Wir haben heute Morgen das große Vorrecht, uns wieder mit 1. Thessalonicher 5 beschäftigen zu dürfen. Deshalb schlagt bitte dieses großartige Kapitel in eurer Bibel auf. Ich möchte heute über einen einzigen Vers predigen, der zudem nur aus drei Worten besteht. In 1. Thessalonicher 5,16 heißt es nämlich einfach: „Freut euch allezeit!“ Das soll uns als Ausgangspunkt dienen, um über die christliche Freude zu sprechen.
Diese Predigt ist Teil einer größeren Serie. Beginnend in Kapitel 5,12 sprachen wir darüber, wie man eine gesunde Herde heranzieht. Weil Paulus um das Wohlergehen der Herde in Thessalonich besorgt war, gab er Anweisungen, wie die Hirten die Schafe behandeln sollen, wie die Schafe die Hirten behandeln sollen, und dann, wie die Schafe die anderen Schafe behandeln sollen. Jetzt spricht er über eine neue Beziehung. Nicht die Beziehung zwischen Schaf und Hirte oder Schaf und Schaf, sondern die Beziehung zwischen Schaf und Oberhirten. Hier gibt er uns einen Einblick in das Innenleben des Gläubigen. Wenn die Herde gesund sein soll, muss nicht nur die Beziehung zwischen Hirten und Schafen stimmen, nicht nur zwischen Schafen und Schafen, sondern auch zwischen den Schafen und dem Oberhirten. Unsere Beziehung zum Herrn Jesus Christus, zu Gott selbst, muss stimmen. Von Vers 16 bis Vers 22 spricht der Apostel Paulus eine Reihe von Ermahnungen aus, in denen es um das Innenleben des Gläubigen geht, nämlich um unsere Beziehung zu Gott selbst.
Und er beginnt mit diesen drei kurzen Worten „Freut euch allezeit!“ Wir, als solche, die den Namen Jesus Christus nennen, dürfen es natürlich nicht versäumen, uns mit der christlichen Freude auseinanderzusetzen. Das ist so wichtig! Und es kann viel darüber gesagt werden, es sollte viel darüber gesagt werden und es ist schon viel darüber gesagt worden. Unsere heutige Betrachtung starte ich mit einer herausfordernden Aussage, die euch vielleicht überraschen wird. Dann möchte ich zeigen, warum sie wahr ist und ihre Bedeutung und Anwendung erklären. Es handelt sich um folgende Aussage: „Kein Ereignis oder Umstand im Leben eines Christen sollte seine Freude schmälern.“ Ich wiederhole: „Kein Ereignis oder Umstand im Leben eines Christen sollte seine Freude schmälern.“
Ich möchte sogar noch einen Schritt weiter gehen. Wenn es außer Sünde ein Ereignis oder einen Umstand gibt, der deine Freude schmälert, dann hast du gesündigt. Das klingt vielleicht lächerlich, angesichts all der Sorgen, Schmerzen und Schwierigkeiten des Lebens. Doch egal, wie es klingen mag, ist das Gebot der Heiligen Schrift eindeutig: Freut euch. Wie oft sollst du dich freuen? Allezeit! Jedes Mal, wenn du dieses Gebot missachtest, bist du ungehorsam und begehst eine Sünde. Deshalb können wir sagen, dass kein Ereignis oder Umstand im Leben eines Christen seine Freude schmälern darf. Aber genau das passiert, sobald wir unangemessen darauf reagieren.
Es stellt sich nun die Frage: Wie können wir so leben, dass wir uns immer freuen? Wie können wir alle eintretenden Ereignisse und Umstände so überwinden, dass unsere Freude durch nichts geschmälert wird? Darum soll es in der heutigen Predigt gehen. Beginnen wir also mit dem Gebot selbst: „Freut euch allezeit!“ Dieses Gebot wird uns nicht nur an dieser Stelle gegeben. Sowohl das Alte als auch das Neue Testament sprechen von Freude und es gibt zahlreiche ähnliche Anweisungen in der Schrift. So heißt es z. B. auch in Philipper 4,4: „Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!“ Es ist fast so, als würde Paulus sagen: „Freut euch im Herrn allezeit“. Und weil er weiß, dass jemand Einspruch erheben wird, spricht er weiter: „abermals sage ich: Freut euch!“
In 1. Petrus 4,13 sagt Petrus: „In dem Maß, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch.“ Uns wird befohlen, uns immer zu freuen, uns allezeit zu freuen und abermals sage ich, uns zu freuen. Also stimmt das Gebot in Vers 16 mit anderen Abschnitten und Aufforderungen der Schrift überein.
Nun könnte jemand sagen: „Moment mal, was ist mit Römer 12,15, wo es heißt: ‘Freut euch mit den Fröhlichen und weint mit den Weinenden!‘? Hebt das nicht das Gebot auf, sich immer zu freuen? Gibt es nicht auch eine Zeit zum Weinen?“ Doch, die gibt es. Aber in Römer 12,15 geht es Paulus darum, dass man sich mit den Gefühlen identifizieren sollte, die von den Menschen um uns herum erlitten, ertragen oder genossen werden. Wenn die Menschen um dich herum glücklich sind, dann freue dich mit ihnen. Wenn die Menschen um dich herum traurig sind, dann teile ihren Kummer auf einfühlsame und mitfühlende Weise. Das ist einfach eine äußerliche Identifikation mit normalen menschlichen Gefühlen, die wir teilen sollen. Aber sogar wenn wir mitweinen, sind wir von der Verantwortung nicht enthoben, uns zu freuen.
Auch wenn du dich nun fragst, ob man beides zugleich machen kann: Ja, das kann man. Beispielsweise schreibt Paulus in 2. Korinther 6,10: „als Betrübte, aber immer fröhlich“. Es ist normal, im Leid menschliche Gefühle zu haben. Aber das enthebt dich nicht der Verantwortung, diese zu überwinden und dich zu freuen. Das macht die Betonung in unserem Text sehr deutlich: Die deutsche Übersetzung lautet: „Freut euch allezeit!“ Im Griechischen heißt es: „Allezeit freut euch!“ Hier liegt die Betonung auf dem Adverb: „immer, zu jeder Zeit, freut euch“. Offenbar war dieses Wort auf griechisch chairete, „sich freuen“, ein wesentlicher Bestandteil des frühchristlichen Wortschatzes, denn es taucht überall auf. Als Jesus aus dem Grab herauskam, sagte er in Matthäus 28: „Seid gegrüßt“, aber die wortwörtliche Übersetzung lautet „freut euch“. Wahrscheinlich war es eine sehr häufig verwendete Begrüßung, die für mich auch wirklich besser klingt als „Hallo“.
