Heute Morgen kommen wir im 2. Korintherbrief zu einer der wichtigsten Lehren der gesamten Schrift. Der Apostel Paulus stellt darin ein Grundprinzip vor, das umfassende Auswirkungen hat auf unseren Nutzen und den Segen, den wir bringen. Damit bildet unser heutiger Text einen entscheidenden Eckpfeiler für unser gesamtes christliches Verständnis und Verhalten.
Schlage daher bitte 2. Korinther 6 auf. Ich werde nicht viel Zeit auf eine Einführung verwenden, sondern gleich zu diesem Prinzip kommen, weil es so unglaublich wichtig ist. 2. Korinther 6,14: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen! Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial überein?“ Mit Belial ist Satan gemeint. „Oder was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein?
Denn ihr seid ein Tempel des lebendigen Gottes, wie Gott gesagt hat: ›Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein‹. Darum geht hinaus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an! Und ich will euch aufnehmen, und ich will euer Vater sein, und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige. Weil wir nun diese Verheißungen haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottesfurcht!“
Dies ist wahrscheinlich der bekannteste Abschnitt des 2. Korintherbriefs. Und vermutlich wird die Aussage in Vers 14 am häufigsten zitiert. Dort heißt es: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit den Ungläubigen!“ Dieser Grundsatz ist ein so wichtiger Eckpfeiler des christlichen Lebens, dass wir ihm unsere ganze Aufmerksamkeit schenken müssen.
Schon beim ersten Lesen des Abschnitts wird deutlich, dass der Apostel Paulus zwei gegensätzliche Welten, Sphären, Reiche oder Dimensionen des Lebens unterscheidet. Die eine wird durch Gerechtigkeit, Licht, Christus, Gläubige und die Gegenwart Gottes charakterisiert. Die andere wird als gesetzlos, dunkel, satanisch, von Ungläubigen bewohnt und von Götzenbildern geprägt beschrieben. Es sind zwei Gesellschaften, zwei Bereiche, zwei Sphären, die völlig unterschiedlich und damit völlig unvereinbar sind. Damit drückt der Apostel aus, dass es für die Menschen der beiden Reiche keine Möglichkeit gibt, sich untereinander zu verbinden. Es gibt keine gemeinsame Arbeit, keine Partnerschaft, keine Gemeinschaft, keine Harmonie und keine Übereinstimmung. Nichts von diesen Dingen kann wirklich stattfinden.
Vor Jahren gab es eine Ballade, deren erste Zeile lautete: „Wir leben in zwei verschiedenen Welten.“ Und genau das ist hier der Fall. Es sind zwei verschiedene Welten, die absolut nichts gemeinsam haben. Niemand kann in beiden zugleich leben. Manche versuchen es, aber ohne Erfolg, weil die Welten zu unterschiedlich sind. Die eine ist alt, die andere neu. Die eine ist irdisch, die andere himmlisch. Die eine ist tödlich, die andere lebensspendend. Die eine ist materiell, die andere geistlich. Die eine ist voller Lügen, die andere voller Wahrheit. Die eine bezieht sich auf das Unreine, die andere auf das Reine. Darum soll Paulus' Botschaft in diesem Text allen Christen klar machen, dass es unmöglich ist, in beiden Welten zu leben oder hin und her zu pendeln.
Paulus sprach das aus einem bestimmten Grund an. Es war nämlich so, dass die Korinther versuchten, in beiden Welten zu leben oder zumindest hin und her zu pendeln. Sie waren zu Christus gekommen und in Kapitel 5,17 erklärt der Apostel Paulus: „Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung; das Alte ist vergangen; siehe, es ist alles neu geworden!“ Er bezeichnet die Erlösung als neue Schöpfung, und die Korinther waren in dieses Neue eingetreten. Sie waren zum himmlischen Neuen gekommen, zum Lebensspendenden und Geistlichen und Wahren. Sie waren in das Reich gekommen, das durch Gerechtigkeit, Licht, Christus und die Gegenwart Gottes gekennzeichnet ist.
Damit konnten sie keine innige Beziehung mehr zu dem haben, was alt, irdisch, tödlich, materiell, voller Lügen, gesetzlos, dunkel, satanisch und götzendienerisch war. Sie waren rein geworden und konnten keine Gemeinschaft mehr mit dem Unreinen haben. Die Korinther wanderten trotzdem zwischen diesen beiden nicht übereinstimmenden und unvereinbaren Bereichen hin und her. Darum hatten sie die Botschaft des Paulus bitter nötig.
Die Thessalonicher waren genauso. Auch von ihnen sagt Paulus in 1. Thessalonicher 1,9: „Ihr habt euch von den Götzen zu Gott bekehrt“. Ebenso wie die Korinther. Aber weil diese so von der heidnischen Kultur beeinflusst waren, in der sie lebten, kehrten sie immer wieder zu ihrem alten Götzendienst zurück. Dabei gab es doch nichts in diesem alten Reich, mit dem sie übereinstimmten, harmonierten, oder mit dem es sich lohnte, Gemeinschaft zu haben. Und trotzdem ließen sie sich von ihrer Umgebungskultur beeinflussen und immer wieder in ihren alten Götzendienst zurückziehen.
Um die Sache noch schlimmer zu machen, waren falsche Lehrer in ihre Mitte gekommen, die eine synkretistische, eklektische Religion mitbrachten. Diese Religion nahm das Christentum, das Judentum, sowie die beliebtesten Formen des heidnischen Götzendienstes auf und vermischte alles zu einer einzigen falschen, satanischen und verdammungswürdigen Häresie. Das hatte einen so großen Einfluss auf die Gemeinde in Korinth, dass sich einige Korinther sogar gegen Paulus wandten. Sie schlossen sich lieber diesen falschen Aposteln und Lügenlehrern an, deren dämonische Lehre satanischen Ursprungs war.
Infolge dessen versuchten die Korinther, das Christentum mit diesen neuen Ideen zu verbinden. Sie vernetzten Paulus mit den falschen Aposteln und richteten damit erschreckend viel Schaden an, wie wir noch sehen werden. Darum musste sich Paulus unbedingt mit diesem Problem in Korinth auseinandersetzen. Also schrieb er ihnen einen ersten Brief, der nicht in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen wurde. Den Folgebrief kennen wir als den 1. Korintherbrief aus der Schrift.
