Grace to You Resources
Grace to You - Resource

Vor etwa 25 Jahren wurde ich gebeten, ein Büchlein zu schreiben. Der ursprüngliche Titel dieses Büchleins war Focus on Fact (dt.: Fakten im Fokus). Wahrscheinlich ist es dir noch nie über den Weg gelaufen, denn es war nicht sehr lange erhältlich. Doch ein paar Jahre später, im Jahr 1983 kam es in einer anderen Auflage unter dem folgenden Titel heraus: Why I Trust The Bible (dt.: Warum ich der Bibel vertraue). Es sollte ebenso wie das erste Buch darlegen, warum ich der Bibel vertraue. Während der Vorbereitung musste ich zunächst für mich selbst die Frage beantworten, warum ich der Bibel wirklich vertraue. Was half mir, zu glauben, dass die Schrift wahr war? War ich schlauer als alle anderen? Hatte man mir überzeugendere Beweise für die Schrift vorgelegt? Solche Beweise gibt es natürlich. Warum hatte ich so viel Vertrauen in die Bibel?

Ich erinnere mich noch gut an meine College-Zeit. Damals interessierte mich kaum etwas anderes als Sportereignisse und mein größtes Glück fand ich auf dem Footballfeld. Und doch hatte ich schon damals volles Vertrauen in Gottes Wort. Ich konnte es kaum erwarten, das Predigerseminar zu besuchen. Einige meiner Sportfreunde und Trainer konnten nicht verstehen, dass ich beschloss, meine sportliche Laufbahn und die Chance auf eine Profikarriere aufzugeben, um ans Predigerseminar gehen zu können. Dabei war es gar nicht so, dass ich einen starken inneren Drang verspürte, zu predigen oder zu lehren. Aber ich glaubte aus voller Überzeugung, dass Gottes Wort wahr war und ich hatte ein unwiderstehliches Verlangen, mich darin zu vertiefen und zu verstehen, was es bedeutet.

Ich hatte weder Apologetik studiert noch Bücher dazu gelesen. Trotzdem war mein Herz ganz und gar Gottes Wort verpflichtet. Als ich dann darüber nachdachte, warum ich der Bibel vertraue, schaute ich mir einige Schriftstellen an, die dabei eine wichtige Rolle spielen. Ich erinnerte mich daran, dass Jesus in Matthäus 16 zu Petrus sagte: „Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel!“ Petrus wusste, dass Jesus der Christus war, der Sohn Gottes, weil Gott es ihm offenbart hatte.

Dann sah ich mir 1. Korinther 12,3 an, wo es heißt: „Es kann aber auch niemand Jesus Herrn nennen als nur im Heiligen Geist.“ Es erschien mir völlig vernünftig, zu sagen, dass Jesus der Christus ist, der Sohn des lebendigen Gottes. Ebenso war es für mich absolut logisch, zu bekennen, dass Jesus der Herr ist. Aber ich verstand auch, dass das, was mir so vernünftig erschien, doch nur jemand sagen konnte, dem es der Vater offenbarte und der Geist es erkennen ließ. Ich wurde auch an Johannes 6 erinnert, wo es heißt, dass Jesus harte Worte redete, die viele seiner Jünger veranlassten sich zurückzuziehen. Jesus fragte die Übrigen: „Wollt ihr nicht auch weggehen?“, worauf Petrus stellvertretend für alle antwortete: „Herr, zu wem sollen wir gehen? Du hast Worte ewigen Lebens.“ Wieder einmal bestätigt das eindrucksvoll, dass die Worte Gottes und des Herrn Jesus Christus wahr sind.

Und Jesus bestätigt hier erneut, dass Petrus diese Erkenntnis vom Vater gegeben worden war. Er sagt sogar: „Habe ich dich nicht erwählt?“ Dann wurde ich an Römer 8 erinnert und ich möchte euch bitten, diese Stelle mit mir aufzuschlagen. Dort heißt es sehr klar, ab Vers 5: „Denn diejenigen, die gemäß der Wesensart des Fleisches sind,“ – das heißt getrennt von Gott, ohne geistliches Leben, geistlich tot, blind und bankrott. „Diejenigen, die gemäß der Wesensart des Fleisches sind, trachten nach dem, was dem Fleisch entspricht; diejenigen aber, die gemäß der Wesensart des Geistes sind, trachten nach dem, was dem Geist entspricht.“ Das beschreibt zwei Dimensionen, die einander völlig ausschließen.

In Vers 6 steht, dass das Trachten des Fleisches Tod ist. Und Vers 7 sagt, dass das Trachten des Geistes Leben und Frieden ist. „Denn das Trachten des Fleisches ist Tod, das Trachten des Geistes Leben und Frieden, weil nämlich das Trachten des Fleisches Feindschaft gegen Gott ist. Denn es unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht, und kann es auch nicht. Und die im Fleisch sind, können Gott nicht gefallen.“ Wenn du im Fleisch bist, kannst du Gott nicht gefallen. Was Gott gefällt ist, wenn du der Bibel glaubst. Das steht ganz oben auf der Liste der Dinge, die Gott gefallen. Ebenso gefällt es Gott, wenn du dem Evangelium glauben würdest. Ein weiterer Punkt, der Gott gefällt ist, wenn du anerkennen würdest, dass der Herr Jesus Christus Gott und Erlöser ist.