Der Begriff „freut euch“ wurde also häufig von der frühen Gemeinde verwendet. Ihr erinnert euch, dass einige Jünger vor den Hohen Rat kamen. Sie freuten sich, dass sie für würdig befunden worden, für die Sache Christi zu leiden. Und als sie zurückkamen, betrachteten sie es als ihr Vorrecht, so gelitten zu haben und freuten sich darüber. Außer dieser Begebenheit in Apostelgeschichte 5,41, sehen wir immer wieder, dass sich die Gemeinde freut: bei unterschiedlichen Gelegenheiten, mit einer unaufhörlichen, nicht enden wollenden, von den Umständen unabhängigen Freude. Auch Paulus und Silas beteten und sangen Loblieder über Gott, während sie in einem stinkenden Kerker eingesperrt waren und zunächst ihre Gliedmaßen so weit wie möglich gestreckten wurden. Anschließend wurden sie an den Pranger gestellt. Durch die Überdehnung verkrampften sich ihre Muskeln, was ihnen sicherlich unbeschreibliche Qualen bereitete. Und doch sangen sie Lieder und empfanden christliche Freude.
Dieser Begriff „freut euch“ wirkte damals wie ein ganz normaler Bestandteil des christlichen Wortschatzes, so dass er den Thessalonichern wahrscheinlich sehr vertraut war. Paulus sagt in seinem sehr schönen und gütigen Segensspruch am Ende des 2. Korintherbriefs: „Im Übrigen, ihr Brüder, freut euch – freut euch.“ Es ist gut möglich, dass sie diese Worte auch häufig als Begrüßung verwendeten. Wenn sie sich trafen, sagten sie vielleicht nicht nur „Gnade und Frieden“, sondern auch „Freut euch“. Johannes 13-17 hält die letzten Tage unseres Herrn mit seinen Jüngern fest. Dort wird achtmal „Freude“ oder „völlige Freude“ erwähnte. Diese übernatürliche Freude war Teil seines Vermächtnisses. Es ist eine Freude, die über die emotionale Reaktion eines Menschen auf positive Umstände hinausgeht.
Das Neue Testament ermahnt, ermuntert und fordert uns Gläubige immer wieder auf, dass wir uns freuen sollen. Wir sind zu jeder Zeit – egal was passiert, egal unter welchen Bedingungen – zu einer bedingungslosen, von den Umständen unabhängigen Freude aufgerufen. Die bekannten Worte unseres Herrn in Matthäus 5, ab Vers 10 zeigen, dass das Gebot selbst in Zeiten schwerster Not nicht aufgehoben wird. „Glückselig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihrer ist das Reich der Himmel! Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügnerisch jegliches böse Wort gegen euch reden um meinetwillen! Freut euch und jubelt.“
In Lukas 6,22 finden wir ähnliche Worte: „Glückselig seid ihr, wenn euch die Menschen hassen, und wenn sie euch ausschließen und schmähen und euren Namen als einen lasterhaften verwerfen um des Menschensohnes willen. Freut euch an jenem Tag und hüpft vor Freude!“ Je härter die Verfolgung, desto höher hüpfen wir. Johannes 16,20 ist eine wunderbare Stelle über Hoffnung und Verheißung. Dort sagt Jesus: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ihr werdet weinen und wehklagen, aber die Welt wird sich freuen.“ Wenn ich weg bin, wird die Welt jubeln und „ihr werdet trauern, doch eure Traurigkeit soll in Freude verwandelt werden.“ Er sagt ihnen, dass ein Tag kommen wird, an dem sie keinen Kummer mehr haben werden. Vers 22: „Dann wird euer Herz sich freuen, und niemand soll eure Freude von euch nehmen.“
Paulus schreibt in Kolosser 1: „Wenn ich mein Leben lassen muss, um euch das Evangelium zu bringen, so freue ich mich.“ Jakobus schreibt: „Wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet, so achtet es für lauter Freude.“ Petrus sagt in 1. Petrus 1,6 im Wesentlichen das Gleiche: „Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen.“ Du siehst, dass selbst ernsthafte Probleme in deinem Leben, dass selbst Schwierigkeiten und Schmerzen nicht das Gebot aufheben, dich unaufhörlich, unendlich und ohne Unterlass zu freuen. Die Schrift sagt ferner, dass unsere Freude groß sein soll. Sie soll überschwänglich, gewaltig und lebendig sein. Laut Psalm 32,11 soll unsere Freude unaussprechlich sein, voller Herrlichkeit und ehrfürchtig. Auf diese Weise sollen wir uns immer freuen.
Es ist wichtig, zu verstehen, dass eine solche Freude nicht natürlich ist. Wenn du also denkst: „Das ist unmöglich, das kann ich nicht“, dann hast du aus menschlicher Sicht recht. Diese Freude ist nicht natürlich. Wir sprechen nicht von der Art Fröhlichkeit, die sich aus guten Ereignissen oder Zufällen ergibt. Hier geht es nicht um eine oberflächliche, emotionale Reaktion auf positive Umstände. Sondern es geht um eine übernatürliche Freude auf einer anderen Ebene, nämlich der göttlichen Ebene. Darum heißt es in Galater 5: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe“ und als zweites „Freude“. Und deshalb steht in Römer 14,17 die wunderbare Aussage: „Das Reich Gottes ist [...] Freude im Heiligen Geist.“ Die Freude des Heiligen Geistes ist eine geistliche Freude und damit übernatürlich.
Uns wird also befohlen, uns zu jeder Zeit zu freuen. Dann wird uns gesagt, dass diese Freude nicht normal oder natürlich ist, sondern übernatürlich. Sie ist ein Dienst. Sie ist ein Geschenk. Sie ist ein Produkt in dem Sinn, dass sie eine Frucht des Heiligen Geistes ist. Vermutlich wird sich jetzt sofort jemand beschweren und fragen: „weshalb wird mir befohlen, mich zu freuen, wenn diese Freude doch nicht natürlich ist und nicht aus meinem eigenen Menschsein erspringt?!“ „Weshalb werde ich selbst verantwortlich gemacht, wenn ich mich auf den Geist Gottes verlassen muss, um diese Freude hervorzubringen, und es doch sein Werk ist?“ Und die Antwort ist wie immer dieselbe, wenn es in der Schrift um den menschlichen Willen geht. Jedes Gebot für den Gläubigen im Neuen Testament ist ein Gebot zur Heiligkeit, die nur von Gott bewirkt werden kann. Und doch ist mein Wille daran beteiligt. Obwohl die Freude also ein Produkt des Geistes Gottes ist, übergeht sie meinen Willen nicht. Ja, es ist der Heilige Geist der diese übernatürliche christliche Freude schenkt, die geistlich ist, göttlich ist, und ein Werk Gottes im inneren Menschen ist. Aber gleichzeitig muss ich meinen Willen über das Fleisch ausüben, damit dieses Werk des Heiligen Geistes geschehen kann. Ich muss beteiligt sein. Es ist ein Werk Gottes, aber es geschieht nicht ohne meinen Willen. Die christliche Freude hat ihren Ursprung in Gott. Sie kommt durch den Geist und strömt dann durch mich hindurch.
