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Wir sind in Jesaja 53, und ich muss vielleicht damit beginnen, mich dafür zu entschuldigen, dass wir das so sehr in die Länge ziehen. Aber wenn ihr nur wüsstet, wie viel ich zu sagen hätte und nicht sagen kann, weil mir die Zeit fehlt. Ich durchlebe dieses Kapitel nun schon seit Monaten, sowohl in der Vorbereitung auf die Serie als auch währenddessen. Es gibt so viele Spuren, die daraus entspringen. Es gibt so viele Dinge, die ihren Ursprung in Jesaja 53 haben, die zu Spuren und Fährten werden, denen man fast endlos folgen könnte. Ich habe euch gesagt, dass dieses Kapitel ohne Boden ist, dass ich weder die Tiefe, noch die Breite, noch die Höhe davon finden kann. Ich habe diese Woche ein Buch über Jesaja 53 gelesen, in dem der Autor sagte: „Worte brechen unter dem Gewicht dieses Kapitels zusammen.“

Mir ist bewusst, dass es einfach keine Worte gibt, um dieses Kapitel zu beschreiben. Es ist zu groß, zu gewaltig, um mit bloßen Worten erfasst zu werden. Es ist ein Kapitel, bei dem man in gewisser Weise an den Punkt kommt, wo man das Gewicht spürt, ohne es artikulieren zu können. Das ist natürlich immer das Problem eines Predigers und ganz besonders mein Problem, denn ich bin in meiner Ausdrucksfähigkeit eingeschränkt. Ich ertappe mich dabei, dass ich sogar bis zu einem gewissen Grad frustriert bin. Gleichzeitig versuche ich, diese Frustration abzubauen, indem ich noch einmal darauf zurückkomme und die Dinge, über die wir bereits gesprochen haben, weiter ausführe, nur damit ich nichts Wichtiges ungesagt lasse.

Dies ist ein aussagekräftiger Teil der Heiligen Schrift. Es gibt wahrscheinlich nichts Vergleichbares in der ganzen Heiligen Schrift, zumindest meiner Meinung nach. Die Darstellung des Herrn Jesus Christus in seinem Leben, seinem Tod, seinem Begräbnis, seiner Auferstehung, seiner Erhöhung und in seiner Fürbitte ist so umfassend, so dicht und so klar, dass sie jeden Abschnitt im Alten Testament übertrifft. Es ist verblüffend und erschütternd, wie komplex dieses Kapitel ist. Der Abschnitt, der in Kapitel 52, Vers 13 beginnt, unternimmt eine Reise, für die es keine Parallele in der Heiligen Schrift gibt.

Es beginnt mit der ewigen Beziehung zwischen dem Herrn und dem Messias, seinem Sohn. Dann wird auf die erhabene Herrlichkeit am Ende hingewiesen, wenn der Sohn sein Erlösungswerk vollständig vollbracht hat. Dazwischen werden wir hinab in die Erniedrigung unseres Sündenträgers geführt, durch die Ereignisse seines Lebens und die Geschehnisse der Karwoche: das Kreuz, die Auferstehung, das leere Grab, und dann hinauf in die Herrlichkeit des Himmels und in sein fortwährendes Wirken als Fürsprecher. Es ist die gesamte Geschichte des Messias, die hier mit einer überwältigenden Detailfülle behandelt wird. Es ist überwältigend, wenn man bedenkt, dass sie aus der Feder eines von Gott inspirierten Propheten stammt, der 700 Jahre vor der Ankunft Christi gelebt hat.

Hier wird nicht nur das Werk Christi vorgestellt – von seinem Leben über seine Menschwerdung bis hin zu seiner Fürsprache und allem, was dazwischen liegt. Es wird sogar das Wesen des Messias vorgestellt, das Wesen des Knechts. Deshalb möchte ich, dass ihr ganz an den Anfang dieses Textes zurückgeht, zu Kapitel 52 Vers 13, Kapitel 52 Vers 13. Ich werde im Laufe der Predigt immer wieder darauf zurückkommen, weil ich euch nicht alles zeigen kann, während wir uns durcharbeiten. Aber zurück zum Anfang: Gott spricht am Anfang und am Ende dieses wunderbaren Abschnitts. Gott ist der Sprecher in Kapitel 52, Verse 13 bis 15, und Gott ist der Sprecher am Ende der zweiten Hälfte von Vers 11 und dem letzten Vers, Vers 12.

Gott stellt auf diese Weise seinen Knecht vor und Gott schließt den Bericht über ihn ab. Während Gott ihn vorstellt, identifiziert er hier im ersten Vers sein Wesen: „Siehe, mein Knecht“. Das ist der Titel, den der Messias trägt, und in diesem Abschnitt von Jesaja gibt es viele Hinweise auf ihn als den Knecht des Herrn. Es gibt vier Kapitel über den Knecht, über ihn als den ebed Jahwe, den Sklaven Gottes – Kapitel 42, Kapitel 49, Kapitel 50, und nun dieser Abschnitt hier. Diese Abschnitte zeigen den Messias als den Knecht des Herrn.

In früheren Abschnitten von Jesaja wird Israel als Knecht des Herrn bezeichnet, zweifellos ein untreuer Knecht, daher wird das Gericht über ihn verkündet. Aber in der Zukunft wird der Herr einen Knecht haben, der treu ist – keinen anderen als den Messias. Im ersten Vers wird sein Wesen, also seine Person, beschrieben. „Er wird erhoben sein, erhöht werden und sehr erhaben sein.“ Drei Verben. Drei Verben, die von ihm sprechen: erhoben, erhöht und sehr erhaben. Das zeigt uns seine ewige Beziehung zu Gott, dem Vater. Denn diese drei Verben tauchen nur an einer anderen Stelle im Buch Jesaja auf, und zwar in Kapitel 6. Dieselben drei Verben erscheinen in der Vision von Jesaja, um Gott zu beschreiben, der hoch und erhaben ist, der heilig, heilig, heilig ist. In Kapitel 6 werden diese Verben verwendet, um Gott den Vater zu beschreiben.

Hier werden sie verwendet, um den Knecht Gottes, den Sklaven Gottes, den Messias zu beschreiben. Deshalb stellen sie uns den Messias als jemanden vor, der dieselbe Erhebung, dieselbe Erhöhung, dieselbe Erhabenheit inne hat wie Gott selbst. Das soll uns sagen, dass das, was von Gott gesagt wird, auch vom Knecht des Herrn gesagt werden kann. Diese Kombination von Verben, die den Herrn Jahwe selbst beschreiben, beschreibt auch den Knecht Jahwes.