Tatsache ist, dass man im Fleisch Gott nicht gefallen kann, weder im Kleinen noch im Großen. Wie kam es also dazu, dass ich trotzdem ein so tiefes Vertrauen in die Schrift entwickelte? Ich wurde an Epheser 4 erinnert, wo im Wesentlichen dasselbe steht wie in Römer 8, nur anders formuliert. Epheser 4,17 drückt es so aus: „Das sage und bezeuge ich nun im Herrn, dass ihr nicht mehr so wandeln sollt, wie die übrigen Heiden wandeln in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens.“

Diese Beschreibung soll uns vor Augen führen, dass der unerlöste Mensch sich in einer völlig ausweglosen Lage befindet, es sei denn, Gott greift ein. So kam ich zu dem Schluss, dass ich durch rein menschliche Einsicht und meinen natürlichen Verstand niemals zu diesem Vertrauen in die Schrift hätte gelangen können. Ich hatte nur deshalb Vertrauen in die Schrift, weil Gott es mir geschenkt hatte. Gott hatte mir in seiner Souveränität den Willen gegeben, das Evangelium zu glauben. Er gab es mir, an Christus zu glauben und die Echtheit, Autorität und Wahrhaftigkeit der Schrift anzunehmen.

So schrieb ich 1983 in der zweiten Auflage des kleinen Buches Why I Trust the Bible (dt.: Warum ich der Bibel vertraue) folgendes: „Ungläubige können legitime Beweise nicht anerkennen, weil sie blind dafür sind. 1. Korinther 2,14 sagt „Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist; denn es ist ihm eine Torheit, und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.“ Erst wenn der Heilige Geist sein erneuerndes Werk tut, wenn er den Verstand öffnet, die Blindheit wegnimmt, Leben gibt und das Verständnis für Gottes Offenbarung einpflanzt, erst dann glauben Menschen, dass die Bibel Gottes Wort ist, und vertrauen ihr.“

Vor über 25 Jahren schrieb ich: Ich weiß, dass die Bibel wahr ist, weil Gottes Geist mich davon überzeugt hat. Ich fuhr fort: „In Anbetracht dessen schlage ich vor, dass wir unsere Herangehensweise ändern. Wir sagen immer, die Prophezeiungen haben sich erfüllt. Die Bibel ist wissenschaftlich korrekt. Wunder sind vor Augenzeugen geschehen und die biblische Botschaft von der Erlösung durch den Glauben an Jesus Christus führt zu einer radikalen Veränderung im Leben der Menschen, die glauben. Deshalb – so argumentieren wir – ist die Bibel Gottes Wort.“

Dann schrieb ich: „Ich schlage vor, wir sagen es umgekehrt. Die Bibel ist Gottes Wort, deshalb haben sich Prophezeiungen erfüllt, deshalb sind Wunder geschehen, deshalb sind wissenschaftliche Aussagen korrekt und deshalb wurden unzählige Leben verändert.“ Das Vertrauen in die Schrift beginnt mit dem Wirken des Heiligen Geistes. Ich glaube, dass die Bibel vom Gott des Universums geschrieben wurde, um sich selbst der Menschheit zu offenbaren.

Ich glaube, dass die Bibel die einzige autoritative und absolut zuverlässige Offenbarung von Gott ist. Das betrifft den Ursprung des Menschen, seine Befreiung, seine Erlösung, die moralischen und geistigen Maßstäbe, nach denen er leben soll, sowie seine endgültige Bestimmung. Ich glaube auch, dass die Bibel in jedem Detail wahr ist, sogar bis hin zu den einzelnen Worten der Originalmanuskripte. Gott ist ihr Autor.“ Dann schloss ich mit den Worten: „Der Geist hat mich zu diesem tragfähigen Vertrauen geführt.“

Für mich war das eine wirklich bedeutende Erkenntnis. Ein paar Jahre später wurde ich dann auf einige Schriften des bekannten Theologen Johannes Calvin aufmerksam. Ich war neugierig, was er zu dieser Frage gesagt hatte, und machte einige sehr interessante Entdeckungen. Hör zu, was Johannes Calvin in seiner Institutio schreibt: „Es hat Gott gefallen, allein in der Schrift seine Wahrheit zu stetem Gedächtnis zu erhalten. Deshalb kann die Bibel nur dann den Gläubigen gegenüber volle Autorität erlangen, wenn sie mit Gewissheit wissen, dass sie vom Himmel herab zu ihnen kommt, als ob Gottes eigene Stimme hier lebendig vernommen würde.“

Er schreibt weiter: „Die Schrift selbst bezeugt eindeutig, dass Gott in ihr spricht. Wir werden im Glauben an diese Lehre niemals wirklich gefestigt, solange wir nicht zweifelsfrei davon überzeugt sind, dass Gott der Urheber ist. Da wir nun von ihm erleuchtet sind,“ das bedeutet, vom Heiligen Geist erleuchtet, „glauben wir nicht mehr aufgrund unseres eigenen Urteils oder des Urteils anderer, dass die Schrift von Gott ist. Wir sind vielmehr in einer Weise, die das menschliche Urteil übersteigt, vollkommen sicher, dass sie durch das Wirken von Menschen aus dem Mund Gottes zu uns gekommen ist. Wir sind durch den Heiligen Geist fest davon überzeugt, dass wir eine unumstößliche Wahrheit besitzen.“

Calvin hat es völlig richtig erfasst. William Niesel schreibt über Calvin, dass er das Wort der Bibel: „als ein totes und unwirksames Ding für uns betrachtet, wenn es nicht von Gott belebt“, also mit Leben erfüllt wird. „Und sobald die Bibel von ihm“, das heißt, von Christus, „getrennt ist, wird sie zu einem toten Buchstabenhaufen ohne Seele.“ Calvin hatte verstanden, dass man der Schrift nur glaubt, wenn Gottes Geist einem diesen Glauben und dieses Vertrauen schenkt. Die Fähigkeit, dem Wort Gottes zuversichtlich zu vertrauen, ist also nicht das Ergebnis rationaler Argumente, menschlicher Intelligenz, Vernunft oder Gefühle. Es ist das Werk des Geistes im Herzen.

