haben, denn wir werden einen wunderbaren, ja überwältigenden Einblick in den Tod unseres Herrn Jesus Christus bekommen.
Wir müssen uns zu Beginn an etwas ganz Grundlegendes erinnern: Das Ziel — der Höhepunkt — des Lebens Jesu war sein Opfertod. Er kam in die Welt, um zu sterben. In Markus 10,45 heißt es: „Er ist gekommen, um sein Leben zu geben als Lösegeld für viele.“ Das war keine Planänderung. Das war der Plan! Es war kein Zufall. Es war nicht ein schlimmes Ende nach einem guten Anfang. Dies war der Grund, warum Jesus gekommen ist: um für die Sünden der Welt zu sterben. Das Opfer Christi ist der Mittelpunkt der ganzen Schrift. Jemand hat es so gesagt: „Der Tod Jesu Christi ist nicht das Ende der Geschichte, sondern das Thema der Geschichte, von Anfang bis Ende.“ Wenn man zum Beispiel ins Alte Testament zurückgeht, merkt man, dass dort schon vieles vorbereitet wird, damit wir die Bedeutung des Todes Christi verstehen können, der damals noch in der Zukunft lag.
In der Geschichte von Adam und Eva erfahren wir zum Beispiel zu Beginn der Menschheitsgeschichte, dass ein Opfer nötig ist, um Sünde zu bedecken. Dann erfahren wird durch die Opfer von Kain und Abel, dass es nicht irgendein Opfer sein darf, sondern ein bestimmtes Opfer. Ein Opfer zum Tod. Gehen wir ein bisschen weiter, kommen wir zur Begebenheit von Abraham. Dort erfahren wir, dass Gott selbst dieses Opfer bereitstellen wird, so wie Gott ein Tier anstelle von Isaak bereitgestellt hat. Wir erfahren also schon früh, dass ein Opfer nötig ist – und zwar ein Blutopfer. Dann kommt der Gedanke hinzu, dass dieses Opfer ein Stellvertreter sein wird — von Gott gegeben anstelle der Menschen. Beim Passah im Alten Testament werden wir daran erinnert, dass das Opfer ohne Flecken und ohne Makel sein wird. All das bereitet uns auf Jesus Christus vor, das endgültige Opfer, das vollkommene Opfer, den Stellvertreter, das Geschenk Gottes, das makellose Lamm.
Im Neuen Testament zielt dann alles auf das Kreuz hin. In den Evangelien von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes ist das Kreuz das zentrale Thema. In jedem Evangelium machen die letzte Woche im Leben des Herrn zwischen 20 und 40 Prozent des gesamten Textes aus. Wenn man zum Beispiel die Apostelgeschichte liest, sieht man die Reaktion der Welt auf den Tod und die Auferstehung Christi. Die Briefe wurden an diejenigen geschrieben, die an den Tod und die Auferstehung Christi glauben, um ihnen die Bedeutung des Todes und der Auferstehung Christi zu erklären. In der Offenbarung sehen wir das Lamm, das vor Grundlegung der Welt geschlachtet wurde und wiederkommen wird als König der Könige und Herr der Herren. Alles im Alten Testament führt zum Kreuz hin, die Evangelien konzentrieren sich auf das Kreuz, und der Rest des Neuen Testaments erklärt die Auswirkungen und Folgen des Kreuzes. Der Tod Jesu Christi ist also der Mittelpunkt der gesamten Heilsgeschichte. Er kein Unfall, sondern der Höhepunkt des Planes Gottes. Von den geschlachteten Tieren in 1. Mose, deren Felle Adam und Eva bedeckten, bis zum geschlachteten Lamm in der Offenbarung, das in Herrlichkeit und Majestät angebetet wird, ist das Kreuz der Mittelpunkt.
Folglich kommen wir in Matthäus 26, 27 und 28, den letzten drei Kapiteln des Matthäusevangeliums, zu dem großen Höhepunkt dieses Buches. Hier finden wir die Hauptbotschaft von Matthäus. Denk daran, dass Matthäus in seinem ganzen Evangelium Jesus als König darstellen möchte, als majestätisch, als souverän, als würdevoll und als herrlich – was ihm durch die Kraft des Heiligen Geistes wunderbar gelungen ist. Doch jetzt steht Matthäus vor einer Unmöglichkeit: Wie bewahrt man die Majestät, Würde und Herrlichkeit Jesu inmitten von Verrat und Hinrichtung? Wie bleibt er der majestätische Sohn Gottes, während er erniedrigt und entwürdigt wird durch Verrat und einen solchen Tod?
Genau das werden wir heute Morgen sehen. Es ist wunderbar und atemberaubend zu sehen, dass Christi Herrlichkeit inmitten dieses Geschehens nicht geschmälert wird; auch nicht seine Majestät und Würde. Ganz im Gegenteil. Er erscheint hier majestätischer, herrlicher und mehr als der souveräne Herr als irgendwo sonst im Matthäusevangelium. Das Blatt hat sich völlig gewendet. Denn durch das, womit die Menschen ihn erniedrigen wollten, wird er umso mehr erhöht.
In Kapitel 26 beginnt Matthäus, dieses herrliche Geschehen vom Tod und der Auferstehung Christi für uns zu entfalten. Er führt uns zuerst durch die Schritte der Vorbereitung. Letzte Woche haben wir in Vers 2 Gottes Vorbereitungen gesehen. Gott hatte den Zeitplan festgelegt und alles bewegte sich darauf zu. Es waren nur noch zwei Tage bis zu dem Mittwoch, an dem unser Herr in diesem Abschnitt spricht. Am Freitag erreicht Gottes Plan dann seinen Höhepunkt. Dann haben wir in den Versen 3 bis 5 die Vorbereitung der Führer Israels gesehen, sie hassten Jesus Christus. Sie planten seinen Tod und suchten nach einer Möglichkeit, einer Zeit und einem Ort, um ihn aus dem Weg zu schaffen. Aber sie fürchteten sich davor, es während der acht Tage des Festes der Ungesäuerten Brote zu tun. Weil Jesus so beliebt war, weil ihm so große Menschenmengen folgten, fürchteten sie einen Aufstand und wollten warten, bis das Fest vorbei war. Aber der Plan, Jesus hinzurichten, war längst im Gang. Auch diese Vorbereitungen beschreibt Matthäus.
Dann haben wir in den Versen 6 bis 13 Marias Vorbereitungen gesehen. Als liebevolle und geliebte Jüngerin und Freundin salbte sie Jesus mit einem kostbaren Salböl, sie goss ihre Liebe und Zuneigung reichlich über ihn aus und wollte ihn gewissermaßen auf den bevorstehenden Tod vorbereiten. Damit steht sie in gewisser Weise für alle, die das Kreuz als Mittel ihrer Erlösung erwarteten und darin etwas Herrliches sahen, etwas Wunderbares, etwas Gesegnetes. Das war Marias Vorbereitung. In den Versen 14 bis 16 werden die Vorbereitungen von Judas Iskariot, dem Verräter, beschrieben. Er verbündete sich für Geld mit den Führern, um Jesus Christus heimlich zu verraten, an einem geheimen Ort, wenn keine Menschenmenge da war. Er würde ihnen sagen, wo sie Jesus gefangen nehmen können, und er würde der Verräter sein, der ihnen Jesus gegen Geld ausliefert, damit sie ihn hinrichten können.