Das heißt, wie Paulus sagte: „In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“. Das heißt, wie der Schreiber des Hebräerbriefs sagt: „Dieser ist die Ausstrahlung seiner Herrlichkeit und der Ausdruck seines Wesens“. Das heißt, wie Jesus sagte: Wenn ihr mich gesehen habt, habt ihr den Vater gesehen. Ich und der Vater sind eins. So wird der Knecht im einleitenden Vers von Gott selbst als jemand identifiziert, der ihm selbst gleich ist, der auch erhoben, erhöht und sehr erhaben ist. Es geht also um den menschgewordenen Gott. Der Knecht Gottes ist kein anderer als der menschgewordene Sohn Gottes. In diesem einleitenden Vers wird der Sohn Gottes erhoben.

Gleich darauf, in Vers 14, sehen wir, dass Gott ihn als jemanden vorstellt, der, obwohl er erhaben und von Natur aus Gott ist, erniedrigt werden wird, Vers 13 und 14. Der Übergang ist wirklich erstaunlich. Viele staunten über Israel, aber sie werden noch mehr staunen, wenn sie das Aussehen des Gottmenschen sehen. Er ist mehr entstellt ist als jeder Mensch und seine Gestalt mehr als die der Menschensöhne. Das ist die Erniedrigung, die wir von Paulus‘ Worten in Philipper 2 kennen: Er „nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen; und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja bis zum Tod am Kreuz.“ Die Schrecken seiner Misshandlung, die zu seiner Kreuzigung führen und das Kreuz selbst, sind die Qualen, die Jesaja von Gott dem Vater offenbart werden.

Vers 15 sagt: Wenn das vorbei ist, dann wird er viele Nationen erschrecken. Jetzt schauen wir auf seine Wiederkunft, wenn er nach seinem Tod und seiner Auferstehung zurückkehrt. Könige werden ihren Mund wegen ihm schließen, denn sie werden bei seiner Rückkehr Dinge sehen, die sie nie gesehen haben, und Dinge hören, die sie nie gehört haben. Wenn Gott also seinen Knecht vorstellt, stellt er ihn als Gott vor – sowohl erniedrigt als auch erhöht –. Das Wort „gedeihen“ in Vers 13, ist die Bestätigung Gottes, dass er Erfolg haben wird.

Wenn Gott dieses Kapitel abschließt, spricht er in der Mitte von Vers 11 noch einmal und sagt Folgendes: „Durch seine Erkenntnis wird mein Knecht, der Gerechte“ – Hier spricht Gott erneut über und zwar über „meinen Knecht“, seinen Sohn, den Messias – „er wird viele gerecht machen, und ihre Sünden wird er tragen. Darum will ich ihm die Vielen zum Anteil geben, und er wird Starke zum Raub erhalten, dafür, dass er seine Seele dem Tod preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünde vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat.“ Gott eröffnet diesen Abschnitt in den Versen 13 bis 15 mit der Vorhersage und Verheißung über den Sieg des Messias, des Knechts. Gott endet diesen Abschnitt damit, dass er den Sieg proklamiert. Er wird es tun und er hat es getan.

Gott versieht diesen Abschnitt also mit einer Einleitung und einem Schluss. In der Mitte haben wir die Verse 1 bis 11a, wo das Leiden des Knechtes beschrieben wird, durch welches er verherrlicht wird. Er wird verherrlicht werden. Er wird triumphieren, weil er sich selbst bis zum Tod erniedrigt hat, sogar bis zum Tod am Kreuz. Die Mitte ist also der Grund für die Erhöhung. Weil er getan hat, was der Vater bestimmt hat, hat der Vater ihn auferweckt und zu seiner Rechten gesetzt und ihm einen Namen gegeben, der höher ist als alle Namen, nämlich den Namen Herr. Er wird ihn eines Tages zurückschicken, um sein Reich aufzurichten, das Reich, das die Herrscher der Welt schockieren, betäuben und erschrecken wird. Er führt das Reich mit all seiner Herrlichkeit herbei und dann wird er die Beute verteilen.

Er wird der letzte und einzige Eroberer und Herrscher des Universums sein.

Gott selbst gibt hier einen einführenden Kommentar und eine abschließende Bestätigung. In der Mitte, in den Versen 1 bis 11, wird der Blick auf den erstaunlichen Grund gelenkt, warum der Knecht so hoch erhoben werden soll. Der Grund dafür wird von Gott in Vers 12 genannt. Warum? Weil er sich selbst in den Tod gestürzt hat, weil er die Sünde vieler getragen hat. Weil er sich erniedrigt und stellvertretend für andere geopfert hat, deswegen wird Gott ihn erheben. Genau das sagt Paulus in Philipper 2: Er hat sich selbst erniedrigt bis zum Tod, darum hat Gott ihn hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über alle Namen ist. In Philipper 2, dem Abschnitt der Kenosis, stützt Paulus sich auf Jesaja 53.

Es ist sehr wichtig und wunderbar, dass Gott uns eine einleitende Prophezeiung und eine abschließende Kundgebung gibt – es wird geschehen, und es ist geschehen. Denn das, was in der Mitte geschieht ist sehr tragisch, sehr tragisch. Ohne diese göttliche Bestätigung, dass Christus endgültig siegen würde, gäbe es wenig, vielleicht gar keine Hoffnung. Was wir mit der Einleitung und dem Schluss haben, ist die Verheißung seiner Wiederkunft. Was wir in der Mitte haben, ist das Werk seines ersten Kommens, könnt ihr das sehen? Was wir in der Einleitung und dem Schluss finden, ist Gottes Ankündigung seiner Wiederkunft als Herrscher, als König der Könige und Herr der Herren. Was wir in der Mitte sehen, ist sein erstes Kommen und seine Erniedrigung. Er kommt wieder, um zu herrschen, weil er einmal gekommen ist, um zu sterben. Wir sehen hier: Gott macht das Werk des Herrn Jesus Christus wirksam.

Gerade der mittlere Teil, seine Erniedrigung, ist der Grund dafür, dass Gott ihn hoch erhoben hat. Er kam, gab sich ganz dem Willen Gottes hin, um die Sünder aus der Hölle zu retten. Das tat er auf eine höchst erstaunliche Art und Weise, indem er selbst den schändlichen, schmerzhaften Tod der Gottlosen starb – die Art des Todes, die den schlimmsten Verbrechern und Sklaven vorbehalten war. Aber er kam als der Gerechte, wie er in Vers 11 bezeichnet wird, um die Strafe Gottes für die Ungerechten auf sich zu nehmen, um sie gerecht zu machen. Das ist das Herzstück des Kreuzes und das Herzstück des Evangeliums.