Zunächst einmal wird uns also befohlen, uns unaufhörlich zu freuen. Zweitens erkennen wir an, dass die Freude als Werk des Geistes nicht natürlich, sondern übernatürlich ist. Und drittens verlangt dies die Mitarbeit des eigenen Willens. Daraus ergibt sich eine Definition für christliche Freude, die sowohl das Wirken des Geistes, als auch den eigenen Willen berücksichtigt.
Diese Definition ist der Kern meiner Botschaft, also pass gut auf: Christliche Freude ist das Gefühl, das dem tiefen Vertrauen eines Christen entspringt, dass Gott alles vollkommen unter Kontrolle hat. Ich wiederhole es noch einmal: Christliche Freude ist das Gefühl, das dem tiefen Vertrauen eines Christen entspringt, dass Gott alles vollkommen unter Kontrolle hat. Und dass er aus allem unser Wohl hier auf Erden hervorbringen wird und unsere Herrlichkeit in der Ewigkeit. Das ist christliche Freude!
Christliche Freude ist nicht ein Gefühl, das auf einem anderen Gefühl beruht. Sondern sie ist ein Gefühl, das auf einer Tatsache beruht. Christliche Freude ist eine emotionale Reaktion auf das, was ich als Wahrheit über meinen Gott kenne. Das ist das Wesen christlicher Freude. Wir sollten es uns alle zur Gewohnheit machen, ständig voller Freude zu staunen, wenn wir die unveränderliche, ewige Beziehung zu Gott betrachten, die wir durch den Herrn Jesus Christus haben.
Dabei gibt es eine Reihenfolge. Wir sollen uns zu jeder Zeit freuen, das ist nicht normal oder natürlich, sondern übernatürlich. Das ist ein Werk des Geistes Gottes, doch es erfordert zugleich unseren Willen. Wenn aber unser Wille dabei eingesetzt werden soll, müssen wir erst verstehen, worum es geht. Zunächst also beginnt es mit dem tiefen Vertrauen, dass Gott alles unter Kontrolle hat und dass er damit unser Wohl hier auf Erden bewirkt, sowie unsere Herrlichkeit in der Ewigkeit. Wenn ich diese großartige Tatsache in meinem Denken verankere, dann habe ich eine tief verwurzelte Grundlage, aus der meine christliche Freude entspringen kann. Auf diese Weise muss dieser Befehl verstanden werden.
Um dieses tiefe Vertrauen aufzubauen, möchte ich jetzt für euch diese Grundlage legen. Und ich werde dabei von der Frage nach dem „Warum?“ ausgehen. Denn wenn einer fordert: „Freut euch allezeit!“, wird garantiert ein anderer fragen: „Warum?“ Wie kleine Kinder fragen: „Warum? Warum muss ich das machen?“ Nun möchte ich einige Gründe nennen, die dazu beitragen sollen, das Fundament für dieses Vertrauen zu legen. Diese Gründe sollen dich dazu motivieren, diesem Gebot zu gehorchen. Vielleicht denkst du: Warum nun sollte ich das Gebot befolgen, mich immer und zu jeder Zeit zu freuen? Ich habe jede Menge Probleme und Schwierigkeiten in meinem Leben. Die Dinge laufen nicht so, wie ich will. Ich habe nicht den Job, den ich will. Ich habe nicht die Umstände, die ich will. Nichts ist, wie ich es will. Warum also sollte ich mich allezeit freuen?
Der erste Grund ist, dass meine Freude Wertschätzung ausdrückt für das Wesen Gottes. Meine Freude drückt Wertschätzung für das Wesen Gottes aus. Das ist so wichtig! In 2. Chronik 7,10, heißt es in Bezug auf das von Salomo festgelegte Fest: „Aber am dreiundzwanzigsten Tag des siebten Monats ließ er das Volk in ihre Zelte ziehen, fröhlich und guten Mutes wegen all des Guten, das der HERR an David, Salomo und seinem Volk Israel getan hatte.“ Siehst du das? Damit fängt es an! Meine Freude hat ihren Ursprung in Gottes Wesen und ich habe ein fröhliches, jubelndes Herz wegen all des Guten, das der Herr getan hat.
Der Psalmist sagt in Psalm 28,7: „Der HERR ist meine Stärke und mein Schild; auf ihn hat mein Herz vertraut, und mir wurde geholfen. Darum frohlockt mein Herz, und ich will ihm danken mit meinem Lied.“ Kommt meine Freude aus meinen Lebensumständen? Nein, sie kommt von meinem Gott. Er ist meine Stärke, er ist mein Schild, mein Herz vertraut auf ihn, deshalb ist mir geholfen. Meine Freude hat ihren Ursprung im Wesen meines Gottes, unabhängig von meinen Umständen.
In Psalm 71,23 heißt es: „Meine Lippen sollen jubeln, wenn ich dir lobsinge, und meine Seele, die du erlöst hast.” Wenn ich darüber nachdenke, was Gott für mich getan hat, und ich beginne, ihn zu loben, dann werde ich von Freude erfüllt. Wir können uns natürlich nicht alle Bibelstellen anschauen, aber in Psalm 89,17 steht ebenfalls: „Über deinen Namen frohlocken sie allezeit.“ Diese Stelle liebe ich. Über wen freuen sie sich? Sie freuen sich über seinen Namen. Und was der Psalmist mit „deinen Namen” meint, ist das Wesen Gottes, wer er ist und was er getan hat. In Jesaja 61,10 heißt es z. B., dass er „mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet“ hat.
Ich kann mir einen Hinweis auf Lukas 10,20 im Neuen Testament nicht verkneifen: „Doch nicht darüber freut euch, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber lieber darüber, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind.“ Ist das nicht herrlich? Gott hat deinen Namen vor Grundlegung der Welt in das Buch des Lebens des Lammes geschrieben. Und das tat er, weil er ein souveräner, gnädiger, liebender, barmherziger und mitfühlender Gott ist. Freu dich darüber! Der Grund für deine Freude ist das Wesen Gottes. Damit muss alles anfangen. In Nehemia 8,10 heißt es: „Die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Wenn du lernst, dich an Gottes Wesen zu freuen, wirst du stark.
Zweitens: Meine ständige Freude soll meine Wertschätzung für das Werk Christi ausdrücken. Nicht nur meine Wertschätzung für das Wesen Gottes, sondern auch für das Werk Christi. Halte inne und erkenne, was der Herr Jesus Christus für dich getan hat, obwohl du völlig unwürdig bist und es überhaupt nicht verdient hast. Das ist der Grund weshalb der Engel in Lukas 2,10 sagte: „Fürchtet euch nicht! Denn siehe, ich verkündige euch große Freude.“ Diese Freude ist der Retter, der Freude bringt. An anderer Stelle sagt Jesus in Johannes 15,11: „Dies habe ich zu euch geredet, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude völlig werde.“ Alles, was Jesus sagt und tut, soll dir Freude bereiten.
