Wir betrachten gerade Jesaja 53, und ich möchte euch einladen, mit mir Jesaja 53 aufzuschlagen. Dieses großartige Kapitel ist in vielerlei Hinsicht das Herzstück des Alten Testaments. Der Name Jesaja bedeutet: Die Rettung des Herrn. Jesajas Prophezeiung mit seinen 66 Kapiteln ist interessanterweise genauso aufgeteilt wie die Bibel selbst. Die Bibel hat 39 Bücher im Alten Testament und 27 Bücher im Neuen Testament. Jesaja hat 39 Bücher in der ersten Hälfte und 27 in der zweiten Hälfte. Jesaja besitzt die höchste Form und Qualität der hebräischen Poesie überhaupt.
Jesajas Prophezeiung ist die umfangreichste der großen Propheten und hat mehr Inhalt als alle kleinen Propheten zusammen. Man sagt, dass, wenn das Neue Testament verloren gegangen wäre und wir nur einen Bericht über den Tod und die Auferstehung Jesu Christi hätten — nämlich Jesaja 53 — gäbe es genug Erklärung und Theologie, um einen Sünder zur vollständigen Erlösung zu führen. In diesem Kapitel wird der Tod, die Auferstehung und die Verherrlichung Christi erklärt. Kapitel 53 ist das Allerheiligste im Buch Jesaja. Dieses Kapitel ist erstaunlich, es ist unerschöpflich, und das betonen wir schon die ganze Zeit. Es ist eine Prophezeiung. Es ist eine Prophetie über die Zukunft, die Jesaja 700 Jahre bevor Jesus kam, gegeben wurde.
Es gibt einige bemerkenswerte Visionen, die den Schreibern der Schrift und den Menschen, die wir aus der Bibel kennen, gegeben wurden. Mose hatte zum Beispiel eine Vision auf dem Berg Nebo, von dem aus er das Land Israel überblicken konnte. Er konnte das Land gewissermaßen sehen, bevor Israel es tatsächlich in Besitz nahm. Von Abraham heißt es, dass er durch göttliche Offenbarung tatsächlich nach vorne blickte und den Tag Christi sehen konnte und sich freute. Jakob schaute beim Ringen in Bethel in das Antlitz Gottes und sah die Präinkarnation Christi.
Der Apostel Paulus wurde in den dritten Himmel emporgehoben und sah Dinge, die man nicht aussprechen kann. Er bekam einen Vorgeschmack darauf, wie es sein würde, eines Tages nach seinem Märtyrertod in eben diesen Himmel zu kommen, den er gesehen hatte. Natürlich hatte der Apostel Johannes immer wieder Visionen von der Zukunft der Erde und auch der Zukunft im Himmel, die im Buch der Offenbarung aufgezeichnet sind. Hesekiel sah die Herrlichkeit Gottes in Erwartung auf das bevorstehende Gericht. Petrus, Jakobus und Johannes standen auf dem Berg der Verklärung und sahen einen Vorgeschmack auf die Herrlichkeit der Wiederkunft Jesu Christi. Sie waren davon überwältigt, wie wir wissen.
Aber von all diesen erstaunlichen Visionen über Dinge, die noch kommen sollen, übertrifft keine diese erstaunliche Vision von Jesaja. Technisch gesehen war es keine Vision wie wir eine biblische Vision definieren würden, denn dies war eine direkte Offenbarung. Dennoch war in dieser direkten Offenbarung eine klare Beschreibung der Bedeutung des Kreuzes enthalten. Jesaja hatte mehr als jeder andere das Privileg, die Bedeutung von Golgatha und den Tod Jesu Christi tiefer zu verstehen als jeder andere vor diesem Ereignis. In diesem Sinne wird Jesaja zum Propheten des Evangeliums, zum Propheten des Kreuzes. Und obwohl sich am Kreuz Dinge ereigneten, die an anderen Stellen im Neuen Testament prophezeit werden, kommt nirgendwo alles so zusammen wie es hier geschieht. Wenn wir also, wie gesagt, nur den historischen Bericht über die Kreuzigung und Auferstehung hätten, würden wir die Theologie allein anhand dieses Kapitels verstehen.
Jesaja 53 wird in gewissem Sinne zu einer Zusammenfassung des Evangeliums, und zwar was ein Sünder glauben muss, damit er vor dem Gericht gerettet wird und damit ihm seine Sünden vergeben werden. Aber es geht um mehr als das. Es ist die tiefgründigste aller Offenbarungen, die einem Propheten zuteil geworden ist. Aber gleichzeitig ist es mehr als nur eine Prophezeiung über Golgatha, es ist mehr als nur eine Prophezeiung über das Kreuz Christi. Diese Prophetie reicht weit über das Kreuz hinaus und erfüllt sich am Ende der menschlichen Geschichte. Diese Prophetie reicht weit über unsere heutige Zeit hinaus. Diese Prophetie erfüllt sich zu dem Zeitpunkt in der Zukunft, am Ende der menschlichen Geschichte, wenn Israel als Nation sich Jesus Christus zuwendet. Sie werden an ihn glauben, sie werden gerettet werden. Christus wird wiederkommen, die Gottlosen auf der Erde vernichten, sein Reich antreten und das Reich einweihen. Er wird das gläubige Israel und die erlösten Heiden in dieses Reich aufnehmen und alle Prophezeiungen des Alten Testaments erfüllen, die von diesem Reich sprechen.