Nun schauen wir uns die Verse 1 bis 11a an, und dabei schauen wir uns diesen Knecht an. In den Versen 1 bis 3 ist er der verachtete Knecht, das haben wir uns bereits angesehen. Dann, in den Versen 4 bis 6, ist er der stellvertretende Knecht. Dann, in den Versen 7 bis 9, wo wir uns gerade befinden, ist er der stille und geschlachtete Knecht. Hier ist nochmal eine kurze Erinnerung, eine Wiederholung von etwas, an das man sich erinnern sollte. Der Hauptzweck dieses Abschnitts besteht nicht darin, das Kreuz zu betrachten; das ist eine zweitrangige Absicht. In diesem Abschnitt geht es in erster Linie um den endgültigen Triumph des Messias, dem Knecht - der endgültige Triumph des Messias, dem Knecht.

Der endgültige Triumph des Messias, des Knechts, wird die Rettung seines Volkes sein. Genau das steht in Vers 8: „Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen; wegen der Übertretung meines Volkes hat ihn Strafe getroffen.“ Oder in Vers 11: Er wird „viele gerecht machen“. Oder in Vers 12: Er hat „die Sünde vieler getragen“. Die Hauptaussage dieses Kapitels ist, dass Gott sein Volk retten wird, ganz besonders sein Volk Israel. Dies ist eine Prophezeiung über die zukünftige Rettung Israels. Und davon handelt der ganze Abschnitt aus Jesaja: um die zukünftige Rettung Israels.

Sacharja sagt: Das ist die Zeit, in der sie auf den blicken, den sie durchbohrt haben, und um ihn trauern wie um einen einzigen Sohn. Sie werden eines Tages zurückblicken - das ist noch nicht geschehen, aber eines Tages werden sie zurückblicken - und sie werden auf den schauen, den sie durchbohrt haben, und erkennen, dass er der Sohn Gottes war. Und dann werden sie vollkommen verstehen, was sie bis jetzt noch nicht verstanden haben, ausgenommen ein Überrest von Juden, die bereits zum Glauben an Christus gekommen sind. Dann wird Israel gerettet werden. Die Verheißung von Hesekiel 36, die Verheißung des Neuen Bundes lautet: Gott wird sie retten, Gott wird ihnen vergeben, Gott wird sein Gesetz auf ihre Herzen schreiben, Gott wird ein steinernes Herz herausnehmen und ihnen ein Herz aus Fleisch geben und seinen Geist in sie einpflanzen. Dies wird in Jeremia 31 wiederholt, ebenso auch in Sacharja 12 und 13: Der Geist der Gnade und des Gebets wird über sie kommen. All das wird in der Zukunft geschehen, die Errettung des Volkes Israel. Oder auch Römer 11: Ganz Israel wird gerettet werden.

In der Zukunft werden sie das Schuldbekenntnis der Verse 1 bis 11 ablegen. Dies wird ihr Geständnis sein. Jetzt ist es unser Bekenntnis – und für alle, die glauben, ob Jude oder Heide, nicht wahr? Wir verstehen, dass er für unsere Übertretungen durchbohrt wurde. Wir verstehen, dass er für unsere Sünden zermalmt wurde, dass die Züchtigung oder die Strafe für unseren Frieden mit Gott auf ihn fiel und seine Geißelung uns heilte. Wir verstehen, dass wir Schafe sind, die sich verirrt haben, die von Natur aus böse sind, und dass der Herr unsere Schuld auf ihn fallen ließ. Wir verstehen das. Das ist das Verständnis des Evangeliums, dass er unter göttlicher Strafe an unserer Stelle gestorben ist, für uns, und dass er an unserer Stelle bestraft wurde, so dass wir niemals verdammt werden. Die Strafe wurde am Stellvertreter vollstreckt. Wir verstehen das. Alle Gläubigen verstehen das. Man kann nicht gerettet werden, ohne das zu anzunehmen.

Aber eines Tages wird das Volk Israel dies erkennen und zurückblicken und genau diese Worte, dieses Schuldbekenntnis aus Jesaja Kapitel 53 bekennen. In Vers 1 heißt es, dass sie von Anfang an nicht geglaubt haben. „Wer hat der Botschaft geglaubt, die uns gegeben wurde?“, heißt es im Hebräischen. Wer von uns hat geglaubt, dass Jesus der offenbarte Arm des Herrn ist? Das ist einfach ein Ausdruck, der sich auf Gottes Gegenwart in seiner Macht bezieht. Wer hat geglaubt, dass er die wahre Macht Gottes ist? Wer hat geglaubt, dass er der Messias, der Retter ist? Sehr, sehr, sehr wenige, sehr wenige. Fünfhundert in Galiläa, 120 im Obergemach in Jerusalem nach einem dreijährigen Dienst im ganzen Land Israel – also sehr wenige. Warum? Er hat nicht in unser Bild gepasst.

Die Juden hatten immer eine Theologie der Herrlichkeit, aber keine Theologie des Leidens. Sie haben immer die Herrlichkeit des Messias gesehen, aber nie das Leiden. Soweit ich das beurteilen kann, findet sich in der historischen jüdischen Literatur kein Hinweis darauf, dass sie geglaubt haben, dass der Messias für ihre Sünden sterben würde. Das findet sich nirgends. Sie hatten kein Verständnis über einen leidenden, sterbenden Messias, sondern nur die Theologie von einem glorreichen Messias. Als sie Jesus ansahen, haben sie also keinen glorreichen Messias gesehen. Sie haben einen Schössling, eine schmutzige Wurzel in einem ausgetrockneten Boden gesehen. Sie haben nichts Erhabenes, nichts Majestätisches, nichts Anziehendes an ihm gesehen. Er hat nicht in ihre Theologie des Ruhms gepasst.

Außerdem kam er nicht nur aus dem Nichts, nicht nur war sein Aussehen unscheinbar, sondern am Ende seines Lebens war er verachtet, verlassen, betrübt und bekümmert. Er war die Art von Person, vor der wir unser Gesicht verbergen würden, so verachtenswert war er. Er wurde verachtet und wir haben ihn nicht geachtet. Er war ein verachteter Messias. Sie haben über ihn gesagt: Wir wollen nicht, dass dieser Mann über uns regiert, kreuzigt ihn, kreuzigt ihn, er ist nicht unser König – der verachtete Messias. Verse 4 bis 6: Er ist der stellvertretende Messias.

Irgendwann in der Zukunft werden sie zurückblicken und sagen: Jetzt sehen wir es anders. Er hat unseren Kummer getragen. Es waren unsere Sorgen, die er getragen hat. Wir dachten, er sei bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt für seine eigenen Sünden, für seine eigenen Lästerungen, weil er ein Gotteslästerer war, weil er ein Eindringling war. Oh, wir lagen so falsch. Jetzt wissen wir, dass er um unserer Übertretungen willen durchbohrt und um unserer Missetaten willen zermalmt wurde, usw. Der Herr ließ unsere Schuld auf ihn fallen.