Die Vorbereitungen Gottes, die Vorbereitungen der Führer, die Vorbereitung Marias und Judas‘ Vorbereitungen laufen alle auf das Kreuz zu. Diese vier Schritte der Vorbereitung betrafen andere, nicht Christus selbst. In Vers 17 beginnt der Abschnitt, in dem Christus selbst sich auf seinen Tod vorbereitet. Hier geht es um seine eigenen Vorbereitungen.
Wir sehen, wie er sich auf verschiedene Weise auf seinen Tod vorbereitet. Zuerst, indem er das letzte Passah feiert – bis Vers 25. Dann, indem er das Abendmahl einsetzt; dann indem er seine schwachen Jünger stärkt und schließlich indem er zum Vater betet. Alle vier Schritte sind Teil seiner eigenen Vorbereitungen. Wir sehen also vier Schritte der Vorbereitung durch andere und vier Schritte der Vorbereitung durch den Herrn selbst. Heute Morgen beginnen wir mit den Versen 17 bis 19, wo wir den ersten Schritt der Vorbereitungen sehen: Jesus bereitet sich darauf vor, das Passah mit seinen Jüngern zu genießen. Das gehört auf jeden Fall zu seiner Vorbereitung auf den Tod und das wird dir gleich deutlich werden.
Der Bericht beginnt in den Versen 17 bis 19 und weiter werden wir heute nicht kommen. Hier steckt so viel drin! Und ich möchte euch das alles aufzeigen ohne durch den Text zu hetzen. Am Anfang des Berichtes steht das, was wir als „das Festlegen der Zeit” bezeichnen könnten. Die Zeit wird festgelegt. Nächste Woche sprechen wir über „das gemeinsame Mahl”, „das Schockieren der Zwölf” und „die Enthüllung des Verräters”. Aber jetzt geht es um „das Festlegen der Zeit”. Das ist sehr wichtig. Es sieht vielleicht nicht so wichtig aus, aber es ist absolut entscheidend.
Lasst uns zunächst einmal die Verse 17 bis 19 lesen: „Am ersten Tag der ungesäuerten Brote traten die Jünger nun zu Jesus und sprachen zu ihm: Wo willst du, dass wir dir das Passahmahl zu essen bereiten? Und er sprach: Geht hin in die Stadt zu dem und dem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passah halten! Und die Jünger machten es, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und bereiteten das Passah.“ Wenn man das liest, scheint es nicht besonders tiefgründig zu sein. Aber in diesen Versen liegt eine Fülle, die mir viele, viele Jahre lang entgangen ist – bis ich vor kurzem angefangen habe, tiefer in die Ereignisse rund um dieses wunderbare Geschehen einzutauchen. Du wirst wahrscheinlich ähnlich reagieren. Diese drei Verse sagen uns, dass Jesus das Passah feiern wollte, dass seine Jünger bereit waren, es vorzubereiten, und dass Jesus schon alles in die Wege geleitet hatte, damit es tatsächlich vorbereitet werden konnte. In Vers 21 heißt es dann: „Und während sie aßen“. Hier sehen wir also das letzte Passahfest, das unser Herr mit seinen Jüngern gefeiert hat. Wir erinnern uns, dass der Herr völlig entschlossen war, das Passah zu feiern.
In Matthäus 3,15 steht sogar, dass er gekommen ist, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen – die Gerechtigkeit aus dem Gesetz Gottes. Ein Teil des Gesetzes Gottes war, das Passah zu feiern. Christus wollte also gehorsam sein und das Passah feiern. Übrigens beschreiben Lukas, Matthäus, Markus und Johannes diese Szene jeweils aus einem etwas anderen Blickwinkel. In Lukas 22,15 steht im griechischen Wortlaut, dass Jesus ein starkes, tiefes Verlangen hatte, das Passah mit seinen Jüngern zu feiern. Es war ihm also sehr wichtig. Wir werden gleich sehen, warum. Es mussten also Vorbereitungen für das Passah getroffen werden, das Jesus feiern wollte.
Ich möchte dir kurz den Hintergrund erklären. Das Jahr der Juden war von vielen besonderen Festen geprägt, ähnlich wie bei uns heute. Auch wir Christen haben unsere Bräuche. Es gibt Weihnachten, Erntedank, Karfreitag und Ostern, und manche Gemeinden feiern im Lauf des Jahres zusätzlich besondere Tage. Die Juden waren da nicht anders. Sie hatten ihre Gedenkfeiern und ihre Feste, an denen sie sich an Gottes Wirken in der Vergangenheit erinnerten.
Ich möchte dir kurz zeigen, wie ihr grundlegender Festkalender aussah. Da war zum Beispiel das Pfingstfest, auch „Fest der Wochen“ genannt. Dieses Fest war dazu da, Gottes Versorgung in der Ernte zu feiern. Sie feierten, dass Gott sie durch ihre Ernte mit allem versorgte, was sie hatten. Also hatten sie jedes Jahr zu Pfingsten diese wunderbare Feier, in der sie sich an Gottes Versorgung erinnerten. Es gab auch das Laubhüttenfest, um an ihre Wanderung durch die Wüste zu erinnern, als sie in Zelten lebten: Gott versorgte sie in der Wüste mit Essen und Wasser. Daran erinnerten sie sich beim Laubhüttenfest. Ein weiteres Fest war der Versöhnungstag. Das Besondere am Versöhnungstag war das Opfer im Allerheiligsten. Das Tier wurde geopfert, dann wurde das Blut ins Allerheiligste getragen und auf den Altar gesprengt. Der Hohepriester tat das einmal im Jahr, um die Sünden des Volkes für ein Jahr zu sühnen. Das war ein weiteres sehr bedeutendes und heiliges Ereignis.
Dann gab es noch das Fest der Tempelweihe, das wir heute als Chanukka kennen. Es erinnert an die Befreiung Israels unter der Führung von Judas Makkabäus in der Zeit zwischen dem Alten und dem Neuen Testament. Darum wird es erst seit etwa 167 v. Chr. gefeiert. Ein weiteres Fest war das Fest der Posaunen, der jüdische Neujahrstag.
Das waren die wichtigsten Feste im jüdischen Kalender. Aber weit über all diesen Festen stehen in vielerlei Hinsicht das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote. Beide werden in Vers 17 erwähnt. Zuerst das Fest der ungesäuerten Brote und am Ende des Verses das Wort „Passah”. Es war ein Fest, das acht Tage dauerte. Das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote wurden miteinander verbunden. Das Fest der ungesäuerten Brote dauerte eine Woche, vom 15. bis zum 21. Nisan; so wird es im Alten Testament vorgeschrieben. Das war ein siebentägiges Fest. Der Tag davor war das Passah. Zusammen ergaben sie also ein achttägiges Fest. Sie waren im Denken der Menschen so untrennbar verbunden, dass sowohl „Fest der ungesäuerten Brote“ als auch „Passah“ als Bezeichnung für diese 8 Tage dienen konnten.