Und selbst nach diesem Brief besteht das Problem immer noch. Ja es hat sich sogar verschärft, weil falsche Lehrer ankamen, die eine andere Form heidnischer Religion einführten. Sie hatten ihre Religion mit dem Judentum und dem Christentum vermischt, um sie schmackhafter zu machen. Und so schwanken die Korinther zwischen Christus und der heidnischen Religion ihrer Vergangenheit hin und her, ohne es zu merken. Darum fordert sie Paulus in Vers 14 direkt auf, ein bestimmtes Gebot zu halten. Im Rest des Textes erläutert er dann das Prinzip, den Maßstab und die Anweisungen dazu. Das Gebot lautet: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit den Ungläubigen!“
Das ist wahrscheinlich die bekannteste Aussage des ganzen Briefes. Der Apostel fordert in einem klassischen Aufruf, sich von Ungläubigen abzusondern. Und für dich und mich ist tatsächlich die größte Herausforderung, vor der wir als Christen stehen, nicht mit Ungläubigen verbunden zu sein. Es erfordert eine enorme Anstrengung, ein abgesondertes Leben zu führen, insbesondere in einer Kultur, die uns mit allen Elementen des Heidentums bombardiert. Doch es ist nicht nur unsere größte Herausforderung. Sondern wenn wir diesem Gebot gehorchen, ist es gleichzeitig die größte Quelle für unsere Freude und Nützlichkeit.
Denn letztendlich haben das Reine und das Unreine nichts gemeinsam. Darum kann das Volk Gottes keine innigen Beziehungen zu denen aufbauen, die nicht zu Gott gehören. Alle derartigen Beziehungen bleiben oberflächlich, weil es unmöglich ist, zu einem Feind des Evangeliums eine bedeutungsvolle Beziehung aufzubauen. Dieser lebt in einer anderen Welt mit einem anderen, völlig feindseligen und antagonistischen Führer.
Was bedeutet dies nun? Was sind nun die Auswirkungen? Zunächst einmal wird der griechische Begriff heterozugeō, „in einem fremden Joch ziehen“, manchmal auch für das Einspannen in ein Gespann verwendet. Aber Paulus bezieht diese Analogie nicht aus dem griechischen Begriff, sondern von einem Konzept aus 5. Mose 22,10.
Als Gott seinem Volk Anweisungen gab, wie es sich verhalten sollte, waren viele dieser Anweisungen oberflächlich betrachtet nicht besonders geistlich. Sie hatten eher damit zu tun, dass das Leben der Israeliten einzigartig war. Einige Anweisungen waren sehr praktisch und weise. Eine davon ist in 5. Mose 22,10 aufgezeichnet. Sie lautet: „Du sollst nicht zugleich mit einem Rind und einem Esel pflügen.“ Und die Gründe dafür liegen auf der Hand, weil diese beiden Tiere völlig unterschiedliche Naturen haben.
Sie haben weder denselben Gang, noch dieselbe Veranlagung oder Kraft. Auch besitzen sie nicht dieselben Instinkte. Sie sind völlig unterschiedlicher Natur. Darum kann man sie nicht zusammen anspannen und erwarten, dass sie eine gerade Furche ziehen. Und Paulus greift diese Analogie auf und benutzt einen griechischen Begriff, der ebenfalls verwendet wurde, um von ungleichen oder gleichen Jochs zu sprechen. Tatsächlich wurde dieses Verb zu Paulus' Zeiten verwendet, um Lehrer zu bezeichnen, die einer gemeinsamen Religion, einer gemeinsamen Philosophie oder einer gemeinsamen Schule angehörten, sich aber nicht einig waren. Und man sagte, sie würden nicht im gleichen Joch ziehen.
Paulus greift also auf die hebräische Analogie aus dem Alten Testament zurück. Zugleich übernimmt er auch zum Teil die griechische Verwendung dieses Begriffs, denn er bedeutet tatsächlich, unter einem Joch zu stehen, an einem gemeinsamen Unterfangen beteiligt zu sein, miteinander verbunden zu sein. Und für einen Gläubigen und einen Ungläubigen ist es völlig unmöglich, das in vollkommener Harmonie zu tun. Die Aufforderung: „Zieht nicht in einem Joch mit den Ungläubigen!“ eröffnet Raum für alle möglichen Interpretationen. Es ist so wichtig, zu verstehen, was Paulus wirklich damit meint, weil die Auswirkungen davon alle möglichen Bedeutungen für unser Leben haben.
Manche meinen, dass Paulus hier eigentlich im wahrsten Sinne des Wortes zu einem klösterlichen Lebensstil aufruft. Wir sollen es wie die Mönche machen, die sich vor hunderten von Jahren mit schmutziger Kleidung in eine Höhle zurückgezogen haben und dort lebten, bis sie starben. Sie blieben einfach dort und wurden immer schmutziger, während sie die Heilige Schrift lasen und über ihren Bauchnabel nachdachten. Ihnen war am Wichtigsten, sich zu isolieren und von niemandem beeinflusst zu werden. Aber hinter dieser klösterlichen Mentalität stand eine absolute Fehlinterpretation.
In unserer heutigen modernen Zeit würde vielleicht jemand sagen: „Nun, es bedeutet, dass du besser darauf achtest, dein Haus von einem christlichen Immobilienmakler zu kaufen und dein Auto von einem christlichen Autohändler. Und dass du sicherstellst, dass du christliche Nachbarn hast und dass deine Kinder eine christliche Schule besuchen. Und du solltest darauf achten, dass du deine Versicherung bei einem christlichen Makler abschließt und du einen christlichen Metzger findest“, und so weiter und so fort. Diese Leute sind davon überzeugt, sich auf nichts einlassen zu können. Sie warnen zum Beispiel davor, in einen Investmentfonds zu investieren, weil man dann mit Ungläubigen verbunden wäre. Und so geht es endlos weiter.
Wo ziehen wir hier die Grenze? Was ist mit Verabredungen? Was ist mit der Ehe? Was ist mit der Zugehörigkeit zu einem Team? Was ist mit der Zusammenarbeit mit jemandem? Was ist mit gemeinsamen Freizeitaktivitäten? Was ist mit einem Investmentfonds? Was ist mit einem gemeinsamen Unternehmen? Wo ist die Grenze? Sollen wir uns ganz aus der Welt zurückziehen? Das wäre ziemlich schwierig, weil der Missionsauftrag lautet, in die Welt hinauszugehen und allen Geschöpfen das Evangelium zu verkünden. Es kann also nicht heißen, dass wir uns ganz aus der Welt zurückziehen sollen.
Die Korinther hatten es leichter. Sie konnten Paulus’ Aussage im Zusammenhang mit dem verstehen, was er ihnen in seinem ersten Brief schon geschrieben hatte. Kehren wir also zu 1. Korinther zurück und schauen uns anhand einiger Schriftstellen an, wie Paulus definiert, was er damit meint. Um unserer Verwirrung entgegenzusteuern setzt er einige sehr klare Parameter.