Dann kommen wir zu den Versen 7 bis 9. Er ist der verachtete und er ist der stellvertretende Knecht. Hier ist er der stumme und geschlachtete Knecht. Ich habe vor zwei Wochen, mit dem Satz begonnen „Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird“. Das ist der Höhepunkt dieser Prophezeiung. Er wird kommen wie ein Lamm, das geschlachtet werden soll. Als Jesus zum ersten Mal am Jordan erschien, um seinen Dienst zu beginnen, und Johannes der Täufer, sein Wegbereiter, ihn von Angesicht zu Angesicht sah, sagte Johannes in Kapitel 1,29: „Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt“. Er hat es verstanden. Der Apostel Petrus hat es verstanden. Im ersten Kapitel seines ersten Briefes heißt es: Ihr wisst „dass ihr nicht mit vergänglichen Dingen, mit Silber oder Gold, losgekauft worden seid [...], sondern mit dem kostbaren Blut des Christus als eines makellosen und unbefleckten Lammes.“

Sie verstanden, dass der Messias kommen würde, um das Opfer für die Sünde zu sein, auf das alle anderen Opfer hinwiesen. Es wurde kein Tier geopfert, weder ein Schaf, noch eine Ziege, noch ein Stier – es gab kein Tieropfer, das die Sünde wegnehmen konnte. Hebräer 10: „Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden hinwegnehmen!“ Aber im gleichen Kapitel heißt es: „Denn mit einem einzigen Opfer hat er die für immer vollendet, welche geheiligt werden.“ Petrus hat es verstanden.

Paulus hat es verstanden. In Philipper 3 beschreibt Paulus wie er als ein Jude, der Meinung ist, dass er auf dem richtigen Weg sei, bis er Christus sieht. Dann wird alles, worauf er gehofft hatte, für ihn verachtenswert, Abfall, Müll, damit er Christus gewinnt und eine Gerechtigkeit hat, die nicht seine eigene ist. Es ist die Gerechtigkeit Gottes, die ihm durch den Glauben an Christus zuteil wird. Paulus hat es verstanden. Petrus hat es verstanden. Die Jünger haben es verstanden. Die frühe Gemeinde hat es verstanden. Jeder Gläubige hat im Laufe der Geschichte verstanden, dass Jesus als das einzige Opfer für die Sünde gestorben ist, das Gott zufrieden stellt. Er ist das Lamm Gottes, das die Sünde tatsächlich wegnimmt.

In Hebräer 9 heißt es, dass die Tieropfer die Sünde nicht wegnehmen können. In Hebräer 10 wird es wiederholt: Sie können die Sünde nicht wegnehmen. Sie weisen lediglich darauf hin, dass ein Stellvertreter benötigt wird, der diese Aufgabe übernehmen kann. Christus ist dieses auserwählte Lamm. Der Tag, an dem Jesus in Jerusalem einzog, war der Tag, an dem die Menschen ihre Lämmer auswählten, um sie am Wochenende am Passahfest zu opfern. An dem Tag, an dem er in Jerusalem einzog, erwählte Gott ihn als sein Lamm und opferte ihn am Ende der Woche, um die Sünde wegzunehmen. Deshalb sagt Paulus im 1. Korintherbrief: Jesus Christus ist unser Passah, Jesus Christus ist unser Passah.

In Psalm 49 ist eine interessante Aussage versteckt. Gott sagt: „Und doch vermag kein Bruder den anderen zu erlösen; er kann Gott das Lösegeld nicht geben — zu teuer ist die Erlösung ihrer Seelen, er muss davon abstehen auf ewig!“ Eine großartige Aussage. Du kannst niemanden erlösen. Kein Mensch kann einen anderen Menschen erlösen. Du kannst weder dich selbst noch irgendjemand anderen erlösen. Nur der Gottmensch Jesus Christus, unser Passahlamm, kann den teuren Preis bezahlen. Der teure Preis ist nicht vergänglich, nicht Gold oder Silber.

Es gab Zeiten in der Geschichte Israels, wie z. B. 2. Mose 30, wo sie das Volk zählten, weil sie auf ihre eigene Macht, ihre Zahl und ihre Kraft vertrauten, anstatt Gott in Bezug auf ihre Feinde zu vertrauen. Deshalb bestrafte Gott sie und brachte Gericht über sie. Gott hat ihnen auch gesagt, dass es einen Weg gibt, wie sie von dieser Strafe durch Gold oder Silber erlöst werden könnten – 2. Mose Kapitel 30 beschreibt eine zeitliche Erlösung. Aber kein Geldbetrag kann jemals eine Seele erlösen, denn die Kosten sind zu hoch – zu hoch. Jesaja hat es verstanden. Jesaja 52,3: „Denn so spricht der Herr: Umsonst seid ihr verkauft worden, so sollt ihr auch ohne Geld erlöst werden!“

Es gibt keine Güter auf dieser Welt, mit denen man sich freikaufen kann. Nur – wie Petrus sagt – das kostbare Blut eines Lammes, das unbefleckt und makellos ist – kein anderer als Christus. Sein Tod wird zum Erlösungsopfer. Petrus sagt an derselben Stelle, in 1. Petrus 1,20 und 21: Durch ihn seid ihr Gläubige an Gott. Durch ihn seid ihr in eine Glaubensbeziehung mit Gott getreten. Auf diese Art und Weise muss man den Tod Jesu Christi sehen, wenn man gerettet werden will. Die heutigen Juden glauben nicht daran. Sie lehnen Jesus Christus ab. Sie glauben immer noch, dass er von Gott geschlagen und gebeugt wurde, weil er ein Gotteslästerer war. Du und ich wissen es besser. Wir glauben an die Wahrheit über ihn, und eines Tages werden sie es auch.

Damit kommen wir nun zu den Versen 7 bis 9. Das letzte Mal, vor zwei Wochen, haben wir nur Vers 7 besprochen. Ich werde euch nur einen kurzen Überblick geben. Diese drei Verse sind konkrete Hinweise auf Ereignisse im Leben Christi. In Vers 7 geht es um seinen Prozess. Vers 8 befasst sich mit seinem Tod. In Vers 9 geht es um sein Begräbnis – es sind erstaunliche Details. Was wir hier sehen, ist der stumme, geschlachtete Knecht. Wir sehen hier, dass er freiwillig sein Leben aufgibt, dass er sich bereitwillig und gehorsam in der Stille dem Willen Gottes unterwirft. Es ist Gottes Wille und Gottes Wohlgefallen, wie es in Vers 10 heißt, ihn zu zermalmen, ihn zu zerschlagen, ihn als Schuldopfer darzubringen, das ist der Wille Gottes. Das weiß er. „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe“, und er unterwirft sich diesem Willen voll und ganz.