Sie feierten also das Passahmahl am 14. Nisan und dann sieben Tage lang das Fest der ungesäuerten Brote. Wir wissen natürlich, wofür es stand. Das Passah feierte, dass Gott Israel aus der Knechtschaft in Ägypten befreit hatte, wo sie über 400 Jahre gewesen waren. Gott begann, Plagen über die Ägypter zu schicken, und die letzte Plage war der Tod aller Erstgeborenen in jeder Familie in Ägypten. Gott sagte zu Israel: „Wenn ihr ein Lamm schlachtet, ein makelloses Lamm, und sein Blut an die Türpfosten und die Oberschwelle streicht, dann wird der Todesengel, der alle Erstgeborenen in Ägypten tötet, an eurem Haus vorübergehen, wenn er das Blut an eurer Tür sieht.“ Darum heißt es Passah, „Vorübergehen“. Er wird an euren Häusern vorübergehen und euer Leben verschonen. Deshalb sagte der Pharao: „Geht weg, ich habe genug. Mehr halte ich nicht aus.“ Er schickte die Juden fort und Gott führte sie letztlich in die Freiheit.
Das Passah erinnerte also an das Opferlamm, dessen Blut sie vor Gottes Gericht bewahrt hatte. Es war auch ein Symbol für Gottes endgültiges Passahlamm, dessen Blut sie für immer vor Gottes Gericht bewahren würde. Darum hat Gott in 2. Mose 12 das immer wiederkehrende Passahfest eingesetzt. Es war ein Mahl, das in der Nacht vor dem Fest der ungesäuerten Brote gegessen wurde. In früherer Zeit fiel dieses Fest in den Monat Abib, den ersten Monat des Jahres. Aber nach dem Exil wurde es im Monat Nisan gefeiert. Das Passah war am 14. Nisan und am 15. begann das Fest der ungesäuerten Brote.
Übrigens ist es vielleicht interessant zu wissen, dass das Lamm nach 2. Mose 12 am zehnten Nisan ausgewählt werden musste. Wie ich beim Matthäusevangelium schon gesagt habe, glaube ich, dass Jesus am Montag nach Jerusalem gekommen ist. Sein triumphaler Einzug war am Montag. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens, der Montag passt besser zum Ablauf der Ereignisse als der Sonntag. Zweitens löst der Einzug am Montag das Problem des sogenannten „stillen Mittwochs”. Wenn Christus am Sonntag einzieht, passiert am Mittwoch der Passionswoche nichts. Dadurch entsteht eine Lücke, die schwer zu füllen ist. Drittens – und das ist vielleicht entscheidend – war im Jahr 33 n. Chr., als unser Herr starb, der 10. Nisan ein Montag. Das bedeutet, dass an diesem Montag, dem zehnten, alle in Jerusalem ihr Passahlamm auswählten.
Das Lamm musste am zehnten Tag ausgewählt werden, es musste ins Haus genommen werden und mit der Familie leben, bis es geschlachtet wurde. Es wurde dann sozusagen als Freund geschlachtet – fast wie ein Haustier –, damit sie den Preis der Sünde verstanden. Das ist wichtig, denn wenn Jesus an diesem Montag in die Stadt gekommen ist, dann ist er genau am richtigen Tag in die Herzen dieser Menschen gekommen, als ihr Passahlamm. Er hat dadurch die Symbolik des Passahlammes bis ins letzte Detail erfüllt: Er ist am zehnten Nisan in die Stadt gekommen, um sich selbst als Lamm Gottes zu opfern, um die Sünden der Welt wegzunehmen. Und dann ist er am 14. Nisan gestorben, als Passahopfer für die Sünden der Welt.
Wenn wir zu diesem Text kommen, hatten die Juden also schon ihr Lamm ausgewählt. Das hatten sie am Montag gemacht. Wir verstehen also die Bedeutung des Passah: Sie opferten das Lamm, um an das Lamm von früher zu erinnern. Sie opferten ein Lamm, um sich an den Preis ihrer Sünde zu erinnern. Josephus berichtet, dass an einem einzigen Passah über eine Viertelmillion Lämmer geschlachtet wurden. Das ist einfach unglaublich. Die Wirkung muss enorm gewesen sein. Mindestens zweieinhalb Millionen Menschen lebten damals in Jerusalem und es wurden eine Viertelmillion Lämmer geschlachtet – Lämmer, die zuvor in den Häusern dieser Menschen gelebt hatten. Die Lämmer mussten im Haus sein, damit die Menschen Zuneigung zu ihnen entwickelten, damit sie den Preis ihrer Sünde am Tod des Lammes sehen konnten.
Dann kam das eigentliche Schlachten, und es war überwältigend. All diese Lämmer wurden innerhalb von zwei Stunden geschlachtet, wie wir gleich sehen werden. Das macht das Massaker kaum vorstellbar. Aus dem Tempel floss ein Strom von Blut über den Hügel hinunter in das Kidrontal. Der Bach füllte sich und floss rot hinunter Richtung Bethlehem. Dies war also für sie eine sehr dramatische Zeit im Jahr – eine Zeit, in der sie mit der Sünde konfrontiert waren und dem Opfer, das die Sünde forderte. Der Herr hatte all das in 2. Mose 12 eingesetzt, und es wurde viele, viele Male im Pentateuch wiederholt, nämlich dass sie das Passah konsequent halten sollten.
Das Opfern an Passah war ein herrliches Bild dafür, dass der Tod des Unschuldigen nötig ist, um für die Sünde der Schuldigen zu sühnen. Wir wissen aber, dass keines dieser Lämmer die Sünden wegnehmen konnte. Was für ein gewaltiges Bild das ist: Tausende und Abertausende von Lämmern wurden für Millionen von Menschen geschlachtet, und doch konnten sie alle zusammen nicht eine einzige Sünde wegnehmen. Das ist die Botschaft des Hebräerbriefes, nicht wahr? Was all die Lämmer, Ziegen und Stiere niemals tun konnten, das hat Jesus Christus mit einem einzigen Opfer für immer vollbracht! Er hat es für immer vollbracht. Es ist also wieder diese Zeit des Jahres und der Grund, warum Jesus und seine Jünger überhaupt in Jerusalem sind, ist das Passah. Er möchte das Passah und das Fest der ungesäuerten Brote feiern.
Das Fest der ungesäuerten Brote ist von großer Bedeutung. Ungesäuertes Brot ist Brot, das nicht aufgeht, weil es keine Hefe enthält. Die hebräischen Frauen machten ihren Brotteig, zogen vor dem Backen ein Stück davon ab und ließen es gären oder sauer werden. Dann verwendeten sie es als Starter für den nächsten Teig, damit dieser aufgehen konnte. Wenn sie diesen Starter nicht dazugaben, ging der Teig nicht auf und wurde zu ungesäuertem Brot. Als sie aus Ägypten kamen, sagte Gott: „Ihr sollt kein gesäuertes Brot mitnehmen“, denn gesäuertes Brot stand für Einfluss. Gott sagte damit im Grunde: Ich will nicht, dass ihr ein Stück eures ägyptischen Lebens mitnehmt und es in euer neues Leben hineinmischt. Ihr werdet davon befrei und ich will ein neues Volk in einem neuen Land schaffen. Ihr braucht nichts von diesem alten Leben.