Paulus schreibt im großartigen fünften Kapitel des Römerbriefs über das Erlösungswerk Christi und sein Sühnopfer am Kreuz. Dort sagt er: „In diesem großartigen Werk Christi rühmen wir uns und freuen uns.“ Und in Philipper 3,3 sagt Paulus, dass ein Christ jemand ist, der im Geist Gottes anbetet und sich in Christus Jesus freut. Es ist also egal, was in deinem Leben los ist oder welche Probleme du hast. Es ist egal, welche Schwierigkeiten vorhanden sind. Du hast eine ewige Errettung, die durch das wunderbare Werk Jesu Christi bewirkt und dir durch die souveräne Entscheidung Gottes gewährt wurde. Darüber kannst du dich immer freuen. In 1. Petrus 1,8 steht: „Ihn liebt ihr, obgleich ihr ihn nicht gesehen habt; an ihn glaubt ihr, obgleich ihr ihn jetzt nicht seht, und über ihn werdet ihr euch jubelnd freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude.“ Und im nächsten Vers verrät er, warum das so ist: „Weil ihr die Errettung habt“.
Drittens: Freue dich allezeit! Nicht nur, wegen deiner Wertschätzung für das Wesen Gottes und das Werk Christi, sondern auch um deine Wertschätzung für den Dienst des Geistes auszudrücken. In Römer 14,17 heißt es: „Ihr habt Freude im Heiligen Geist.“ Der Geist Gottes ist es, der Liebe und Freude hervorbringt. Und in Römer 8 heißt es: „Er tritt mit unaussprechlichen Seufzern ständig für euch ein, damit eure sonst eigenwilligen Gebete dem Willen Gottes entsprechen“. Der Heilige Geist ist es, der in dir wirkt, damit alles einem göttlichen Zweck dient und ein göttliches Ziel bewirkt. Der Geist ist derjenige, der dich mit Christus verbindet. Und er ist die Garantie für dein zukünftiges Erbe, indem er dich versiegelt. Er wohnt dir inne und erfüllt dich, damit du Kraft zum Dienen hast. Er befähigt dich. Er gibt dir Gaben. Deshalb sollten wir uns aus Wertschätzung für den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist allezeit freuen. Nichts kann dem Wesen Gottes etwas anhaben und es herabmindern. Nichts kann dem Werk Christi etwas anhaben und es schmälern. Nichts kann dem Wirken des Geistes Gottes schaden. Er wird sein Ziel erreichen. Der dreieinige Gott ist am Werk und das ist Grund genug für unaufhörliche Freude.
Ich möchte jetzt in meinen Ausführungen von den Wirkenden, dem Vater, dem Sohn und dem Geist, übergehen zu dem Werk, das sie tun. Weitere Gründe zur Freude sind viertens: Freude drückt Wertschätzung für geistliche Segnungen aus. Freude drückt Wertschätzung für geistliche Segnungen aus. Halte kurz inne und bedenke, dass du laut Epheser 1,3-4 gesegnet bist mit jedem geistlichen Segen in den himmlischen Regionen in Christus. Halte inne und bedenke, dass du alles hast, was zum Leben und zum Wandel in Gottesfurcht dient. Halte inne und bedenke, dass in Christus die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig wohnt und du zur Fülle gebracht bist in ihm. Halte inne und bedenke, dass du der göttlichen Natur teilhaftig geworden bist. Halte inne und bedenke, dass dein Gott all deinen Mangel ausfüllen wird nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus. Halte inne und bedenke, dass du alles vermagst durch den, der dich stark macht, Christus. Sein ständiger Segensstrom in deinem Leben nimmt kein Ende; das ist Grund genug für unaufhörliche Freude.
Fünftens: Wir sollten uns allezeit freuen als Ausdruck der Wertschätzung für die göttliche Vorsehung. Unsere Freude ist ein Ausdruck der Wertschätzung für die göttliche Vorsehung. Was ist Vorsehung? Darüber habe ich schon früher gepredigt. Der Begriff „Vorsehung“ beschreibt Gottes Fähigkeit, die zahllosen Möglichkeiten im Universum so zu organisieren, dass sie alle zusammenwirken, zu deinem Wohl hier auf Erden und zu deiner Herrlichkeit in der Ewigkeit. Gott organisiert buchstäblich jedes einzelne Stückchen Raum, Materie, Zeit, Kraft und Energie, sodass sich alles zu einem perfekten Plan und Zweck zusammenfügt. Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Handlung eines jeden existierenden Wesens, jedes natürliche und jedes übernatürliche Ding fügt sich in den perfekten Plan Gottes ein. Das alles fasst Paulus in Römer 8,29 ganz einfach zusammen: „Denen, die Gott lieben, dienen alle Dinge zum Besten, denen, die nach dem Vorsatz berufen sind.” Was auch immer in deinem Leben geschieht, du solltest nicht aufhören, dich dankbar über die göttliche Vorsehung zu freuen, weil Gott alles zu deinem Wohl und zu deiner ewigen Herrlichkeit organisiert. Er ist der Gott, der dich vor dem Straucheln bewahren kann und dich festhält.
Sechstens: Deine unaufhörliche Freude sollte deine Wertschätzung ausdrücken, dass dir für die Zukunft Herrlichkeit verheißen ist. Deine Freude drückt deine Wertschätzung für die zukünftige Herrlichkeit aus. Oder einfacher ausgedrückt, deine Freude sollte deine Wertschätzung für den Himmel ausdrücken. Ganz gleich, was in diesem Leben geschieht, wir wissen, dass der, dem wir unser Leben anvertraut haben, es bis in die Ewigkeit bewahren wird. Der, welcher in dir ein gutes Werk angefangen hat, wird es auch vollenden bis auf den Tag Jesu Christi. Was du ihm anvertraut hast, wird er bewahren. Der Apostel Paulus konnte es durch den Geist Gottes sehr gut ausdrücken, als er inspiriert wurde, über seine eigene Freude zu schreiben. Er schrieb: „Ich freue mich, ja, ich werde mich auch weiterhin freuen! Warum Paulus? Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ein Gewinn.“ Das heißt, dass es für ihn gut ist, im Fleisch weiterzuleben, aber noch besser wäre es, in die Herrlichkeit zu gehen. Er freut sich wegen der Hoffnung auf die zukünftige Herrlichkeit.
In dem vorhin gelesenen Psalm sagt der Psalmist dasselbe: „Ich habe den HERRN allezeit vor Augen.“ d. h. „ich schaue auf Gott und sein Wesen.“ „Darum freut sich mein Herz, und meine Seele frohlockt.“ Denn „er wird meine Seele niemals dem Totenreich preisgeben; er wird nicht zulassen, dass ich die Verwesung sehe. Er wird mir den Weg des Lebens zeigen.“ Das ist die Auferstehung. „Ich werde vor seinem Angesicht sein, zu seiner Rechten, um ewige Freuden zu finden.“ Der Psalmist hatte die Hoffnung auf ein zukünftiges Leben.