In 1. Korinther 9,19 bereitet Paulus alles vor: „Denn obwohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um desto mehr Menschen zu gewinnen.“ Hier sagt Paulus: „Seht, ich bin in gewisser Weise von allen Menschen frei. Ich bin in das Reich des Lichts katapultiert worden. Eigentlich gibt es für mich in dieser Welt keine Hindernisse, aber ich habe mich bewusst und absichtlich zum Sklaven aller gemacht, um sie zu evangelisieren.“ Paulus wollte sich also nicht aus der Welt zurückziehen. Er war alles andere als ein Mönch, sondern im Gegenteil mitten im Geschehen.
Er war mitten unter den Menschen, so wie Jesus, der auch die Menschen anzog. Er ging dorthin, wo die Sünder waren, um ihnen das Evangelium zu verkünden. Darum sagt er in Vers 20: „Den Juden bin ich wie ein Jude geworden, damit ich die Juden gewinne; denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne“. Er wurde ein Jude, und um die anspruchsvollen, gesetzestreuen Pharisäer zu gewinnen und folgte er sogar ihrem Weg, wenn es nötig war.
Und für diejenigen, die ohne Gesetz waren, die Heiden, wurde er laut Vers 21 „als wäre ich ohne Gesetz – obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen – damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne; ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette. Dies aber tue ich um des Evangeliums willen, um an ihm teilzuhaben.“ Das bedeutet so viel wie: Mein Ziel ist Menschen für Christus zu gewinnen.
Du siehst also, dass Paulus nicht vor der Welt geflohen ist. Im Gegenteil, er hat sich mitten in die Welt hinein-begeben, um die Menschen zur Erkenntnis Christi zu führen. Er ruft nicht dazu auf, sich von den Ungläubigen zu isolieren. Und auch die Ungläubigen sollen nicht von uns isoliert werden. Wenn Gott wollte, dass wir uns von Ungläubigen isolieren, hätte er uns gerettet und sofort in den Himmel katapultiert. Er ruft nicht zur Isolation auf. Sondern wir sind im Gegenteil sogar dazu verpflichtet, ständig mit Ungläubigen in Kontakt zu treten.
Um zu sehen, wo Paulus wirklich seine Grenzen setzt, gehen wir zurück zu 1. Korinther 5. Bestimmt gibt es unter uns Leute, die sagen, dass sie einfach den Umgang mit weltlichen Menschen einschränken. Sie möchten mit diesem Gesindel und dem Bösen nichts zu tun haben. Ihre Grenze ist, sich strikt fernzuhalten. Dazu sagt Paulus in 1. Korinther 5,9: „Ich habe euch in dem Brief geschrieben, dass ihr keinen Umgang mit Unzüchtigen haben sollt“. Sicherlich fühlen sich diese Leute dadurch in ihrer Meinung bestätigt.
Aber Paulus schreibt weiter in Vers 10: Ich meine damit „nicht mit den Unzüchtigen dieser Welt überhaupt, oder den Habsüchtigen oder Räubern oder Götzendienern; sonst müsstet ihr ja aus der Welt hinausgehen.“ Das wäre sogar sündhaft, weil sie sich ihrer Verantwortung entziehen würden. Paulus möchte nicht, dass sie sich in eine Höhle zurückziehen. Sondern er sagt in Vers 11: „Jetzt aber habe ich euch geschrieben, dass ihr keinen Umgang haben sollt mit jemand, der sich Bruder nennen lässt und dabei ein Unzüchtiger oder Habsüchtiger oder Götzendiener oder Lästerer oder Trunkenbold oder Räuber ist“.
Paulus spricht nicht von unmoralischen Menschen in der Welt, sondern von unmoralischen Menschen in der Gemeinde. Mit diesen muss man sich auseinandersetzen, weil sie die Gemeinschaft verderben. Sie sind wie Sauerteig. Über diese sagt er: Ihr müsst sie hinauswerfen und dem Satan übergeben. Ihr müsst euch mit ihnen auseinandersetzen und sollt nicht einmal mit ihnen essen. Wenn sie falsche Lehrer sind, ermahnt sie ein paar Mal und dann schließt sie aus. In Vers 12 schreibt er weiter: „Denn was gehen mich auch die an, die außerhalb der Gemeinde sind, dass ich sie richten sollte? Habt ihr nicht die zu richten, welche drinnen sind? Die aber außerhalb sind, richtet Gott.“ Gott wird die richten, die außen stehen.
Deshalb geht Paulus auf sie zu. Es treibt ihn an, diese mit dem Evangelium zu erreichen. Was es also auch immer bedeutet, nicht mit Ungläubigen verbunden oder unter einem ungleichen Joch zu sein, es bedeutet nicht, dass wir uns von sündigen Ungläubigen abschotten sollen. Dann müssten wir uns ja aus der Welt zurückziehen. Und das würde genau den Zweck zunichte machen, für den Gott uns in der Welt gelassen hat, nämlich in die Welt zu gehen und jedem Geschöpf das Evangelium zu predigen.
Die schwerste Anschuldigung, die jemals von der religiösen Obrigkeit gegen Jesus vorgebracht wurde war, ein Freund von Sündern zu sein. Er verkehrte mit Trunkenbolden und Weinsäufern und Prostituierten. Und genau dafür ist er gekommen. Er ist nicht für die Gerechten gekommen, sondern für die Sünder. Darum müssen auch wir dort sein, wo sie sind.
Wieder andere legen diese Stelle so aus, dass man sich scheiden lassen kann, wenn man mit einem Ungläubigen verheiratet ist. Denn weil Licht keine Gemeinschaft mit der Finsternis haben kann, kann auch ein Gläubiger auf der intimsten Ebene keine Gemeinschaft mit einem Ungläubigen haben. Und wie soll man dann eine Ehe führen? Deshalb raten sie, sich von dem ungläubigen Partner zu trennen und sich einen netten christlichen Mann oder eine nette christliche Frau zu suchen. Doch ist das wirklich das, was es bedeutet?
Schlage dazu bitte 1. Korinther 7,12 auf. Dort schreibt Paulus: „Den übrigen aber sage ich, nicht der Herr:“ Damit stellt er einfach klar, dass er zwar immer noch vom Heiligen Geist inspiriert schreibt und die Wahrheit sagt, sich aber nicht mehr direkt auf die vorherige Lehre Jesu bezieht. Und er sagt: „Wenn ein Bruder eine ungläubige Frau hat, und diese ist einverstanden, bei ihm zu wohnen, so soll er sie nicht entlassen“. Das ist der Fachbegriff für Scheidung. Wenn du eine ungläubige Frau hast und diese mit dir verheiratet bleiben möchte, dann soll sie bleiben. Gott hasst jede Art von Scheidung. Und dasselbe gilt in Vers 13: „Eine Frau, die einen ungläubigen Mann hat, der einverstanden ist, bei ihr zu wohnen, soll ihn nicht verlassen.“
Man könnte es natürlich so verstehen, dass infolge des Evangeliums alles neu wird und du vom Reich der Finsternis in das Reich Gottes trittst und einen neuen Herrn hast, nämlich Christus. Und du erkennst, dass du mit dem ungläubigen Partner nun nicht mehr die Art von intimer Beziehung haben kannst, die das Leben reich und sinnvoll und die Ehe zu dem macht, was Gott vorgesehen hat. Denn nun lebt ihr auf der tiefsten Ebene eures Wesens in zwei völlig unterschiedlichen Welten. Und daher wäre es richtig, diesen Menschen zu verlassen und einen Christen zu finden, dessen Leben du wirklich erfüllen kannst. Aber die Bibel sagt dazu ganz klar, dass das eben nicht richtig ist.