Er wollte also nicht, dass sie irgendetwas aus dem früheren Leben mitnehmen, und hat ihnen deswegen ungesäuertes Brot als Symbol gegeben. Ihr dürft nur ungesäuertes Brot essen. Das heißt, ihr dürft euch nicht von eurem früheren Leben beeinflussen lassen. Dies wurde dann zu einem Symbol dafür, sich von weltlichen Dingen abzusondern.
Dann kommen wir zu Vers 17. Es ist der erste Tag des achttägigen Festes der Ungesäuerten Brote, und die Jünger fragen Jesus: „Wo sollen wir das Passahmahl vorbereiten?“ Markus fügt in Kapitel 14,12 hinzu: „als man das Passahlamm schlachtete“. Er sagt also ausdrücklich, dass am ersten dieser acht Tage das Passahlamm geschlachtet wurde. Das Fest der ungesäuerten Brote begann am nächsten Tag, dem 15. Nisan. In 3. Mose 23,6 steht, dass es am 15. anfangen musste.
Nach 2. Mose 12,18-20 war jeder Vater jedes Hauses verantwortlich alles gesäuerte Brot aus dem Haus zu entfernen und sicherzustellen, dass es im ganzen Haus keinen Sauerteig gibt. Acht Tage lang durfte keinerlei gesäuertes Brot im Haus sein. Alles fing also damit an, dass alles gesäuerte Brot ausgeräumt wurde. Und dann kam das Passahmahl.
Hör jetzt genau zu: In dem Jahr, in dem unser Herr starb, fiel das Passah auf einen Freitag. Wir wissen das, weil der Text es eindeutig sagt. Das Passah war an einem festen Datum, am 14. Nisan. Ähnlich wie bei Weihnachten oder Neujahr fällt ein bestimmtes Datum jedes Jahr auf einen anderen Wochentag. In dem Jahr, in dem unser Herr gekreuzigt wurde, fiel das Passah auf einen Freitag.
Das wissen wir, weil in Markus 15,42 steht: „es war nämlich Rüsttag,“ – Komma – „das ist der Tag vor dem Sabbat“. Der Tag vor dem Sabbat wurde von den Juden als Rüsttag bezeichnet. Warum? Worauf bereiteten sie sich vor? Auf den Sabbat. Weil sie am Sabbat nicht arbeiten und nicht kochen durften, wurde am Tag davor alles für den Sabbat vorbereitet. Interessant ist vielleicht, dass der Ausdruck „Rüsttag“ schließlich ihr Wort für den Freitag wurde. Der Freitag war der Rüsttag, er hatte eigentlich keine andere Bezeichnung. Wenn Markus in Kapitel 15,42 sagt: „es war nämlich Rüsttag, das ist der Tag vor dem Sabbat“, als alle Ereignisse rund um den Tod Jesu stattfanden, dann wissen wir, dass das Passah in dem Jahr auf einen Freitag fiel.
Schlag für einen Moment Johannes 19 auf und bleib dran. Das alles fügt sich gleich zu etwas wirklich Faszinierendem zusammen. In Johannes 19,14 steht Jesus vor Pilatus und wird verhört, und zwar am Vorbereitungstag für das Passah. Das bedeutet, es ist während der Passahzeit und es ist der Rüsttag. Das heißt nicht, dass sie gerade das Passah vorbereiten, sondern dass es die Zeit während des Passahfestes ist, die „Rüsttag“ genannt wird, also Freitag.
Geht jetzt zu Vers 31: „Weil es Rüsttag war...“. Mit anderen Worten: Sie haben ihn gerade gekreuzigt, und weil es Freitag ist, der Rüsttag, wollen sie seinen Leichnam vom Kreuz herunternehmen. Sie wollen nicht, dass er am Sabbat dort hängt, denn der Sabbat ist ein besonderer Tag. Sie sprechen also wieder vom Freitag. Schaut euch Vers 42 an: „Dorthin nun legten sie Jesus, wegen des Rüsttages der Juden“. Dies geschah weil die Juden darauf bestanden, dass es am Freitag geschehen soll. Es besteht also kein Zweifel, meine Lieben, dass Jesus am Freitag gekreuzigt wurde. Es muss Freitag gewesen sein. In den Jahren 30 und 33 n. Chr. fiel der 14. bzw. 15. Nisan tatsächlich auf einen Freitag. Wir werden gleich sehen, dass es darauf ankommt, wie man die Tage zählt. Aber diese beiden Jahre sind die einzigen, in denen das möglich war. Weil es im Text heißt, dass es Freitag war, müssen wir nach einem Jahr suchen, in dem das Fest auf einen Freitag fiel. Das trifft auf das Jahr 30 und 33 nach Christus zu. Ich neige eher dazu, dass Jesus 33 n. Chr. starb, und zwar aufgrund der Chronologie der anderen Ereignisse. Es konnte kein Donnerstag sein, weil dieser Tag nicht als „Rüsttag“ bezeichnet wird. Es konnte kein Mittwoch sein, weil dieser Tag ebenfalls nicht als „Rüsttag“ bezeichnet wird. Es war an einem Freitag. Dazu werden wir gleich noch mehr sehen.
Zurück zu unserem Text. Wir dürfen jetzt nicht durcheinanderkommen, denn in Matthäus 26,17 ist immer noch Donnerstag. Den Mittwoch kennen wir ja bereits – Kapitel 21 bis 25 beschreiben diesen Tag. Im ersten Teil von Kapitel 26 ist es Mittwochabend und Jesus spricht immer noch mit seinen Jüngern. Nun ist dieser sehr lange Mittwoch endlich vorbei, und es ist Donnerstagmorgen und damit an der Zeit, das Passahmahl vorzubereiten. Das Lamm haben sie schon. Ganz sicher haben sie es am Montag besorgt, als sie in der Stadt ankamen. Aber für das Passah muss sehr Vieles vorbereitet werden. Was genau? Sie mussten das Lamm schlachten, was nur im Tempelhof geschehen durfte, nirgendwo sonst, und nur in einem Zeitraum von zwei Stunden, zwischen 15 und 17 Uhr, zu keiner anderen Zeit! Sie mussten ihr ungesäuertes Brot zubereiten. Sie mussten eine Schüssel mit Salzwasser besorgen, denn beim Passah stellten sie eine Schüssel mit Salzwasser auf den Tisch, um sich an ihre Tränen in der Sklaverei zu erinnern, und an das Rote Meer, das sich teilte, als der Herr sie befreite. Sie mussten bittere Kräuter besorgen wie Meerrettich, Chicorée, Andorn, Endivie und andere. Diese vermischten sie mit Ysop, um sich an die Bitterkeit Ägyptens zu erinnern und an den Ysop, mit dem sie Blut an ihre Türen gestrichen hatten.