In Hebräer 10,34 finden wir eine großartige Aussage über Menschen, die bereitwillig und freudig hinnehmen, dass ihr Eigentum beschlagnahmt wurde. Sie wussten nämlich, dass sie einen besseren und bleibenden Besitz hatten. Sie freuten sich, auch wenn sie ihren Besitz an Plünderer verloren, denn sie hatten einen besseren Ort im Blick, einen besseren Besitz.
All das sind Gründe, aus denen du dich freuen solltest: Und zwar deine Wertschätzung für das Wesen Gottes, des Vaters, Gottes, des Sohnes und Gottes, des Heiligen Geistes. Ebenso deine Wertschätzung für geistliche Segnungen, göttliche Vorsehung und die Verheißung der zukünftigen Herrlichkeit.
Ein weiterer Grund ist siebtens, dass du mit deiner Freude deine Wertschätzung für erhörtes Gebet ausdrückst. Deine Freude drückt die Wertschätzung für erhörtes Gebet aus. Hältst du es für eine Kleinigkeit, dass Jesus sagte: „Was immer ihr in meinem Namen erbittet, werde ich tun.“? Ist das eine Kleinigkeit? Jesus versprach in Johannes 16 den Geist und sagte: „Bis jetzt habt ihr nichts in meinem Namen gebeten; bittet, so werdet ihr empfangen, damit eure Freude völlig wird!“ Das ist keine Kleinigkeit, sondern eine unglaubliche Verheißung für das Gebet! Gott sagt: Ich werde meinen Geist senden, und wenn mein Geist in euch wohnt, wird er euch dazu bringen, „Abba, Vater“ zu rufen. Dann seid euch sicher: Wenn ihr bittet, werde ich euch das senden, worum ihr bittet, damit eure Freude völlig wird. Weißt du es zu schätzen, dass Gott dein Gebet erhört und beantwortet, wenn du zu ihm schreist? Dass er dir große und unbegreifliche Dinge verkündet, die du vielleicht nicht weißt? Ganz gleich, was in deinem Leben vor sich geht: Ein Mensch, der erhörtes Gebet zu schätzen weiß, erhält als Frucht unaufhörliche Freude. Gott müsste Gebete nicht erhören, aber er tut es. Er beantwortet jedes deiner Gebete nach seinem vollkommenen Willen, zu deinem höchsten Wohl hier auf Erden und zu deiner Herrlichkeit in der Ewigkeit.
Achtens: Du solltest mit deiner unaufhörlichen Freude auch deine Wertschätzung für die Schrift ausdrücken. Du solltest dankbar sein für den Leitfaden, den du im Wort Gottes hast, für seine Ressourcen und für seine Unterweisung. Du solltest sogar so dankbar sein, dass es egal ist, was man dir wegnimmt. Denn solange du die Schrift hast, besitzt du das wertvollste Gut. In Psalm 19 heißt es, Gottes Worte „sind begehrenswerter als Gold und viel Feingold, süßer als Honig und Honigseim“. Und in Psalm 119,14 schreibt der Psalmist: „Ich freue mich an dem Weg, den deine Zeugnisse weisen, wie über lauter Reichtümer.“ Er freut sich einfach über das Wort und sagt in Vers 111: „Deine Zeugnisse sind mein ewiges Erbe, denn sie sind die Wonne meines Herzens.“ Und in Vers 162: „Ich freue mich über dein Wort wie einer, der große Beute findet.“ Jeremia sagte in Kapitel 15,16: „Als ich deine Worte fand, da verschlang ich sie; deine Worte sind mir zur Freude und Wonne meines Herzens geworden.“ Paulus wiederum sagt in Kolosser 3,16: „Lasst das Wort des Christus reichlich in euch wohnen“ und folgert daraus: „Wenn das Wort reichlich in euch ist, werdet ihr mit Psalmen und Lobgesängen zueinander reden.“ Ihr werdet singen, ihr werdet dem Herrn spielen. Du solltest dich freuen und damit deine Wertschätzung ausdrücken, dass Gottes Wort deine Seele nährt und dir Kompass und Wegweiser für dein Leben ist.
Es gibt noch zwei weitere Gründe. Neuntens: Deine Freude sollte deine Wertschätzung für die christliche Gemeinschaft ausdrücken. Deine Freude drückt die Wertschätzung für christliche Gemeinschaft aus. Bist du dankbar für die wunderbare Familie, die Gott dir geschenkt hat? Es gefällt mir sehr, was Paulus hier in 1. Thessalonicher 3,9 sagt: „Denn was für einen Dank können wir Gott euretwegen abstatten für all die Freude, die wir um euretwillen haben vor unserem Gott?“ Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie viel Freude es mir bereitet, euch einfach nur zu kennen, Dinge mit euch zu teilen und Gemeinschaft mit euch zu haben. In 2. Timotheus 1,4 sagt Paulus zu Timotheus: „Ich bin voll Verlangen, dich zu sehen, da ich mich an deine Tränen erinnere, damit ich mit Freude erfüllt werde.“ Allein schon mit dir Timotheus zusammen zu sein ist mir eine Quelle der Freude. In seinem kurzen Brief an Philemon sagt Paulus in Vers 7: „Denn wir haben viel Freude und Trost um deiner Liebe willen.“ Die Liebe der Heiligen ist eine Quelle der Freude. In 2. Johannes 12 sagt Johannes: „Ich hätte euch viel zu schreiben, will es aber nicht mit Papier und Tinte tun, sondern ich hoffe, zu euch zu kommen und mündlich mit euch zu reden, damit unsere Freude völlig sei.“ In christlicher Gemeinschaft sollte Freude herrschen, unaufhörliche, nicht endende Freude. So eine Gemeinschaft kann niemals zerstört werden.
Und schließlich, zehntens: Deine Freude sollte deine Wertschätzung für die Verkündigung des Evangeliums ausdrücken. Deine Freude drückt die Wertschätzung für die Verkündigung des Evangeliums aus. Das ist so wunderbar. Paulus sagt in Philipper 1: „Christus wird verkündigt, und darüber freue ich mich“. Er freut sich. Apostelgeschichte 15,3 passt sogar noch besser zu unserem Thema. Dort heißt es in Vers 3 von Paulus und Barnabas: „So durchzogen sie nun als Abgeordnete der Gemeinde Phönizien und Samaria, indem sie von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große Freude bereiteten.“ Bereitet dir das ebenfalls Freude? Oder bläst du Trübsal in deinem kleinen, egozentrischen, narzisstischen Nabelschau-Kult, der sich ausschließlich um dich selbst dreht? Und nur, weil es dir nicht gut geht, kannst du dich nicht freuen, obwohl viele das Evangelium hören und Buße tun und glauben und sich bekehren? Du solltest die Verkündigung des Evangeliums wertschätzen. Das wird zu Freude führen.