Dieser Gehorsam zeigt sich in seinem Verhalten: Er schweigt während seines Prozesses. Er schweigt – und das ist nicht zu übersehen – auch in seinem Tod und seinem Begräbnis. Bis dorthin gibt es keine Proteste. In den Versen 7, 8 und 9 schweigt er. Nur zur Erinnerung: Er schweigt im gesamten Kapitel. Der Messias spricht in diesem Kapitel nie. Er ist während des gesamten Kapitels der still Leidende – insbesondere in den Versen 7 bis 9, denn ab hier wird es wirklich schlimm. In Vers 7 geht es um seinen Prozess: Er wurde unterdrückt, er wurde unterdrückt. Dieser Begriff bezieht sich auf alle Formen von Ungerechtigkeit, die ihm widerfahren sind.

Das wird in Vers 8 mit Unterdrückung und Gericht wiederholt. Dort ist Unterdrückung mit Gericht verbunden, und „Gericht“ ist natürlich ein juristischer Begriff, der sich speziell auf das Prozessgeschehen bezieht. Das ist also die Unterdrückung, die ihm insbesondere bei seinem Prozess widerfuhr. Seine Verhaftung – eine schreckliche Erfahrung – und der darauffolgende Missbrauch. Danach gab es falsche Zeugen, Lügner und all die anderen Dinge, die damit einhergehen. Es wurde kein Verbrechen begangen; es wurden keine Beweise vorgelegt. Immer wieder wurde seine Unschuld beteuert. Er wurde körperlich misshandelt, bespuckt, mit Fäusten ins Gesicht und, mit Stöcken auf den Kopf geschlagen, die Dornenkrone wurde auf sein Haupt gedrückt. Das wisst ihr alles. All das, was ihm widerfahren ist, war Teil vom Prozess und dem Urteil, zu dem der Prozess führte.

Noch ein Wort zu dem Verb „geplagt“, „er war geplagt“. Im Hebräischen steht das Wort im Passiv: Er ließ zu, dass er geplagt wurde. Er ließ zu, dass er geplagt wurde. Er stand unter einer unrechtmäßigen, rücksichtslosen, ungerechten Rechtsprechung und er ließ zu, dass er geplagt wurde. Vielleicht nimmt Paulus das „Er erniedrigte sich selbst“ von hier, denn dieses Verb kann in seiner Bedeutung tatsächlich so weit gehen. Er ließ zu, dass er geplagt wurde, dass er in der Nacht gejagt, im Garten verhaften, nachts unrechtmäßig verurteilt, zu Unrecht anklagt, gequält, gefoltert, schikaniert und misshandelt wird. Dann wird das Urteil gefällt, dass er sterben muss, und zwar durch Kreuzigung.

Er sagt kein Wort. Er hat seinen Mund nicht geöffnet. Wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut. Er ist wie ein stilles Schaf, wenn es geschlachtet oder geschoren wird. Er sagt nichts. Das heißt, dass er nichts zu seiner Verteidigung sagt, gar nichts. Er verteidigt sich nicht. Er hat das ungerechte Urteil der Menschen angenommen, um das gerechte Urteil Gottes anzunehmen und ungerechte Sünder zu Empfängern eben dieser Gerechtigkeit zu machen. Wie wir gesehen haben, wird in Vers 7 ein Bild von seinem Prozess gezeigt. Er wird zum Schlachthof geführt und er schweigt dabei.

Vers 8 führt uns dann zu seinem Tod. „Durch Unterdrückung“ – das geht zurück auf Vers 7 und den ganzen Prozess – „und durch Gericht wurde er weggenommen.“ Das sind juristische Begriffe. Unterdrückung ist das, was ihm durch Ungerechtigkeit widerfährt. Das Gericht ist der Urteilsspruch, und der Ausdruck „wurde weggenommen“ bedeutet einfach, dass er der Vollstreckung, dem Urteil übergeben wird. Hier geht es um einen Prozess, um einen rechtlichen Prozess. Unterdrückung meint seine Verhaftung, seine Inhaftierung. Das Gericht ist das gerichtliche Verfahren und das endgültige Urteil. „Weggenommen werden“ bedeutet genau das, was es aussagt: weggenommen werden vom Gericht, von der Verhandlung, die ausgeführt werden soll.

Pilatus ordnet seine Hinrichtung an, und zwar so, wie Sklaven hingerichtet wurden. Er ist der Sklave von Jahwe. Er wird wie ein Sklave hingerichtet. Sein Tod wird mit diesen Worten beschrieben: „Er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen“, Vers 8. „Er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen.“ Aus dem Land der Lebenden weggerissen zu werden ist ein jüdischer Ausdruck. Das erscheint an mehreren Stellen im Alten Testament. In Daniel 9,26 heißt es über den Messias: „Der Gesalbte wird ausgerottet werden.“ Auch Daniel hat seinen Tod vorausgesagt.

Er soll also hingerichtet werden. Genau das bedeutet dieser Ausdruck. Er wird hingerichtet werden. Es ist ein dramatischer Ausdruck: aus dem Land der Lebenden weggerissen, hingerichtet, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Derselbe Ausdruck wird übrigens in Jeremia 11,19 verwendet, da spricht Jeremia über sich selbst. Jeremia sah sich selbst als ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird. Es ist also ein allgemeiner Ausdruck: aus dem Land der Lebenden weggerissen. Trotz allem, was er war, trotz allem, was er tat, trotz allem, was er sagte, wird ihm das schrecklichste Unrecht der Menschheitsgeschichte angetan und er wird hingerichtet.

Sehr aufschlussreich ist die Aussage in der zweiten Zeile dieses Verses: „Wer will aber sein Geschlecht beschreiben? Denn er wurde aus dem Land der Lebendigen weggerissen“. Wer hat das in Betracht gezogen? Wer hat in Betracht gezogen, dass er gewaltsam hingerichtet wird? Wer ist aufgestanden und hat protestiert? Genau das bedeutet diese Aussage. Wer hat es als das erkannt, was es wirklich war? Wo war der Protest des Hohepriesters? Wo waren die Sadduzäer oder Pharisäer oder jemand, der sich streng an die jüdische Ordnung, Tradition und das Gesetz gehalten hat? Wo waren die Rabbiner? Wo waren die Schriftgelehrten? Wo war irgendjemand? Hier finden wir in der Prophezeiung 700 Jahre vor ihrem Eintreffen die Ankündigung, dass niemand ihn verteidigen wird, niemand wird ihn verteidigen.

Wo waren seine Jünger? Nun, sie haben nach Sacharja 13,7 gehandelt: „Schlage den Hirten, und die Schafe werden sich“ – was? – „sie werden sich zerstreuen.“ Sie waren schon lange weg. Sie waren geflohen. Matthäus sagt, dass sie flohen, Markus sagt dasselbe, dass der Hirte geschlagen wurde und die Schafe sich zerstreut haben. Wer war da, um für ihn zu sprechen?