Wir schauen also gewissermaßen über Golgatha hinaus bis zum Ende der Zeit. Wir hören in diesem Kapitel ein Schuldbekenntnis der Juden am Ende der Menschheitsgeschichte. Sie blicken zurück auf das Kreuz und erkennen, wie sehr sie sich in Jesus Christus geirrt haben und wie sehr sie dieses gewaltigste aller Ereignisse falsch eingeschätzt haben. Es ist eine Zeitreise, aber nicht „zurück in die Zukunft“, sondern „vorwärts in die Vergangenheit“, wie man das verstehen könnte. Jesaja geht in die ferne Zukunft, wenn Israel auf den zurückblickt, den sie durchbohrt haben. Sie werden um ihn als einzigen Sohn trauern. Und zwar wenn sich eine Quelle der Reinigung öffnet, um sie von Sünde und Schuld zu befreien. Das sind die Worte aus Sacharja 12,10 und 13,1. Es geht bis zum Ende, bis zu dem Zeitpunkt, an dem Israel erkennt, dass sie den Messias, den Herrn der Herrlichkeit, gekreuzigt haben.
Diese Prophezeiung stellt letztendlich das große eschatologische Ereignis dar, die nationale Umkehr der Juden. Sacharja sagt uns, dass zwei Drittel von ihnen nicht glauben werden. Sie werden verurteilt und ausgestoßen. Aber ein Drittel dieses Volkes wird glauben. Wenn das bald geschehen sollte, wäre das eine Zahl von etwa vier bis fünf Millionen Juden – die Rettung des auserwählten Volkes. Dies ist der einzige Weg, wie jemand gerettet werden kann. Dies ist der einzige Weg, wie Israel gerettet werden wird. Es gibt keine Rettung für jemanden, wenn er nicht an die Wahrheit über Jesus Christus und die Wahrheit über das Evangelium vom Kreuz glaubt. Wenn er nicht umkehrt und Jesus als Herrn und Erlöser annimmt. Genau das wird eine künftige Generation der Juden tun. Sie werden ihn annehmen, sie werden verstehen, dass sein Tod ein stellvertretender Opfertod für sie war, gefolgt von Auferstehung und Verherrlichung.
Dieses Kapitel, Jesaja 53, ist das Schuldbekenntnis, das sie in dieser zukünftigen Zeit ablegen werden. Aber es ist auch das Schuldbekenntnis, das jeder gerettete Sünder ablegen muss. Wir sind hier, weil wir dieses Bekenntnis abgelegt haben. Dies sind Worte, die in gewisser Weise in unserem Kopf und Mund sind, wunderbare Worte. Der Ton dieses Kapitels ist sehr traurig, sehr düster, herzzerreißend, kummervoll. Warum? Weil diese künftige Generation der Juden zurückblicken und feststellen wird, dass es sehr lange gedauert hat, bis sie zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, und dass sie ihren Messias erst so spät liebgewonnen haben. Wenn dieser Tag kommt, werden sie Folgendes sagen. Ich lese es euch noch einmal vor.
„Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden? Er wuchs auf vor ihm wie ein Schössling, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich. Er hatte keine Gestalt und keine Pracht; wir sahen ihn, aber sein Anblick gefiel uns nicht. Verachtet war er und verlassen von den Menschen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut; wie einer, vor dem man das Angesicht verbirgt, so verachtet war er, und wir achteten ihn nicht. Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen;
wir aber hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Doch er wurde um unserer Übertretungen willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen; die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt worden. Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, ein jeder wandte sich auf seinen Weg; aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn. Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Infolge von Drangsal und Gericht wurde er weggenommen; wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.
Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen war er in seinem Tod, weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war. Aber dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen; er ließ ihn leiden. Wenn er sein Leben zum Schuldopfer gegeben hat, so wird er Nachkommen sehen und seine Tage verlängern; und das Vorhaben des Herrn wird in seiner Hand gelingen. Nachdem seine Seele Mühsal erlitten hat, wird er seine Lust sehen und die Fülle haben; durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte, viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen. Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.“
Wenn Jesaja, wie manche behaupten, das großartigste Buch des Alten Testaments ist, dann ist Kapitel 53 das großartigste Kapitel. Fünfmal erscheint in diesem Kapitel das Wort „viele“, fünfmal. „Viele“ bezieht sich in diesem Kapitel auf die, die die erstaunliche Sühnung durch den Gottesknecht empfangen. Sie sind die vielen, er ist der eine. In Vers 11 ist er der eine Gerechte. Es gibt viele, die Sünder sind. Es gibt einen, der gerecht ist. Es gibt viele, die schuldig sind, und es gibt einen, der für sie ausreichend Sühnung leistet.
„Viele“ ist ein Wort, das auch von den Autoren des Neuen Testaments übernommen wurde. Sowohl bei Matthäus als auch bei Markus heißt es, dass Christus sein Leben als Lösegeld für viele gegeben hat. Paulus spricht in Römer 5,15 von dem Opfer Christi für viele. Der Schreiber des Hebräerbriefs verweist in Hebräer 9,28 erneut auf die Tatsache, dass Christus sein Leben gab für viele. Die Idee ist, dass viele im Gegensatz zu einem einzelnen stehen. All diese Schreiber – Matthäus, Markus, Paulus und der Schreiber des Hebräerbriefs – greifen auf Jesaja 53 zurück, ohne zwingend daraus zu zitieren. Denn dort gibt es den Kontrast zwischen dem Gerechten in Vers 11 und den vielen Sündern. Viele sind schuldig, aber nur einer ist gerecht.
Dies ist ein echtes Schuldbekenntnis, und ich möchte euch zeigen, weshalb wir das wissen. Es ist charakteristisch für jedes Schuldbekenntnis, das errettet. Lasst mich das noch einmal sagen. Dies ist charakteristisch für jedes Schuldbekenntnis, das errettet. Es ist ein wahres und ehrliches Schuldbekenntnis zur Erlösung. Hör gut zu, denn hier übernimmt der Sünder die volle Verantwortung für seine Sünde. Der Sünder übernimmt die volle Verantwortung für seine Sünde. Das wird für das nationale Schuldbekenntnis von Israel in der Zukunft gelten, aber es gilt auch heute schon für jeden Einzelnen, der zum wahren, rettenden Glauben an Jesus Christus kommt. Es gibt ein echtes und ehrliches Sündenbekenntnis, bei dem der Sünder die volle Verantwortung für seine Sünde übernimmt. Mit anderen Worten: Er gibt niemandem sonst die Schuld. Anderen die Schuld zu geben, ist so alt wie Adam und Eva, nicht wahr? „Die Frau, die du mir gegeben hast!?“
Aber dieses wunderbare Kapitel ist nicht nur voll von Verben die in der Vergangenheitsform stehen, die uns sagen, dass es sich um eine zukünftige Generation handelt, die auf das Kreuz zurückblickt. Sondern dieses Kapitel ist auch voll von anderen sprachlichen Merkmalen, die zu beobachten sind, und zwar ist es voll von Pronomen in der ersten Person Plural. Während ich vorgelesen habe, habt ihr vielleicht das Echo gehört: „wir, wir, wir, unser, unser, unser, uns, uns, uns“? Das Problem sind wir! Das wird in jedem echten Akt der Reue anerkannt.