Calvin sagt weiter: „Denn wie Gott selbst in seinem Wort der einzige vollgültige Zeuge von sich selbst ist, so wird auch dies Wort nicht eher im Menschenherzen Glauben finden, als bis es vom inneren Zeugnis des Heiligen Geistes versiegelt worden ist. Denn derselbe Geist, der durch den Mund der Propheten gesprochen hat, der muss in unser Herz dringen, um uns die Gewissheit zu schenken, dass sie treulich verkündet haben, was ihnen von Gott aufgetragen war. Dabei also soll es bleiben: wer innerlich vom Heiligen Geist gelehrt ist, der verharrt fest bei der Schrift.“ Unser Vertrauen in Gottes Wort kommt demnach von Gottes Geist und gehört zu dem, was er bei der Wiedergeburt souverän austeilt.

Lange versuchten die klassischen Methoden der Apologetik, nicht wiedergeborenen Menschen die Bibel zu beweisen. Dazu präsentierte man eine ganze Reihe von Beweisen, in der Annahme, dass die Menschen diese mit ihrem Intellekt verarbeiten könnten. Der Verstand der Menschen ist jedoch durch den Sündenfall verfinstert und ihr Denken vergeblich. Sie sind unwissend und ihre Seele ist abgebrüht und der Wollust ergeben. Man kann alle möglichen Beweise aus der Prophetie zusammentragen oder wissenschaftliche Beweise, Wunder, historische archäologische Belege und die Beweise verwandelter Leben.

Und obwohl sie alle zweifellos vernünftig sind und der Wahrheit der Schrift entsprechen, können sie letztendlich den Blinden nicht die Augen öffnen. Auch können sie einer toten Seele kein Leben schenken. Wie eine tote Seele wirklich lebendig werden kann, sagt uns die Schrift in 1. Korinther 1. Schlag bitte dieses Kapitel auf. Für das, was hier drinsteckt, würde ich zwei Predigten brauchen. Deshalb gebe ich heute nur die Kurzfassung davon.

Ich möchte in diesem Kapitel einige Verse betrachten und diese Wahrheiten nur kurz ansprechen, ohne den roten Faden und den Hauptgedanken zu verlieren. Das Thema des Abschnitts, der in Kapitel 1,18 beginnt und bis zum Ende von Kapitel 2 geht, ist die göttliche Weisheit. Das Wort „weise“ oder „Weisheit“ kommt hier ca. 20 Mal vor und steht im Gegensatz zu „Torheit“, das etwa ein halbes Dutzend Mal vorkommt.

Es geht um göttliche Weisheit und dieser Abschnitt erklärt, warum manche Menschen Gottes Weisheit ablehnen und andere sie annehmen. Dieser Text erklärt, warum manche Menschen die Schrift, das Evangelium und das Kreuz ablehnen und andere sie annehmen. Tatsächlich tauchen hier verschiedene Bezeichnungen für die Schrift auf, wie z. B. „die Weisheit Gottes“, „das Wort vom Kreuz“ und sogar „das Zeugnis Gottes“. Aber es handelt sich bei jedem dieser Begriffe immer um die schriftlich überlieferte göttliche Offenbarung. Das ist das Thema.

Am einfachsten kann man den Text gliedern, indem man ihn in zwei Abschnitte teilt. Diese überschneiden und wiederholen sich und machen ähnliche Aussagen. Dennoch sind zwei Gedankenstränge erkennbar: 1. Warum Nichtchristen die Bibel ablehnen. Und 2. Warum Christen die Bibel annehmen. Und ich sage gleich vorneweg, dass hier weder etwas über Beweise gesagt wird, noch über die menschliche Vernunft, noch darüber, wie man den Willen oder die Gefühle von Menschen manipulieren kann. Es geht nicht um Beweise, Vernunft oder Gefühle. Sondern es geht hier um einen Zustand, nämlich den Zustand eines Nichtchristen und den Zustand eines Christen.

Schauen wir uns zunächst einmal an, warum Nichtchristen der Bibel nicht glauben. Der erste Abschnitt nennt und erklärt 5 Gründe dafür. Zunächst einmal ist die Botschaft unvernünftig. Das ist der erste Grund, warum der Botschaft nicht geglaubt wird. Vers 18 sagt über das Zeugnis Gottes: „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verlorengehen“. Das beschreibt den Zustand der Ungläubigen: Das in der schriftlichen Offenbarung festgelegte Wort der Weisheit ist ihnen eine Torheit.

Dieser Gedanke wird im Text auf teils sarkastische Weise mehrfach wiederholt. Vers 21 sagt „es gefiel Gott, durch die Torheit der Verkündigung“ zu retten. Vers 23 sagt: Es ist „eine Torheit“ für die Heiden. Vers 25: „Denn das Törichte Gottes ist weiser als die Menschen.“ All das macht deutlich, dass manche die Offenbarung Gottes in der Schrift einfach für eine Torheit halten. Das hier verwendete Wort bedeutet schwachsinnig, dumm, sinnlos, unzumutbar für die menschliche Vernunft. Es drückt aus, dass sie Gottes Wort mit Verachtung und Geringschätzung behandeln. Ich gehe hier nicht ins Detail, aber ein gekreuzigter Gott war für die Heiden lächerlich und genauso für die Juden. Erlösung durch den Glauben an einen gekreuzigten Gott war sogar noch lächerlicher. Die ganze Sache war aus ihrer Sicht einfach unvernünftig.