Es herrschte außerdem noch ein Brauch. Das ist höchst faszinierend. Bei den Juden war es im Falle eines Prozesses, der zur Hinrichtung führen konnte, erforderlich, dass nach der Urteilsverkündung eine gewisse Zeit vergeht. Währenddessen konnten Menschen aufstehen und dafür plädieren, dass der zur Hinrichtung Verurteilte unschuldig ist. Es gab im Grunde einen Zeitraum von 40 Tagen. Das finden wir in ihren Schriften. Zwischen der Todeserklärung und der Hinrichtung selbst sollten vierzig Tage vergehen, eine Zeitspanne, in der jemand für den Angeklagten sprechen und seine Unschuld beteuern konnte, was sehr sinnvoll sein kann. Das haben sie nicht getan. Die Verhandlung fand mitten in der Nacht statt, so dass niemand da war, der sie unterbrechen konnte. Noch am selben Tag, als die Morgendämmerung anbrach, schickten sie ihn zum Prozess, der ihn noch am selben Nachmittag in den Tod führte.

Wo waren die 40 Tage? Wo waren die 40 Tage? Diese Frage ist schon früh in der christlichen Geschichte gestellt worden. Warum haben die Juden dagegen verstoßen? Als Antwort darauf gibt es eine Erklärung des Sanhedrin. Der Sanhedrin hat eine Erklärung verfasst. Diese Erklärung befindet sich jetzt im Jüdischen Talmud, Folio 43 im Jüdischen Talmud, aus dem Sanhedrin. Das sind die Worte des Sanhedrin. Dort heißt es: „Es gibt eine Überlieferung, dass sie Jesus am Vorabend des Sabbats und des Passahfestes aufgehängt haben. Und der Herold ging 40 Tage lang vor ihm her und rief: Jesus wird hingerichtet, weil er Zauberei getrieben und Israel verführt und von Gott entfremdet hat. Jeder, der einen rechtfertigenden Grund für ihn vorbringen kann, möge kommen und darüber Auskunft geben. Aber es wurde kein rechtfertigender Grund für ihn gefunden, und so wurde er am Vorabend des Sabbats und des Passahs gehängt.“

Das steht im Talmud der Juden, es ist eine Lüge, die besagt, dass sie Jesus verurteilten und 40 Tage darauf warteten, dass jemand auftauchen würde, bevor sie ihn hinrichteten, und niemand kam. Das steht im jüdischen Talmud, den der Sanhedrin verfasst hat, um ihre Spuren zu verwischen. Ein Rabbiner — namens Ulla, U-L-L-A — kommentierte das mit den Worten „Aber glaubst du, dass er zu denjenigen gehört, für die man einen Rechtfertigungsgrund suchen würde?“ Mit anderen Worten: Er gehört nicht einmal zu der Kategorie von Menschen, für die man einen Rechtfertigungsgrund anführen möchte. „Er war ein großer Verführer, und der allbarmherzige Gott hat gesagt: Du sollst ihn nicht verschonen und ihn nicht verbergen“, Zitat Ende. Der Rabbi sagt damit, dass er nicht einmal wert sei, dass seine Unschuld beteuert würde.

Jesaja 53 beginnt mit den Worten: „Wer hat unserer Verkündigung geglaubt, und der Arm des Herrn, wem ist er geoffenbart worden?“ Wir nicht. Wie extrem war ihre Ablehnung? So extrem, dass sie eine Lüge erfanden, die sie in den Talmud einfügten, um zu sagen, dass sie 40 Tage gewartet hatten und niemand aufgetaucht sei. Und all das haben sie getan nachdem er von den Toten auferstanden ist, nachdem die Gemeinde geboren ist und zu wachsen begann. Aber andererseits, warum sollte jemand kommen? Er gehörte nicht zu der Kategorie von Menschen, die es wert waren, dass sich jemand für sie einsetzte.

Sie verachten alles an Jesus, und das geht sehr tief. Ich will euch noch etwas sagen. Die Art und Weise, wie Juden von so genannten Christen, falschen Christen, in der Geschichte der Menschheit behandelt wurden, hat nicht gerade geholfen. Das geschah schon sehr früh, schon im Römischen Reich, im Heiligen Römischen Reich, wenn man so will, im römisch-katholischen System. Schon in den frühen Jahrhunderten gab es einen virulenten Antisemitismus, der sich im Laufe der Jahrhunderte unter den Orthodoxen und den römischen Katholiken weiterentwickelte. Diese Feindseligkeit gegenüber Juden hat sich auch bei den Reformatoren weiterentwickelt. Diese Feindseligkeit ist durch die Geschichte gewandert. Sie kam im Laufe der Geschichte bis zu einem Punkt in der Aufklärung, als sie ihre Religion abgelehnt und die Aufklärung angenommen hatten.

Sie taucht mit Hitler’s Gräueltaten wieder auf, und zwar in Verbindung mit dem Christentum, mit einem falschen Christentum Es ist nicht hilfreich, das auch heute noch fortzusetzen. Unsere Haltung gegenüber dem jüdischen Volk muss von uneingeschränkter Liebe, Mitgefühl und evangelistischem Eifer geprägt sein. Die Juden haben alles an ihm verachtet. Der Sanhedrin sagt Folgendes von sich selbst: Sie kommen zusammen, um zu rechtfertigen und nicht um zu verurteilen, um Leben zu retten und nicht um es zu zerstören. Das ist ihr eigener Kodex. Folglich verstieß die Art, wie sie Jesus behandelt haben, gegen alles, was sie ausgezeichnet hat. So sehr haben sie ihn also gehasst.

Was sie in der Passage aus dem Talmud, die ich vorgelesen habe, sagen, ist: Wie kann es jemand wagen, aufzustehen und zu versuchen, diesen abscheulichen Verführer zu verteidigen? Es hat niemanden interessiert. Genau davon hat Jesaja gesprochen. Was seine Generation betrifft, die Menschen, die zu seiner Zeit lebten, wer hat darüber nachgedacht, wer hat sich Gedanken gemacht? Wer hat damit gerechnet, dass er hingerichtet wird? Wer wusste, dass er um der Übertretung meines Volkes willen, der Juden, weggerissen wurde? „Mein Volk“ ist ein Fachbegriff für die Juden, der in Kapitel 40, in Kapitel 51 und in Kapitel 52 verwendet und hier von Jesaja erneut für Israel verwendet wird. Wer hätte es jemals erahnen können, dass er eine Strafe von Gott erhalten würde, nicht für seine eigene Übertretung, sondern für die Übertretung meines Volkes? Daran hat niemand gedacht und sie tun es auch heute nicht. Sie tun es immer noch nicht.