Ja, es ist wahr, dass der Heilige Geist souverän Leben schenken muss, damit der Sünder gerettet wird. Ja, der Geist der Gnade und des Gebetes muss, wie Sacharja sagt, über die Sünder in Israel kommen, und dann können sie umkehren und glauben. Ja, die Kraft des Heiligen Geistes ist eine Voraussetzung für die Wiedergeburt, um den toten Sünder zu erwecken. Und ja, es stimmt, dass die Heilige Schrift sagt, dass Gott das Herz der Ungläubigen verhärtet hat, dass er insbesondere Israel verhärtet hat, und zwar wegen ihres Unglaubens gegen ihn.
Man könnte also annehmen, dass ein Sünder aufstehen und sagen würde: „Es ist nicht meine Schuld. Der Heilige Geist hat mir kein Leben geschenkt. Andererseits hat Gott mich verhärtet. Es gibt etwas negatives, das mich in den ungläubigen Zustand versetzt hat, in dem ich mich jetzt befinde – das ist der Geist. Er hat mir kein Leben gegeben. Und dann gibt es noch etwas anderes, das mich in den Zustand versetzt hat, in dem ich mich befinde – denn mein Herz wurde von Gott verhärtet. Ich kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden.“
Aber davon ist hier nichts zu sehen. Wie auch immer das Wirken des Heiligen Geistes und die souveränen Absichten Gottes mit dem rettenden Glauben und der Buße zusammenkommen. Wie auch immer Gott das in seinem eigenen unendlichen Verstand tut – der Weg um diese Dinge zu lösen, liegt nicht darin, dass der Sünder die Verantwortung von sich wegschiebt. Es war in der Tat Jesus, der über die Stadt Jerusalem weinte und sagte: „Wie oft habe ich dich sammeln wollen [...] aber ihr habt nicht gewollt!“ Dann sagt er: „Ihr werdet nicht glauben“.
In Römer 10,21 zitiert Paulus das Alte Testament: „»Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestreckt nach einem ungehorsamen und widerspenstigen Volk!«“ Sie beschuldigen nicht den Heiligen Geist. Sie beschuldigen nicht das Gericht Gottes. Sie übernehmen die volle Verantwortung für ihren Unglauben und den Zustand, in den ihr Unglaube sie gebracht hat. Sie übernehmen die volle Verantwortung für die Sünden, die sie begangen haben, für die Übertretungen und Missetaten. Sie übernehmen die volle Verantwortung für die Auswirkungen und Folgen dieser Sünden, d. h. für den Kummer und die Sorgen, die ihr Leben ausfüllen. Es geht nur um uns, sagen sie. In jedem wahren Schuldbekenntnis das errettet, gibt es keine Schuld, die jemand anderem angelastet wird. Der Sünder übernimmt die volle Verantwortung. Das muss jeder bußfertige Sünder.
Es geht nicht nur um sie, sondern auch um dich und mich. Wir haben hier also ein echtes Beispiel für wahre Buße. Sie erkennen, dass sie die vielen sind, dass sie sündigen, dass es allein um sie geht und dass sie die Verantwortung tragen. Sie erkennen auch, dass es im Gegensatz zu den vielen einen gibt, der die einzige Rettung bieten kann, und dieser eine ist der gerechte Knecht, der an ihrer Stelle gestorben ist. Das ist der Kern von diesem Bekenntnis hier.
Wenn wir nun zu den Versen 4 bis 6 kommen, kommen wir zur mittleren Strophe in diesem Lied. Es gibt fünf Strophen, wir haben zwei betrachtet. Dies ist die mittlere Strophe. Wir werden noch zwei weitere betrachten. Dies ist die wichtigste Wahrheit. Diese drei Verse sind vielleicht die schönsten Verse im ganzen Alten Testament. Ich gebe zu, dass es ein wenig einschüchternd ist, vor euch zu stehen und zu versuchen, diese Verse auszulegen. Ich fühle mich unzulänglich und unfähig, weil sie so unbegreiflich und unergründlich sind, weil sie außerhalb der Reichweite von jedem Verstand liegen. Ich werde mein Bestes geben, um euch auf Kurs zu bringen und eine Richtung vorzugeben, sodass ihr begreifen könnt, wie großartig dieser Teil der Schrift ist.
Die vielen Sünder, die aufrichtig bereit sind, ihre Sünde zu bekennen und folglich wirklich gerettet werden, sind diejenigen, die den Versen 4, 5 und 6 glauben. Das ist die rettende Wahrheit. In der ersten Strophe haben wir, um unserer Gliederung zu folgen, den erschreckenden Knecht gesehen – der Messias wird der Knecht Jehovas genannt. Am Ende von Kapitel 52 in den Versen 13 bis 15 haben wir den erschreckenden Knecht gesehen. Letztes Mal haben wir den verachteten Knecht, in den Versen 1 bis 3, betrachtet, und jetzt kommen wir zum stellvertretenden Knecht. Während wir beständig auf den Knecht Jehovas blicken, sehen wir ihn nun in seiner Rolle als Stellvertreter.