Zweitens glauben Nichtchristen der Bibel nicht nur deshalb nicht, weil die Botschaft unvernünftig ist, sondern weil die Wahrheit unerreichbar ist. Vermutlich hast du bei einer Taufe schon mal jemand sagen hören: „Ich wusste, dass Jesus gestorben ist, aber ich wusste nicht, was das mit mir zu tun hätte.“ Oder: „Ich bin in der Gemeinde aufgewachsen und hatte viele unzusammenhängenden Geschichten im Kopf, aber ich war mir nicht sicher, wie das alles zusammenpasst.“ Das drückt im Wesentlichen aus, worum es hier geht. Für diejenigen, die verlorengehen, ergibt es einfach keinen Sinn.

Vers 19 sagt, dass das so ist, weil Gott selbst es so gemacht hat: „Denn es steht geschrieben: ‚Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen‘. Wo ist ein Weiser? Wo ein Schriftgelehrter? Wo ein Wortstreiter dieses Zeitalters? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht? Denn weil die Welt in ihrer Weisheit Gott in seiner Weisheit nicht erkannte“. Nach dem Sündenfall hatte Gott den Menschen in einen Zustand versetzt, in dem es mit menschlicher Weisheit unmöglich ist, Gott zu erkennen. Seither kann der Mensch Gott aus sich selbst heraus nicht erkennen.

Gott hat das absichtlich so eingerichtet. Er sagt: „Ich will zunichtemachen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.“ Gott selbst wird die Weisheit dieser Welt in Torheit verkehren, weil es ihm gefällt, dass kein Mensch ihn durch weltliche Weisheit erkennen kann, egal wie welterfahren der Mensch sei. In Vers 19 zitiert Paulus aus Jesaja 29,14. Das ist die Begebenheit als Sanherib Juda mit einem Angriff drohte, um zu brandschatzen und zu plündern. Daraufhin antwortet Jesaja in Kapitel 29: Die Rettung wird von Gott kommen. Die Rettung wird nicht durch die Weisheit der Führer kommen und auch nicht durch die Weisheit der Weisen. Ihr listiger, heimlicher Verrat an Juda wird nicht durch menschlichen Einfallsreichtum vereitelt werden, sondern durch Gottes Macht.

Gott würde eingreifen und sein Volk retten. Die Weisheit der Weisen konnte sie nicht retten und auch nicht der Verstand der Verständigen. Nur Gott konnte das tun. Es ist so, wie Paulus sagt: „Wo ist denn der Weise, wenn man ihn braucht? Wo ist der Schriftgelehrte? Wo ist der Wortgewaltige dieser Weltzeit?“ Hier werden sie alle aufgereiht, die Gebildeten, die Eliten, die Intellektuellen und Philosophen. Sowohl 1. Korinther 1,20 als auch Jesaja 19,12 verweisen auf Jesaja 33,18. Dort geht es um die vermeintlich weisen Ratgeber Ägyptens, die in Jesaja 19 in vollkommene Narren verwandelt wurden.

Die Schreiber der Assyrer standen schon alle bereit, die Beute aufzuzeichnen, die sie sich von ihrem Angriff auf Juda erhofften. Dann griff Gott ein und sie sahen auf einmal wie Narren aus. Wo sind die Redekünstler, die Debattierer, die wortgewaltigen Philosophen? Sie werden aufgezählt, weil es Gott gefällt, dass sie ihn trotz all ihres Verstandes und all ihrer Weisheit und all ihrer Gelehrsamkeit nicht erkennen können. In seiner Weisheit hat Gott es unmöglich gemacht, dass Männer und Frauen ihn aus eigener Kraft erkennen können. Kein Mensch kann selber zu einem festen Vertrauen in Gottes Wort gelangen, zum Glauben an die Botschaft oder an das Wort vom Kreuz. Ohne Gottes Hilfe bleibt dies unerreichbar. Menschen glauben also nicht, weil es ihnen eine Torheit ist und unvernünftig erscheint und weil es unerreichbar ist.

Drittens glauben Menschen nicht, weil es offen gesagt unglaublich und einfach irrwitzig ist. Vers 22 lautet: „Während nämlich die Juden ein Zeichen fordern und die Griechen Weisheit verlangen“. Die Juden forderten Zeichen. Vielleicht stutzt du jetzt und denkst, Moment mal, Jesus hat ihnen doch unzählige Zeichen gegeben. Das stimmt auch, aber sie wollten das große Zeichen. Er sollte die Römer vertreiben und das Reich Gottes errichten. Er sollte regieren und so den Bund mit Abraham und David erfüllen. Als Jesus aber anfing, über seinen Tod zu sprechen und schließlich ans Kreuz ging, war es vorbei. Sie kreuzigten den Herrn Jesus, weil er seine Macht nicht gegen die Römer einsetzte, sondern sogar sie und ihre heuchlerische Religion verurteilte. Er erfüllte nicht ihr messianisches Wunschbild. Doch selbst als er am Kreuz hing, sagten sie noch: „Warum steigst du nicht vom Kreuz herab?“ Vielleicht war da noch eine letzte Hoffnung, dass er das Zeichen tun würde, das sie erwarteten. Aber ein gekreuzigter Gott und ein von den Römern gekreuzigter Messias war für sie schlichtweg undenkbar.

Die Griechen dagegen suchten nach Weisheit in aufwendigen, tiefgründigen und komplexen Philosophien mit hochtrabenden Worten und esoterischen Konzepten. Sie lachten über die Einfachheit des Evangeliums und die unglaubliche Vorstellung, dass ein gekreuzigter Gott angebetet werden sollte. Deshalb gibt es in Rom bis heute einen Stein, auf dem ein Mann zu sehen ist, der sich vor einem Esel verbeugt. Er zeigt die Sicht der antiken Welt auf das Christentum. Auf dem Stein steht: „Alexamenos betet seinen Gott an.“ Das Bemerkenswerte daran ist, dass der Esel an einem Kreuz hängt. Wer, bitteschön, würde einen Esel am Kreuz anbeten? Das wäre einfach unvorstellbar.