Erinnert ihr euch an Kajaphas in Johannes Kapitel 11? Er war so besorgt darüber, dass die Römer ihm seine Macht weg nehmen würden, dass er sagte: Es ist besser, wir töten Jesus, oder die Römer werden uns töten. Es ist besser, er stirbt als das Volk. Er machte eine Prophezeiung, dass er für das Volk sterben würde. Und er ist für das Volk, für die Juden gestorben und für alle die an ihn glauben, sogar aus allen Völkern. In Jesaja, Kapitel 55, Vers 5, heißt es: „Siehe, du wirst ein Volk berufen, das du nicht kennst, und ein Volk, das dich nicht kannte, wird dir zulaufen wegen des Herrn, deines Gottes, und um des Heiligen Israels willen, weil er dich herrlich gemacht hat.“

Das ist die Verheißung der Rettung für die Heiden. Und dann wird die Verheißung auf alle ausgedehnt: „Sucht den Herrn, solange er zu finden ist; ruft ihn an, während er nahe ist! Der Gottlose verlasse seinen Weg und der Übeltäter seine Gedanken“. Es gibt eine Einladung, dass Menschen die Gott nicht kennen aus jeder Nation, kommen dürfen – aus einer Nicht-Nation. Wie Jesus es sagte: Schafe einer anderen Herde. Die Juden wissen, dass der Mann Jesus getötet wurde. Sie wissen, dass er getötet wurde. Aber sie glauben, dass er von Gott wegen seiner eigenen Gotteslästerungen getötet wurde. Er war ein solcher Gotteslästerer, dass er es nicht wert war, dass jemand zu seiner Verteidigung aufstand. Die Wahrheit ist, dass er von Gott für die Übertretungen seines Volkes, einschließlich der Juden und der Heiden geschlagen wurde, und eines Tages für ganz Israel.

Das bringt uns zu Vers 9, seinem Begräbnis: „Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen“. Halte einen Moment inne. Hier findet sich eine erstaunliche Anzahl von Details. „Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen“. Warum wurde sein Grab bei gottlosen Menschen bestimmt? Weil er gemeinsam mit Verbrechern gestorben ist, richtig? Jeweils einer auf beiden Seiten. Wenn man aufgrund eines unwürdigen Lebens einen schändlichen Tod stirbt, wird man laut Jeremia 25,33 auf erniedrigende Weise behandelt und erhält kein angemessenes Begräbnis. Das war ein wichtiger Teil ihrer Kultur. Die ultimative Verachtung bestand darin, eine Leiche der Verwesung zu überlassen oder sie ins Feuer zu werfen, ohne ordnungsgemäße Bestattung. In Jeremia 25,33 finden wir eine Illustration darüber.

Jesus wurde zwischen zwei Verbrechern gekreuzigt, Lukas 23,33; Matthäus 27,38. Das wäre die normale Vorgehensweise: Die Verbrecher sterben am Kreuz einen Erstickungstod und werden dann dort hängen gelassen. Sie lassen ihn dort verwesen und verrotten, lassen ihn dort hängen, damit die Vögel ihm das Gesicht wegpicken können. Sie ließen sie dort hängen wie überfahrenes Wild, damit Tiere, die am Kreuz hochklettern können, ihr Fleisch abnagen. Sie ließen sie dort hängen, um alle, die zusehen, zu warnen, was mit Menschen geschieht, die sich der römischen Macht und dem römischen Gesetz widersetzen. So war es auch für ihn vorgesehen. Irgendwann hätten sie die verfaulten Leichen heruntergeholt und auf eine Müllkippe geworfen.

Die Müllhalde von Jerusalem lag im Tal von Hinnom; man kann diesen Ort heute noch besuchen. Das Tal von Hinnom an der Südostseite von Jerusalem war die Müllhalde der Stadt. Es war ein Feuer, das nie erlosch, dort gab es ein ständiges Feuer. Historisch ist es ein sehr interessanter Ort. Es war der Ort, an dem abtrünnige Juden und die Anhänger von Baal und anderen kanaanitischen Göttern ihre Kinder dem Gott Moloch verbrannt haben. Das steht schon in 2. Chronik 28,33. Jeremia spricht darüber in Jeremia 7. Das war der Ort, an dem sie dem Moloch ihre Babys geopfert haben.

Dort hat König Ahas seine Söhne geopfert, 2. Chronik 28. Es ist der Ort, den Jesaja am Ende seiner Prophezeiung als den Ort bezeichnet, an dem der Wurm niemals stirbt. Jesus sagte in Markus 9, dass es eine Darstellung der Hölle ist, wo der Wurm niemals stirbt. Das sagt er dreimal. Es ist ein schrecklicher Ort, an dem sie die Überreste der Leichen entsorgt haben. Die Rabbiner beschreiben diesen Ort als ein immerwährendes Feuer, das den Schmutz und die Leichen verzehrt, die dort hineingeworfen werden. Er wurde also zusammen mit Verbrechern hingerichtet. Er sollte wie ein Krimineller enden.

Aber Gott wollte das nicht zulassen. In Psalm 16 heißt es, dass er nicht zulassen wird, dass sein Heiliger die Verwesung sieht. Gott würde das niemals zulassen. Deswegen sehen wir eine erstaunliche Wendung in Vers 9: „Und man bestimmte sein Grab bei Gottlosen, aber bei einem Reichen war er in seinem Tod“. Wie ist das passiert? In seinem Tod war er bei einem reichen Mann, weil es einen Mann mit dem Namen Joseph aus einem Ort namens Arimathia gab.

Dieser Mann, Joseph, war heimlich zu einem Jünger Jesu Christi geworden und war sehr reich. Matthäus 27,57 berichtet darüber: „Als es nun Abend geworden war, kam ein reicher Mann von Arimathia namens Joseph, der auch ein Jünger Jesu geworden war. Dieser ging zu Pilatus und bat um den Leib Jesu. Da befahl Pilatus, dass ihm der Leib gegeben werde. Und Joseph nahm den Leib, wickelte ihn in reine Leinwand und legte ihn in sein neues Grab, das er im Felsen hatte aushauen lassen; und er wälzte einen großen Stein vor den Eingang des Grabes und ging davon.“ Jesus hätte auf der Straße landen sollen; er hätte auf der Müllkippe landen sollen, aber er landet in einem brandneuen Grab, das einem reichen Mann gehört. Genau das sollte geschehen, was der Heilige Geist Jesaja offenbarte.

Warum? Warum? Warum war das wichtig? Am Ende von Vers 9 heißt es – das ist sehr interessant – „weil er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Mund gewesen war.“ Das ist lediglich ein Ausdruck dafür, dass er von innen und außen heilig war. Denn aus der Fülle des Herzens spricht der Mund. In seinem Mund fand sich nichts Sündhaftes, nichts von sündhafter Natur. Es gab kein sündhaftes Verhalten, das auf eine sündhafte Natur hinweist. Und wegen seiner Heiligkeit, weil er, wie der Hebräerbrief sagt, heilig, unschuldig, unbefleckt und von den Sündern abgesondert war, weil er das sündlose, fleckenlose Lamm ohne Makel war, ließ der Vater nicht zu, dass er auf der Müllhalde landete.