Ihr erinnert euch, dass die Juden in den ersten drei Versen sein Leben betrachtet haben. Sie werden bekennen: Wir haben uns sein Leben angesehen und waren unbeeindruckt. Wir haben der Botschaft über ihn nicht geglaubt. Wir haben nicht an den Arm des Herrn geglaubt – das heißt an die Macht Gottes, die in Christus gekommen ist. Christus ist also im wahrsten Sinne des Wortes der personifizierte Arm des Herrn. Wie viele von uns glauben tatsächlich daran? Sehr wenige. Wie vielen von ihnen wurde diese Offenbarung zuteil, sodass sie sie im Glauben angenommen haben? Sehr wenigen. Warum? Weil wir auf seinen Ursprung geschaut haben und er wie ein Schössling war, wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich – unbedeutend, völlig unwichtig, unnötig. Er kam aus einer unbedeutenden Stadt, aus einer unbedeutenden Familie. Er hatte keine einflussreiche, religiöse Elite und Führungspersönlichkeiten um sich herum. Er ist nur ein ganz gewöhnlicher Mann, der aus einer ganz gewöhnlichen Familie und einer ganz gewöhnlichen Stadt stammt, der sich mit noch gewöhnlicheren Leuten umgibt. Er war ein Niemand aus dem Nirgendwo. Das war sein Anfang.
Dann haben wir uns sein Leben angesehen, und da war nichts an ihm. Er hat nichts Majestätisches an sich, keine stattliche Gestalt. Sein Äußeres hat uns nicht angezogen. Es gab nichts an ihm, was auf einen Messias hindeutete. Und sein Ende war das Schlimmste. Er wurde verachtet und von den Herrschern im Stich gelassen. Er wurde zu einem Mann der Schmerzen und des Leids. Er war so missgestaltet und entstellt, dass wir unser Gesicht vor ihm verbergen, ihn nicht einmal ansehen wollen. Er war ein Schrecken, als es mit ihm zu Ende ging. Ein ungünstiger Anfang, ein unbedeutendes Leben und ein schrecklicher Tod, und deshalb haben wir ihn verachtet. Wir hielten ihn für nichts, für niemanden.
Das ist der verachtete Knecht in den Versen 1 bis 3, und dort beginnt das Schuldbekenntnis des Sünders: Ich habe mich so sehr über Jesus Christus geirrt. Das sind die Worte, die Israel sagen wird. Haben wir uns jemals so sehr geirrt? Der Übergang kommt in Vers 4 mit dem ersten Wort „gewiss“ oder „wahrhaftig“ oder „fürwahr“. Das ist ein Ausruf. Es ist ein plötzliches Erkennen von etwas Unerwartetem, eine dramatische Veränderung gegenüber der bisherigen Wahrnehmung. Es ist eine Kehrtwende, ein „auf dem Absatz kehrt machen“. So als wollten sie sagen: Halt, wir müssen umkehren und in die andere Richtung gehen. Jetzt sehen wir, dass er selbst unser Leid getragen hat, dass er unsere Schmerzen getragen hat. Er wurde durchbohrt um unserer Übertretungen willen, zerschlagen um unserer Missetaten willen, gezüchtigt um unseres Wohlergehens willen, gegeißelt um unserer Heilung willen.
Wir haben jetzt eine ganz neue Sichtweise auf die Dinge. Wir dachten, er ist ein Niemand. Wir wollen nicht, dass dieser Mann über uns regiert, haben wir gesagt. Als wir die Wahl zwischen Barabbas und Jesus hatten, sagten wir: Tötet Jesus, kreuzigt ihn. Aber jetzt wissen wir es. Er ist ganz gewiss nicht wegen seiner eigenen Sünde gestorben. Er ist ganz gewiss nicht wegen seiner eigenen Ungerechtigkeiten gestorben. Er ist ganz gewiss nicht wegen seiner eigenen Übertretungen gestorben. Er ist nicht gestorben, weil er ein Gotteslästerer war, wie wir dachten. Er ist nicht gestorben, weil Gott ihn wegen seiner Behauptung getötet hat, Gott zu sein. Er ist nicht gestorben, weil Gott ihn wegen seiner Behauptung getötet hat, der Messias zu sein. Er ist nicht gestorben, weil er behauptet hat, Gott gleich zu sein.
Das haben sie nämlich gedacht. Sie dachten, dass Gott ihn wegen seiner Gotteslästerung getötet hat. Er war ein Gotteslästerer, das haben sie gesagt. Gott habe ihn als Gotteslästerer wegen seiner eigenen Sünden, seiner eigenen Missetaten und seiner eigenen Übertretungen getötet; das waren in ihren Augen die größten Gotteslästerungen. Er behauptet, der Messias zu sein, er behauptet, schon vor Abraham gelebt zu haben, er behauptet, Gott gleich zu sein, er behauptet, von den Toten auferstehen zu können, er behauptet, der Schöpfer zu sein.
Dieser Gotteslästerer starb durch die Hand Gottes für diese schrecklichen, entsetzlichen Sünden. Das haben wir gedacht. Jetzt wissen wir es. Er hat unseren Kummer getragen. Es waren unsere Sorgen, die er getragen hat. Er wurde für uns durchbohrt, zerschlagen, gezüchtigt und gegeißelt. Das ist die völlige Umkehrung ihrer Sichtweise über das Kreuz. Er hat unseren Platz eingenommen, ist an unserer Stelle gestorben, hat sein Leben für uns gegeben. Technisch gesehen würde man das als stellvertretenden Strafersatz bezeichnen.
Endlich werden sie das als Nation sehen und glauben. Und sie werden in jener Stunde gerettet werden. Diese drei Verse, Vers 4, 5 und 6, sind so miteinander verbunden, dass sie wie konzentrische Kreise wirken. Sie umschlingen einander gewissermaßen. Jeder dieser Verse erwähnt das Unrecht und zugleich auch die Bereitstellung des Knechtes, dieses Unrecht zu sühnen. Sie drehen sich immer um dasselbe Thema. Aber sie sind so überaus reichhaltig, dass wir sie heute Morgen nicht alle betrachten können, also müssen wir sie beim nächsten Mal abschließen. Die Juden begreifen, wie falsch sie gelegen haben.