All das zeigt, dass du dich immer freuen solltest. Weil deine Freude deine Wertschätzung für das Wesen Gottes zeigt, für das Werk Christi, das Wirken des Heiligen Geistes, für übernatürliche Segnungen, göttliche Vorsehung, zukünftige Herrlichkeit, erhörtes Gebet, die Heilige Schrift, christliche Gemeinschaft und die Verkündigung des Evangeliums.
Der dritte Punkt, den ich ansprechen möchte, sind Hindernisse. Vielleicht hast du trotz all dieser Dinge keine Freude und fragst dich, was dein Problem ist. Nun, es gibt einige Hindernisse, die ich schnell durchgehen möchte. Also hör gut zu. Es gibt eine Reihe von Hindernissen, und wenn du keine Freude empfindest, solltest du diese Liste überprüfen.
Erstens: Es gibt falsche Errettung. Es gibt Menschen, die keine Freude haben, weil ihnen die echte Quelle dafür fehlt. Sie haben den Heiligen Geist nicht, weil sie nicht bekehrt sind. Sie sind zwar in der Gemeinde, aber sie sind nicht errettet. Das ist wie in Matthäus 13,20-21, wo der Samen auf den felsigen Boden gesät wurde. Dort heißt es, dass sie das Wort mit Freude aufnahmen. Aber das war nur von kurzer Dauer und sobald die erste Prüfung kam, war die Freude wieder weg. Manche Menschen können eine menschliche Freude aufbringen. Aber diese Freude wird sich nicht selbst erhalten können, wenn kein innewohnender Heiliger Geist sie auf übernatürliche Weise erhält. Und schon die erste Prüfung macht sie einfach zunichte. Übernatürliche Freude kommt vom Geist Gottes, der nur den wahren Gläubigen innewohnt. Eine falsche Errettung und billige Gnade kann keine christliche Freude hervorbringen. Stattdessen erzeugt sie einen unechten Ersatz, der nicht von Dauer ist.
Das zweite Hindernis ist Satan selbst. Ich glaube, dass Petrus das im Sinn hatte, wenn er schreibt: „Der Teufel geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“ Dabei geht es um die Zerstörung von Freude, Frieden und Zufriedenheit. Satan will dich in deinen Prüfungen verführen, um dir deine Freude zu rauben. Deshalb sagt Paulus den Korinthern: „Ihr müsst keinen Kampf durchlaufen, der das übersteigt, was ihr ertragen könnt.“ Zwar steht dir mitten im Kampf die Kraft Gottes zur Verfügung, doch die Schwierigkeit entsteht dadurch, dass der Feind dich mit seiner Versuchung angreift. Satan will deine Freude rauben. Die Hindernisse für die Freude sind also ganz einfach eine falsche Errettung, die keine wahre Freude hervorbringen kann. Und Satan selbst, der dich versuchen und prüfen und hinter dir her sein wird, um dir die Freude zu rauben. Wenn du also an diesem Punkt zu kämpfen hast, solltest du diese Ursachen bedenken.
Ein drittes Hindernis ist die Unwissenheit. Ich sage es so einfach, wie wie möglich: Schlechte Lehre raubt Freude. Schlechte Theologie führt zu einem unzureichenden Verständnis der Souveränität Gottes, einem unzureichenden Verständnis des vollkommenen Sühnopfers Christi, einem unzureichenden Verständnis der Sicherheit des Gläubigen. Schlechte Theologie macht es unmöglich, das Wirken des Heiligen Geistes zu begreifen. Schlechte Theologie macht es unmöglich, alle geistlichen Segnungen zu verstehen, die uns in Christus zugesprochen wurden. Schlechte Theologie macht es unmöglich, das Mittel des Gebets zu verstehen. Jede schlechte Theologie verkennt die Gründe für Freude und raubt uns somit die Freude. Deshalb schreibt Johannes in seinem Brief: „Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit eure Freude vollkommen sei.“ In anderen Worten: Ich lehre euch Theologie, damit ihr eine Grundlage für Freude habt. Wenn du nicht glaubst, dass Gott in seinem Wesen den Seinen gegenüber stets gnädig, barmherzig, freundlich und mitfühlend ist, dann hast du ein Problem. Du fragst dich dann vielleicht, warum dir schlimme Dinge widerfahren und denkst, dass Gott das tut, weil er unbeständig ist. Wenn du nicht glaubst, dass Gott souverän ist und alles unter Kontrolle hat, dann denkst du vielleicht, dass dir Dinge passieren, weil Gott nichts dagegen tun kann. Und das wird dir natürlich die Freude rauben. Wenn du nicht verstehst, dass du in Christus sicher bist, dann wirst du immer, wenn etwas passiert, befürchten, dein Heil verloren zu haben. Und das wird deine Freude rauben. Schlechte Theologie führt zu Unwissenheit. Und das wird dir die Freude rauben.
Der vierte Punkt folgt aus dem dritten und ist: Unglaube. Unglaube meint einfach die Unfähigkeit das zu glauben, was man weiß. So kann auch jemand, der nicht unwissend ist, trotzdem ungläubig sein. Man glaubt nicht, was wahr ist. Es ist eine Sache, unwissend zu sein, weil man nicht weiß, was wahr ist. Es ist etwas anderes, nicht zu glauben, was man als wahr erkannt hat. Und wenn du keinen Glauben aufbringen kannst, werden dich alle feurigen Pfeile treffen, weil du den Schild des Glaubens nicht aufnimmst. Wenn du also nicht an die Sicherheit des Gläubigen glaubst oder daran, dass Gott in seiner Souveränität und Vorsehung alles unter Kontrolle hat; … wenn du nicht glaubst, dass die ewige Herrlichkeit feststeht; … wenn du nicht glaubst, dass Gott dich niemals über deine Kräfte hinaus in Versuchung führen wird; … wenn du nicht glaubst, dass du alle geistlichen Segnungen in Christus hast und dass du in ihm alles tun kannst; … wenn du all das nicht glaubst, obwohl du weißt, dass es so geschrieben steht, dann hast du ein Problem, weil du deine Freude verlieren wirst. Denn das nennt man Zweifel, und Zweifel zerstören die Freude.