Warum also dieses Detail? Hört zu, es ist ein kleines Zeugnis von seinem Vater für seine sündlose Vollkommenheit und der erste kleine Schritt seiner Erhöhung, der erste kleine Schritt. Noch vor seiner Auferstehung sagt der Vater: Ich werde keine weitere Erniedrigung zulassen. Es darf keine weitere Demütigung geben. Das ist die tiefste Stufe, die er erreichen kann: Er gibt sich dem Tod hin, sogar dem Tod am Kreuz, und damit endet die Erniedrigung. Das ist der erste kleine Schritt nach oben. Gott ehrt Jesus in seinem Begräbnis, weil er weder innerlich noch äußerlich Sünde hatte. In wenigen Stunden, am dritten Tag, steht er aus dem Grab auf und steigt schließlich bei seiner Himmelfahrt bis ganz nach oben. Es ist ein liebliches Zeugnis, das aufzeigt, dass seine Demütigung zu Ende war.

Ihr wisst, dass Paulus einer dieser ungläubigen Juden war. Paulus hatte einen solchen Hass auf Jesus Christus, dass er Christen tötete, nicht wahr? In Apostelgeschichte 8 heißt es, dass er die Gemeinde bedrohte und tötete. Er ging überallhin mit Briefen von den Obersten, die wollten, dass alle Christen, die gefunden werden konnten, ins Gefängnis geworfen oder hingerichtet wurden. Paulus war der Henker; er war der Richtige. Auf diese Weise zog er überall hin, bis er schließlich auf der Straße nach Damaskus landete mit dem Auftrag, die Christen dort zu verfolgen. Ihr erinnert euch, was passierte. Der Herr hat ihn aufgehalten, blind gemacht und sich ihm vorgestellt. Das war die Veränderung des Apostel Paulus.

Und Paulus legt ein Zeugnis ab, das wie eine Art Mikrokosmos ist. Es ist ein Vorgeschmack auf die Art von Zeugnis, das die Juden in Zukunft ablegen werden. Es ist auch dein und mein Zeugnis. Paulus sagt Folgendes zu den Korinthern: 2. Korinther 5,16: „Wir haben Christus nach dem Fleisch gekannt.“ Wir haben Christus nach dem Fleisch gekannt. Ich wusste von Jesus. Ich kannte ihn als Mensch. Meine Haltung war typisch für die Juden: Ich war eifrig, leidenschaftlich, rasend gegen Jesus Christus. Darauf bezieht er sich. Ich habe Christus nach dem Fleisch gekannt. „So kennen wir ihn denn von nun an nicht mehr.“ Er sah Christus mit anderen Augen als früher.

Ab der Straße nach Damaskus hat sich seine Sichtweise völlig verändert, nicht wahr? So war es auch bei dir und bei mir – bei jedem, der zu Christus kommt. Paulus hat Jesus auf der Straße von Damaskus gesehen und ihn nie wieder mit denselben Augen gesehen. Du und ich waren vielleicht nicht auf der Straße nach Damaskus oder irgendwo in der Nähe von Damaskus, aber du selbst hast eine Damaskus-Erfahrung gemacht, wenn du gläubig bist. Jetzt siehst du Jesus nämlich mit ganz anderen Augen als zur Zeit, bevor du ihn kanntest. Das gilt auch für die Juden.

Was Paulus betrifft, so denke ich, dass er Römer 1 mit Blick auf Jesaja 53 geschrieben hat. So beginnt er den Römerbrief: „Paulus, Knecht Jesu Christi, berufener Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes, das er zuvor verheißen hat in heiligen Schriften durch seine Propheten“. Paulus kannte Jesaja 53, denn seine Briefe machen das deutlich. Das Evangelium, das er verkündet hat, war das Evangelium aus diesem Kapitel. Da ist also das stumme, geschlachtete Lamm, das aus dem Land der Lebenden ausgerottet wurde für die Übertretungen meines Volkes, dem der Schlag galt. Wir sind nicht Israel, aber die Gemeinde ist Teil des neuen Bundes, und wir gehören zu seinem Volk, nicht wahr?

Herr, wir danken dir erneut für die Klarheit und Kraft dieser erstaunlichen Abschnitte aus der Heiligen Schrift. Kein Wunder, dass es das fünfte Evangelium genannt wird, denn es enthält all das, was uns aus Matthäus, Markus, Lukas und Johannes so vertraut ist. Wir haben Ehrfurcht vor dem, was wir mit der Heiligen Schrift in den Händen halten, uralte Dokumente mit Details über die Zukunft, und jedes einzelne von ihnen ist präzise und vollkommen richtig, jedes einzelne. Dies ist dein Buch, du hast es verfasst, und es ist die Wahrheit – die Wahrheit, die rettet.

Wir wissen, dass der rettende Glaube dadurch kommt, dass wir die Wahrheit über Christus hören, das Wort über Christus, die Botschaft über Christus, und wir haben sie gehört. Wir haben sie gehört. Wir sind gespannt auf den nächsten Abschnitt über seine Auferstehung. Das Heil kommt nämlich zu denen, die an ihn glauben, an seinen Tod und seine Auferstehung, die Jesus als Herrn bekennen, die bekennen, dass du ihn von den Toten auferweckt hast. Wir können gerettet werden.

Bring diese Rettung denjenigen, die heute hier sind und noch außerhalb deines Reiches stehen und ohne Hoffnung auf die ewige Hölle zusteuern. Mögen sie die Herrlichkeit Christi sehen, und mögest du durch deine Macht ihre Sichtweise ändern. Mögen sie Christus nach dem heutigen Tag nie wieder so sehen wie zuvor, sondern immer mit der Herrlichkeit der Wahrheit, wie er ist.

Vater, wir bitten dich jetzt, dass du diese Dinge in unseren Herzen versiegelst. Füge sie in unserem Denken so zusammen, dass wir sie weitergeben und dieses wunderbare Evangelium verkünden können. Bring uns heute Abend wieder zusammen, um den erstaunlichen Bericht über Miriam zu betrachten. Mache diesen Tag zu einem segensreichen Tag.

Wir danken dir für das Opfer, das viele im Dienst für unser Land gebracht haben. Wir sind zutiefst dankbar. Noch dankbarer sind wir aber für das Opfer, das du, unser gesegneter Erlöser, gebracht hast, indem du den göttlichen Schlag für unsere Übertretungen auf dich genommen hast. Das nehmen wir in vollem Glauben und in Dankbarkeit an und geben dir die ganze Ehre. Amen.

ENDE

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