Sie stellten eine Art klebrige Paste her, aus Äpfeln, Datteln, Granatäpfeln und Nüssen, die alle zerstoßen und zu einer dicken Soße namens Charosset vermischt wurden. In diese Paste tauchten sie beim Essen ihr ungesäuertes Brot. Das ist vermutlich ein Symbol für die Ziegelherstellung in Ägypten — für den Lehm und den Schlamm, den sie für die Ziegeln mischten. Außerdem legten sie Zimtstangen in das Charosset, um sich an das Stroh zu erinnern, das sie ebenfalls zur Herstellung der Ziegeln verwendeten. Alles hatte also eine symbolische Bedeutung. Dann gab es vier Weinkelche. Diese vier Kelche sollten sie an den Bund Gottes aus 2. Mose 6 erinnern, wo Gott sagte: „Erstens werde ich euch die Lasten der Ägypter wegnehmen. Zweitens werde ich euch aus ihrer Knechtschaft befreien. Drittens werde ich euch mit ausgestrecktem Arm erlösen. Und viertens werde ich euer Gott sein.“
All das wurde durch die Elemente des Passahfestes dargestellt, die sie vorbereiten mussten. Wie schon gesagt, musste das Lamm innerhalb von zwei Stunden geschlachtet werden. In 2. Mose 12,6 steht, dass es am Abend geschlachtet werden musste, aber im Hebräischen heißt es „zwischen den zwei Abenden“ – sehr präzise. Die Juden hatten einen frühen Abend um 15 Uhr und einen späten Abend um 17 Uhr. Josephus sagt, das Lamm musste zwischen der neunten und elften Stunde geschlachtet werden, also zwischen 15 und 17 Uhr. Die zwölfte Stunde war 18 Uhr oder Sonnenuntergang. Das Lamm musste also zwischen 15 und 17 Uhr geschlachtet werden. Es musste im Tempelhof von den Priestern geschlachtet werden. All diese Leute mussten ihre Tiere also innerhalb von zwei Stunden zum Schlachten bringen. Es ist absolut unvorstellbar, was dort vor sich ging, ein unglaubliches Bild, überall war Blut. Menschen gingen mit lebenden Lämmern hinein und kamen mit toten heraus – die ganze Zeit darauf bedacht, ihr eigenes Lamm auf den Altar und wieder herunterzubekommen, um es mit nach Hause zu nehmen und zu essen. Danach musste es noch gebraten werden.
Dann, nach Sonnenuntergang mussten sie dann das Passahmahl essen, die genaue Uhrzeit war in 2. Mose 12,8 nicht vorgeschrieben. Mindestens zehn Männer mussten am Passahmahl teilnehmen, damit das ganze Lamm gegessen wurde; es durfte nichts bis zum nächsten Morgen übrig bleiben. Und so aßen sie das Mahl an diesem Abend. Die Jünger wussten, dass sie all das vorbereiten mussten. Darum fragten sie Jesus: „Wo sollen wir es feiern? Wir haben alles vorbereitet und würden es gerne zubereiten, wenn du uns nur sagst, wo. Wo sollen wir es feiern?“ Warum war das ein Problem? Warum haben sie es nicht einfach in Bethanien gefeiert, wo sie gerade waren?“ Das durften sie nicht. Das Gesetz sagte, dass es in Jerusalem stattfinden musste. Darum mussten alle, die im Umland wohnten, in die Stadt strömen und einen Ort finden, an dem sie das Passah feiern konnten mit einer Gruppe von mindestens zehn, oder bis zu zwanzig Männern. Das bedeutete, dass alle verfügbaren Räume in der Stadt belegt waren. Darum fragten sie: Wo sollen wir es feiern? Wir haben kein Grundstück, kein Gebäude, keine Räumlichkeiten. Was sollen wir tun?
Die Antwort finde ich absolut faszinierend. In Vers 18 sagt Jesus: „Geht hin in die Stadt zu dem und dem“. Das Wort, das hier für „zu dem und dem“ steht, ist bemerkenswert. Es ist ein sogenanntes hapax legomenon, also ein Wort, das in der ganzen Schrift nur einmal vorkommt, nur in diesem Vers. Es ist das Wort deina. Er sagt: „Geht in die Stadt und findet einen deina.“ Die beste Übersetzung wäre „Herr Soundso“. Es ist ein absichtlich unscharfer, unkonkreter Ausdruck. Geht in die Stadt und findet einen Mann, einen Herrn Soundso.
Hier sind zwei Millionen Leute unterwegs, und du sagst uns, wir sollen Herrn Soundso finden? Das ist keine Umschreibung für jemanden, den sie kennen müssten – es ist absichtlich vage. Jesus sagt also: Geht in die Stadt und findet einen Mann — ich sage euch aber nicht, wer er ist. Wir haben also nur zwei Möglichkeiten: Entweder wusste Jesus selbst nicht, wer dieser Mann war, oder er wollte nicht, dass die Jünger es wissen. Die erste Möglichkeit können wir sofort ausschließen. Natürlich wusste er es. Er wollte also nicht, dass sie es wissen.
Aber wie sollen sie Herrn Soundso finden? Zum Glück ergänzt Markus die fehlenden Informationen und sagt, dass sie nach einem Mann Ausschau halten sollen, der einen Wasserkrug trägt. Das scheint erstmal keine große Hilfe zu sein. Herrn Soundso zu finden ist schon schwer genug, aber jetzt sollen sie sogar nach einem Mann suchen, der einen Wasserkrug trägt.
Das kam eigentlich nie vor, denn Wassertragen war Aufgabe der Frauen. Sie werden also einen Mann finden, der etwas Ungewöhnliches macht. Er trägt Wasser. Laut Markus 14,13–14 sagt Jesus: „Wenn ihr diesen Mann seht, folgt ihm direkt in das Haus, zu dem er geht, denn es gehört Herrn Soundso. Das ist der Mann.“ Aus anderen Berichten wissen wir auch, dass der Herr nur zwei Jünger losschickte: Petrus und Johannes, nicht die anderen. Die anderen zehn Jünger blieben bei ihm. Dafür gab es mehrere Gründe. Einer der Gründe war, dass nur zwei Leute ein Lamm zur Opferung bringen durften. Es ist klar, warum: Wenn man in zwei Stunden alle Lämmer schlachten muss und alle zuschauen wollen, ist das unmöglich. Also durften nur zwei Personen hin. Und Petrus und Johannes wurden ausgewählt, weil sie die Vertrauten Jesu waren, seine engen und vertrauenswürdigen Freunde. Also schickte er Petrus und Johannes und sagte ihnen: Sucht einen Mann mit einem Wasserkrug und folgt ihm in das Haus von Herrn Soundso.
Vielleicht denkst du: „Warum diese ganze Geheimniskrämerei?“ Warum sagt Jesus nicht einfach: „Ihr erinnert euch doch an Soundso, unseren Freund und Jünger? Ihr wisst ja, wo sein Haus ist, dort drüben in der und der Straße. Dort werden wir es feiern.“ Jesus sagt nichts dergleichen.
Warum diese Geheimhaltung? Es gibt einen ganz einfachen Grund: Judas Iskariot. Schau dir Vers 16 an: „Und von da an suchte er eine gute Gelegenheit, ihn zu verraten.“ Das griechische Wort ist „ihn auszuliefern“. Judas suchte nach einem ruhigen, abgelegenen Ort, fernab von den Menschenmengen, wo er Jesus den religiösen Führern ausliefern konnte. Jesus wusste: Wenn Judas wüsste, wo das Mahl stattfinden wird, wäre das der perfekte Ort für seinen Verrat. Darum nennt er ihn nicht.