Es bedeutet nicht, dass man seinen ungläubigen Ehepartner verlassen soll. Es bedeutet nicht, dass man sich von allen schlechten Menschen in seiner Gesellschaft abschotten soll. Doch was bedeutet es dann? Wo muss man die Grenzen ziehen? Nehmen wir einen anderen Text, 1. Korinther 8. Und ich erinnere noch einmal daran, dass die Korinther schon einen ersten Brief erhalten hatten, der ihnen einen Kontext gab. Das half ihnen, die Aussage des Paulus in 2. Korinther 6,14 zu verstehen. Und hier in 1. Korinther 8 spricht Paulus über ein paar Grenzen.
Zunächst einmal möchte ich ein paar Hintergründe aufzeigen. In der Antike drehte sich das ganze Leben in Korinth um das Heidentum und die Verehrung des Gottes Äskulap und allem, was damit zusammenhing. Die Ungläubigen versammelten sich ständig bei heidnischen Festen, um diese Götzen in Zeremonien zu verehren.
Wenn man nun da hingehen wollte, wo die Ungläubigen waren, musste man dorthin gehen, wo sie sich versammelten. Und das war ein großartiger Ort dafür. Darum gingen vermutlich auch einige Gläubige dorthin. Und sie sind ja auch wirklich frei, dorthin zu gehen und können sagen: „Schaut, ich bin frei in Christus. Ich sehe mir das Ganze an, mache aber in meinem Herzen und meiner Seele nicht mit. Ich lasse mich nur auf Dinge ein, die moralisch gesehen keine Konsequenzen haben. Aber indem ich hingehe, halte ich die Verbindung zu diesen Menschen aufrecht. Nur so kann ich sie erreichen und deshalb ist das in Ordnung.“
Doch Vers 10 zeigt ein kleines Problem mit einer solchen Haltung auf: „Denn wenn jemand dich, der du die Erkenntnis hast, im Götzentempel zu Tisch sitzen sieht, wird nicht sein Gewissen, weil es schwach ist, dazu ermutigt werden, Götzenopferfleisch zu essen?“ Hier geht es um einen neuen Christen, einen Baby-Christen, der in Römer 14 und 15 auch als der schwächere Bruder bezeichnet wird. Dort führt Paulus dieselbe Art von Diskussion. Und dieser Baby-Christ sieht den reifen Christen beim Bacchusfest.
Er sieht, dass dieser Christ dort ist, wo es mit den Tempelprostituierten sexuell zur Sache geht, es wird getrunken geschlemmt und eine wilde Party gefeiert. Und angeblich geht der Starke hin, um Christus zu bezeugen. Er setzt sich hin und isst mit. Das Essen gehört dazu, also isst er das Mahl. Denn für ihn ist ein Götze nichts, wie es in 1. Korinther 8,4 heißt. Also ist für ihn auch das nichts, was einem Götzen dargebracht wird. Es hat keine Bedeutung und ist sinnlos, weil ja der Götze nicht existiert. Darum isst er einfach das Essen mit.
Aber dieser andere Christ ist schwach, weil er ganz frisch gläubig ist. Er wurde gerade erst aus dem Götzendienst herausgerettet. Und nun sieht er einen reifen Bruder dasselbe tun und sagt sich: „Also bin ich auch frei, dorthin zu gehen und das Zeug zu essen. Das ist toll!“ Und so geht er hin, aber er ist zu schwach und wird sofort wieder in sein altes Heidentum hineingezogen. Er hat einfach noch nicht die geistliche Kraft, mit dieser Freiheit umzugehen. In diesem Fall hat also der stärkere Bruder seine Freiheit genutzt, um den schwächeren Bruder zum Straucheln zu bringen. Deshalb muss er aufpassen, wie er lebt.
Er kann in die Welt hinausgehen und die Welt erreichen, aber er muss sich jederzeit sehr bewusst sein, dass ihn jemand dabei beobachten könnte, wie er sein Verhalten legitimiert. Und wenn dieser jemand sieht, dass dieses Verhalten für ihn in Ordnung ist, stürzt er sich vielleicht in dasselbe Verhalten, ohne die geistliche Kraft zu haben, mit den Folgen fertig zu werden. Und schon bald wird er wieder in den Strudel hineingezogen und findet nicht mehr hinaus.
Paulus sagt in Vers 10 über den schwächeren Bruder: Wird er nicht „dazu ermutigt werden, Götzenopferfleisch zu essen? Und so wird wegen deiner Erkenntnis der schwache Bruder verderben, um dessen willen Christus gestorben ist. Wenn ihr aber auf solche Weise an den Brüdern sündigt und ihr schwaches Gewissen verletzt, so sündigt ihr gegen Christus.“ In Vers 13 folgert er daraus, dass wir besser nichts tun sollten, was unseren Bruder zum Straucheln bringt. Wir haben also durchaus einige Grenzen, wenn wir die Welt erreichen wollen. Die erste Grenze in diesem speziellen Text besteht darin, dass unsere Freiheit keinen schwächeren Bruder zum Straucheln bringen darf. Wir müssen also auf unser Verhalten achten.
Ja, wir wollen die Welt erreichen und dazu in Tuchfühlung mit ihr gehen. Ja, wir wollen sie zu Christus führen. Aber trotzdem dürfen wir uns nicht vollständig mit ihrem Lebensstil identifizieren. Denn dies könnte einen schwächeren Christen dazu verleiten, zu denken, er sei frei, dies ebenfalls zu tun. Doch in seinem Fall stürzt er sich dadurch in eine geistliche Katastrophe. 1. Korinther 10 beschreibt eine ähnliche Einschränkung unserer Freiheit.
Dort wird uns in Vers 27 ein Szenario vorgestellt, in dem ein Ungläubiger zum Essen einlädt. Der Christ kann sich darüber freuen und hingehen und Paulus schreibt: „Esst alles, was euch vorgesetzt wird“. Sie wollen den Mann ja nicht beleidigen, der ihnen das Fleisch auftischt. Paulus schreibt, dass sie alles essen können, ohne Fragen zu stellen damit ihr Gewissen nicht verletzt wird. Denn sie wussten, dass der beste Ort, um in einer götzendienerischen Stadt Fleisch zu kaufen, die Metzgerei des Tempels war, weil die Preise dort niedrig waren.