Viertens: Die Gläubigen sind unscheinbar. Die Juden verlangten ein Zeichen und die Griechen wollten Weisheit. Paulus aber predigte den gekreuzigten Christus. Über diese Botschaft stolperten die Juden, während die Heiden sie für eine Torheit hielten. Vers 26 macht es nicht gerade besser: „Seht doch eure Berufung an, ihr Brüder! Da sind nicht viele Weise nach dem Fleisch, nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme.“ Unterm Strich sind wir alle zusammen nicht besonders beeindruckend. Damals nicht und auch heute nicht. Die Mehrheit der Gläubigen war schon immer unscheinbar. Sie waren in den Augen der Welt nie beeindruckend, erst recht nicht in den Augen der Elite, die uns mit Verachtung behandelt.

Wir sind weder die Klügsten noch die Vornehmsten. Tatsächlich heißt es in Vers 27: „Das Törichte der Welt hat Gott erwählt, um die Weisen zuschanden zu machen, und das Schwache der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen.“ Es geht also immer weiter nach unten, Stufe für Stufe. Gott hat nicht die Weisen erwählt, nicht die intellektuelle Elite, nicht die Mächtigen, nicht die Großen, die Einflussreichen, die Macher, die Erneuerer, die Mächtigen. Er hat nicht die Vornehmen erwählt.

Das griechische Wort, das hier für „vornehm“ steht, bedeutet wohlgeboren, aus gutem Hause, gesellschaftlich angesehen. Aber Gott erwählte die Törichten, die Schwachen, die Niedrigen, die agenēs. Das sind die „Otto Normalverbraucher“, die Unbekannten, Unbedeutenden und Verachteten. Und dann geht es in Vers 28 sogar noch eine Stufe tiefer: „das, was nichts ist“. Hier steht das Partizip Präsens von eimi. Er erwählte also das nicht Existierende. Der Ausdruck „das, was nichts ist“, ist übrigens im Griechischen die verächtlichste Formulierung überhaupt. Die abwertendste Form, jemanden zu erniedrigen ist, ihn so zu behandeln, als würde er gar nicht existieren. Deshalb glauben sie nicht. Dass wir ein so unscheinbarer Haufen sind, verstärkt ihren Widerstand gegen das Evangelium.

Es gibt noch einen fünften Grund. Nicht nur die Menschen dieses Buches sind unscheinbar, hinzu kommt noch, dass die Prediger alles andere als angesagt und modern sind. Dafür hätte ich mir viele Wörter einfallen lassen können. Aber unzeitgemäß oder unmodisch trifft es am besten. Wir sehen das bei Paulus in Kapitel 2: „So bin auch ich, meine Brüder, als ich zu euch kam, nicht gekommen, um euch in hervorragender Rede oder Weisheit das Zeugnis Gottes zu verkündigen.“ Das war ein Problem für sie, denn sie liebten diese geheimnisvollen, ausgefallenen, labyrinthartigen Lehren, die tiefgründig und schwer zu entschlüsseln waren und ihren Verstand anregten. Doch Paulus sagt: Ich kam nicht mit hervorragender Rede oder überredenden Worten menschlicher Weisheit. „Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als Jesus Christus und zwar als Gekreuzigten.“ Da ist sie wieder, diese simple, abstoßende, unglaubhafte Botschaft.

Darüber hinaus tat Paulus seiner Sache durch sein eigenes Auftreten keinen Gefallen. Du erinnerst dich, dass die Korinther über ihn sagten, seine Erscheinung sei einfach nur verachtenswert. Auch seine Rede war nicht sehr beeindruckend. Paulus selbst sagt, dass er in Schwachheit, mit Furcht und viel Zittern bei ihnen war. Er schreibt: „Und meine Rede und meine Verkündigung bestand nicht in überredenden Worten menschlicher Weisheit, sondern in Erweisung des Geistes und der Kraft“. Das alles vermittelt uns ein ziemlich umfassendes Bild davon, warum Menschen nicht glauben. Sie können nicht glauben. Sie sind nicht dazu fähig, weil sie das Leben Gottes nicht in sich tragen und dem Natürlichen nicht entkommen können. Sie können nicht anders, als im Fleisch zu sein. Und wer im Fleisch ist, richtet seinen Sinn nur auf das, was fleischlich ist. Er kann die Dinge des Geistes nicht erkennen. Sie sind ihm nicht zugänglich.

All diese Dinge geben Anlass zur Ablehnung der Botschaft. Und so beginnt man, das Dilemma der nicht Wiedergeborenen zu verstehen. Die Botschaft an sich war anstößig, unvernünftig und unglaubhaft. Die Menschen, die sie annahmen, waren die Geringen dieser Welt. Die Prediger waren schwach, unscheinbar, furchtsam und zitternd. Dazu kommen der gefallene Zustand des Menschen, die natürliche Finsternis, die satanische Verblendung und das göttliche Gericht. All dies zeigt, dass Ungläubige die Wahrheit nicht aus sich heraus glauben können.

Die Suche nach Gott, nach Christus, nach der Wahrheit und danach, ob die Bibel in dem, was sie sagt, wirklich wahr ist, kann also weder bei der menschlichen Vernunft beginnen, noch mit ihr enden. Genau darum enden all diese Fernsehberichte über „Die Suche nach dem wahren Jesus“ oder „Die Suche nach der Wahrheit“ immer im Irrtum. Der gefallene Verstand kann von sich aus nicht dahin gelangen. Aus diesen Gründen glauben Nichtchristen nicht der Bibel.