Petrus und Johannes kamen auch den Rest des Tages nicht zurück. Sie gingen früh los, bereiteten alles vor – und die anderen Jünger sahen sie erst am Abend wieder, als sie mit Jesus an den Ort kamen. Zu diesem Zeitpunkt war Judas schon dabei, und es war zu spät, um noch einen Deal mit den Anführern zu machen. Jesus schloss die Möglichkeit aus, dass Judas ihn vor dem Passahfest verraten könnte. Warum? Weil es notwendig war, dass Jesus das Passah mit seinen Jüngern feierte. Warum war das notwendig? Weil er das Passah als Bild für seinen eigenen Tod nutzen wollte. Weil er daraus das letzte Abendmahl machen wollte, den Tisch des Abendmahls, den wir als Erinnerung an seinen Tod kennen und lieben. Weil er seine Jünger noch Vieles lehren musste. Weil er ihnen die Verheißung seines Heiligen Geistes geben wollte und weil es noch nicht Gottes Stunde für seinen Tod war.
Darum gestatte er Judas nicht zu tun, was Judas gerne getan hätte, wenn er die Gelegenheit dazu bekommen hätte. Seine erste Gelegenheit bekam Judas, als Jesus mit den Zwölf im Garten war, und du weißt, was dann geschah: Judas war mit den Soldaten dort und sie nahmen Jesus fest. Judas hätte Jeus gerne auch hier bei der Passahfeier verraten, aber Jesus hat ihm den Ort nie genannt. Jesus hat ihn also vor allen geheim gehalten, damit Judas den Ort nicht erfahren konnte. Dann sagt der Herr in Matthäus 26,18 weiter: Wenn ihr in das Haus geht und den Mann trefft, dem das Haus gehört, sagt zu ihm: „Der Meister lässt dir sagen“, der didaskalos, also der Lehrer, der Rabbi. Er wird wissen, wer gemeint ist. Dieser Mann muss einer seiner Nachfolger gewesen sein, einer seiner Jünger. Vielleicht hatte Jesus das sogar vorher mit ihm abgesprochen, wir wissen es nicht. Die Schrift sagt nichts darüber. Aber sagt ihm einfach, „der Meister lässt dir sagen“ und er wird es verstehen. Dies war jemand, der Christus liebte, ein Gläubiger. Es gibt Vermutungen darüber, wer er war — aber sicher wissen wir es nicht. Sagt ihm: „Meine Zeit ist nahe“. Nicht chronos, nicht chronologische Zeit, nicht die Uhrzeit, sondern kairos – eine besondere Zeit, ein entscheidender Moment, Gottes gesetzter Zeitpunkt. Dies ist der Moment meines Todes, meine besondere Stunde in Gottes Plan, ist da. Jetzt passiert es. Und er wird es verstehen.
Oh, wie oft hatte Jesus gesagt: „Meine Stunde ist noch nicht gekommen“? Wie oft hatte die Schrift gesagt: „Seine Stunde war noch nicht gekommen“, „Seine Zeit war noch nicht gekommen“? Aber jetzt sagt er selbst: „Meine Zeit ist nahe“. Sag ihm genau das. Und sagt ihm auch: „bei dir will ich mit meinen Jüngern das Passah halten!“ Wörtlich ist das ein prophetisches Präsens, das eine Verpflichtung beinhaltet: Ich bin verpflichtet, das Passah mit meinen Jüngern in deinem Haus zu halten. Er sieht sich selbst auf einer göttlichen Mission mit einem göttlichen Zeitplan. Er muss es tun. Er muss es jetzt tun. Dies ist der Moment. Dies ist die Zeit. Markus berichtet uns, dass dieser Mann einen großen, möblierten, vorbereiteten Obersaal hatte – typisch für große Häuser. Jesus war also verpflichtet, das Passah zu halten. In Vers 19 heißt es: „Und die Jünger machten es, wie Jesus ihnen befohlen hatte, und bereiteten das Passah.“ Hier finden wir ein interessantes Wort. „Befohlen“ ist eigentlich ein militärischer Begriff.
Petrus und Johannes gingen in die Stadt. Sie sahen den Mann mit dem Krug, folgten ihm ins Haus und fragten den Hausherrn. Sie sagten: „Wir werden das Passah hier feiern tun.“ Sie bereiteten alles vor, organisierten alles. An dieser Stelle müssen wir kurz innehalten. Hör jetzt genau hin, denn das ist in diesem Abschnitt entscheidend. Am Ende von Vers 17 steht die Frage: „Wo willst du, dass wir dir das Passahmahl zu essen bereiten?“ Schaut, was am Ende von Vers 19 steht: „und sie bereiteten das Passah.“ Und Vers 21: „Und während sie aßen“.
Wenn wir diese drei Verse zusammennehmen, wird sehr deutlich, dass sie das Passah aßen. In Markus 14,12.14.16 sieht man, dass das Mahl, das Jesus gegessen hat, ausdrücklich „Passah“ genannt wird. Wenn du Lukas 22 liest, die Verse 7, 8, 11 und 12, siehst du, dass das Mahl, das Jesus gegessen hat, ausdrücklich „Passah“ genannt wird. Es besteht also gar kein Zweifel, dass es das Passah war. Aber es gibt da ein Problem, mit dem sich Bibelgelehrte über die Jahre immer wieder herumgeschlagen haben.
Lass mich dir zeigen, worum es geht. Schlag bitte Johannes 18,28 auf. Hier wird Jesus von Kajaphas in das Präteritum geführt. Das geschieht am nächsten Tag, also am Freitag. Am Donnerstag haben sie das Essen vorbereitet. Am Donnerstagabend haben sie das Passah gegessen, was bedeutet, dass am Donnerstagnachmittag das Lamm geschlachtet wurde. Es war Donnerstag, als die Jünger zu Jesus kamen und fragten: „Wo willst du, dass wir es halten?“ Er sagt: „Geht und bereitet es vor.“ Am Donnerstagnachmittag haben sie das Lamm schlachten lassen, am Donnerstagabend kam Jesus mit den anderen zehn und sie haben gegessen. Das alles spielte sich am Donnerstagabend ab.
Dann ging Judas in die Nacht hinaus und verriet ihn. Jesus verließ das Mahl mitten in der Nacht und ging in den Garten. Die Soldaten kamen in den Garten Gethsemane und nahmen ihn mitten in der Nacht fest. Jetzt bricht der Freitagmorgen an und sie bringen ihn vor Gericht. Sie führen ihn von Kajaphas ins Prätorium, zu Pilatus. Das ist der nichtjüdische Teil des Prozesses. Es ist noch sehr früh am Morgen und die Juden gingen nicht hinein, sie betraten das Prätorium nicht, damit sie nicht unrein würden. Was bedeutet das? Es war ein heidnischer Ort, und sie wollten nicht durch Heiden unrein werden. Warum? Am Ende von Vers 28 heißt es: „damit sie nicht unrein würden, sondern das Passah essen könnten.“
Genau hier entsteht das chronologische Problem. Wie kann Jesus am Donnerstagabend ein geschlachtetes Lamm gegessen haben, wie kann er schon das Passah gefeiert haben, wie kann die Nacht hereinbrechen, der Morgen anbrechen und die Juden wollen sich nicht verunreinigen, weil sie das Passah noch nicht gegessen haben? Manche nehmen an, dass Jesus ein privates Passah gefeiert hat. Unmöglich. Es gibt keine privaten Passahfeiern, weil Lämmer nur zu der dafür vorgesehenen Zeit geschlachtet werden dürfen. Wie kommt es also, dass die Juden das Passah noch nicht gegessen haben? Waren sie vielleicht ein bisschen spät dran, weil sie beschäftigt waren? Das kann nicht sein, denn sie waren viel zu religiös und gesetzestreu. In Johannes 19,14 — als Jesus vor Pilatus steht — heißt es: „Es war aber Rüsttag für das Passah, und zwar um die sechste Stunde“, also Freitag.