Die Preise waren deshalb so niedrig, weil sie es nicht vom Händler kaufen mussten. Die Ungläubigen kamen zum Tempel und brachten ihre Opfer dar. Ein Teil davon wurde verbrannt und ein Teil wurde von den Priestern verzehrt, die den Tempel betrieben. Aber die Priester konnten nicht alles verzehren. Und so warfen sie das Fleisch nicht einfach weg, sondern eröffneten eine Metzgerei und verkauften es an die Menschen. Und durch den Wegfall des Großhändlers und der Zwischenhändler bekam man dort den besten Preis. Deshalb kauften die Menschen ihr Fleisch dort.
Und Paulus sagt, auch wenn das Fleisch den Götzen dargebracht wurde, sollten sie keine Fragen um des Gewissens willen stellen, sondern einfach essen, was ihnen vorgesetzt wurde. Doch in Vers 28 geht es weiter mit einem „Aber“: „Wenn aber jemand zu euch sagt: Das ist Götzenopferfleisch!“. Er beschreibt eine Situation, in der mehrere Gläubige dort sind. Und einer der Gläubigen sagt zum anderen: „Schau, das ist Fleisch, das Götzen geopfert wurde.“, dann hat der andere ein Problem. Denn er wird in jedem Fall jemanden beleidigen. Wenn er isst, beleidigt er seinen Bruder, der schwach ist und nicht damit umgehen kann. Das ist so, wie wenn du einem brandneuen Christen, der sich heute vom orthodoxen Judentum bekehrt hat und zu dir nach Hause kommt, um zum ersten Mal mit einem Christen zu essen, und du ihm Schweinekoteletts anbietest aber er kann damit noch nicht umgehen.
Für jemanden, der aus dem tiefsten Heidentum gerettet wurde, bedeutet Götzenopferfleisch das ganze widerwärtige, götzendienerische, unmoralische, religiöse Gebilde. Und wenn du ihm Fleisch gibst, das Götzen dargebracht wurde, ist das mehr, als sein Gewissen ertragen kann. Aber du willst ihn nicht damit unter Druck setzen, und ihn dahin erziehen, sein Gewissen zu ignorieren. Du willst nicht, dass er etwas tut, was gegen sein Gewissen verstößt. Und du willst ihn auch nicht in etwas hineinziehen, das ihn in den Strudel seines alten Lebens zurückzieht. Also ist es auch dein Problem, wenn er sagt: „Das ist Götzenopferfleisch, ich kann das nicht essen.“
Und du sitzt da und denkst: „Oh Bruder. Wenn ich jetzt nicht dich beleidige, beleidige ich dafür diesen Ungläubigen, den wir eigentlich für Christus gewinnen wollen.“ In dieser schlimmen Zwickmühle sagt dir Vers 28, was du dann tun sollst: „So esst es nicht, um dessen willen, der den Hinweis gab, und um des Gewissens willen.“ Paulus sagt hier ganz klar, dass es besser ist, den Nichtchristen zu verärgern, weil deine Verpflichtung gegenüber deinem Bruder größer ist. Er gehört zur Familie. So ist das im Königreich. Es ist viel besser, den Ungläubigen zu verärgern.
Denn weißt du, zu welchem Schluss dieser Ungläubige kommen wird? Er wird denken: „Diese Christen lieben einander und kümmern sich umeinander.“ Wenn du hingegen deinen Bruder beleidigst und den Ungläubigen nicht, wird der Ungläubige zu dem Schluss kommen, dass es besser ist, ein Ungläubiger zu sein, weil diese sich gegenseitig besser behandeln. Wir haben eine tiefere Verpflichtung gegenüber denen innerhalb der Familie. Wir dürfen sie nicht zum Straucheln bringen. Darum sagt Jesus in Matthäus 18: „Wer aber einem von diesen Kleinen, die an mich glauben, Anstoß zur Sünde gibt, für den wäre es besser, dass ein großer Mühlstein an seinen Hals gehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde.“
Mit anderen Worten: Es wäre besser, tot zu sein, als einen Gläubigen zu beleidigen. Deshalb verzichte um des Bruders willen lieber darauf, den Ungläubigen erreichen zu wollen. Stelle lieber sicher, dass der Bruder nicht strauchelt. Denn auch Gott kümmert sich weniger um diejenigen, die nicht zu ihm gehören und viel mehr um die Seinen, die seine geliebten Schafe sind. Deshalb ist es wichtig, nichts zu tun, was den Bruder zur Sünde verleitet.
Das ist der Kontext, in dem wir unseren Text verstehen müssen. Es bedeutet nicht, dass wir uns in eine Höhle zurückziehen, dass wir unseren ungläubigen Ehepartner verlassen oder unsere ungläubigen Freunde loswerden. Es bedeutet nicht, dass wir von unseren ungläubigen Nachbarn wegziehen oder die Schule verlassen, weil es dort nichtchristliche Lehrer gibt. Das alles bedeutet es nicht. Selbst Jesus war der Freund der Sünder, aß mit den Gottlosen und ging in ihre Häuser. Es bedeutet vielmehr, dass wir uns nicht zu sehr in ihre Welt hineinbegeben dürfen, wenn dies unserem Zeugnis innerhalb des Leibes Christi schadet.
Wovon spricht Paulus also hier im 2. Korintherbrief? Spricht er von der Ehe? Oder von Partnersuche, Geschäft, Arbeit, Team, Politik, Bildung, Unterhaltung oder Freizeit? Die Korinther verstanden, welche Grenzen er ihnen hier aufzeigte. Und das möchte ich euch nun auch zeigen, denn Paulus hat hier nur eines im Sinn. Die Korinther waren alle von falschen Lehrern durcheinandergebracht worden. Diese lehrten sie eine verdorbene Religion. Und als ob das noch nicht genug wäre, waren sie auch noch vom Heidentum umgeben. Damals bedeutete das Wort „Korinthisieren”, mit einer Prostituierten zu schlafen. So sehr wurde ihre Stadt mit Bosheit identifiziert. Deshalb sagt ihnen der Apostel, dass sie sich nicht mit falschen Lehrern, falschen Aposteln und falscher Religion verbinden dürfen. Das ist das Problem! Und es ist so wichtig, das richtig zu verstehen.
Gehen wir noch einmal zu 1. Korinther 10. Paulus beginnt dieses Kapitel mit einer Illustration über Mose und die Kinder Israels. Sie waren unglaublich miteinander verbunden, denn sie waren alle gemeinsam unter der Wolke und durchquerten gemeinsam unter Moses Führung das Meer. Sie hatten alle die gleiche geistliche Nahrung, nämlich Manna vom Himmel und Wasser. Sie tranken alle denselben geistlichen Trank, mit dem Christus sie versorgte. Sie wurden alle von Gott versorgt.