Sie hatten eine falsche Einstellung, die sich in falschem Verhalten gezeigt hat und das lag an – hör ganz genau zu – das lag an ihrer Natur. Buße umfasst alle drei Aspekte. Wahre Buße setzt voraus, dass wir erkennen, dass wir falsch denken und handeln, weil wir von Natur aus verdorben sind. In Vers 4 geht es um ihre verkehrte Einstellung, in Vers 5 um ihr verkehrtes Verhalten und in Vers 6 um ihre verkehrte Natur. Sie dringen bis in die Tiefe vor. Unsere Einstellung war falsch, furchtbar falsch. Wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. Das war falsch. Wir dachten, er würde für seine eigene Schuld bestraft werden. Unser Verhalten war verkehrt, unsere Übertretungen und Missetaten. Vor allem ist jedoch unsere Natur verkehrt. In Vers 6 geht es um die Natur. „Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wandte sich auf seinen Weg“.
Vielleicht fragst du dich: In wie fern geht es hier um unsere Natur? Schafe tun genau das, was Schafe tun. Das ist die Analogie. Sie begeben sich in Gefahr. Das waren wir. Unsere Natur war verkehrt und wir gingen unseren eigenen Weg. Sie sind also an einen Punkt gelangt, an den jeder Sünder kommen muss, um gerettet zu werden. Das ist der Punkt, an dem du verstehen musst, dass du deine Meinung über Christus ändern musst, wie du über ihn denkst. Du musst die Übertretungen und Ungerechtigkeit erkennen, die dein Verhalten kennzeichnen und die Krankheit deiner Seele, das resultiert in der Entfremdung von Gott. Du musst erkennen, dass es tief in deinem Inneren ein Problem gibt, das tief in deinem Menschsein verankert ist. Du bist ein Sünder. Und genau das steht hier. Die Erweckung ist überwältigend. Sie haben es verstanden. „Er hat unsere Leiden getragen und unsere Schmerzen hat er auf sich geladen“. Wir selbst, sind das Problem. Unsere Leiden.
Das Wort für „Leiden“ ist „Krankheit“. Es sind Krankheiten, Gebrechen, Nöte – das Wort umfasst vieles. Hier werden Sünden im Hinblick ihrer Auswirkungen betrachtet. Die Sünden werden hier im Hinblick darauf betrachtet, was sie hervorbringen, nämlich die Zustände, die durch Sünde entstehen. Das Leben wird voll von Krankheit, Gebrechen und Nöten. Das sind die Leiden. Es ist ein Wort, das vor allem das Offensichtliche in den Blick nimmt, das Äußere, die Qualen, Kämpfe und Probleme, mit denen wir im Leben zu tun haben. „Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen.“ Das Wort „tragen“ bedeutet „hochheben“, „aufheben“ und „auf sich selbst legen“. Er hat all das, was die Sünde hervorgebracht hat, auf sich genommen und es auf sich selbst gelegt.
Dann sagen sie es auf eine andere Weise. Unsere Sorgen, das ist das Wort für Schmerzen, das spricht mehr über das Subjektive oder das Innere. Leid ist ein Wort, das sich auf die äußeren Auswirkungen der Sünde bezieht. Sorge ist ein Wort, das sich hauptsächlich auf die inneren Auswirkungen der Sünde bezieht. Aber Sünde wird hier nicht als ein moralisches Gebilde betrachtet – dann würde er das Wort „Sünde“ verwenden und nicht „Sorge“. Vielmehr wird hier das Elend betrachtet, die Schrecken und die Probleme des Lebens, die aus der Sünde erwachsen. Er hat die Sünde mit allem, was sie hervorbringt, genommen und sie getragen, hat sie auf sich selbst gelegt und sie getragen. Wir wissen, dass er sie ans Kreuz getragen und die volle Strafe Gottes auf sich genommen hat. Dem Herrn gefiel es, ihn zu zerschlagen, heißt es in Vers 10. Er nahm die Strafe für unsere Sünde auf sich und trug so die ganze Last der Sünde und all ihre Auswirkungen.
Das gesamte Alte Testament enthält Warnungen an das jüdische Volk – und im Übrigen an alle Menschen – dass man sich schuldig macht, wenn man gegen Gottes Gesetz verstößt. Es gibt sogar eine Formulierung die lautet: „seine Schuld tragen, seine Schuld tragen“. Diese Formulierung findet man im ganzen 3. Buch Mose, in Leviticus. Diese Formulierung findet man in Hesekiel, Kapitel 4. Dort steht, dass Menschen, die gegen das Gesetz Gottes verstoßen, ihre Schuld tragen und somit bestraft werden. Hier nimmt also der Knecht, der Messias, die ganze Last der Schuld des Sünders auf sich. Er nimmt die ganzen Auswirkungen der Sünde auf sich und bezahlt die Strafe für diese Sünden in vollem Umfang und trägt sie hinweg.
Ihr erinnert euch, dass in 3. Mose 16 am Versöhnungstag ein Tier getötet und ein Tier am Leben gelassen wurde. Die Priester legten ihre Hände auf dieses eine Tier, den Sündenbock, als würden alle Sünden des Volkes auf den Sündenbock gelegt werden. Dann wurde er in die Wüste geschickt, ohne jemals wieder zurückzukehren, nie wieder. Jesus ist dieser Sündenbock. Er nimmt alle unsere Sünden auf sich und bezahlt die Strafe in vollem Umfang. Er ist auch das Opfertier, er ist der Sündenbock und trägt sie alle fort. Das bedeutet nicht, dass Jesus mit unserem Schmerz mitfühlt. Davon ist hier nicht die Rede.