Nun komme ich zur zweiten Frage: Warum glauben Christen trotz all dem der Bibel? Dazu sagt Paulus in 1. Korinther 2,6: „Wir reden allerdings Weisheit unter den Gereiften“. „Allerdings“ ist ein Schlüsselwort, das solltest du dir markieren. Paulus sagt hier: trotz allem, was die Welt darüber denkt, reden wir „Weisheit unter den Gereiften“ – den teleios. Das sind die, die vollkommen gemacht wurden. Es ist einfach eine Bezeichnung für Gläubige. Er sagt: „Wir reden Weisheit“, die verstanden, angenommen und geglaubt wird von denen, die vollkommen gemacht worden sind, indem sie zu Christus kamen. Zu den Kolossern sagt Paulus, dass wir zu dem kamen, „in welchem alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen sind.“

Wir sind also weder intelligenter, noch wurden uns mehr Beweise vorgelegt. Sondern wir wurden in Christus vollkommen gemacht. Paulus formuliert ganz klar: „Ihr seid zur Fülle gebracht in ihm.“ Und weil ihr in ihm vollkommen gemacht wurdet, habt ihr zusammen mit dem göttlichen Werk der Wiedergeburt, Bekehrung und Umgestaltung nicht nur Vertrauen in Jesus Christus und den wahren und lebendigen Gott erhalten, sondern auch Vertrauen in Gottes Wort. Deshalb sagt Paulus in Vers 6: „Wir reden Weisheit.“ Paulus verwendet „wir“ im apostolischen Plural. „Wir reden allerdings Weisheit unter den Gereiften; aber nicht die Weisheit dieser Weltzeit, auch nicht der Herrscher dieser Weltzeit.“

Diese Weisheit ist den größten Denkern und führenden Persönlichkeiten dieser Welt unbekannt. Vers 7 geht noch weiter: „Wir reden Gottes Weisheit im Geheimnis, die verborgene, die Gott vor den Weltzeiten zu unserer Herrlichkeit vorherbestimmt hat“. Warum verstehe ich die Bibel? Weil Gott mich vorherbestimmt hat, sie zu verstehen, und in Zukunft einmal verherrlicht zu werden. Vielleicht fragst du dich jetzt, ob ich an die Vorherbestimmung glaube. Dazu kann ich nur sagen: Ich glaube an die Bibel. Und die Bibel sagt mir, dass ich Gottes Weisheit verstehe, weil Gott mich zur ewigen Herrlichkeit vorherbestimmt hat. Die Bibel sagt mir auch, dass er mir durch Wiedergeburt und Bekehrung den Glauben an seinen Sohn, an das Evangelium und an sein Wort geschenkt hat.

Heißt das, dass ich jetzt der Bibel glaube, obwohl sie nicht vernünftig ist? Auf gar keinen Fall. Alles in der Bibel ist vernünftig. Ihre Prophezeiungen haben sich erfüllt. Ihre Wunder sind wahr und bezeugt. Ihre Aussagen sind wissenschaftlich einwandfrei und zutreffend. Ihre historischen und archäologischen Angaben sind bis ins kleinste Detail überprüfbar. Aber es sind nicht diese Argumente, die meinen natürlichen Verstand überzeugt haben. Sondern weil Gott mir den Glauben an sein Wort gegeben hat, erkenne ich jetzt, dass all das wahr ist. Wir könnten uns dazu auch 1. Johannes 2 anschauen.

Manche Menschen sind eine Zeit lang in der Gemeinde, aber sie bleiben nicht. Johannes beschreibt hier etwas, das wohl jeder Gläubige schon mitbekommen hat: nämlich, dass jemand regelmäßig in den Gottesdienst kam, im Chor mitsang, aber jetzt sieht man ihn auf einmal nicht mehr. Darüber sagt Johannes in Vers 19: „Sie sind von uns ausgegangen, aber sie waren nicht von uns; denn wenn sie von uns gewesen wären, so wären sie bei uns geblieben. Aber es sollte offenbar werden, dass sie alle nicht von uns sind.“ Sie sind weggegangen, und das beweist, dass sie nie wirklich dazugehörten.

Nun kommt die Gegenüberstellung in Vers 20: „Ihr aber habt die Salbung von dem Heiligen und wisst alles.“ Was wissen wir? Das sagt Johannes im nächsten Vers: „Ich habe euch nicht geschrieben, als ob ihr die Wahrheit nicht kennen würdet, sondern weil ihr sie kennt und weil keine Lüge aus der Wahrheit ist.“ Weil ihr die Wahrheit kennt, wird euch keine Lüge in die Irre führen, oder vom Glauben abfallen lassen. Ihr kennt die Wahrheit, weil ihr die Salbung von Gott habt, und diese Salbung ist der Heilige Geist.

Ich glaube der Bibel, weil Gott mir als Teil meiner Errettung und Wiedergeburt das Vertrauen in sein Wort geschenkt hat. Ich glaube die Wahrheit. Ich nehme die Wahrheit an. Ich bleibe bei der Wahrheit und halte sie fest, denn Gottes Geist hat mir gezeigt, was die Wahrheit ist, und ich erkenne eine Lüge, wenn ich sie sehe. Fast am Ende des Kapitels heißt es in Vers 27: „Und die Salbung, die ihr von ihm empfangen habt, bleibt in euch.“ Das ist großartig. Deine Sicherheit ist der allgegenwärtige, innewohnende Heilige Geist, der dich in der Wahrheit verankert. Er bleibt in dir, so dass du es nicht nötig hast, dass dich jemand lehrt. „Sondern wie euch die Salbung selbst über alles belehrt, ist es wahr und keine Lüge; und so wie sie euch belehrt hat, werdet ihr in ihm bleiben.“