Aber Vers 5 zeigt, dass Gott nicht zufrieden war mit ihnen, weil sie sich auf Götzendienst einließen. Deshalb fordert Paulus die Korinther in Vers 7 auf: „Werdet auch nicht Götzendiener, so wie etliche von ihnen“. Und er erinnert sie daran, wie deren Götzendienst aussah: „›Das Volk setzte sich nieder, um zu essen und zu trinken, und stand auf, um sich zu vergnügen‹.“ Sie handelten so unmoralisch, dass 23.000 von ihnen getötet werden mussten. Sie wurden durch Schlangen vernichtet und es war eine schreckliche Tragödie. Kurz zusammengefasst geht die Geschichte Israels folgendermaßen: Die Kinder Israels sind in Ägypten. Gott kommt und vollbringt ein Werk der Erlösung, indem er sie aus Ägypten herausführt. Nun sind sie ein erlöstes Volk und machen sich auf den Weg nach Kanaan. Als sie in die Wüste kommen, beginnen sie, auf götzendienerische Weise anzubeten. Sie machen ein goldenes Kalb, verfallen in böse Unmoral und Götzendienst und sterben alle in der Wüste.
Warum? Sie waren doch aus der Gefangenschaft befreit worden und hatten Erlösung durch Gott erfahren. Doch anstatt rein zu bleiben, kehrten sie zum Heidentum zurück. Das goldene Kalb kannten sie noch aus Ägypten. Das zeigt, dass sie zurückkehrten zu ihrem früheren Götzendienst. Und genau das taten auch die Korinther, als sie diese schreckliche Unmoral mit den Tempelpriesterinnen begingen. Nach dieser Illustration fordert Paulus sie in Vers 14 auf: „Darum, meine Geliebten, flieht vor dem Götzendienst!“ Sie sollen nicht zurückkehren.
Und dann gibt er ihnen in Vers 16 das Warum: „Der Kelch des Segens, den wir segnen, ist er nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist es nicht die Gemeinschaft des Leibes des Christus? Denn es ist ein Brot, so sind wir, die Vielen, ein Leib; denn wir alle haben Teil an dem einen Brot. Seht das Israel nach dem Fleisch! Stehen nicht die, welche die Opfer essen, in Gemeinschaft mit dem Opferaltar?“ Wieder spricht er davon, dass wir als Erlöste Gottes alle ein Volk sind.
Weiter schreibt er: „Was sage ich nun? Dass ein Götze etwas sei, oder das sein Götzenopfer etwas sei? Nein, sondern dass die Heiden das, was sie opfern, den Dämonen opfern und nicht Gott!“ Der Götze an sich ist ein Nichts, weil es keinen solchen Gott gibt. Aber hinter diesem falschen Götzen steht ein Dämon, der sich als ebendieser Gott ausgibt. Das macht es zu einer dämonischen, falschen Religion, an der Satan und Dämonen beteiligt sind. Darum heißt es am Ende von Vers 20: „Ich will aber nicht, dass ihr in Gemeinschaft mit den Dämonen seid. Ihr könnt nicht den Kelch des Herrn trinken und den Kelch der Dämonen; ihr könnt nicht am Tisch des Herrn teilhaben und am Tisch der Dämonen! Oder wollen wir den Herrn zur Eifersucht reizen? Sind wir etwas stärker als er?“ Das ist dieselbe Warnung.
In Korinth flirteten sie immer noch mit dem Götzendienst; das zog sie zurück in ihr altes Leben. Und das wurde noch verschlimmert durch eine heidnische Form der Religion, die ihnen von den falschen Aposteln gebracht wurde. Diese falschen Lehrer waren Boten Satans, die sich als „Engel des Lichts“ tarnten, wie es in 2. Korinther 11,14-15 heißt. Sie kamen in die Gemeinde und redeten angeblich in Zungen. Aber es war nichts anderes als das heidnische Kauderwelsch, das sie früher benutzt hatten. Sie waren so korrupt, dass sie Jesus Christus verfluchten und dachten, es sei der Heilige Geist, der hier rede. Das steht in 1. Korinther 12,3. Die Korinther waren zu stummen Götzen geführt worden und sagten, Jesus sei verflucht. Und deshalb zeigt Paulus ihnen auf, dass das nicht vom Heiligen Geist kommt.
So heißt es in 1. Korinther 6,15: „Wisst ihr nicht, dass eure Leiber Glieder des Christus sind? Soll ich nun die Glieder des Christus nehmen und Hurenglieder daraus machen?“ Du kannst nicht Christus annehmen und dich dann einfach einer Hure anschließen, weil du dadurch Christus mit der Hure verbindest. In Vers 17 heißt es: „Wer aber dem Herrn anhängt, ist ein Geist mit ihm. Flieht die Unzucht!“ Flieht den Götzendienst! Diese beiden Fluchten, zu denen Paulus in 1. Korinther aufruft, vermitteln uns ein Bild davon, was sie taten. Sie waren einfach zu ihrem früheren Götzendienst zurückgekehrt, weil sie durch falsche Lehrer verwirrt waren, die sie durch ihre falschen Lehren hineinzogen in eine Kultur heidnischer Religion.
Darum ruft Paulus auf religöser Ebene zur Trennung auf, indem er sagt: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen!“ Er meint die geistliche Ebene. Und ehrlich gesagt gibt es keine größere geistliche Unternehmung als eine Ehe. Denn in der Ehe spiegeln wir buchstäblich Christus und seine Gemeinde wider. Und genau davon spricht er. Man kann nicht mit falscher Religion spielen und wahre Lehrer und falsche Lehrer unter ein Joch spannen. Man kann nicht das wahre Christentum mit einer falschen, verdammungswürdigen, dämonischen Lüge verbinden. Sondern von all dem muss man sich trennen.
Auch in 1. Timotheus 1,18 spricht Paulus über diesen wichtigen Punkt und sagt: „Dieses Gebot vertraue ich dir an, mein Sohn Timotheus, gemäß den früher über dich ergangenen Weissagungen, damit du durch sie gestärkt den guten Kampf kämpfst, indem du den Glauben und ein gutes Gewissen bewahrst. Diese haben einige von sich gestoßen und darum im Glauben Schiffbruch erlitten. Zu ihnen gehören Hymenäus und Alexander, die ich dem Satan übergeben habe, damit sie gezüchtigt werden und nicht mehr lästern!“ Paulus musste in dieser Gemeinde die falschen Lehrer, die lästerliche Irrlehren verbreiteten und den Glauben der Menschen zerstörten, buchstäblich hinauswerfen. Er übergab sie dem Satan. So etwas darf man in der Gemeinde nicht zulassen.