Er nimmt unsere Sünde und ihre volle Strafe auf sich, und bezahlt sie vollständig. So beendet er die Herrschaft der Sünde in unserem Leben mit all ihren Auswirkungen, all ihren Symptomen, all ihrem Kummer und all ihrem Leid. Eines Tages werden wir in diese Fülle eintreten, nicht wahr? Eines Tages, wenn wir in den Himmel kommen, dort gibt es keine Sünde und keine Auswirkungen der Sünde mehr. Wir hätten für unsere Sünden leiden müssen, aber er hat es getan. Er hat uns alles genommen, alles was uns gehörte, alles, was wir hätten empfangen müssen an Gericht, Schmerz, Verwüstung, ja sogar an ewiger Strafe, und hat es auf sich genommen. Damit hat er die Last vollständig von uns genommen.
Er nimmt unsere Sünde und entfernt sie, nachdem er sie vollständig bezahlt hat. Das ist die Prophezeiung von Jesaja über den, der kommen wird. Ihr werdet sehen, dass dieselbe Wahrheit in den verbleibenden Abschnitten dieses großartigen Kapitels wiederholt wird, denn es ist die wichtigste Wahrheit. Zum Beispiel in Vers 8: „Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.“ Die Frage ist dann: Wer ist diese Person? Wer ist diese Person? Wer ist dieser Mensch, der die Sünde mit all ihren Symptomen und Auswirkungen sammelt? Der die Strafe, die das Gericht und den Zorn Gottes befriedigt, in vollem Umfang bezahlt, um dann alles zu nehmen und wegzutragen, damit es nie wieder gesehen wird? Wer ist diese Person, die das tut?
Zweifellos hat Petrus diese Stelle im Sinn, wenn er in 1. Petrus 2 über Christus sagt: „Er hat unsere Sünden selbst an seinem Leib getragen auf dem Holz [...] durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ Das ist eine direkte Anspielung auf Jesaja 53. Es kann niemand anders sein als Christus. Niemand außer Jesus Christus kann das erfüllen. Israel wird zu dieser Erkenntnis kommen, zu diesem Bewusstsein, weinend und klagend mit Reue, nachdem sie die Wahrheit über den Knecht, den Messias, Jeschua, Jesus begriffen haben. Sie werden den massiven Fehler bezeugen, den sie begangen haben. Generationen haben diesen Fehler begangen; seit Tausenden von Jahren machen sie ihn. Und hier erklären sie nun, wie falsch sie lagen. Er hat nicht wegen seiner Sünde gelitten. Es war wegen ihrer Sünde.
Dann kommt dieses Bekenntnis: „Wir aber“ – rückblickend – „hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt.“ Hier ist das Schuldbekenntnis: wir dachten, Gott würde ihn für seine eigenen Sünden bestrafen. Wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt wegen seiner Gotteslästerung. Das Wort „Gott“ ist Elohim und alle diese Verben sind mit Elohim verbunden. Bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt – wir dachten, Gott würde ihn für seine Sünde bestrafen.
Die Sprache ist hier sehr ausdrucksstark. Das Wort „schlagen“ bedeutet, gewaltsam zuschlagen, ein sehr mächtiges Wort, das in 2. Mose 11,1 für die Plagen verwendet wird. Das Wort „schlagen“ bedeutet im Grunde genommen, dass man jemanden zu Tode schlägt. Das Wort „niedergebeugt“ ist ein allgemeines Wort, und bedeutet, gedemütigt zu werden, erniedrigt zu werden, zerstört zu werden. Wir dachten also, als er zerschmettert, geschlagen, erniedrigt und gedemütigt wurde, dass Gott es tat, weil er ein Gotteslästerer war. Das ist übrigens auch heute noch das jüdische Verständnis. Das heutige jüdische Verständnis sagt genau das aus. Das ist ihre Sichtweise. Aber es gibt auch Juden, die die Wahrheit sehen, nicht wahr? Einige von euch. Ihr habt das gleiche Bekenntnis abgelegt: Das haben wir auch geglaubt, aber jetzt wissen wir es besser.
Sie werden es eines Tages in der Zukunft wissen, dass dies das Lamm Gottes ist, das von ihm auserwählt wurde, um für sie stellvertretend ihre Sünden zu tragen. Sie haben es verstanden, und so werden sie in Vers 5 sagen, dass er um unserer Übertretungen willen durchbohrt, um unserer Missetaten willen zermalmt, um unseres Wohlergehens willen gezüchtigt, um unserer Heilung willen gegeißelt wurde. Das ist eine wunderbare Ausdrucksform, sehr anschaulich. Die Worte durchbohrt, zermalmt, gezüchtigt oder bestraft, und gegeißelt, sind sehr ausdrucksstarke Worte. Lasst uns für einen Moment darüber sprechen.
Der Prophet weiß nichts von dem Kreuz; er weiß nicht, was in 700 Jahren geschehen wird. Der Geist Gottes führt ihn dazu, diese Worte zu wählen. Wir könnten sagen, dass es sich dabei in gewisser Weise um metaphorische Worte handelt, oder um allgemeine Worte, die durchbohrt, zermalmt, bestraft, gegeißelt bedeuten. Man könnte meinen, dass einfach Worte gewählt werden, die anschaulich, dramatisch und irgendwie abstoßend sind, wenn man sich vorstellt, dass jemand auf diese Weise behandelt wird. Und sie hätten eher eine allgemeine Bedeutung. Das wäre richtig.
Es gibt Hebräisch-Gelehrte, die meinen, dass das Wort „durchbohrt“ beispielsweise der stärkste hebräische Ausdruck für einen gewaltsamen Tod ist. Wenn man es also ganz allgemein betrachtet, könnte man sagen: Wer auch immer derjenige ist, der hier beschrieben wird, er wird einen gewaltsamen Tod sterben. Und damit hätte man Recht. Das Wort „zermalmt“ kann sich auf alles beziehen – von zu Tode getrampelt, wortwörtlich zertreten, mit Füßen getreten, wie in Klagelieder 3,34, bis hin zu zerschlagen und zerquetscht. Das wäre etwas abgeschwächter. Es könnte einfach ein weites Wort dafür sein, dass das Leben eines Menschen ausgelöscht wird. Aber es kann, wie gesagt, alles sein – von zu Tode getrampelt werden bis zu schweren Prellungen.