Fünftens: Undankbarkeit. Das ist die Haltung, nie genug zu haben. Wenn du ein undankbarer Mensch bist, wirst du deine Freude verlieren. Die Person, die nie genug hat, erwartet immer mehr, will immer mehr und verlangt nach immer mehr. Egal, was der Herr tut, es ist nie genug. Egal, was sie haben, es ist nie genug. Der Herr gibt ihnen eine Arbeitsstelle, aber es ist nicht die richtige Arbeitsstelle. Der Herr gibt ihnen einen Partner fürs Leben, aber es ist nicht der richtige. Egal, was der Herr tut, es ist nie genug. Eine solche Person besitzt keine Ehrfurcht und keine Demut. Undankbarkeit ist das hässliche Kind des Stolzes. Und weil du nie genug haben wirst, tötet Undankbarkeit deine Freude. Sie schwindet, wenn du nicht lernst, Gott für jede Kleinigkeit zu danken, die er tut, und für jeden Segen, den er dir gegeben hat. Die Freude wird schwinden, wenn du nach immer mehr und mehr verlangst. Denn aus dieser völligen Unzufriedenheit heraus entsteht Undankbarkeit. Und die raubt dir die Freude.
Das führt zu Nummer sechs, den falschen Erwartungen. Diese entstehen aus einem Irrtum heraus, der besagt, dass Jesus dir ein glückliches Leben versprach in Reichtum, Erfolg, Gesundheit und voller Wunder. Dies kommt aus dem Irrtum, dass Jesus lauter Tricks für dich vollbringen würde und dir alle möglichen fabelhaften, prächtigen Dinge verschaffen würde. Menschen mit solchen Erwartungen werden zwangsläufig ihre Freude verlieren, wenn Jesus nicht liefert. Das ist der Grund, weshalb das Wohlstandsevangelium so tödlich ist, weil es bei den Menschen falsche Erwartungen weckt. Das Wohlstandsevangelium verspricht ihnen, dass sie von all ihren Krankheiten geheilt werden, dass Jesus sie reich machen wird, dass lauter gute Dinge geschehen werden, dass sie nie Probleme haben werden. Diese falschen Erwartungen werden deine Freude zerstören, denn so wird es nicht sein, ihr Lieben. Jesus hatte einen anderen Plan, und zwar den aus Johannes 16,33: „In der Welt habt ihr Bedrängnis“. Er versprach ihnen, dass sie Bedrängnis haben würden. Ihr werdet Bedrängnis haben und nicht Reichtum; Bedrängnis und nicht Wohlstand; Bedrängnis und nicht Erfolg. Ihr werdet Bedrängnis haben, „aber ich habe die Welt überwunden“. Das ist die Quelle eurer Freude.
Paulus hatte das gelernt. Das zeigt er in Philipper 4, wo er sagt: „Ich habe mich aber sehr gefreut im Herrn. Für mich ist es einfach. Ich habe gelernt, in jeder Lebenslage zufrieden zu sein. Ich freue mich sehr über alles, was geschieht. Ich freue mich, wenn ich reich bin oder arm.“ Aber wenn du falsche Erwartungen an das hast, was Jesus liefern soll, wird dir das die Freude rauben.
Der siebte Punkt nennt die Quelle der letzten beiden Ursachen. Das ist schlicht und ergreifend Stolz. Wenn du ichbezogen und nur auf dich selbst fixiert bist, wirst du nie glücklich sein, denn weißt du was? Nichts ist armseliger, als sich ständig mit sich selbst beschäftigen zu müssen. Das ist eine erbärmliche Beziehung. Ichbezogenheit und krankhafte Selbstanalyse sind selbstanalytischer Ballast, der dazu führt, dass man sich ausschließlich auf sich selbst konzentriert. All das ist tödlich für die Freude. Das ist einer der größten Fehler in der heutigen Seelsorge. Die Psychologie hat die Tendenz, die Therapie auf Missbrauch auszurichten und Menschen immer als Opfer zu sehen. Dabei wenden sich die Menschen nach innen und beginnen, sich selbst zu betrachten und zu sich zu finden. Ein sehr gängiger und häufig genutzter Ausdruck ist: „Hör auf dich selbst“. Hör auf dein Herz. Aber wenn du auf dich selbst hörst, wirst du nur eine Menge Unsinn hören. Denn dein Herz ist trügerisch und wird dich täuschen. Was du hören wirst, werden unrealistische Schuldzuweisungen sein, die keine Vergebung akzeptieren können. Du wirst Hass und Bitterkeit gegenüber jemand anderem hören, den du für deine Probleme verantwortlich machst.
Kein gesunder Mensch hört auf sich selbst! Gesunde Menschen hören sich nicht selbst zu, sondern sie sprechen zu sich selbst. Sie sagen: „Selbst, sei still. Das und das sagt die Bibel, halte dich daran.“ Schwache Menschen hören sich selbst zu. Starke Menschen hingegen sprechen zu sich selbst. Sie disziplinieren sich selbst und bringen sich selbst mit der Wahrheit in Einklang. Deshalb hör nicht auf dich selbst, denn was du hörst, macht dich nur fertig. Hör auf Gottes Wort und dann rede zu dir selbst. Stolz und diese ganze Selbstbeobachtung und Ichbezogenheit wird also nur deine Freude zerstören.
Achtens: Vergesslichkeit. In Psalm 103,2 heißt es: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat!” Vergesslichkeit wird dir die Freude rauben. Deshalb gab Gott dir ein Gedächtnis, damit du nicht vergisst. Gott gab dir nicht nur ein Gedächtnis damit du dir das Einmaleins merken kannst oder Telefonnummern und Adressen. Gott gab dir unter anderem ein Gedächtnis dafür, dass du eine Auflistung all seiner Segnungen abspeichern kannst. Es ist gut, wenn du dir diese immer und immer wieder aufsagst. Auch der alttestamentliche Psalmist macht das. Immer und immer wieder sagt er den Segenskatalog auf, der ein Teil seiner eigenen Erfahrung in der Heilsgeschichte war. Und immer wieder ruft er dazu auf, sich zu erinnern. Sogar Jesus fordert die Gemeinde in der Offenbarung auf: „Bedenke, wovon du gefallen bist, Ephesus, und kehre zurück und handle so, wie du es damals getan hast, als du den Segen Gottes erfuhrst.“
Freude wird also gehindert und geraubt durch falsche Errettung, den Satan, Unwissenheit, Unglaube, Undankbarkeit, falsche Erwartungen, Stolz, Vergesslichkeit und neuntens: Gebetslosigkeit. Das ist die Einstellung, die sagt: Ich vertraue auf meine eigenen Ressourcen, ich brauche kein Gebet, ich schaffe das schon. Aber wenn du es ständig selbst versuchst, und ständig scheiterst, wird dir das garantiert die Freude rauben. Paulus fordert in Philipper 4 auf: „Freut euch im Herrn allezeit; abermals sage ich: Freut euch!“ Vielleicht denkst du nun: „Wie kann ich das tun?“ „Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts; sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.“ Die Quelle von Paulus‘ Freude war das Gebet. Gebetslosigkeit ist das Vertrauen auf deinen eigenen Einfallsreichtum und deine eigenen Ressourcen. Deshalb raubt es dir die Freude, wenn das Gebet fehlt.