Das ist ein gewaltiger Gedanke, den man erst einmal begreifen muss. Als du gerettet wurdest, bist du zu einem festen Vertrauen in Gottes Wort gelangt, und bei diesem bleibst du auch. Die Menschen, die eine Weile zur Gemeinde kamen und dann weggehen, beweisen dadurch, dass sie nie wirklich dazugehört haben und nie Gottes Geist hatten. Ich glaube der Bibel, weil Gott mir den Glauben an seinen Sohn, an sein Evangelium und an sein Wort geschenkt hat. Ich glaube auch, was sie über meine Rechtfertigung sagt. Ich glaube der Bibel, um geheiligt zu werden. Denn Gottes Geist, der in mir bleibt, führt mich immer weiter in die Wahrheit und weg vom Irrtum. Deshalb glaube ich der Bibel.

Zurück zu 1. Korinther 2. Dort heißt es in Vers 6, dass dies nicht eine Weisheit der Herrscher dieser Weltzeit oder der intellektuellen Elite ist. All diese Dinge sind katargeō. All das wird unwirksam gemacht. Es führt ins Nichts. All das ist wirklich töricht. Aber du und ich glauben, weil Gott vor Grundlegung der Welt vorherbestimmt hat, dass wir glauben, um zur Herrlichkeit gelangen. In Vers 8 heißt es, dass wir eine Weisheit glauben, „die keiner der Herrscher dieser Weltzeit erkannt hat - denn wenn sie sie erkannt hätten, so hätten sie den Herrn der Herrlichkeit nicht gekreuzigt.“ Und sie würden den gekreuzigten Herrn der Herrlichkeit nicht weiterhin ablehnen.

Paulus fasst es in dem sehr bekannten Vers 9 wie folgt zusammen. In Anlehnung an Jesaja sagt er: „Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört und keinem Menschen ins Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“ Wir wissen durch göttliche Offenbarung, was Gott für uns bereitet hat. Anders kann man es nicht begreifen, denn das Auge kann es nicht sehen, das Ohr kann es nicht hören und der Verstand, der hier mit dem Herzen gemeint ist, kann es sich nicht vorstellen.

Gottes Wahrheit über die Erlösung und das geistliche und ewige Leben kann also nicht durch empirische Erfahrungen wie Hören oder Sehen erkannt werden und auch nicht durch rationale Vernunft. Sie kann nur durch göttliche Offenbarung erkannt werden. Im Gespräch mit den widerspenstigen Pharisäern sagt Jesus in Johannes 8,42: „Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben.“ Das ist deutlich! Weil Gott jedoch nicht euer Vater ist, liebt ihr mich nicht, „denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Rede nicht?”

Warum verstehen Menschen das nicht? Jesus beantwortet diese Frage: „Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! Denn ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.“ Sie können es nicht. Und Jesus es fasst in Vers 46 zusammen: „Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“ Er sagt hier eindeutig, dass nur derjenige der Bibel glaubt, der zu Gott gehört. Es ist ein Werk Gottes.

Geh zurück zu 1. Korinther 2. Ich schließe mit einigen Anmerkungen zu Vers 10. 1. Korinther 2,10 fasst es großartig zusammen: „Uns aber hat es Gott geoffenbart.“ Das „es“ bezieht sich auf den Vers davor: „Was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben“. Damit ist also die Wahrheit über das Heil gemeint, das geistliche und ewige Leben, das Reich Gottes. „Es“ umfasst die ganze Weisheit Gottes, das ganze Wort vom Kreuz, das ganze Wort des Zeugnisses Gottes, die ganze Wahrheit in der Schrift. All das hat Gott durch den Geist offenbart. Diesen entscheidenden Punkt musst du verstehen. Wir glauben, weil Gott uns auserwählt und vorherbestimmt hat, damit wir eines Tages zur ewigen Herrlichkeit gelangen.

Ich wünsche mir, dass du von der Wahrheit ergriffen bist und daran festhältst, dass du glaubst, weil Gott beschlossen hat, dir die Wahrheit zu zeigen. Er hat entschieden, sie dir zu offenbaren, dich zu erneuern, dir Leben zu geben, dir die Schuppen von den Augen zu nehmen, dein Herz zu erwecken, das Geheimnis zu enthüllen, die verborgene Wahrheit ans Licht zu bringen und sie dir zu offenbaren. Lies mit diesem Gedanken im Hinterkopf den Text noch einmal ab 1. Korinther 1,24. „Denen aber, die berufen sind“. Jedes Mal, wenn du in den Briefen des Neuen Testaments von den „Berufenen“ oder „Berufung“ liest, ist damit der wirksame Ruf zur Errettung gemeint.

Wir sind die Berufenen. Wir wurden aus der Finsternis ins Licht gerufen, aus dem Tod ins Leben. In Vers 26 sagt Paulus es noch einmal: „Seht doch eure Berufung an“. Die göttliche Berufung umfasst den lebenspendenden Ruf, die Lebendigmachung und die Wiedergeburt. Warum sind ausgerechnet wir berufen? Vers 27 sagt: „Gott hat erwählt, Gott hat erwählt.“ Vers 28: „Gott hat erwählt.“ Vers 30: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus.“ Du bist nicht in Jesus Christus, weil du erkannt hast, wie das zu verstehen und zu glauben ist. Du bist auch nicht in Christus, weil du die Beweise überprüft hast oder weil dein Verstand es ergriffen hat. Du bist in Christus Jesus, weil Gott es gewirkt hat, so wie er es vorherbestimmt hat. Er hat es dir offenbart, weil er es so wollte. Und wen er erwählt hat, den hat er berufen, wie Paulus in Römer 8 sagt: „Die er aber berufen hat, die hat er auch gerechtfertigt, die er aber gerechtfertigt hat, die hat er auch verherrlicht.“

Zurück zu 1. Korinther 1,30: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus“. Durch ihn glaubst du und nimmst Gottes Wort an, zu deiner Rechtfertigung und Heiligung. „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist zur Weisheit.“ Durch ihn bist du in Christus und er wurde durch seine Gegenwart, seine Macht, seinen Geist und sein Wort für dich zur Weisheit von Gott, zur Gerechtigkeit, Heiligung und Erlösung.