Hier wird deutlich, dass dies ein Freitag ist, ohne Zweifel ein Freitag! — und die Juden haben das Passah immer noch nicht gegessen. Sie haben das noch nicht getan, was Jesus schon getan hatte. Wie passt das zusammen? Wie kann der Herr am Donnerstagabend das Passah essen, obwohl die Juden es am Freitagmittag noch nicht gegessen haben? Feiert jeder sein eigenes Passah? Was ist hier los?
Zunächst folgendes: Christus kam, um als Passahlamm zu sterben. Erinnerst du dich an Matthäus 27,46, wo es heißt: „Und um die neunte Stunde rief Jesus mit lauter Stimme: Eli, Eli, lama sabachthani, das heißt: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?‘“ Dann starb er. Jesus starb am Freitag zwischen 15 und 17 Uhr. Die neunte Stunde – ist 15 Uhr. Um 15 Uhr war das Leben Jesu zu Ende. Genau in dem Moment, als die Schreie der Schafe aus dem Tempel zu hören waren, weil das Schlachten begann. Die Führer – die meisten von ihnen waren Sadduzäer – die Judäer, schlachteten all diese Lämmer genau in dem Moment, als Jesus starb. Er starb, wie es in 1. Korinther 5,7 heißt, als Christus, unser Passahlamm, das für uns geschlachtet wurde.
Jesus ist wahrscheinlich an dem Tag in die Stadt gekommen, an dem das Lamm ausgewählt wurde. Er ist an dem Tag gestorben, an dem die Lämmer zwischen 15 und 17 Uhr geschlachtet wurden, um jede Prophezeiung und jedes Bild bis ins Detail zu erfüllen. Aber was macht Jesus dann mit dem Passah am Donnerstagabend? Die Antwort ist absolut faszinierend. Manche meinen, es sei kein Passah gewesen. Jesus hätte nur ganz normal zu Abend gegessen. Das Problem dabei ist, dass sie es immer wieder Passah nennen. Außerdem bestand Jesus darauf, dass es innerhalb Jerusalems stattfinden sollte. Wäre es nur eine gewöhnliche Mahlzeit gewesen, hätten sie in Bethanien essen können und sich eine Menge Mühe ersparen können. Aber laut Tradition musste das gesamte Passahfest innerhalb der Stadt Jerusalem stattfinden.
Außerdem war es für Juden sehr ungewöhnlich, gewöhnliche Mahlzeiten bei Nacht zu essen. Bei normalen Mahlzeiten sich zu Tisch zu legen war ebenfalls sehr ungewöhnlich, das machte man nur bei Festen oder Festessen. Darüber hinaus wurde bei einer normalen Mahlzeit das Brot zu Beginn gebrochen, hier aber mittendrin. Nicht nur das, sondern auch die Verwendung von Rotwein war sehr ungewöhnlich, und auch, dass sie nach dem Essen ein Lied gesungen haben, das war beim Passah üblich! Und noch etwas: Als Judas später hinausging, dachten die Jünger, er würde den Armen Geld geben. So etwas tat man beim Passah, sonst nicht.
Alles deutet also darauf hin, dass Jesus am Donnerstagabend Passah gefeiert hat. Aber warum an einem anderen Tag? Die Antwort ist großartig. Es hängt nämlich alles davon ab, wie man die Tage zählt: Wir zählen Tage von Mitternacht zu Mitternacht. Der nächste Tag beginnt heute um Mitternacht. Das machten sie nicht. Deshalb gibt es mehrere Möglichkeiten. Für die Juden ging ein Tag von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang oder von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Der normale Tagesablauf war Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Aber Feste, besondere Tage und der Sabbat gingen von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang. Es kommt also darauf an, wie man den Tag betrachtet.
Genau das möchte ich dir deutlich machen, denn es ist einfach faszinierend. Das Fest der ungesäuerten Brote musste laut 2. Mose 12,18 von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang gefeiert werden, sieben Tage lang. Diese Tage wurden also von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang gerechnet. Der Versöhnungstag dauerte von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang. Der wöchentliche Sabbat dauerte von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang. Wenn eine besondere Reinigung oder Zeremonie nötig war – wie in 3. Mose 11,14.15.17 oder 3. Mose 22,6 –, wenn jemand nur für einen Tag unrein war, musste die Reinigung vor Sonnenuntergang abgeschlossen sein. Diese Tage wurden also von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang gerechnet.
Es scheint also, dass an besonderen Sabbaten oder bestimmten Festtagen die Zeit von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang gerechnet wurde. Das kann an der Schöpfungsordnung liegen. Mir ist aufgefallen, dass es in 1. Mose 1 heißt: „Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der erste Tag. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: der zweite Tag.“ Das würde bedeuten, dass Gott den Tagesrhythmus ursprünglich von Abend zu Abend setzte. Andererseits rechneten die Juden den normalen Kalendertag von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Und im Grunde denken wir ähnlich, wenn wir sagen: von Mitternacht bis Mitternacht. Unser Tag beginnt für uns gefühlt dann, wenn wir morgens aufstehen. Also ging ihr Tag von heute Morgen bis zum nächsten Morgen. In Matthäus 28,1 heißt es „Nach dem Sabbat aber …“ wörtlich steht dort „Am späten Sabbat aber, als der erste Tag der Woche anbrach“. Da sehen wir, dass der Verfasser sagt, der erste Tag der Woche beginnt mit dem Morgengrauen. Sie sind also wieder bei ihrer normalen Zeitrechnung.
Was folgt jetzt daraus? Es zeigt einfach, dass sie manchmal von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang zählten, und manchmal bezeichneten sie einen Tag als die Zeit von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Es gibt noch andere Stellen im Alten Testament wo der Tag von Morgen bis Morgen geht, wie z. B. in 5. Mose 16,4.
Weil es im Alten Testament nicht ausdrücklich vorgeschrieben war wie dieser Passah-Tag zu feiern ist, konnte man den Tag von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang oder von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang rechnen. Je nachdem, wo man anfing, endete er auch. Josephus, der große jüdische Historiker, der ein Pharisäer war und zur Zeit Jesu lebte, hat das Gesetz des Passah sehr gut erklärt. Er sagte, das Passahlamm muss in der Nacht gegessen werden und nichts darf bis zum Morgen übrigbleiben. Die Mischna sagt, es muss bis Mitternacht gegessen werden. Beide betonen also eine Sache: Wer es isst, muss es vor Tagesanbruch essen, vor dem Anbruch des neuen Tages. Hör jetzt gut zu. Wenn man sich ein bisschen mit dieser Geschichte beschäftigt, entdeckt man Folgendes: Die Galiläer – also die Leute aus dem Norden – und die Pharisäer rechneten den Passah-Tag von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Die Judäer und Sadduzäer rechneten ihn von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang.