In Kapitel 4 spricht er über die „Heuchelei von Lügenrednern, die in ihrem eigenen Gewissen gebrandmarkt sind.“ Sie verbreiten Lehren von Dämonen und werden von betrügerischen Geistern angetrieben. In Kapitel 6, Vers 3 sagt er: „Wenn jemand fremde Lehren verbreitet und nicht die gesunden Worte unseres Herrn Jesus Christus annimmt und die Lehre, die der Gottesfurcht entspricht, so ist er aufgeblasen und versteht doch nichts, sondern krankt an Streitfragen und Wortgefechten, woraus Neid, Zwietracht, Lästerung, böse Verdächtigungen entstehen, unnütze Streitgespräche mit Menschen, die eine verdorbene Gesinnung haben und der Wahrheit beraubt sind“.
Der Punkt ist, dass man nichts mit ihnen zu tun haben soll. In Kapitel 6,20 schreibt er an Timotheus: „Meide das unheilige, nichtige Geschwätz und die Widersprüche der fälschlich sogenannten ›Erkenntnis‹! Zu dieser haben sich etliche bekannt und haben darüber das Glaubensziel verfehlt.“ Hör gut zu. Satans wichtigster Angriff auf die Gemeinde besteht darin, sie mit Irrtümern zu infiltrieren. Er dringt in die Gemeinde ein und lehrt Lügen, falsche Lehren und schlechte Theologie. Er bringt synkretistische Feinheiten ein, eine Verbindung verschiedener Glaubensformen, die oberflächlich betrachtet gut klingen, aber in Wirklichkeit die Lehre von Dämonen sind. Und genau das hat er in Korinth getan und die Folgen waren katastrophal. Das ist der Grund, weshalb Paulus so sehr davor warnt.
Schau dir 2. Timotheus 2,15 an, wo er sagt: „Strebe eifrig danach, dich Gott als bewährt zu erweisen, als einen Arbeiter, der sich nicht zu schämen braucht, der das Wort der Wahrheit recht teilt. Die unheiligen, nichtigen Schwätzereien aber meide, denn sie fördern nur noch mehr die Gottlosigkeit, und ihr Wort frisst um sich wie ein Krebsgeschwür. Zu ihnen gehören Hymenäus und Philetus, die von der Wahrheit abgeirrt sind, indem sie behaupten, die Auferstehung sei schon geschehen, und so den Glauben etlicher Leute umstürzen.“
Hier geht es um Menschen in der Gemeinde von Ephesus, wo Timotheus sich befindet, als er den Brief erhält. Und sie lehren Lügen, Irrlehren und Irrtümer. Deshalb fordert Paulus auf, dass sie sorgfältig mit dem Wort umgehen und sich von solchen Dingen fernhalten sollen. Es ist wie ein tödliches Krebsgeschwür, das den Leib Christi zerfrisst. Und weiter unten in Vers 20 sagt er: „In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre.“
Wir haben in Kapitel 4 schon über diese Tontöpfe gesprochen. Das waren bestimmte Gefäße, von denen einige für ehrenhafte Zwecke und andere für unehrenhafte Zwecke verwendet wurden. Unehrenhaft bedeutete wirklich unehrenhaft, nämlich für Abfall. Ich erinnere mich, dass ich als Kind vor der Zeit der automatischen Müllentsorgung aufgewachsen bin. Heute nennen wir es Müll, weil es sich um Plastik, Blech und Papier handelt. Aber früher war das nicht so. Es war einfach Küchenabfall.
Wir hatten keine Möglichkeit, den Müll direkt zu entsorgen, sondern wir befüllten den Behälter, den wir im Haus hatten, solange, bis sein Aroma das ganze Haus dominierte. Und dann sagte meine Mutter für gewöhnlich: „Johnny, bring den Müll raus.“ Und ich brachte ihn raus und warf ihn in eine Metalltonne, die wir damals hatten. Und ich weiß noch, wie es dort immer von Fliegen und Fliegenlarven wimmelte. Nach ein paar Tagen erkannte meine Mutter meistens, dass dieser Müll Auswirkungen auf die ganze Nachbarschaft hatte. Und dann war es an der Zeit, den Müll an den Straßenrand zu stellen, wo ihn die Müllabfuhr abholte und nach El Monte brachte.
In El Monte gab es eine riesige Schweinefarm, auf der ich im Sommer gearbeitet habe. Der ganze Müll wurde gekocht und dann großflächig ausgekippt, damit die Schweine ihn fressen konnten. So war das damals mit dem Müll. Und jedes Gefäß, was damit zu tun hatte, wurde ausschließlich zu diesem Zweck verwendet. Und genauso war es auch zu biblischen Zeiten. Sie hatten solche Gefäße im Haus, die nur für den Abfall waren.
Deshalb macht Paulus diesen Vergleich und sagt: „Seht, im Haus gibt es Gefäße, die zur Ehre dienen und aus kostbaren Metallen hergestellt sind. Und dann gibt es Gefäße, die aus gewöhnlichen Materialien wie Holz und Ton hergestellt sind. Und deshalb, wenn ihr ein nützliches Gefäß aus Gold und Silber sein wollt, dann reinigt euch von diesen Dingen.“ Was sind diese falschen Dinge? Falsche Lehrer, Irrtümer, Lügen, Ketzerei. Diese Dinge richten diejenigen zugrunde, die darauf hören. Deshalb kann man nicht beides gleichzeitig sein. Und für die Lehrer ist es eine Schande, weil ihre Lehre zu Gottlosigkeit führt, die sich ausbreitet wie ein Krebsgeschwür und den Glauben erschüttert.
So ist es auch in jeder Verbindung mit einem Ungläubigen im Zusammenhang mit einer religiösen oder geistlichen Unternehmung. Wir sprechen nicht über Investmentfonds, da kannst du beruhigt sein. Du musst auch nicht deinen Job kündigen, weil du mit Ungläubigen zusammenarbeitest. Wir sprechen nicht davon, dass Christen ihre Kinder aus der Schule nehmen, weil es dort keine christlichen Lehrer gibt. Du musst auch nicht aus deiner Nachbarschaft wegziehen. Sondern es geht um geistliche Unternehmungen wie Anbetung, Seelsorge oder Evangelisation.