Warum hat Gott es so getan? Vers 29 und 31 geben die Antwort. Nämlich „damit sich vor ihm kein Fleisch rühme.“ Und: „Wie geschrieben steht: ‚Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn!‘“ Wenn dich also jemand fragt: „Wie kommt es, dass du Gottes Wort vertraust?“ dann kannst du sagen, dass es durch Gott geschehen ist. Denn Gott hat uns in Christus hineingestellt und Christus ist für uns zur Weisheit Gottes geworden. Unsere Liebe zu Gott durch Christus, gibt uns Vertrauen in sein Wort. Wir glauben die Wahrheit, weil wir aus Gott sind.

Martin Luther drückte es folgendermaßen aus: „Der Mensch ist wie eine Salzsäule, wie Lots Frau, ja wie ein Klotz oder ein Stein, wie eine leblose Statue, die weder Augen noch Mund, weder Sinn noch Herz hat, bis er vom Heiligen Geist erleuchtet, bekehrt und wiedergeboren wird.“ Das ist also nicht auf meinem Mist gewachsen. Sie haben dieselbe Bibel gelesen wie du und ich. Du glaubst der Bibel und lebst im Licht ihrer herrlichen Wahrheiten. Du bist von ihren Wundern überwältigt, weil es Gott gefiel, dich zu seiner Ehre vorherzubestimmen, zu erwählen, zu rechtfertigen und durch sein Wort zu heiligen. Als er dir Christus gab, gab er dir auch seine Weisheit. Denn in ihm sind alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis verborgen. Ich kann meine Liebe zu Christus nicht von meiner Liebe zum Wort trennen.

In Vers 16 steht ganz am Schluss eine gewaltige Aussage: „Wir aber haben den Sinn des Christus.“ Weil wir Gottes Wort vertrauen, haben wir Zugang zum Sinn des Christus. Hast du das verstanden? Es ist kein verborgenes Geheimnis, wie Gott denkt und was er will. Alles, was Gott dir sagen will, hat er hier hineingeschrieben. Hier heißt es, dass wir den Sinn des Christus haben. Wir wissen, wie Christus denkt und was er will und was ihm gefällt und was er liebt und was er hasst und was er gebietet und was er verbietet. Du und ich verstehen das alles, weil er es uns ermöglicht hat. Es ist ein Wunder, und wir nehmen diese tiefe, unerklärliche Gnade an. Lasst uns beten.

Unser Vater, wir wissen, dass die Kraft unseres Aufrufs zur Rechtfertigung nicht in ausgeklügelten Methoden liegt oder in kulturell angepasster Musik oder Unterhaltung, sondern in der Bibel. Ebenso liegt auch die Kraft zur Erbauung und zur Heiligung in der Bibel. Wir sollen die Schrift predigen, das Wort vom Kreuz, die Weisheit Gottes, das Zeugnis Gottes. Wir sollen diese Wort weitergeben, verkündigen und verteidigen, denn sie ist die einzige Hoffnung und das einzige Mittel, durch das du dein Volk rechtfertigst und heiligst. Wir müssen immer die Schrift gebrauchen. Nicht, damit der Ungläubige ihre Vernünftigkeit erkennen kann, sondern damit du durch das Wunder der Gnade das Herz deiner Erwählten durch die Schrift erweckst.

Wir danken dir, Vater, dass ein lebenslanges Studieren der Schrift beweist, dass sie vernünftig ist, dass sie zugänglich, verständlich und glaubwürdig ist und jeder Prüfung standhält. Wir haben das erkannt, weil du uns Leben und Verständnis gegeben hast. Wir danken dir, dass du das Gebet aus Psalm 119,18 erhört hast: „Öffne mir die Augen, damit ich sehe die Wunder in deinem Gesetz!“ Herr, dieses Gebet wurde für uns erhört, und wir preisen dich, denn deine Wunder nehmen kein Ende. Gebrauche uns, Herr, als Werkzeuge zur Verkündigung deiner Wahrheit, um Sünder zu erwecken und Heilige zu heiligen. Danke für das Privileg, im Namen Christi so gebraucht zu werden. Amen.

ENDE

This sermon series includes the following messages:

Please contact the publisher to obtain copies of this resource.

Publisher Information
Unleashing God’s Truth, One Verse at a Time
Since 1969

Welcome!

Enter your email address and we will send you instructions on how to reset your password.

Back to Log In

Unleashing God’s Truth, One Verse at a Time
Since 1969
Minimize
View Wishlist

Cart

Cart is empty.

Subject to Import Tax

Please be aware that these items are sent out from our office in the UK. Since the UK is now no longer a member of the EU, you may be charged an import tax on this item by the customs authorities in your country of residence, which is beyond our control.

Because we don’t want you to incur expenditure for which you are not prepared, could you please confirm whether you are willing to pay this charge, if necessary?

ECFA Accredited
Unleashing God’s Truth, One Verse at a Time
Since 1969
Back to Cart

Checkout as:

Not ? Log out

Log in to speed up the checkout process.

Unleashing God’s Truth, One Verse at a Time
Since 1969
Minimize