Das wissen wir, weil es in der Mischna steht, der Niederschrift des jüdischen Gesetzes. Dort heißt es zum Beispiel, dass die Galiläer am Passah-Tag überhaupt nicht arbeiteten, weil der Tag für sie mit Sonnenaufgang begann. Da steht auch, dass die Judäer bis Mittag arbeiteten, weil der Tag für sie erst mit Sonnenuntergang begann.
Hör jetzt wieder gut zu. Die Galiläer und die Pharisäer rechnen den Beginn des Passah ab Donnerstag: Vom Donnerstagmorgen bis zum Freitagmorgen. Die Judäer und die Sadduzäer fangen erst am Donnerstagabend bei Sonnenuntergang an, und der Tag dauert für sie bis Freitagabend bei Sonnenuntergang. Die Galiläer und die Pharisäer fangen also früh am Tag an, wie Matthäus in Kapitel 26 beschreibt, wo die Jünger sagen: „Herr, wie sollen wir das Mahl für heute Abend vorbereiten?“ Ihr Tag geht von Morgen bis Morgen und es muss vor Tagesende gegessen werden, darum müssen sie es in dieser Nacht essen. Die anderen dagegen beginnen ihren Tag erst am Abend. Darum sind sie erst am Freitagabend bereit, ihr Lamm zu schlachten und dann zu essen, wenn der Sabbat beginnt. Wie gesagt, bestätigt die jüdische Gesetzessammlung das. Da steht, dass die Galiläer am Tag des Passah überhaupt nicht arbeiten, während die anderen einen halben Tag arbeiten, weil für sie der Tag erst am Abend anfängt.
Was bedeutet das alles? Hör gut zu. Zunächst einmal bringt es Johannes 18 und 19 in Einklang, denn es zeigt, dass die Galiläer – also Jesus und seine Jünger und die Pharisäer –, ihr Passah am Donnerstagabend feiern konnten. Für sie hatte der Tag schon am Morgen begonnen und er endete am Freitagmorgen. Für die Sadduzäer und alle die aus Judäa kamen, begann die Feier erst später. Sie schlachteten ihr Lamm erst am Ende des Freitags.
Warum ist das wichtig? Es ist schon merkwürdig, dass das so war. Wir können nicht genau sagen, wie es dazu gekommen ist. Aber das Faszinierende ist, hör gut zu: Jesus musste am Freitag sterben. Er musste am Freitag gekreuzigt werden, weil dann die traditionellen judäischen Passahlämmer in Jerusalem geschlachtet wurden, zwischen 15 und 17 Uhr am Freitag. Er musste zu dieser Zeit sterben. Deshalb heißt es: „um die neunte Stunde“. Er musste aber auch das Passah feiern, weil er es in das Abendmahl umwandeln musste. Wie konnte Jesus also das Passah feiern und gleichzeitig das Passahlamm sein? Das wäre absolut unmöglich gewesen. Es sei denn, Gott hätte diese historische Situation zugelassen. Genau in dem Jahr, als Jesus sterben sollte, konnte er problemlos am Donnerstagabend das galiläische Passah feiern und am Freitagnachmittag genau nach Plan im jüdischen Passah sterben, ohne irgendein jüdisches Gesetz zu übertreten.
Das wird auch dadurch gestützt, dass die Juden – besonders die Priester – froh über diese Regelung waren. Denn es wäre fast unmöglich gewesen, alle Lämmer in nur zwei Stunden zu schlachten. Wenn die Galiläer am Donnerstag kamen und die Judäer am Freitag, konnte man die Arbeit wenigstens auf zwei Tage aufteilen. Und sie konnten sie ihr Ziel erreichen. Sie waren also sehr zufrieden mit dieser Lösung.
Und noch etwas: In Jerusalem war es schwer, einen Raum für das Passamahl zu bekommen. Da wäre es doch sehr hilfreich, die Kapazität der Stadt zu verdoppeln, indem man zwei getrennte Zeiten dafür zulässt. Wenn du an Gottes Wort herangehst mit der Vorstellung, Jesus sei das Opfer menschlichen Einfallsreichtums, dann hast du den falschen Ansatz. Gott lenkt buchstäblich die Geschichte, sogar die Traditionen, die Bräuche und jedes Detail menschlichen Lebens, um seinen vollkommenen Plan zu erfüllen. Jesus musste das Passah feiern, um alle Gerechtigkeit zu erfüllen, um seine Jünger zu unterweisen, um ihnen das neue Gedächtnismahl zu zeigen, das aus dem Passah hervorgehen würde. Und doch musste er als das Passahlamm sterben. Er hat beides getan, weil Gott die Geschichte so gelenkt hatte, dass beides durch seine souveräne Vorsehung und Kontrolle möglich war.
Wenn wir also die Begebenheit von Jesus Christus betrachten, sehen wir alles andere als ein Opfer, oder? Matthäus zeigt uns in diesen drei kurzen Versen eine Majestät, die unser Verständnis weit übersteigt. Das ist nichts, was Jesus an einem Wochenende hätte arrangieren können. Es musste über Jahrhunderte vorbereitet werden, damit es überhaupt möglich war. So lenkt unser Herr, in vollkommener Übereinstimmung mit dem göttlichen Plan, der sich entfaltet, jeden einzelnen Schritt auf dem Weg zum Kreuz. Das ist der majestätische, herrliche, würdige, lebendige Sohn Gottes, unser Retter. Er verliert nichts inmitten seines Verrats, inmitten seiner Mörder. Er verliert keine Würde. Er bewahrt seine Majestät, indem er alles unter Kontrolle hat, was geschieht.
Das ist erst der Anfang. Nächsten Sonntag schauen wir uns dieses Passah an und sehen, wie der Herr es in sein Mahl umgewandelt hat. Nächsten Sonntag feiern wir dann auch das Mahl des Herrn. Nächster Sonntag ist unser Abendmahlssonntag und du willst bestimmt dabei sein. Wir neigen uns zum Gebet.
Unser Vater, wir danken dir für die großen Wahrheiten, die wir in deinem Wort gesehen haben. Wir freuen uns neu darüber, dass du alles in deiner Hand hast. Oh, wir preisen deinen Namen. Wir danken dir, o Gott. Vater, wir wissen auch, dass hier einige sind, die Jesus Christus noch nicht kennen – den souveränen Christus, den majestätischen, herrlichen, würdigen Christus, der gekommen ist, um für die Sünden der Welt zu sterben, der jedes Element seines eigenen Todes kontrolliert hat, damit all das geschehen konnte. O Gott, lass dies der Tag sein, an dem sie Jesus Christus kennenlernen und seine Vergebung empfangen. Himmlischer Vater, wir beten, dass dieser Tag nicht zu Ende geht, bevor alle zu dir kommen, um Vergebung zu empfangen.
ENDE
This article is also available and sold as a booklet.