Eine religiöse Zusammenarbeit zwischen dem Reich der Finsternis und dem Reich des Lichts ist einfach nur lächerlich. Warum sollten wir Satan hineinlassen wollen? Wenn du dich immer noch fragst, ob das ein Problem ist, dann lass dir gesagt sein, dass das Satans wichtigste Strategie ist. Ich erinnere mich, dass ich 1955 in der Highschool war. Damals wurde ich zum ersten Mal mit der Tatsache konfrontiert, dass in Amerika riesige evangelistische Veranstaltungen stattfanden, deren Komitees aus Christen und Nichtchristen bestanden. Da waren Menschen, die an die Bibel glaubten, und andere, die die Bibel leugneten und theologisch liberal waren. In diesem Alter war ich noch nicht besonders fundiert und trotzdem fragte ich mich: „Wie können sie das tun? Ich verstehe nicht, wie man Ungläubige und Gläubige in einem gemeinsamen geistlichen Unternehmen zusammenbringen kann.“ Es ergibt keinen Sinn.
Warum sollte man Satan einladen? Dieses Thema ist heute immer noch aktuell. Satan versucht immer noch, sich einzumischen. Vor kurzem fand in Los Angeles die Veranstaltung „Promise Keepers“ statt. Während dieser Zeit konnte man in der Los Angeles Times lesen, dass der katholische Kardinal die „Promise Keepers“ guthieß und alle Pfarrer dazu ermutigte, seine Männer dorthin mitzunehmen. Und einen Tag später folgte ein Artikel über den mormonischen Bischof, der alle Mormonen ermutigte, dorthin zu gehen. Was sagt das über die Promise Keepers aus? Nichts. Aber über Satan sagt es eine Menge aus, denn das war schon immer seine Vorgehensweise. Er will nicht dagegen ankämpfen, sondern sich lieber anschließen.
Denn wenn er gegen die Gemeinde kämpft, explodiert sie, weil das Blut der Märtyrer der laut schreit und Menschen gerettet werden. Wenn er sich der Gemeinde jedoch anschließt, stirbt sie. Deshalb will er immer Teil davon werden. Und gedankenlose, rücksichtslose, unkritische Gläubige halten das für eine evangelistische Strategie und begrüßen es. Das ist aber reine Torheit. Denn es ist keine evangelistische Strategie, sondern Selbstmord auf Raten. Ungläubige und Gläubige können nicht in einem gemeinsamen geistlichen Unternehmen vereint werden. Wahrheit und Irrtum passen nicht zusammen. Sie sind von Natur aus gegensätzlich. Sie ziehen in entgegengesetzte Richtungen. Sie streben entgegengesetzte Ziele an. Sie werden von entgegengesetzten Wünschen motiviert und von feindlichen Führern kontrolliert. Deshalb müssen wir uns von Nichtchristen trennen, und zwar in jeder Aktivität, die etwas mit der Verbreitung des Evangeliums zu tun hat. Sie können keinen Anteil daran haben, weil sie nur Empfänger des Evangeliums sein können. Das ist alles.
Die Frage ist nun, wie man Satan wieder hinausbekommt, nachdem er einmal hereingekommen ist? Nun, zuerst solltest du solche Menschen offen als Satans Eindringlinge identifizieren. Das könnten sie natürlich als Beleidigung auffassen. Aber es ist auf jeden Fall besser, diese zu beleidigen, als die Gemeinschaft der Gläubigen zu zerstören. Denn die Gemeinschaft ist der Schlüssel zu allem. Und wenn man sie einmal hereinlässt, dann breiten sie sich wie ein Krebsgeschwür aus und ruinieren Christen. Darum können sich Heiden, die Christus nicht kennen und nicht wirklich zum Reich Gottes gehören, den Unternehmungen der Gemeinde nicht anschließen. Viele von ihnen sind schon von außen als Heiden zu erkennen. Dann ist es einfach, sie zu identifizieren. Schwieriger ist es, wenn sie religiös sind und wie echte Christen wirken. Satan ist listig. Er arbeitet verdeckt, subtil und gerissen.
Es ist zwar nicht populär, diesen Standpunkt zu vertreten. Aber trotzdem kann ich ihn mit Sicherheit vertreten, weil er in der Bibel steht. Ich fühle mich damit sehr wohl, und ich hoffe, dir geht es genauso. Denn unser geistliches Bemühen um Integrität dient der Reinheit der Gemeinde, ihrer Kraft, ihrer Klarheit und Wahrheit. Und letztendlich dient es dazu, die Verlorenen zu erreichen, die in diesen falschen Systemen von Satan getäuscht werden. Denn wenn wir Akzeptanz üben, vermitteln wir die Botschaft, dass es für die Menschen ok ist, sich in einem solchen falschen System aufzuhalten. Aber für solche Kompromisse gibt es keinen Platz, weil es sich um eine Häresie handelt die verdammt werden muss
Natürlich möchte man niemanden heiraten, der kein Christ ist. In 1. Korinther 7,39 heißt es: „Heiratet nur im Herrn.“ Aber darum geht es in 2. Korinther 6 nicht. Sondern darum, dass ein Christ keine dauerhaften, starken und tiefen Beziehungen zu jemandem aufbauen kann, der kein Gläubiger ist. Durch die Verpflichtung der Einzelnen, die Gemeinde integer und rein zu halten, entsteht also Klarheit, Kraft und Reinheit, was sich wiederum auf die ungläubige Welt auswirken kann. Dadurch halten wir Satan fern, wie Paulus es fordert.
Heute ging es nur um die erste Aussage von Vers 14. Und nächstes Mal werde ich darauf eingehen, dass es im Rest von Vers 14 um 5 Gründe dafür geht. Für heute nur so viel: Dass Gläubige mit Ungläubigen in irgendeiner Art geistlichem Unternehmen verbunden sind, ist erstens irrational. Zweitens ist es gotteslästerlich. Drittens ist es ungehorsam. Viertens ist es unrentabel. Und fünftens ist es undankbar. Es ist irrational, gotteslästerlich, ungehorsam, unrentabel und undankbar. Und das ist erst der Anfang. Neigen wir uns zum Gebet.
Vater, wieder einmal haben wir mit unserem Blick in dein Wort das Alltägliche und Triviale hinter uns gelassen und sind in das Übernatürliche und Göttliche hineinversetzt worden. Wir durften tiefgründige Wahrheiten begreifen, die sich dem Denken der Weisesten dieser Welt entziehen.
Herr, wir sind so dankbar, wie reich an Wahrheit dein Wort ist. Und, Herr, wir möchten dieser Anweisung, diesem Gebot, diesem Befehl folgen. Denn es ist in der Tat unerlässlich, sich nicht mit Ungläubigen in irgendeinem geistlichen Unternehmen, das deinen Namen trägt, zusammenzuschließen. Wir wollen nicht, dass die Tür für Satan weit offen steht. Und Herr, hilf uns, treu zu sein und zu tun, was in Kapitel 7,1 steht: „So wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligung in Gottesfurcht!“ Herr, mache uns heilig, sondere uns ab, damit unser Zeugnis und unsere Verkündigung rein und klar ist. Und mögest du verherrlicht werden im Namen deines Sohnes. Amen.
ENDE
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