Dann haben wir das Wort „Züchtigung“, ein sehr interessantes Wort. Es ist das einzige hebräische Wort, das Bestrafung ausdrückt, und Bestrafung ist ein Fachbegriff. Es ist in gewisser Weise ein Begriff, der im Rechtswesen gebraucht wird. Man könnte sagen: Nun, das war definitiv eine Strafe, allgemein gesprochen, und damit läge man richtig. Das Wort „geißeln“ könnte auch in einem eher allgemeinen Sinn verstanden werden. Geißeln bedeutet, jemanden zu peitschen, zu hauen, jemandem Wunden zuzufügen. Das könnten alles allgemeine Worte sein, und vielleicht hat Jesaja, als er das schrieb, genau das gedacht. Das ist nur eine Auswahl der schlimmstmöglichen Beschreibungen eines schrecklichen und entsetzlichen Todes.
Aber die Wahrheit ist, dass es sich dabei nicht nur um allgemeine Begriffe handelt. Jeder einzelne Begriff ist Jesus konkret widerfahren. Er wurde durchbohrt! Fünfmal. Beide Füße, beide Hände und seine Seite. Psalm 22 ist ein Psalm, der auf das Kreuz vorausschaut. Psalm 22 beginnt mit den Worten: „Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?“ Genau diese Worte hat Jesus am Kreuz gesagt. Aber in Psalm 22,17 schreibt der Psalmist: „Sie haben mir Hände und Füße durchbohrt“. In Sacharja 12,10, sagt Sacharja: „Sie werden zu mir aufblicken, den sie durchbohrt haben“. Sie haben Jesus tatsächlich am Kreuz durchbohrt. Das ist tatsächlich passiert. In Johannes 19 gibt es eine Reihe von Versen, die damit zusammenhängen. Johannes 19,34: „Sondern einer der Kriegsknechte stach mit einem Speer in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ In Vers 37 heißt es: „Und wiederum sagt eine andere Schrift: »Sie werden den ansehen, welchen sie durchstochen haben«.“ Ja, er wurde durchbohrt. Was für eine konkrete Prophezeiung.
Was ist mit dem Wort „zermalmt“? Es kann sich, wie gesagt, auf alles beziehen, von einer Art schweren Prellung bis hin zu zu Tode getrampelt werden. Wir wissen, was mit Jesus passiert ist. Wir wissen, dass er geohrfeigt wurde. Wir wissen, dass er ins Gesicht geschlagen wurde, Johannes 19,3. Und wir wissen auch, dass die Römer nach Matthäus 27, Vers 30, Stöcke nahmen und ihn mit Stöcken ins Gesicht schlugen. Ihn ins Gesicht zu schlagen, zu ohrfeigen und mit Stöcken auf seinen Kopf und sein Gesicht einzuschlagen, würde zu blauen Flecken und Striemen führen. All dies würde zur Bedeutung dieses Wortes „zermalmt“ passen.
Was ist mit dem nächsten Wort „Züchtigung“? Wie ich schon sagte, dies ist das hebräische Wort für Strafe. War seine Hinrichtung eine Form von Bestrafung? Auf jeden Fall. Es gab eine Anklageerhebung gegen ihn. Ihr erinnert euch, dass die Juden sie einberufen und falsche Zeugen herbeigerufen haben, um Lügen über ihn zu erzählen. Die erhobene Anklage wanderte von Ort zu Ort, vom Haus des Hannas zum Haus des Kaiphas. Sie übergaben ihn an Herodes, er wurde zurückgebracht. Es gab eine Reihe von Scheinprozessen, in denen sie versuchten, diese Anklage auf ein tatsächliches Verbrechen zu stützen. Dann wollten sie ihn hinrichten lassen und stellten ihn vor Pilatus. Pilatus wurde eingeschüchtert und dazu erpresst, Jesus zum Tode zu verurteilen. Seine Hinrichtung war eine offizielle Strafe der römischen Regierung. Es war eine Bestrafung, das Ergebnis einer Anklage, eines Prozesses, eines Urteils, einer Verurteilung; eine formelle Strafe wurde vollstreckt.
Was ist mit dem Wort „Geißelung“? Ist das nur ein allgemeiner Begriff? Nach Markus 15,15 heißt es, dass er gegeißelt wurde. Wir alle kennen diese Geschichte. Es war ein schwerer Stock, von dem Lederriemen abstehen, die mit Knochen, Steinen und Glas gefüllt sind und seinen Körper immer und immer wieder zerfleischten.
Die Juden wussten das alles. Sie wissen es jetzt. Sie wissen es heute. Sie wissen von diesem Mann, Jesus, der durchbohrt und gequält, bestraft und gegeißelt wurde. Das wissen sie sehr gut. Das steht in den Aufzeichnungen. Aber am Tag der nationalen Erlösung werden sie zurückblicken und erkennen, dass nicht Gott ihm das angetan hat. Gott selbst war es, der ihn zermalmt hat. Es war Gott, aber Gott hat ihm das nicht wegen seiner eigenen Sünden angetan, sondern wegen ihrer Sünden. Das ist der Unterschied. Sie werden bekennen – wie schön – für unsere Übertretungen, für unsere Missetaten, für unser Wohlergehen, für unsere Heilung.