Der letzte Punkt ist zugleich der Höhepunkt und der Abschluss. Es sind Gefühle, die deine Freude rauben. Das Hauptproblem, das der Freude im Wege steht, sind Gefühle. Du wirst zum Opfer deiner Emotionen. Das ist ein großes Problem. Den Menschen fehlt die Disziplin, die göttliche Wahrheit zu verstehen und dann ihr Leben auf dieser Grundlage zu führen. Und so stürzen sie sich in das undisziplinierte, willkürliche Meer der Gefühle. Sie fragen: „Wie können wir uns freuen, wenn uns nicht danach ist?“ Für sie ist Freude ein Gefühl, das auf einem anderen Gefühl beruht. Und nur wenn man das eine Gefühl hat, kann man auch das andere Gefühl namens Freude haben. Sie fragen: „Wie sollen wir unsere Gefühle kontrollieren? Schließlich hab ich meine Gefühle ja nicht unter Kontrolle.“ Das ist eine Lüge, die direkt aus der Hölle kommt. Deine Gefühle sind kontrollierbar. Und das sollten sie auch besser sein.
Ihr habt euch heute Morgen sehr gut geschlagen. Ihr seid schon lange hier und manche von euch haben nicht gesagt, was sie gedacht haben. Manche haben nicht das gemacht, wonach ihnen eigentlich war. Ihr habt euch beherrscht. Und wenn ihr das eineinhalb Stunden lang schafft, dann könnt ihr es auch länger schaffen. Ihr haltet eure Gefühle ständig im Zaum. Einige von euch hätten vielleicht gerne gestanden und „Halleluja” gerufen, aber ihr habt es nicht getan. Einige von euch wollten vielleicht gehen, aber ihr habt es nicht getan. Einige von euch wollten schlafen und ihr habt es getan.
Du und ich, wir alle begreifen, dass wir unsere Gefühle kontrollieren müssen. Die zeitgenössische Philosophie sagt, dass man einfach das tun soll, was sich gut anfühlt. Dem stimmen wir nicht zu! Aber natürlich glauben wir genug davon, um eine eskalierende kriminelle Gesellschaft hervorzubringen. Denn wir sagen den Leuten, sie sollen das tun, wozu sie Lust haben. Und so tun sie das, wozu sie Lust haben. Und dann müssen wir sie wegsperren.
Wie können wir unsere Gefühle kontrollieren? Oder anders gefragt: Was müssen wir tun, um nicht von unseren Gefühlen kontrolliert zu werden? Zur Beantwortung dieser Fragen möchte ich einige einfache Dinge nennen, die du anerkennen musst. Erkenne zunächst einmal an, dass Gott uns als rationale Wesen geschaffen hat und dass unsere Gefühle von der Vernunft kontrolliert werden müssen. Dein Gefühl soll eine Antwort auf deinen Verstand und deine Vernunft sein. Wir können uns nicht alle unseren Gefühlen hingeben. Das würde absolutes Chaos bewirken und keine menschliche Beziehung würde das überleben. Wenn jeder Mensch genau das tun und sagen würde, wozu er Lust hat, wäre das das Ende der Menschheit. Du darfst dich nicht von deinen Gefühlen leiten lassen. Sie dürfen nicht dein Leben bestimmen. Früher oder später musst du also deine Gefühle unter Kontrolle bringen. Und deine Gefühle werden von dem kontrolliert, was du für wahr hältst. Und damit kommen wir wieder zurück zum Fundament, das wir mit diesen ganzen Gründen zur Freude gelegt haben. Wir sind wieder bei der Freude über Gottes Wesen, das Werk Christi, das Wirken des Geistes und all das, was uns Gott bereit stellt.
Nicht-wiedergeborene Menschen können ihre Gefühle nicht kontrollieren. Die Gesellschaft wird versuchen, ihnen einige Beschränkungen und Kontrollen aufzuerlegen. Aber wenn die Gesellschaft die Beschränkungen und Kontrollen lockert, werden die Menschen wieder aktiv und zeigen mehr und mehr, dass sie unfähig sind, ihre Gefühle zu kontrollieren. Unsere Gesellschaft gebraucht soziale Hemmungen, dass Menschen ihre Gefühle kontrollieren. Aber all das hält nicht das Herz im Zaum. Andererseits war eines der Ziele Gottes bei unserer Erlösung und unserer Wiedergeburt, unseren Gefühlen wieder die von ihm vorgesehene Rolle zu geben. Als Christen haben wir eine neue Natur und unsere Gefühle können nun durch den Willen Gottes kontrolliert werden. Diesen Willen vermittelt er uns durch das Wort und den Geist. Jetzt reagieren unsere Gefühle auf das, was wir über Gott, Christus und den Geist wissen. Deshalb ist unsere Freude nicht mehr das Ergebnis von Gefühlen, sondern eine Folge der Erkenntnis der Wahrheit. Meine Freude entspringt dem tiefen Vertrauen der Wahrheit. Das ist die Grundlage für meine Freude.
Hiob war kein Opfer seiner Gefühle. Er sagte: „Auch wenn er mich tötet, will ich ihm vertrauen.“ Auch David war kein Opfer seiner Gefühle. Als er von Saul verfolgt wurde, sagte er: „Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?“ Stephanus war kein Opfer seiner Gefühle, als er unter den blutigen Steinen zu Tode zerschlagen wurde und rief: „Rechne ihnen diese Sünde nicht an!“ Paulus war kein Opfer seiner Gefühle, als er von den falschen Aposteln in Korinth gnadenlos und bösartig angegriffen wurde und sagte: „Meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen!“ Er kannte Gottes Wahrheit und deshalb konnte er sich in seinen Leiden freuen. Jesus war ganz sicher kein Opfer von Gefühlen, als er im Garten Gethsemane sagte: „Doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe.“ Oder am Kreuz: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Nein, die großen treuen Nachfolger sind nicht Opfer ihrer Gefühle. Gefühle verhindern wahre Freude. Deshalb musst du dich disziplinieren, damit du nicht auf Grundlage deiner Gefühle lebst, sondern auf Grundlage der Wahrheit. Und aus der Wahrheit entspringt die wahre Freude.
Der freudige Christ denkt mehr an seinen Herrn als an seine persönlichen Schwierigkeiten. Der freudige Christ denkt mehr an seinen geistlichen Reichtum in Christus als an seine Armut auf Erden. Der freudige Christ denkt mehr an seine herrliche ewige Zukunft als an seinen gegenwärtigen Schmerz. Und wenn du so lebst, wird es möglich, das Gebot „Freut euch allezeit!“ zu erfüllen. Ja, es wird nicht nur möglich, sondern erstrebenswert. Lasst uns beten. Vater, es war gut, uns heute Morgen in diese Wahrheit zu vertiefen. Ich danke dir dafür. Möge sie um Christi willen in unserem Leben Anwendung finden. Amen.
ENDE
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