Genau das wird eines Tages passieren. Das werden sie zugeben. In der Zwischenzeit kannst du nur gerettet werden, wenn du es jetzt bekennst. Jetzt. Ich kann nicht fortsetzen, weil ich keine Zeit mehr übrig habe, deshalb möchte ich, dass ihr 2. Korinther Kapitel 6 aufschlagt. Im 2. Korintherbrief, Kapitel 6 Vers 2, leiht sich Paulus Kapitel 49 von Jesaja aus. In Jesaja 49 lesen wir: „Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils dir geholfen. „Jesaja gibt ein Wort des Herrn an das Volk: „Dies ist ein Tag, an dem ich hören will; dies ist ein Tag des Heils, an dem ich helfen will.“ Dann holt Paulus diese Verse in die Gegenwart und sagt: „Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit; siehe, jetzt ist der Tag des Heils!“
Die nationale Rettung Israels liegt in der Zukunft, am Ende einer Zeit, die auch als Trübsal bezeichnet wird. Aber jetzt ist der Tag des Heils, der Errettung. Jetzt ist die richtige Zeit für dich, ob Jude oder Nichtjude. Die traurige Realität ist, dass zwischen dem Tod Christi und der zukünftigen Erlösung Israels eine Generation nach der anderen von ungläubigen Juden in eine ewige Strafe gegangen ist, für die es keine Heilung gibt. Von den ungläubigen Heiden ist eine Generation nach der anderen und ein Volk nach dem anderen in die ewige Strafe gegangen, für die es keine Heilung gibt.
Am Ende wird es eine Erweckung in Israel geben. Am Ende, zur selben Zeit, wird es eine gewaltige Erweckung geben, eine gewaltige Ausbreitung des Evangeliums. Im Buch der Offenbarung heißt es, dass Engel aus dem Himmel das Evangelium verkünden werden. Zwei Zeugen, die sterben und auferstehen, werden das Evangelium verkünden. 144.000 Juden werden das Evangelium verkünden, 12.000 aus jedem Stamm. Israel wird zum Glauben kommen, Menschen aus allen Sprachen, Stämmen, Völkern und Nationen werden zum Glauben kommen. Es wird eine große Ausgießung des Evangeliums geben.
Menschen werden am Ende gerettet werden. Aber in der Zwischenzeit sterben Menschen und kommen weiterhin um, ohne dass es jemals Heilung gibt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für dich. Jetzt ist der Tag der Errettung. Es ist möglich, wenn du das Geschenk annimmst. Vielleicht ist das dein „Fürwahr“-Moment: Wir haben uns in ihm getäuscht. Er ist für uns gestorben. Er nahm unseren Kummer, unsere Sorgen, unsere Krankheiten, unser Unglück, unsere Nöte und unsere Sünde auf sich, hat für alle Sünden bezahlt und alle ihre Auswirkungen für immer fortgetragen. Heute ist der Tag, an dem du dein Vertrauen in den Erlöser setzen kannst. Ich hoffe, dass du es tun wirst. Wir neigen uns zum Gebet.
Herr, wir sind tief bewegt von der erstaunlichen Wahrheit dieses Kapitels. Die Details, die hunderte von Jahren vor ihrem Eintreten bekannt und offenbart wurden, weisen unmissverständlich auf Christus hin und keinen anderen. Wir wissen, dass es in keinem anderen Namen Rettung gibt als in dem Namen Christi. Er war es, der sagte: „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater außer durch mich.“ „Der Glaube kommt durch das Hören und durch das Annehmen der Wahrheit über Christus.“
Herr ich bete, dass heute der Tag des Heils ist, der angenehme Zeitpunkt für einige unter uns, an dem sie diesen „Führwahr“-Moment haben, das sie auf das zurückblicken, was sie als wahr über Christus erkannt haben. Dass alles kristallklar und unwiderstehlich wird, so dass sie sich in echter Buße an ihn wenden und die volle Verantwortung für ihre Sünden und Übertretungen übernehmen. Dass sie um die Vergebung bitten, die nur durch Christus kommt, und um das ewige Leben, das allen verheißen ist, die glauben. Herr, tue dein Werk in unseren Herzen. Erfülle uns mit Freude über die Wahrheiten, die wir uns heute Morgen angeschaut haben. Führe diejenigen, die Christus noch nicht angenommen haben, gerade jetzt zu ihm.
Bevor ich nun mit dem letzten Gebet schließe, möchte ich dich daran erinnern, dass der Gebetsraum zu meiner Rechten vorne offen ist, eine Doppeltür mit einem Ausgangsschild darüber, gleich hier vorne. Wenn du mit jemandem über deine Rettung, deine Ewigkeit, deine Umkehr sprechen oder beten möchtest, wenn du Hilfe brauchst, sind wir hier, um dir zu dienen, dich zu lieben und mit dir zu sprechen. Aber du musst mit dem Herrn sprechen und ihm dein Herz ausschütten.
Du hast die Wahrheit gehört; du weißt, warum er gekommen und warum er gestorben ist. Das ist nur der Anfang. Wir werden auch die Auferstehung empfangen. Aber wenn du den Wunsch hast, ihn als Retter und Herrn anzunehmen, musst du das heute tun, schieb es nicht auf die lange Bank. Wir sind hier, um dir zu dienen, und der Gebetsraum wird nach dem Gebet gleich hier vorne geöffnet sein.
Unser Vater, wir bitten dich jetzt, uns zu helfen, die Dringlichkeit der Zeit, in der wir leben, zu verstehen – die Dringlichkeit von Evangelisation, das Evangelium zu den Menschen zu bringen, die es so sehr brauchen und hören müssen. Wie sollen sie es hören, wenn es niemanden gibt, der es predigt? Hilf uns, dieses herrliche Evangelium zu verkünden und den Sündern zu sagen, dass heute die angenehme Zeit ist. Dies ist die Stunde der Gnade. Dies ist der Tag des Heils, wenn sie kommen. Tu das Werk in unseren Herzen, das uns motiviert, im Leben nach den Dingen zu trachten, die oben sind, nach den Dingen, die wichtig sind. Nichts ist wichtiger, als Christus zu verkünden. Durch unser Leben und unser Zeugnis können wir Menschen zu ihm rufen. Wir bitten dich, sei gnädig und rette die Sünder auch heute, im Namen Jesu Christi. Amen.
ENDE
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